Kein Bio-Bonus mehr: Wie Voelkel dennoch den Umsatz verdoppelt hat und konventionelle Wettbewerber hinter sich lässt.
Shownotes
Als Jurek Voelkel vor fünf Jahren seinen Vater und seine Brüder davon überzeugte, den Schritt aus dem sicheren Biofachhandel zu wagen und sich der mächtigen Konkurrenz im konventionellen Supermarkt zu stellen, war das eine mutige Wette. Heute führt die familiengeführte Bio-Safterei Voelkel bei Ingwer Shots den gesamten Markt an – vor allen konventionellen Wettbewerbern.
Im Gespräch mit Podcast-Host Zackes Brustik wird Jurek leidenschaftlich, wenn er erklärt, wie sie es als norddeutscher Mittelständler schafften, in fünf Jahren den Umsatz zu verdoppeln, neue Mitarbeitende einzustellen und gleichzeitig den Footprint bei Wasser-, Gas- und Stromverbrauch zu senken. Um die neuen Marktanteile zu gewinnen, mussten sie allerdings zuerst tief in die Trickkiste greifen und ihre Kommunikation komplett umstellen:
✅ Warum Nachhaltigkeit als Kaufargument nicht mehr zieht und welche Supertrends stattdessen funktionieren. ✅ Welche Millionen-Investitionen in Energieeffizienz und Automatisierung den Wettbewerbsvorteil sichern. ✅ Wie empathische Lieferantenbeziehungen mehr Resilienz bringen als jeder Preiskampf. ✅ Wo Völkel Kompromisse macht und wo die roten Linien liegen.
Eine Folge voller Unternehmergeist, Klartext und echter Pioniergeschichte. Die Geschichte von Völkel zeigt, dass Wachstum und neue Arbeitsplätze in Deutschland auch bei kompromissloser Nachhaltigkeit und Qualität entstehen können.
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Über Jurek Voelkel: Geschäftsführer Vertrieb und Marketing bei Voelkel. Gemeinsam mit seinen drei Brüdern arbeitet Jurek bereits in der vierten Generation an der Produktion und dem Vertrieb von Bio- und Demeterprodukten. Dabei eint sie die klare Überzeugung, für das Gemeinwohl zu wirtschaften. Das Unternehmen wurde daher in eine Stiftung übertragen, in die 90 % der Gewinne fließen. 10 % der Gewinne fließen zusätzlich in eine gemeinnützige Voelkel Stiftung. Zudem ist Voelkel GWÖ-zertifiziert. 🔗 https://www.linkedin.com/in/jurek-voelkel-240657261/ 🔗 https://voelkel.bio/unternehmen/nachhaltigkeit/
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Jurek Voelkel: Wenn ich dann dem Einkäufer noch sagen muss, naja, nehm die mal raus, die sind konventionell und nimm jetzt mein Produkt und Da hast du 10 Prozent weniger Spanne, dann lächeln die mich an und
Jurek Voelkel: sagen, du Jurek, ich hab dich mega
Jurek Voelkel: lieb und du bist immer so heißblütig und ja und so voll dabei. Ich spüre das und privat habe ich
Jurek Voelkel: auch ein Huhn und pflück da die Eier.
Jurek Voelkel: Aber sorry, ich krieg im Convenience Kühler keinen Platz für dich, weil deine Spanne ist scheiße und die Drehzahl ist auch scheiße. Jetzt mach doch endlich eine nationale Werbekampagne im Fernsehen. Ich kenne da so eine schwarze Cola Marke, die macht andauernd Plakatwerbung. Ich kenne da eine Smoothie Marke, die sind so lustig, Juri, könnt ihr das nicht auch mal machen? Und da sage ich, Junge, ich habe das Geld dafür nicht, weil ich versuche hier nachhaltige Landwirtschaft zu gestalten. Also verstehst du, wir können nicht alles richtig machen.
Zackes Brustik: Seid ihr bereit für eine Geschichte, die unsere aktuellen Glaubenssätze in den Grundfesten erschüttern wird? Eigentlich lassen wir gerade alle die Köpfe hängen, unsere Nachrichten, Nachhaltigkeitsteams wurden zurechtgestutzt, die Budgets werden gestrichen, die Klimaziele sowieso. Berichte machen wir auch nur noch, wenn wir wirklich, wirklich müssen, denn es scheint, es ist einfach zu teuer, nachhaltig zu sein. Und genau während die ganze Welt sich in diese Richtung entwickelt, gibt es eine Geschichte, die komplett gegen den Strom läuft. Wo ist sie zu finden? Im Norden von Deutschland. Ein kleiner deutscher Mittelständler, den wir wahrscheinlich alle kennen, hat sich vor geraumer Zeit entschieden, es genau anders zu machen, hat sich aus der Deckung gewagt, aus den Regalen im Biomarkt rein in die Regale im Standard Supermarkt, in die Standardregale mit dem ganzen schnöden konventionellen Wettbewerb. Und seitdem läuft es prächtig. Sie haben den Umsatz gesteigert und sind so erfolgreich, dass sie in manchen Produktgruppen sogar den konventionellen Wettbewerb weit hinter sich lassen. Und ich habe mir gedacht, das kann doch irgendwie nicht sein, die müssen doch tricksen in der Lieferkette. Haben sie jetzt plötzlich irgendwie auf einfache Verpackungen umgestellt oder haben sie doch irgendwo im Hintergrund vom Sourcing jetzt andere Früchte, die auch mit Dünger hergestellt werden? Wir werden es herausfinden. In dieser Folge gibt es einen Einblick in die Völkl Story Völkl wird in vierter Generation betrieben von vier Brüdern, drei davon in der Geschäftsführung und einen davon habe ich in dieser Folge zu Jurek Voelkel. Beim Schnitt hab ich schon wieder richtig Bock bekommen, denn es ist die vermutlich leidenschaftlichste Folge von Gewinne Zukunft geworden. Jurek hat sich wirklich nicht zurückgehalten, mir im Detail zu erklären, warum sie ihre Kommunikationsstrategie von Grund auf ändern mussten, um sich neue Kundengruppen zu erschließen, warum in ihren Lieferanten Beziehungen nicht der Preis, sondern die Empathie die Resilienz erhöht und an welchen Stellschrauben in der Produktion wirklich Millionen Investitionen auch den großen Wettbewerbsvorteil bedeuten. Bleibt bis zur letzten Minute dran, ich verspreche euch, es lohnt sich. Und damit herzlich willkommen bei Gewinne Zukunft, dem Nachhaltigkeits Podcast der Pioniere und Professionals. Mein Name ist Zakis, ich freue mich enorm, euch wieder mit an Bord zu haben. Wie immer die Wenn ihr jemanden kennt, dem diese Folge unglaublich weiterhelfen würde, dann teilt diese Folge gerne und und wenn ihr mitbekommen wollt, was ich den ganzen Monat über noch für Einsichten bekomme, Dann abonniert den Newsletter zakes com Newsletter zakes com Newsletter. Aber jetzt geht's los. Herzlich willkommen Jurek Völke.
Jurek Voelkel: Ja, hi Zakes.
Zackes Brustik: Moin Jurek. Also es ist sehr krass, was bei euch los ist. Ihr habt euch vor fünf Jahren entschieden, Wir gehen raus aus dem Biomarkt und aus dem Bioregal rein und wir stellen uns im konventionellen Wettbewerb und seitdem läuft es so prächtig wie noch nie. Was ist da los?
Jurek Voelkel: Ja, Zackes, du hast gute Sachen angesprochen. Also warum läuft es Bei uns tricksen die da in P. Wilsdorf und ich kann Genau, wir tricksen. Wir haben auch angefangen zu tricksen und genau darin, in dieser Einsicht liegt auch ein bisschen sicherlich die Wurzel für unseren Erfolg. Es entscheidet da draußen, wer die Marktführerschaft hat oder welche Lebensmittel am meisten gekauft werden und also am besten platziert sind, am besten verkauft werden. Darüber entscheidet nicht die Qualität. Nicht die besten Produkte sind die erfolgreichsten, sondern diejenigen, die verstanden haben, wie unsere Vermarktung von Lebensmittel überhaupt funktioniert. Und so haben wir auch angefangen uns anzuschauen, wie unsere konventionellen Marktbegleiter arbeiten im Bereich der Vermarktung des Vertriebs, denn wir müssen die Tricks und Kniffe unserer Kolleginnen und Kollegen eigentlich noch viel besser beherrschen, denn ach Wunder, wir haben im Regelfall noch nicht mal die Hälfte des Budgets für Vertrieb und Marketing zur Verfügung wie konventionell wirtschaftende Unternehmungen. Das heißt, wenn ich sage, mein Produkt soll verantwortungsvoll hergestellt werden, wir wollen unsere Landwirte, die Bäuerinnen und Bauern vernünftig für ihre Arbeit bezahlen, Hey Leute, das sind diejenigen, die unsere Allmende, Güter, Boden, Wasser,
Jurek Voelkel: Luft, das sind diejenigen, die für uns Tierwohl, Fairness, all die Themen, die uns
Jurek Voelkel: in der Brust schlagen.
Jurek Voelkel: Und Da sagen doch 60 Prozent mindestens
Jurek Voelkel: der Shopper in Deutschland, jo, Nachhaltigkeit, Bio,
Jurek Voelkel: das ist mir alles mega wichtig. Da war neulich eine Handelskette aus Norddeutschland
Jurek Voelkel: bei mir, guckt mich an, sagt Jo Jurek, wir sind jetzt bei 7 Prozent Bio Umsatzanteil und Demeter ist gerade von 4 Prozent auf 3 Prozent zurückgelaufen und sorry Leute, ich bin einfach dann immer ein Stück weit sauer.
Jurek Voelkel: Das heißt, das ist die Challenge.
Jurek Voelkel: Wir haben einen riesen Value Behavior Gap. 60 Prozent sagen, Nachhaltigkeit ist mir wichtig, Bio ist mir wichtig und die Realität sind 7 Prozent. Das heißt, wir müssen die Tricks, also wir müssen in der Vermarktung mega viel Gas geben, damit unsere Produkte überhaupt dort stehen und wo die Kundinnen und Kunden jetzt bereit wären, das Produkt zu kaufen. Und das ist für uns die Einsicht gewesen, wenn wir uns weiterhin dem LEH, dem klassischen Lebensmittel Einzelhandel, verschließen, dann bleiben wir in der Bioblase, in der vielleicht fünf Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten einkaufen
Jurek Voelkel: und haben uns auch alle mega lieb und sind uns zu 100 Prozent mit unseren Werten ähnlich etc. Klopft uns jeden
Jurek Voelkel: Tag auf die Schulter, sagen, wie toll wir gegenseitig sind. Bloß leider laufen wir an 90 bis 95 Prozent der Menschen, die Lebensmittel kaufen, dran vorbei. Das heißt, das war die Initialzündung in den LEH zu gehen.
Zackes Brustik: Also um den Leuten noch mal vorzuführen, wie krass das gerade bei euch läuft. Ihr seid im normalen konventionellen Regal, ihr seid in einer Produktgruppe, wie zum Beispiel Ingmar Shorts, ein absolutes Trendprodukt gerade, da verkauft ihr 17 Millionen Einheiten und der nächste Wettbewerber, ein konventioneller Wettbewerber, USC, verkauft gerade mal 7 Millionen. Also das heißt, ihr verkauft doppelt so viel Produkte mit höchstem Bio Anspruch, Da werden wir später drauf eingehen. Aber das heißt, eure Produkte sind Demeter zertifiziert und das heißt noch mal eine Ebene über dem schon sehr anspruchsvollen Bio Siegel und ihr habt den Umsatz verdoppelt in den letzten fünf Jahren. Ich glaube, ihr habt allein für den Vertrieb 40 Mitarbeitende eingestellt. Das heißt, ihr seid mehr Menschen in eurem Unternehmen geworden. Also alle Zahlen zeigen nach oben, gleichzeitig nachhaltigkeitstechnisch geht der Footprint nach unten. Auch das werden wir uns später anschauen. Die genaue Relation sozusagen von Wachstum auf der einen Seite und gesamte absolute Reduktion vom Footprint auf der anderen. Aber das Spannende ist ja, dass ihr euch das vielleicht gar nicht selber habt so vorstellen können, oder? Also du hast gerade schon angesprochen, aber was war der Grund vor fünf Jahren zu sagen, wir verlassen unsere Komfortzone, wo wir und das spannender Einschub, wo wir wirklich auch Pioniere waren. Also das ist eine der ganz wenigen Folgen, wo ich tatsächlich wieder Pioniere zu Gast habe, weil das über vier Generationen sich gezogen hat. Also schon deine Urgroßeltern haben den Grundstein gelegt.
Jurek Voelkel: Wir haben uns natürlich die Frage gestellt, wie kommt das zustande, dieses riesen Gap zwischen dem, was die Menschen sagen und was sie tatsächlich tun. Also warum haben wir einen Bio Anteil, je nach Händler zwischen 7 bis 12 Prozent, wenn doch 60 Prozent der deutschen Shopper innen sagen, hey, mir ist Bio und Nachhaltigkeit wichtig. Und da kommst du natürlich schnell an den Punkt, dass du einfach sagst, du musst mit deiner Ware gut verfügbar sein und und viele Menschen, die sagen einfach, ich gehe gar nicht in ein Bioland, das ist teuer, ich kann mir das nicht leisten. Die haben Vorurteile oder die haben gewisse Gründe, das ist für sie nicht gut erreichbar. Der nächste Bioland ist zu weit weg. Viele verschiedene Gründe. Das heißt, im Biomarkt, da schlägt ja wirklich unser Herz, da sehen wir alles. Das ist sozusagen unsere Vision bloß damit wir unserer Verpflichtung nachkommen. Das steht ja auch in unserer Stiftungssatzung. Unser Ziel ist die Förderung der ökologischen Landwirtschaft und eines fairen Wirtschaftens. Das möchten wir etablieren. Was bringt mir das, wenn das fünf oder zehn Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Erzeugnisse sind und dass der Gold Gold Gold Standard ist. Das ist mega. Das ist der Leitstern aber dennoch bin
Jurek Voelkel: ich der schweren Überzeugung, dass fast jeder
Jurek Voelkel: Mensch das in seinem Herzen trägt. Der findet die Natur schön, der steht für schlägt für Tierwohl bloß.
Jurek Voelkel: Wir müssen es den Menschen ganz ganz
Jurek Voelkel: einfach machen, gemäß ihrer Überzeugung zu handeln. Das heißt, wenn ich Durst habe und es ist heiß draußen und ich musste Auto fahren und dann bin ich in der Tankstelle und habe getankt und da stehen eiskalte konventionelle Getränke und Nicht eine geile Bio Variante. Ja da glaubt doch keiner, dass einer von 1000 Leuten dann sagt, ne jetzt fahre ich zum nächsten Bioladen und suche mir dann da den Völker Komm Bucher. Sondern wir müssen schon wirklich dahin kommen und wo die Menschen durstig sind. Also wir müssen schon die Tricks, in Anführungsstrichen die Distribution Tricks, wir müssen die
Jurek Voelkel: ganz normale Basisarbeit leisten im Vertrieb und
Jurek Voelkel: im Marketing und einfach dafür sorgen, dass die Kundinnen und Kunden a unsere Marke kennen und b dass sie verfügbar ist,
Jurek Voelkel: dass sie erreichbar ist und zwar überall,
Jurek Voelkel: wo ich Durst habe und da die echten Sortimente, das ist nicht nur in der Tankstelle so oder im Supermarkt oder in der Kantine des Krankenhauses oder der Krankenversicherung, dort steht überall noch konventionelle überzuckerte Getränke von vorgestern. Also die Sortimente sind doch gar nicht an die Bedürfnisse der heutigen Kundinnen und Kunden angepasst, sondern da wird immer noch Zeug verkauft mehrheitlich, welches zu viel Zucker hat, welches konventionelles vielleicht eine hippe Marke ist, aber es ist ja jetzt noch nicht 60 Prozent der Sortimente. Bio und deswegen ist unser Wettbewerb sind nicht andere Bio Saft Marken oder das Smoothie Startup, ich finde das alles gut oder die hippe Marke aus Berlin, sondern das, was wir bei den Ingwer Shots geschafft haben, dass eine Demeter Marke, ein Bio Produkt weit mit Abstand der am meisten verkaufte Artikel in einer gesamten Produktkategorie wie Ingwershots ist, das ist sozusagen das, was wir anstreben und was wir logisch finden, weil es ist für uns Menschen einfach logisch, wenn wir weiter ein gutes Leben führen wollen und auch unsere Kinder, dass wir nicht alles kurz und klein hauen um uns herum, was uns eigentlich lieb und teuer ist.
Zackes Brustik: Ingwer Shorts waren keine neue Kategorie. Ich glaube die Pioniere dafür das eine andere Marke. Also was war eure Überlegung zu sagen Wir gehen jetzt ins normale Regal und was brauchen wir, um dort wahrgenommen zu werden? Also welche Produktgruppe eröffnet uns sozusagen die Möglichkeit, den Fuß in die Tür zu bekommen und dann tatsächlich auch gewählt zu werden und nicht nur dazustehen.
Jurek Voelkel: Erstens der Schritt in den LEH zu gehen, das war ein strategischer Schritt vor fünf Jahren, da habe ich sehr intensiv in der Familie für geworben. Meine Brüder überzeugt, die waren da relativ schnell von zu überzeugen. Mein Vater war da ein Stück weit skeptischer, verständlicherweise, weil er einfach 80 Jahre lang nur den Biohandel und die Formhäuser bearbeitet hat.
Zackes Brustik: Kann ich kurz nachfragen, warum er da skeptisch war.
Jurek Voelkel: Es wird schon von einem ja so eine Vertriebsschienentreue, eine Fachhandelstreue eigentlich verlangt, aber auf der anderen Seite wir, und das sehen wir Jungen natürlich dann etwas stärker. Ich kaufe privat zum Beispiel immer, wenn es geht, in einem Bioland ein. Ich liebe das einfach, aber wenn der Bioland nicht erreichbar ist oder zu hat, dann gehe ich halt zu Edeka oder sonst wo einkaufen. Also ich gucke mir alle Vertriebsschienen an und also die Einsicht, wenn wir wirklich mehr Nachfrage für Rohware, wenn wir mehr Bums generieren wollen, wenn wir vorwärts kommen wollen, das schaffen wir halt nur, wenn unsere Produkte überall erreichbar sind. Das mit den Ingwer Shots, das war nicht geplant. Wir gucken uns einfach immer Trendkategorien an und das, was im Markt war, war einfach preis leistungs mäßig nicht so gut, preis leistungsmäßig. Das heißt so Pioniere oder ein Start up, das setzt den Preis natürlich erstmal ganz hoch, weil es einfach sagt so, naja, ich bin der Erste und ich habe keinen Wettbewerb. So, dann gucken wir uns solche Produkte an, verkosten und sagen, hey, wie würden wir das denn im Völkerstil interpretieren? Und unsere ist ja entgegen der landläufigen Theorie setzen wir auf eine ganz hohe, hohe Fertigungstiefe.
Jurek Voelkel: Das heißt, wir verarbeiten den Ingwer selber.
Jurek Voelkel: Wir kennen Franco, Franco ist unser Partner, mit dem wir jetzt seit über zehn Jahren in Peru mit einer Kooperative Demeter Ingwer anbauen, wo wir die in Bio und Demeter Anbau auch die Kleinbauern schulen. Also wir kennen bis zu den Kleinbauern in Peru die gesamte Lieferkette und arbeiten da Hand in Hand. Wir kaufen nicht irgendwo ein Ingwer Püree, sondern wir wollen wirklich Ingwer hat Riesenanfälligkeit für Schimmel zum Beispiel und unser Ingwersaft kostet doppelt so viel in der eigenen Herstellung, als wenn wir den am freien Markt aktuell kaufen würden. Wir sind wirklich immer wieder, lassen wir uns Muster schicken und wir schmecken einfach. Das ist nicht Völkelqualität. Und bei Ingwer Shots ist einfach so viel Musik drin. Die werden ja grundsätzlich schon zu einem hohen Grundpreis verkauft. Wir sind einer der günstigeren Anbieter, obwohl wir bio sind. Und wir haben konventionelle Marktbegleiter, geht zum Edeka, guckt ins Regal, die teurer sind als wir. Also das ist auch ein wichtiger Grund. Wenn das Bio Produkt, das nachhaltige Produkt günstiger ist und mehr Leistung, mehr Qualität, mehr Geschmack bietet als das konventionelle Produkt, warum? Dann hilft halt auch die Werbetrommel der Konventionellen irgendwann nicht mehr. Und das, also das sehe ich hier einfach. Sowohl von der Produktleistung haben unsere Marktbegleiter nicht genug abgeliefert und wir haben hier also ein Sweetpoint gefunden. A sehr, sehr mutig in den Markt investiert. Uns kennt gar keiner den Marktbegleiter, den du kennst, der ist Marktführer für Saft, den kennt jeder. Die machen Fernsehwerbung, jeder Einkäufer, jeder Edeka Markt, jeder Händler kennt die und wir sind wirklich die Newbies. Wir sind unbekannt in der Öko Bubble Camp an uns, aber ansonsten sind wir wirklich Newbies und deswegen sind wir da auch ein ganz bisschen stolz drauf. Natürlich. Aber du weißt selber, man darf nicht zufrieden oder stolz sein, sondern man muss immer weiter Gas geben, weil die anderen wollen uns natürlich wieder von diesem Platz Nummer 1 wegbekommen.
Zackes Brustik: Aber wie geht das? Weil ich hätte jetzt gedacht, wenn ihr einen Demeter Anspruch habt, den in das normale Supermarktregal reinbringen wollt, dann seid ihr erst mal teurer als die anderen. Müsst irgendwie gucken, dass die Leute das Premium bezahlen.
Jurek Voelkel: Sind wir in 90 Prozent der Fälle, wenn du dir einen klassischen Orangensaft anschaust. Also Ingwer Shots ist einfach eine Produktkategorie, wo der Grundpreis da ist. Jemand gestartet damals als Startup, die sind heute insolvent, die haben für so eine kleine Flasche 330 Milliliter ein UVP von zehn gesetzt. Ja, das ist irgendwie Literpreis von dreiig. Ein Apfelsaft, da müsst du dich irgendwie ab ein bis zwei Literpreis zu generieren. Jetzt haben die da irgendwie 15 Prozent Ingwer mit reingemacht und haben plötzlich dreiig. Also der Grundpreis für Ingwer Shots wurde sehr hoch angesiedelt durch die Start ups,
Zackes Brustik: Aber dann sollte euch jetzt der konventionelle Wettbewerb auch sehr schnell unterbieten können.
Jurek Voelkel: Wir werden auch unterboten. Wir werden auch unterboten von den Handelsmarken. Also wenn ich mir anschaue, was die Händler haben, ja alle Ingwer Shots sind die einzige Produktkategorie im Bereich der fruchthaltigen Getränke, die sich in den letzten drei Jahren positiv entwickelt. Hat. Und die hat sich nicht nur positiv entwickelt, die ist wie eine Rakete durch die Decke gegangen mit 440 Prozent Wachstum. Das ist die Rettungskategorie für Fruchtsaft und für Fruchtsaft Marken. Fruchtsaft steht wirklich mega unter Druck. Die Zahlungsbereitschaft ist total niedrig für Fruchtsaft, deswegen gehen auch immer mehr Fruchtsafter pleite und Ingwer Shots waren für uns offen gestanden auch wertvoll, um uns als Unternehmung positiv am Markt zu halten und diese ganzen Investment in Vertrieb und Marketing überhaupt leisten zu können.
Zackes Brustik: Wie sieht es dann in den anderen Kategorien aus? Weil ihr wollt jetzt wahrscheinlich nicht nur auf Ingwer setzen, sondern ihr wollt ja, du hast ja gesagt, die Mission ist wirklich zu gucken, wie kriegen wir Bio oder sogar Demeter dorthin, wo der Standardkunde rumläuft.
Jurek Voelkel: Die Challenge Bio mit dem Anspruch, den wir haben in der Qualität, ist im Regelfall 50 bis 100 Prozent teurer in der Erzeugung. Die Akzeptanz der Kundinnen und der Kunden für das Preis Premium, was sie bereit sind, mehr zu zahlen für ein spürbar nachhaltigeres Produkt, die liegt circa bei 20 Prozent. Das heißt, wenn wir ein Produkt verkaufen nach dem Motto ja, aber ich bin hier Bio und Demeter, dann ist das ungefähr für drei bis fünf Prozent der Deutschen wirklich kriegsentscheidend relevant. Dann kaufen die wirklich deswegen dein Produkt. Das heißt, je mehr wir Commodities verkaufen, Orangensaft im Leh in Demeter Qualität zum doppelten Preis wie konventionell brutal schwer. Das heißt, wir brauchen immer anderes Super Trends als Rückenwind, zum Beispiel das Thema Gesundheit. Also der Kaufgrund darf im Regelfall nicht alleine die Nachhaltigkeit oder Bio sein. Spätestens seit Corona sind die Menschen noch mal viel, viel mehr fokussiert auf den Primärnutzen gegangen. Also was bringt mir dieses Lebensmittel, Proteine? Ich pauschalisiere heute, ich übertreibe und pauschalisiere in jeder meiner Antwort, um es zuzuspitzen, um es deutlich zu verdeutlichen. Ich sage nicht, dass da sie weit ist, was ich sage, aber da ihr mir zuhört und ich sozusagen eure Zeit nutzen darf, möchte ich die Sachen pointiert vorbringen. Also den Menschen ist das heutzutage fast egal, gerade den jüngeren Generationen. Wir haben ein Backlash bei den Nachhaltigkeitsthemen,
Jurek Voelkel: das wurde alles abgeschrieben.
Jurek Voelkel: Das ist ja das, was mich aufregt und ich habe auch aufgehört mich aufzuregen, sondern wir haben es einfach eingesehen und haben gesagt, wir müssen an die Supertrends anknüpfen, die da draußen sind. Proteine, Gesundheit, Longevity, fermentierte Lebensmittel und dann bringen wir durch die Hintertür, weil uns das halt so wichtig ist, Bio und Demeter mit. Aber viele Menschen kaufen uns einfach wegen der Produktleistung für sich selbst. Das ist der geilste Ingwer Shot, das ist der leckerste im Markt. Also wir sind der schweren Überzeugung, Bio oder wir sind das nachhaltigste Produkt, ist kein echtes Alleinsteigerungsmerkmal. Das ist für zu wenig Menschen relevant, um wirklich Bums hinzubekommen im Regal, um Platz zu bekommen. Wir werden einfach an den konventionellen Marken gemessen. Es gibt keinen Bio Bonus mehr da draußen. Wir werden in der Drehzahl, im Ertrag, in allen Punkten werden wir eins zu eins mit konventioneller Ware verglichen. Das heißt, wir sollen bitte in der Lieferkette etwas fürs Gemeinwohl tun, Boden, Wasser, Luft schützen, faire Arbeitsbedingungen etablieren. Aber da draußen im Regal müssen wir uns einfach mit den konventionellen Dingen messen und das ist die geile Challenge und die nehmen wir dankend an. Das heißt, du musst mit weniger Geld besser sein als die anderen. Das heißt, du musst halt besser sein.
Zackes Brustik: Das heißt, kommunikativ richtet sich die Hauptmessage bei euren Produkten sozusagen auf Gesundheit, auf Geschmack. Und nebenbei wird erwähnt, by the way, du kaufst dir hier auch wirklich was, was quasi gut für die Umwelt, für den Boden und für unser Gemeinwohl ist. Aber Hauptkommunikationspfad ist sozusagen der individuelle persönliche Nutzen direkt für den Kaufenden.
Jurek Voelkel: Also ich sage mal, bis vor Corona, da haben wir tendenziell 60 Prozent auf den Sekundärnutzen, also Biodiversität, Biolandwirtschaft, schützt das Grundwasser, rette die Vögel, die armen Bienen. Also da dachten wir, wir sprechen das Herz an, Wir sprechen das Herz der Menschen an und das muss doch für jeden logisch sein. Waren zum Teil auch moralisierend unterwegs. Und gerade durch Corona haben wir noch mal gemerkt, dass das halt einfach ein Groß der Zielgruppe, die wir neu erobern möchten, die wir einfach brauchen, um mehr Bio nachzufragen, in der Landwirtschaft gar nicht interessiert. Und deswegen haben wir radikal, haben die Plätze auf dem Tandem Bike sozusagen gewechselt nach vorne, den Primärnutzen, Gesundheit, was bringt mir das jetzt für meine Gesundheit, für meine persönlichen Ziele? Und hinten auf dem Tandem genauso engagiert wie vorher, weil wir finden das einfach wichtig. Aber in der Kundenkommunikation haben wir es komplett umgedreht und erwähnen dann danach. Und bei Völke kannst du dir immer gewiss sein, wir kümmern uns darum, dass es wirklich aus guter landwirtschaftlicher, ökologischer Praxis stammt.
Zackes Brustik: Wenn ihr sagt, ihr wart moralisierend unterwegs, was wäre das für ein Statement gewesen? Und wenn also wirklich wirklich das Wording sozusagen. Und wenn du jetzt sagst, wir gehen auf den individuellen Nutzen, wie klingt das dann in ganz wenigen Worten, weil ihr habt ja auf den Ingwer Shop passt ja nicht viel drauf.
Jurek Voelkel: Naja, also wenn du Hey, du demonstrierst bei Fridays for Future, warum trinkst du noch die Konventionelle Mate mit 2c? Guck dir das YouTube Video an. Wir waren in Südamerika und haben die konventionelle Mate Plantage gefilmt, die ist tot. Komm lieber mit uns in den Dschungel und trink unsere Mate aus, fairer Mate, die in regenerativer Agroforstwirtschaft gewachsen ist. Das war die komplizierte Message. Wir haben ausgegeben, um das zu dokumentieren und es Haben sich auf YouTube 200 Leute angeschaut. Wow.
Zackes Brustik: Das heißt, ihr hattet wirklich quasi so im Stil von der investigativen Recherche, so wie Sneaker Jagd von Flipp oder sowas. Einer von euch wahrscheinlich persönlich, ich nehme an, da war wahrscheinlich sogar einer von euch vier Brüdern dann vor Ort, ist hingeflogen, hat investigativ gefilmt und hat dann euer Parallel euer Agroforstsystem als Kontrast gesetzt.
Jurek Voelkel: Ganz genau.
Zackes Brustik: Eben um eigentlich auch so ein bisschen die Schiene schlechtes Gewissen machen ist so,
Jurek Voelkel: so nach dem Motto, wie kann das denn sein, dass bei den Grünen auf dem Parteitag immer noch konventionelle Mate getrunken wird, die in Süd in Südamerika den Urwald vernichtet. So und jetzt gehen wir lieber andersrum und sagen, hey, liebe Kundin, lieber Kunde, du trinkst wahrscheinlich den ganzen Tag Wasser. Naja, und wenn du mal was mit Geschmack trinken willst und was richtig Geiles genießen willst, dann kannst du einfach immer Vögel kaufen, weil wir machen die geilsten Getränke. Da kommt kein Scheiß rein. Das ist handwerklich hergestellt, das ist das echte wahre Produkt. Deswegen, wenn du dir was Tolles kaufst, du besitzt ein iPhone für 2000, du setzt eigentlich immer auf Produkte, wo du sagst, hier kriege ich die Perfektion im Zusammenspiel aller Komponenten und wenn du blind ein richtig leckeres Getränk kaufen kannst, dann kaufst du Völkel und den Rest, keine Angst, darum kümmern wir uns, aber darum müssen wir dich gar nicht behelligen. Du kriegst bei uns den besten Geschmack und wir kümmern uns, dass es auch für die anderen gut ist.
Zackes Brustik: Das krasse ist, ich habe gesehen, bei manchen Produktkunden habt ihr dann sogar einen 30 Prozent Aufschlag geschafft, also dass ihr wirklich so ein Premium schafft. Wie habt ihr da die Kunden abgeholt?
Jurek Voelkel: Der Fruchtsaftmarkt ist sozusagen das Segment, wo wir, also da haben wir jahrelang große Verluste gemacht, sogar siebenstellig. Das haben wir mit anderen Produktgruppen wieder kompensiert. Aber im Fruchtsaftbereich haben wir an vielen Saftflaschen eigentlich oft noch 50 bis 70 Cent draußen rangeheftet, weil wir halt das besonders nachhaltige Ananas Projekt in Sri Lanka aufgebaut haben, wo halt irgendwie nicht 15 Bio Anbau mit Plastik und sonst was gemacht wird, sondern innovative Pionierprojekte vorangetrieben oder beim Pink Grapefruitsaft oder Also wir haben ja inhaltlich immer Themen, gerade bei Fruchtsaft und dort ist das Preisniveau so niedrig, da haben wir für 7 bis 8 den Liter verkauft, umgerechnet, während vegetarische Brotaufstriche, die zu 90 Prozent aus Sonnenblumenkernen bestehen, irgendwie für 15 das Kilo verkauft wurden. Also die Zahlungsbereitschaft für Saft einfach sehr, sehr niedrig. Und deswegen haben wir gesagt, wir machen einen relativ radikalen Cut und führen diese neue Saftflasche ein, die korrekt auch ein bisschen an Smoothies und Shots erinnert. Weil vorher hatten wir die sogenannte VDF Flasche, das war ökologisch sehr sinnvoll, so eine poolflasche.
Zackes Brustik: Was heißt VDF Flasche?
Jurek Voelkel: Verband der deutschen Fruchtsaftindustrie. Das sind 200 Mostereien in Deutschland, die diese Flasche benutzen. Nachteil ist bloß, Wenn ich das Bio Demeter Produkt habe und ich nutze die gleiche Verpackung wie 180 konventionelle Betriebe, dann ist das zwar super ökologisch, aber letztendlich wäre das so, wie wenn Mercedes Benz die Karosserie von Dacia nutzt. Das würde halt auch nicht so richtig funktionieren, weil wir haben eine Zielgruppe, Wir
Jurek Voelkel: haben eine Zielgruppe, die will konsequent ein
Jurek Voelkel: Premium Produkt und die sind auch für konventionelle Smoothies aus Bonn bereit 4,70 zu zahlen, weil das halt lustig aussieht und
Jurek Voelkel: ein Keramikdruck auf der Flasche ist und
Jurek Voelkel: und ein geiler Spruch, dass da gespritztes Bananenpüree drinsteckt und alles kommerziell, das ist den Leuten scheißegal. Es sieht halt geil aus und es ist lustig. Und so haben wir halt gesagt, wenn wir bei Fruchtsaft Wir können unsere Produkte nicht unter Wert verkaufen, wir haben aber auch keinen Bock, unseren Ethos in der Lieferkette zu reduzieren oder aufzugeben. Deshalb, wir haben die Preise bis zu 38 Prozent für Fruchtsaft. Erhöht. Im Gegenzug ist natürlich der Absatz gesunken,
Jurek Voelkel: mehr als 20 Prozent, aber das ist
Jurek Voelkel: doch okay, lasst uns lieber weniger machen und bei unseren Werten bleiben und dann mit diesem neuen Preisniveau wirklich den Menschen auch signalisieren, das ist das Produkt halt wert. Wir müssen unsere Produkte wertig vermarkten. Im Preiskampf kannst du in der Lieferkette nichts Nachhaltiges aufbauen.
Zackes Brustik: Krass. Aber das heißt jetzt, ihr hattet quasi, weil das ist ein super spannender Zielkonflikt, Standardisieren von Flaschen und gerade Glasflaschen auch im Mehrweg ist ja eigentlich aus Nachhaltigkeitssicht unglaublich sinnvoll und wichtig, um redundante Rezyklatsysteme zu vermeiden und dergleichen, um Logistik kanalisieren zu können. Und da habt ihr gesagt, ne, wir machen jetzt unser eigenes Ding. Und ich glaube, ihr habt teilweise sogar, während ihr in den Bioläden Mehrwegglas habt, habt ihr teilweise im Lebensmitteleinzelhandel, im konventionellen, habt ihr Einwegprodukte.
Jurek Voelkel: Das ist auch total lustig. Da kommen dann irgendwelche Fernsehsendungen um die Ecke und sagen, der Bio Spindel, da sage ich auch, hey Leute, hört doch bitte einmal zu, wenn ich Coca Cola bin oder eine große nationale Marke, dann kann ich Mehrweg im LEH durchsetzen. Da zahlst du bei den nationalen Getränkelogistikern auch schnell mal Listungs WKZ für einen Artikel. Das erwartet ihr von mir als kleinen Völker. Das schaffen wir gar nicht. Der LEH Nein, ich mache das hier nicht mit mit der Leergut Logistik. Wir schaffen das nicht. Ihr seid zu kompliziert. Dann erzwingt das zum Beispiel ein Händler eine Edeka Region. Dann sagen 15 Getränke, Fachgroßhändler, ja, uns wurde das aufgedrückt. Ja, ist ja nicht schlimm, ich lasse die Ware halt draußen stehen. Komisch, die kommt so verstaubt im Edeka Markt an. Naja, irgendwie läuft es nicht, rufe ich mal einen Außendienst an, kann abfeudeln kommen. Das heißt, du musst wirklich dieses System, das Vermarktungssystem hat keinen Bock auf Stress, hat keinen Bock auf Veränderung. Das ist alles furchtbar träge. Und deswegen sagte ich Tricks. Wir müssen überall Kompromisse machen.
Jurek Voelkel: Wenn wir sagen, wir wollen alles richtig
Jurek Voelkel: machen, die nachhaltigste Flasche, alles Mehrweg, alles Demeter, alles richtig machen, keine Limonade mit Zucker, dann gibt es uns nicht mehr. Wir sind unter Feuer, wir stehen unter Druck, Da kommt morgen Influencer Drink um die Ecke, dann verkaufen die 200 Millionen Einheiten in zwei Jahren. Also wir müssen überall Kompromisse machen.
Jurek Voelkel: Und wo wir keinen einzigen Kompromiss machen, null.
Jurek Voelkel: Das ist Bio und unsere Qualität und unser Anspruch, wie wir wirtschaften.
Jurek Voelkel: Aber es ist richtig, dass wir Einweg machen. Wir machen jedes Chaos, wir machen jedes Kuddelmuddel mit. Wir können, das ist doch, das ist immer so süß. Die Leute sagen, ja, aber ihr habt
Jurek Voelkel: doch gesagt, ihr seid Öko. Warum fährt Jurek ein Dieselauto?
Jurek Voelkel: Ja man, weil ich muss halt pünktlich in der Rewe Zentrale ankommen. Wenn ich dieses Gesetz breche, weil die Ladesäule nicht funktioniert habe, dann komme ich schon allein deswegen nicht ins Regal. Versteht ihr? Wir müssen an allen Stellen es genauso
Jurek Voelkel: gut machen wie unsere konventionellen Mitbewerber.
Jurek Voelkel: Die geben dem Handel im Regelfall mehr Spanne als wir, weil die einfach viel mehr Geld haben. Die haben mehr Spanne. Die produzieren das Produkt für 23 Cent und verkaufen es für 43, ich produziere es für 35 Cent und verkaufe es
Jurek Voelkel: für vielleicht 48 Cent.
Jurek Voelkel: Das heißt, unsere Premium Preis Premium in der Erzeugung im Einkauf ist viel, viel
Jurek Voelkel: höher als das, was wir in der Vermarktung durchsetzen kann.
Jurek Voelkel: Wenn ich dann dem Einkäufer noch sagen muss, naja, nehmen die mal raus, die sind konventionell und nimm jetzt mein Produkt und Da hast du 10 Prozent weniger Spanne, dann lächeln die mich an und sagen, du Jurek, ich hab dich mega lieb und du bist immer so heißblütig und ja und so voll dabei, ich spüre das und privat habe ich auch
Jurek Voelkel: ein Huhn und pflück da die Eier,
Jurek Voelkel: aber sorry, ich krieg im Convenience Kühler keinen Platz für dich, weil deine Spanne ist scheiße und die Drehzahl ist auch scheiße. Jetzt mach doch mal endlich eine nationale Werbekampagne im Fernsehen. Ja, ich kenne da so eine schwarze Cola Marke, die macht andauernd Plakatwerbung, ich kenne da eine Smoothie Marke, die sind so lustig, Jurik, könnt ihr das nicht auch mal machen? Und da sage ich, Junge, ich habe das Geld dafür nicht, weil ich versuche hier nachhaltige Landwirtschaft zu gestalten. Und das ist, also verstehst du, das ist, wir müssen, wir können nicht alles
Jurek Voelkel: richtig machen, Sorry, ich muss da jetzt mal kurz nachfragen.
Zackes Brustik: Ich merke, du hast ja gerade selber gesagt, dass du heißblütig unterwegs bist. Also das Thema scheint dich schon sehr zu beschäftigen und aufzuregen.
Jurek Voelkel: Naja, das ist halt süß, weil in dieser Debatte werden immer Einzelfragmente rausgenommen. Und wenn du sagst, Achtung, wir sind eine Bio Company, wir versuchen hier Sachen umzuändern und besser zu machen, dann kommt immer einer um Ecke und sagt, ha,
Jurek Voelkel: ich habe es endlich herausgefunden, die bescheißen doch auch, die machen Einwegflaschen, ich dachte, ihr seid die Ökos und dann drehen
Jurek Voelkel: die sich ihre konventionelle PET Flasche auf, weil das ist ja in Ordnung. Die sagen ja auch nicht, sie sind die Guten, das ist ja konventionell.
Jurek Voelkel: Die saufen alle Spezi, alter Spezi, konventionell gesüßt.
Zackes Brustik: Ich wollte mal kurz rein, weil das aus Kommunikationssicht ein super spannender Punkt ist, weil der gerade für nachhaltige Unternehmen und Nachhaltigkeitsprofis super schwierig ist. Konsumenten haben lieber jemanden, der in seiner Kommunikation konkurrent ist, auch wenn er das anbietet, was er macht, scheiße ist und er auch sagt, es ist scheiße. Aber dann haben sie das Gefühl, okay, ich kriege zumindest das, was, also Face Value, ich kriege das, was versprochen wird. Und wenn genau das, was du schreibst, wenn quasi ein Biohersteller sagt, wir machen 90 Prozent richtig, in dem einen Punkt sind wir schlecht und dann der Konsument das Gefühl hat, ich weiß nicht, ob ich dem vertrauen kann, dann ist das für die weniger Wert, dass er 90 Prozent gut macht, als quasi das Gefühl, eine in sich 100 Prozent sofort einfach verständliche Kommunikation zu haben. Wie löst ihr das auf?
Jurek Voelkel: Ja, zackes, da nehme ich gern Nachhilfe bei dir. Wir sind einfach offen. Ich habe auch, also auch im Vorwege zu dieser Fernsehsendung wurden wir informiert. Also wir versuchen einfach aufzuklären und immer wieder darauf hinzuweisen, dass wir hier nicht in Schönheit sterben können, sondern unser Ziel ist es halt dieses Value Behavior Gap, 7 bis 12 Prozent Bioanteil versus 60 Prozent finden es toll, dass wir da alles für machen, dass wir da sozusagen weiter in Richtung 30 Prozent Bio bis 2030 kommen und dass der Mehrwert, den wir der Gesamtbilanz haben, deutlich größer ist. Die anderen machen ja auch Glaseinweg, die anderen machen auch PET und Dose und nur weil wir die guten Bios sind, können wir jetzt nicht das alles sein lassen. Ich stehe Einfach nicht bei dm Drogeriemarkt, wenn ich sage, ich kann nur Glas mehrweg, weil dm Drogeriemarkt ist auf Drogerieartikel spezialisiert. Die können jetzt nicht 2048 Märkte mal Bagger anrollen lassen, Pfandautomaten ausstellen, da hinten stinkende Getränkeflaschen lagern. Das heißt, wir müssen uns schon nach dem Marktgegebenheiten richten. Wir sind too small, um das große System so richtig doll umzustoßen. Deswegen müssen wir immer wieder Kompromisse machen. Und da, wo die Kundinnen und Kunden sich darauf verlassen können, ist, wir machen nie Kompromisse bei Bio, nie Kompromisse bei der Qualität und nie Kompromisse, wie wir in der Wirtschaft miteinander arbeiten wollen. Aber wir müssen manche Sachen, wir müssen Tode sterben, um unsere Mission relevant und groß zu machen.
Zackes Brustik: Habt ihr das mal durchgerechnet? Weil das ist ja eine völlig legitime Rechnung zu sagen, okay, wir haben jetzt hier Einweg, sonst finden wir gar nicht statt. Und du hast ja auch gesagt, die Mission ist bis 2030, 30 Prozent Bio im Standardregal zu haben. Das heißt quasi eure Mission, der euch
Jurek Voelkel: verpflichtet, das was du sagst, habt ihr das mal berechnet? Da kannst du dich zu Tode berechnen. Bis heute gibt es keinen.
Jurek Voelkel: Also die streiten sich ja auch, ist
Jurek Voelkel: Mehrweg besser, ist PET Mehrweg besser,- ist EloPack besser? Letztendlich hängt das immer von ganz vielen Grundannahmen ab. Wie viel Kilometer wird die Flasche wirklich transportiert? Also je kleiner der Radius ist, wenn ich sage mal, die Ware nur 200 Kilometer um mein Kirchenturm herum transportiere, dann ist im Regelfall Glas Mehrweg die beste Ökobilanz. Aber sobald ich unser Absatzgebiet ist ja auch sehr stark Süddeutschland, weil dort die Kaufkraft und Bioaffinität ein Stück weit höher ist als im Norden schon, dann ist die Glas Mehrwegflasche gar nicht mehr die nachhaltigste Lösung. Dann müssten wir vielleicht eigentlich PET Mehrweg nehmen. Das wird uns aber wieder gar keiner mehr abkaufen, weil die sagen, Bio im Plastik Skandal, das kann doch nicht nachhaltig sein. Also das heißt, die Wahrnehmung, die Kundenwahrnehmung hat oft nichts mit der Realität zu tun, weil die Realität ist so brutal komplex Und deswegen unsere Realität, die wir für uns haben und woran wir glauben und wovon wir überzeugt sind, ist, dass die ökologische Landwirtschaft einen großen Beitrag dazu leisten kann, gesellschaftliche Themen nicht zu lösen, aber zu helfen. Also das Thema Klimawandel, Landwirtschaft als Co Senke, faire Wirtschaft, faires Wirtschaften auch über Ländergrenzen hinweg. Wir haben das Thema der Flüchtlingsströme. Ist doch kein Wunder, wenn wir andere Länder ausbeuten oder mit Billig Importen überfluten, wenn die Menschen vor Ort in ihrer Heimat keine Perspektive haben zu überleben. Kein Mensch verlässt doch freiwillig seine Heimat, Juhu, weg von zu Hause. Das mag niemand. Sie setzen ihr Leben aufs Spiel. Das hat aber mit unserer Art des Wirtschaftens zu tun. Also das ist unsere Kernüberzeugung für ökologische Landwirtschaft. Und die Demeter Landwirtschaft ist elementar wichtig, um als Gesellschaft und hier auf dem Planeten etwas zum Positiven zu drehen. Und dem muss ich alles andere unterordnen. Und da fülle ich auch in Aluminiumdosen ab. Ich muss einfach, das Thema ist, ich
Jurek Voelkel: muss überall, wo ein rotes Produkt aus
Jurek Voelkel: Berlin namens Coca Cola verfügbar ist, dort muss ein richtig geiles Bioprodukt daneben stehen. Das verkauft sich aber nicht, weil es bio ist, sondern das muss mega überzeugen. Und um da überall hinzukommen, müssen wir halt Kompromisse machen.
Zackes Brustik: Mega spannender Punkt. Ich hatte das in der Folge, das ist schon, ich glaube, fast zwei Jahre her, mit Mikros aus der Schweiz. Und die Nachhaltigkeitsverantwortung hatte halt auch das Beispiel, worüber regen die Leute sich auf über einen Millimeter noch nicht mal ein wahrscheinlich Mikrometer Plastikfolie und die Bio Gurke. Aber die Relation ist eigentlich der Footprint der Gurke, nicht des Plastiks. Also die Frage ist, wie ist die Gurke entstanden, Wie viel Wasser, wie viel Energie, wie viel Pestizide fließen da rein. Dieser Footprint ist einfach gigantisch größer als die Plastikfolie aussenrum. Und wenn diese Gurke dann quasi zwei Wochen hält und nicht verfault und tatsächlich gekauft wird, ist in Summe die Bilanz besser.
Jurek Voelkel: Das ist es genau.
Zackes Brustik: Aber ein ganz schwieriges Thema, das eben richtig zu kommunizieren und da die Konsumenten mitzunehmen und zu erklären, warum das clever ist, da mitzugehen.
Jurek Voelkel: Da müsste ich ja eigentlich noch einen Sticker auf die gurke machen. Dieses bio gurke mit plastikfolie reduziert food waste um 40 prozent und deshalb ist ihre bilanz um 20 prozent besser als die bio gurke ohne plastikfolie. Und so viel Kommunikationsplatz haben wir nicht.
Zackes Brustik: Und dann schon bei Prozentrechnung steigt der Konsument auch schon wieder aus.
Jurek Voelkel: Genau, und dann kommt die Emco um die Ecke. Also das ist ja auch brutal. Wir leben aktuell einfach in Zeiten, wo auch von der Politik und überall die Nachhaltigkeitsziele, das Vorwärts einkassiert wurde. Und deswegen, da bringt es nichts rumzujaulen, sondern wir müssen halt gucken, dass wir im Hintergrund bleiben wir die gleichen Völker wie vor zehn Jahren, wo wir immer nur Bio und Demeter skandiert haben, aber nach vorne hin zu den Kundinnen und Kunden und auch zum Handel hin, die wollen halt von uns hören, geile Spanne dreht sich hier mit Loxo Konsumenten in deinem Laden, die viel Geld für Lebensmittel ausgeben und die Kundinnen und Kunden wollen halt hören, dieses Produkt ist gesund, tut dir gut. Ja, ja, und wir kümmern uns um alles andere. Du brauchst auch kein schlechtes Gewissen zu haben, aber zu 90 Prozent geht es darum, den Menschen vitale Lebensmittel zu liefern. Und das Schöne ist, das ist ja gar nicht schwer, weil mittlerweile ist die Qualität ganz vieler Lebensmittel so grottig schlecht. Das ist so auf Rendite optimiert, dass da ist ein Flüssigei drin, Das kommt gar nicht aus Europa, das kommt aus Käfighaltung. Da ist Zuckeraustauschstoffe.
Jurek Voelkel: Wenn du dir diese ganze.
Jurek Voelkel: Es wird so viel Müll verkauft und das sind Boomfirmen, die durch Social Media groß gemacht werden, aber wirklich ungesund sind für den Körper. Das heißt, wir haben ein gigantisches Business Potenzial, weil die Kundinnen und Kunden noch nie so hart. Darf man hier schlimme Wörter benutzen? Zackes.
Zackes Brustik: Ja, OK.
Jurek Voelkel: Die Kunden wurden noch nie so hart verarscht wie heute. Wir sind an einem Hochpunkt oder Tiefpunkt der Lebensmittelqualität. Das ist alles gestreckt mit Zucker, Aromen, Süßstoffen und das schadet einfach unserem Körper. Also bitte lasst uns zurückkommen zu kurzen
Jurek Voelkel: Zutatenlisten, zu Ehrlichkeit, handwerkliche.
Jurek Voelkel: Ich kann auch im industriellen Stil Handwerk betreiben.
Jurek Voelkel: Wir brauchen große Mengen, da ist so viel Scheiße, die wir verdrängen müssen. Und dann sinken plötzlich die Folgekosten fürs Gesundheitssystem. Also wir diskutieren noch über die Zuckersteuer.
Jurek Voelkel: Junge, hast du schon mal vor der
Jurek Voelkel: Grundschule gestanden eine Stunde und dir die ganzen dicken Kinder angeguckt, Die kämpfen ihr Leben lang mit Adipositas. Wie sollen die da schon wieder jemals wieder runterkommen?
Zackes Brustik: Darf ich da kurz rein? Weil ich weiß, in dem Podcast habe ich das gehört. Das ist auch so ein Thema, über das du dich gerne wahrscheinlich zu Recht aufregst sind. Und genau das macht den Bogen zu der quasi zur Schule oder auch zur Grundschule. Das ist einfach dieses harte Business für Influencer, die entdecken oh geil, ich bin Influencer, ich habe breitweit auf Instagram oder YouTube, ich launch mal schnell eine Eistee Marke, werde damit unglaublich erfolgreich. Ich glaube, darauf hast du abgezielt, dass da einfach super, super viel Mist drin ist.
Jurek Voelkel: Stopp.
Jurek Voelkel: Da ist vielleicht nicht super viel Mist drin, aber da ist halt kein Stück Zukunft drin.
Jurek Voelkel: Es ist doch, das ist einfach ein
Jurek Voelkel: Business, das muss man ja nicht bewerten.
Jurek Voelkel: Das ist doch einfach ein Geschäft.
Jurek Voelkel: Instagram, Social Media, Reichweite, das soll halt monetarisiert werden. Aber da wo ich mich aufrege, ist, dass ich sage, hey, warum guckt ihr nicht hin?
Jurek Voelkel: Dann ist dein Produkt vielleicht nicht bio,
Jurek Voelkel: weil es die Zielgruppe nicht interessiert Und
Jurek Voelkel: du machst halt immer nur Sachen, die
Jurek Voelkel: jemand interessieren und die auch jemand bezahlt. Aber zum Beispiel Tee, konventioneller Teeanbau, du weißt es selber, in Indien, Pestizideinsatz en maße, das sind wirklich prekäre Arbeitsbedingungen.
Jurek Voelkel: Warum klemme ich mir denn von 25
Jurek Voelkel: Cent Gewinn an der Packung nicht 2 Cent und mach den Tee oder ich verzichte vielleicht sogar auf drei Cent und mach den Tee und den Zucker bio und ich schreibe es gar nicht rauf. Aber wir müssen einfach mehr Mengen Bio und Fair Trade, echte Nachhaltigkeit.
Jurek Voelkel: Und das kann sich jeder.
Jurek Voelkel: Also wenn ich, wenn ich eine Million
Jurek Voelkel: auf dem Konto habe, das Lebensglück steigt
Jurek Voelkel: doch nicht mehr von einer Million zu 10 Millionen. Das hört doch irgendwie bei, weiß ich nicht, irgendein Einkommen oder irgendwas bei hört
Zackes Brustik: das schon auf, irgendwie sogar niedriger.
Jurek Voelkel: Das Wissen ist doch überall verfügbar.
Jurek Voelkel: Zur not frage ich Copilot oder ChatGPT, wie werde ich glücklich im Leben?
Jurek Voelkel: Und die Gier frisst an der Stelle einfach das Gehirn. Und deswegen finde ich das, das nehme ich nicht ernst.
Jurek Voelkel: Jemand, der mit Lebensmittel Start ups erfolgreich
Jurek Voelkel: ist, aber nicht nachhaltig in der Lieferkette, nicht Bio, nicht Bio, Fair Trade, da sage ich so, okay, du hast hier das alte Modell noch mal groß aufgezogen, herzlichen Glückwunsch, schön für deine Kasse.
Zackes Brustik: Jetzt haben wir viel geschimpft, Ne, du
Jurek Voelkel: hast ja kein Schimpfen. Ja gut, wir schimpfen nicht.
Zackes Brustik: Aber worauf ich eigentlich hinweis wollte ist, was macht ihr anders? Also mit welchen Partnern arbeitet ihr? Wie wirtschaften die? Und wie geht ihr mit diesen Partnern auch anders um? Ich habe es auch in der Recherche gesehen, ihr habt wirklich Herausforderungen. Du hast zum Beispiel Partner, die haben ein richtig schlechtes Erntejahr, hat zu viel geregnet und so weiter. Und dann kann es halt sein, dass die Preise für den Rohstoff durch die Decke gehen.
Jurek Voelkel: Das Schöne ist, je krisenhafter die Zeiten werden und die werden durch den Klimawandel immer krisenhafter, dass die echte Zusammenarbeit, das partnerschaftliche, auch das Freundschaftliche ist das, was in den nächsten drei bis fünf bis zehn Jahren das ökonomisch sinnvollste sein wird. Dann werden auch alle versuchen damit zu starten. Aber wir müssen damit früher starten. Wir müssen auch Mut haben, Sachen richtig zu machen, auch wenn sich noch nicht richtig rechnen. Also Beispiel schwarze Johannisbeeren. In normal Jahren kosten die in Osteuropa 70, 80 Cent Bio. So, wir haben einen Kontrakt, also wir haben einen Landwirt, der hat angerufen, Mensch Völkel, ich lese immer in der Zeitung von euch, finde das irgendwie geil, wie ihr das macht. Ich habe Bock irgendwas mit euch zu machen. Ach so, und ich habe schon 10 Hektar Aronia für euch angebaut, die will ich auch nächste Woche liefern. Wir Hände über Kopf zusammengeschlagen, Mensch, wir brauchen doch gar keine Aronia. Es gibt aktuell eine Aronia Schwämme. Dann haben wir gesagt, ja, aber wir brauchen schwarze Johannisbeeren. Komm, wir machen einen Deal. Wir nehmen dir jetzt die nächsten Jahre immer deine gesamte Aroniaernte ab. Dann haben wir hier im Tank hunderttausende Liter Aroniasaft rumschwimmen, keine richtige Verwendung, gebundenes Kapital etc. Aber du machst für uns bitte schwarze Johannisbeeren. Gesagt, getan, der hat schwarze Johannisbeeren angebaut. Ja, welchen Preis brauchst du denn? Da sagt er ja so 1,50 oder 1,40. So, dann kannst du kostet doppelt so viel wie in Osteuropa. Was soll das denn? Wie soll ich das verkauft kriegen? So, da haben wir es gemacht. Und letztes jahr hatten wir zum Beispiel ein Jahr mit mega beschissener Schwarz Johannisbeerernte,
Jurek Voelkel: da hatten die bis zu 2,30 das
Jurek Voelkel: Kilo gekostet, auch aus Polen, auch aus Osteuropa. Er hat mutig, hat in der Nacht vor dem Frost Strohballen in seinem Feld aufgestellt, überall, hat für alle Büsche mit Vlies abgedeckt, hat die Strohballen angezündet, hat erfolgreich seine Büsche vor dem Frost geschützt, hat fast eine volle Ernte eingefahren und habe ihn gefragt, um welchen Preis. Ja, 1,50 hatten wir doch immer besprochen, also den gleichen Preis wie immer genommen. Das ist ja die Partnerschaft. Das heißt, du hast dann das Delta zum Marktpreis, also das gleicht sich aus. Und je schlimmer die Zeiten werden, also diese Schwankungen werden einfach immer größer. Und früher hatten wir immer ein bis zwei Rohwaren in der Krise mal ist der Apfel mal der Orangensaft, aber mittlerweile kollabieren die Systeme. Das heißt der Klimawandel und diese Starkwetterereignisse, heftige Niederschläge, Dürre, also nach einer langen Dürre, wenn es dann viel regnet, kann der Boden ja auch kein Wasser mehr vernünftig aufnehmen. Das wird immer heftiger. Das heißt, dieses Menschliche und diese Beziehungsfähigkeit, dass wir nicht nur über das Geld reden, sondern dass wir uns als Menschen begegnen und schauen, was brauchst du, was brauche ich. Preis ist ja nur eine Abkürzung. Das ist ja auch für den Landwirt. Und für den Bauern ist es vielleicht wichtig, wie er bei uns anliefert, wie spontan er anliefern kann, wie gehen wir mit Übermengen ab, wenn er 30 Prozent mehr hat, fangen wir dann an, den Preis kaputt zu reden und zahlen nur noch die Hälfte oder zahlen wir dann auch noch den vollen Preis? Also es gibt viel mehr als im Preis. Preis ist gut, um Kommunikation zu reduzieren, aber wir müssen die Kommunikation wieder erweitern auf viele Faktoren und diese echte Partnerschaft leben. Und das hat sich wirklich in den letzten Jahren für uns sehr stark ausgezahlt.
Jurek Voelkel: Das heißt jetzt nicht, dass wir jedem
Jurek Voelkel: die doppelten Marktpreise zahlen können, aber dennoch, das müssen wir immer im Hintergrund haben. Wir sind nur erfolgreich, wenn wir unsere Bauern und Bäuerinnen, wenn wir die Landwirte
Jurek Voelkel: gemeinsam mit unserem Erfolg denken, weil die Zeiten werden so beschissen, da hat ansonsten
Jurek Voelkel: gar keiner mehr Bock in Deutschland Biolandwirtschaft für uns zu betreiben oder in Europa. Die haben so ein hohes Wetterrisiko mittlerweile und auch Auflagen, dass wir mit denen wirklich Hand in Hand zusammenarbeiten müssen.
Zackes Brustik: Mega spannend. Also ich habe das im Vorfeld gesehen, du hast an einer anderen Stelle geschrieben oder einer deiner Brüder, bisher waren Preisschwankungen so von 50 bis 60 Prozent aus den Gründen, die du genannt hast. Mittlerweile können das bis zu 500 Prozent sein. Und das ist ja eigentlich auch immer das Argument für viele andere sozusagen kenne deine Lieferkette, um diese Daten zu haben. Und das ist so eines der Hauptargumente aktuell in der Nachhaltigkeits Bubble. Resilienz aufbauen, weil die Daten in der Lieferkette vorhanden sind. Aber den schönen Aspekt, den du hinzufügst, es kommt nicht auf die Daten. Also die Daten braucht man, aber viel wichtiger ist die empathische Partnerschaft mit den Lieferanten.
Jurek Voelkel: Was bringt dir denn der günstigste Lieferant, wenn plötzlich irgendeine Straße geschlossen wird, weil sich irgendwer wieder abschießt gegenseitig und du hast in Deutschland alles abgebaut, aber deine gesamte Firma steht still, weil du halt in Deutschland gar keiner mehr dieses Teil herstellen kann, weil gar keiner mehr Bock
Jurek Voelkel: hat, so lohnintensive Kulturen in Deutschland anzubauen.
Jurek Voelkel: Das heißt, wenn wir einmal auch unseren
Jurek Voelkel: Regionallieferanten zeigen, wir wollen, dass ihr nur
Jurek Voelkel: noch Kartoffeln und Getreide macht und dieses ganze Anstrengende, wo man Erntehelfer braucht und und und, das lassen wir mal lieber. Also wir müssen schon zeigen, dass wir für die da sind dann Bauern und Bäuerinnen, das sind im Regelfall so coole und herzliche Leute und die haben wirklich das Herz am rechten Fleck, die schlagen, das ist ja kein Job, das ist ja so eine richtige Berufung, das Herz schlägt dafür, aber die brauchen halt verlässliche Partner, weil viele Kulturen kannst du jetzt nicht sagen, ich mache mal jetzt ein Jahr schwarze Johannisbeere und dann rechnet sich das ganz toll, sondern das sind im Regelfall Langfrist Kulturen, Rhabarber auch über mehrere Jahre. Und da müssen sie einfach wissen, wenn jetzt die Glas Schilf Zikade auftritt zum Beispiel, neuer Schädling, der wegen den warmen Wintern überwintert und sich massenhaft verbreitet, habe ich dann einen Kunden, auf den ich zählen kann oder sagt er, du, Vertrag ist Vertrag, ist mir doch egal. Also dieses Zusammen zusammen ist die Lösung für die Krise und die Krise ist der neue Dauermodus.
Zackes Brustik: Und wie sieht es da aus bei der Konkurrenz? Also ich meine, euer Modell ist wirklich diese partnerschaftlichen, empathischen, das heißt auch im Dialog geführten Lieferkettenbeziehungen hin zu den wirklich den Persönlichkeiten dahinter. Du hast gesagt, ob das jetzt der Bauer in Deutschland oder in Osteuropa ist, den ihr persönlich kennt oder auch den Ingwer Bauer in Südamerika, in Peru, das ist das eine Modell. Auf der anderen Seite hast du jetzt wirklich so diese riesigen Großeinkäufer aus China oder den Niederlanden, die wahrscheinlich, weiß nicht sogar, sind wahrscheinlich dann so Börsendynamiken, Neoliberale, oder? Also wie lange könnt ihr euer Modell dagegen behaupten?
Jurek Voelkel: Das ist immer wieder schwierig. Das haben wir zum Beispiel auch bei Ingwer Shots mit unserer eigenen Marke und deswegen ist unsere eigene Marke so wichtig, die Marke Völkel, da können wir die Preise selber festlegen. Da haben wir ja die Gestaltung, deswegen müssen wir immer, wir produzieren ja auch Private Label Marken im Biobereich, also für Handelsketten, deren Eigenmarken. Und da merken wir je nach Kunde, dass wir schon manche einfach nur gegen den Preis gehen. Und da sind dann im Regelfall mittlerweile auch die konventionellen Produzenten, die haben einfach größere Maschinen und Anlagen und die gucken, also da hat jeder einen anderen Einkaufsethos. Manch einem reicht einfach das Biologo. So, also da gibt es ganz viele Schattierungen in der Qualität, in der Fairness, im Umgang. Andere kaufen so wie du sagst, sie sagen so, Ich biete jetzt 2 Dollar, wer möchte mir 500 Tonnen Ingwer liefern. So und dann kaufen sie halt dort oder kaufen in China oder hier oder da.
Jurek Voelkel: Ich will da nichts zu sagen.
Jurek Voelkel: Das sind oft diejenigen, die die Aufträge gewinnen. Wir sind nie der Günstigste, aber wir sind im Regelfall der Beste mit der besten Leistung. Und unser Wachstum zeigt, glaube ich, dass unser System oder unsere Überzeugung, dass sie langfristig tragfähig sind. Also ich glaube, dass dieses Sprunghafte und Neoliberale, das hat komplett versagt in meinen Augen. Wir sehen ja, dass die Demokratie sogar bedroht ist. Es hat einfach nicht funktioniert, die Verteilung des Wohlstandes, weder in Deutschland noch in Europa. Also der Markt regelt das nicht, sondern wir Menschen, wir müssen das gemeinsam regeln und deswegen Konkurrenz hin oder her. Ich habe mich vorhin ein bisschen heiß geredet und auch aufgeregt, pardon, letztendlich ist das nicht unser Thema, sondern wir müssen einfach gucken, dass wir einen richtig schönen, stabilen, begeisternden Job für die Kundinnen und Kunden abliefern. Und damit meine ich im ersten Fall die Endverbraucher innen. Und dann wird der Rest sich regeln. Und das, was wir hier machen im Wirtschaftsleben, das ist, glaube ich, schon das, was sich viele Kundinnen und Kunden auch wünschen.
Zackes Brustik: Aktuell habt ihr 160 Millionen Umsatz, also so viel wie noch nie in der Völkelhistorie. Ihr seid kräftig am Wachsen, personell als auch in den Warengruppen, hast du ja schon erzählt. Wie investiert ihr das Geld? Also was sind die Ziele für die nächsten Jahre und wie investiert, investiert ihr das Geld? Investiert ihr das in andere Anlagen, in Marketing, Thema Energieversorgung? Also wie schaut ihr, dass quasi mit dem Wachstum nicht auch euer Footprint signifikant sich erhöht?
Jurek Voelkel: Das ist für uns eine riesen Challenge. Also wir sind hier stark auch natürlich bei so einem starken Wachstum haben wir starke Partner an unserer Seite, also Banken, die uns bei diesem Wachstum unterstützen. Und das ist wirklich eine riesen Challenge, weil unsere Margen sind halt deutlich niedriger als die der konventionellen Marktbegleiter. Also mit einer hippen schwarzen Cola zu etwas höheren Preisen kannst du deutlich mehr Geld verdienen als mit Biozeug. Und das ist schon eine Challenge dann so ein schnelles Wachstum überhaupt zu finanzieren, weil wir gehen ja von, ich sage mal, 15 bis 20 Prozent Wachstum pro Jahr aus. Das heißt, die Bäuerinnen und Bauern, die wollen das Geld von uns ja dann auch in der Ernte sehen und die brauchen die Kohle dann auch, um neues Saatgut zu kaufen. Dann muss aber dein Lager mitwachsen, da muss der außen, du musst eigentlich ja immer vorfinanzieren und vorinvestieren. Das heißt, sämtliche Investments in Vertrieb und Marketing, die kommen ja erst zwei, drei Jahre später zurück oder vielleicht ein Jahr später. Das heißt, das Thema Wachstumsgeschwindigkeit, da sind wir, sind wir schon hart anerkannte Dollar und schneller können wir eigentlich auch finanzmässig gar nicht wachsen, weil du das Wachstum halt finanzieren musst und wir wollen uns auch nicht verstolpern. Die Qualität ist das Wichtigste, dass wir unserem Ethos treu bleiben. Also ich sage mal, der Stress und die Verantwortung steigt halt auch, wenn sich deine Losgröße verdoppelt oder verfünffacht, dann liefer dir mal eine Glashütte, eine Glashütte, schlechtes Glas und plötzlich hast du hunderttausende Flaschen, die du gar nicht verkaufen kannst. Also da gibt es so viele spannende Themen. Wegen dieser schnellen Veränderung in der Welt kannst du so eine Firma sozusagen wie den menschlichen Organismus immer wieder grunderneuern. Also ich bin bei uns ja der Vertriebs und Marketingmensch und natürlich weiß ich, was Jakob an Projekten hier mit seinem Team stemmt und das ist wirklich gigantisch. Vor zwei Jahren hat Jacob uns von dem Schritt überzeugt, zum Beispiel ein Biomasse Heizkraftwerk zu bauen, um endlich weg vom Gas zu kommen. Und die ganz genaue Zahl kenne ich nicht, aber ich glaube mittlerweile substituieren wir fast 80 Prozent unseres Gasbedarfes und generieren das halt aus Altholz und heimischen Kronholz, also aus Altholz und Kronholz, das heißt die Wertschöpfung läuft hier in die Region. Wir haben einen nachhaltigen Brennstoff, eine nachhaltige Energieversorgung. Auf der anderen Seite haben wir zum Beispiel eine Wasseraufbereitungsanlage installiert, mit der wir auch unseren Wasserverbrauch, weil zum Beispiel müssen die Möhren, die wachsen ja auf lehmigen Bohnen, die müssen intensiv gereinigt werden und dort konnten wir unseren Wasserverbrauch deutlich reduzieren und gleichzeitig noch aus den Biostoffen, also das, was im Abwasser enthalten war, wird jetzt Biogas produziert. Und deswegen, also das ist das tolle, Barnes Brüdern, ich bewundere es zutiefst, wie Jakob tief in diesen Themen steckt und so, der hat so ein unheimliches technisches Verständnis und Wissen und einfach eine Neugierde und denkt von links nach rechts. Also der guckt sich nicht einfach nur andere Saftfirmen an, sondern die voll amüs Völker angucken, sondern der denkt wirklich quer, denkt sich selber technische Anlagen aus, überlegt sich, wenn ein Landwirt eine sensible Rohware hat, wo schnell das Aroma verfliegt, weil wir wollen ja nicht mit Aromen arbeiten, sondern wir wollen ja das echte Rosenblütenaroma aus handgepflückten Rosenblüten bis in unsere Produkte bekommen oder wie machen wir es mit den Holunderblüten? Also Jakob hat einfach, weil er diese technische Leidenschaft und die den hohen Verstand hat, der Teufel steckt wirklich im Detail. Es ist nicht einfach nur die Frage, ist die Glasflasche Mehrweg oder Einweg, sondern wir schauen halt sehr professionell dahin, wo wir etwas optimieren können, sodass im Regelfall, und das haben wir in den letzten zwei Jahren geschafft, die Ressourcenverbräuche der Firma Völker gesunken sind. Gas, Wasser, Strom, obwohl wir den Output erhöht haben.
Zackes Brustik: Wenn ich da kurz rein darf, weil ein super spannender Punkt, ich habe also grobe Zahlen, aber ihr investiert wirklich an allen Ecken und Enden. Ich glaube, ich habe 20 Millionen in ein automatisiertes Hochregallager gesteckt, das kommt als
Jurek Voelkel: nächstes, das Hochregallager, aber als letztes haben wir das Biomasse Heizkraftwerk gebaut für circa 10 Millionen. Aber da war diese Iran Krise ja auch noch gar nicht absehbar. Also da kommen dann doch immer wieder so Katastrophen, wo du einfach merkst, krass, es war auch richtig mutig zu sein. Ich weiß auch Jakob, der muss uns ja dann immer von Millionen Investitionen auch ein Stück weit überzeugen und ermutigen. Und verstehst du so als Vertriebsmensch, Da würde jetzt jemand erklären, warum du einen siebenstelligen Betrag in eine Wasseraufbereitungsanlage. Also da steckt schon jeder von uns Brüder auf Boris im Einkauf. Unser Herz brennt wirklich für die fachlichen Themen. Wir nicken hier nicht nur und unterschreiben irgendwas, sondern wir stecken tief in den fachlichen Themen drin und machen das zu unserem eigenen Thema mit unseren erfahrenen Teams.
Zackes Brustik: Ich halte mal nur kurz, um den Bogen fertig zu machen. Also heißt, ihr habt wirklich, ihr werdet ebenso rund, ich glaube, wenn ich es richtig gesehen habe, 20 Millionen in das Hochregallager stecken. Ihr habt an einer anderen Stelle in das Holzschnitzelheizkraftwerk investiert, ihr habt eine Million in das Thema investiert, was du gesagt hast mit der Wasseraufbereitung, weil ihr dann 20 Millionen Liter Wasser spart. Also ihr investiert von den 160 Millionen Jahresumsatz sehr große Beträge immer wieder in wirklich grundlegende deutsche Mittelstandsthemen wie Automatisierung, Wasseraufbereitung, Energieeffizienz und das parallel zu den in den letzten fünf Jahren eingestellten neuen Vertriebsmannschaft und so weiter. Also das heißt, ich finde das super spannend in Summe zu sehen, dass ihr an ganz vielen Themen innerhalb von Deutschland investiert und das sich unterm Strich dann bezahlt macht, weil wir sehen, die Welt wird immer volatiler und all die Risiken, die jetzt vielleicht vor zwei Jahren noch nicht absehbar waren, sind plötzlich da und eure Strategie ist aufgegangen. Also an der Stelle einfach, ich finde das wichtig herauszuarbeiten für andere Unternehmen zu sehen, warum es sich lohnt zu investieren, gerade in Krisenzeiten und nicht zu Wir warten noch mal zwei Jahre, bis die Straße von Humus vorbei ist.
Jurek Voelkel: Wir investieren hier wirklich bis zu 20 Millionen Euro am Standort oder in Völkeln, in Prozesstechnik, in Verbesserung der Abläufe etc. Pp. Zum Beispiel ein anderes Beispiel. Früher bist du in eine Safthalle gegangen, hast das Licht angemacht, ganze Halle war hell und sagt Jakob, nee, nee, es muss doch nur da hell sein, wo gerade jemand ist. So mehr erzähle ich nicht. Aber auch da gibt es ja Techniken. Und dann rechnest du das durch, guckst dir das noch woanders an und plötzlich hast du die nächsten drei Jahre ist halt nur noch dort hell in der Halle, wo gerade ein Mensch ist oder eine Maschine. Also dieses, ich mache den Lichtschalter an und alles ist hell, Quadratmeter sind hell, dabei sind gerade nur auf 300 Quadratmeter irgendwann zugange. Also der Teufel steckt wirklich im Detail. So und wir müssen, wir müssen der effizienteste und beste Betrieb im Fruchtsaftbereich sein, um unseren Nachhaltigkeitsanspruch und auch die oft höheren Einstandspreise, die wir als Bio haben, um das sozusagen auch in der Fabrik ein Stück wieder wettzumachen. Also es gibt keinen Bio Bonus im Handel oder irgendwo, sondern wir werden einfach an den Kennziffern der konventionell agierenden Unternehmungen gemessen.
Zackes Brustik: Wenn ich da kurz nachhaken darf, ihr investiert super viel, ihr habt all diese unterschiedlichen Dynamiken von manche Warengruppen wachsen gleichzeitig, passiert am anderen Ende eine andere Energieeffizienz. Wasser wird im Kreislauf geführt. Ich habe versucht bei euch auf der Webseite zu gucken, wie ihr das dokumentiert an eure Kunden und ihr seid ja, du hast ja selber gesagt, mit 450 Mitarbeitenden könnt ihr euch jetzt gerade aussuchen, ob ihr reportet oder nicht und wie ihr das aufbereitet. Und ich hatte mal gleich einen Nachhaltigkeitsbericht aus 2020 gefunden. Ich weiß, ihr seid GWÖ zertifiziert und da sogar mit einer richtig hohen Punktzahl, aber ich konnte jetzt keinen aktuellen Nachhaltigkeitsbericht finden. Irgendwie der von 2020 war sehr schön aufbereitet.
Jurek Voelkel: Also du zackes, du siehst das Abbild der Realität, wir kommen gar nicht hinterher. Es gibt, und das sagte ich ja auch, bevor du die Aufnahme gestartet hast, hier ist nicht alles Gold, was glänzt bei Völkel. Also auch wir haben zu wenige Parkplätze oder wenn du irgendwo bei Kunu nachliest, dann sind wir auch, also du hast als so eine Firma immer 1000 Themen. Wir sind nur männliche Geschäftsführer, also du, wir haben keine vernünftige Kantine, jeder könnte noch mehr Geld verdienen. Also wir haben einfach tausend Themen. Der aktuelle GWÖ Bericht ist überfällig. Bloß wir nehmen gerade eine neue Produktionslinie für fast 14 Millionen im Betrieb. Da müssen jetzt die Maschinen lernen miteinander zu tanzen. Also dieses Wachstum musst du auch als Organismus stemmen und da haben wir so einigen Wachstumsschmerz. Das heißt, uns fehlt auch Man und Woman Power. Es ist nicht so, dass wir uns alles hier aussuchen können. Wir sitzen hier auf dem Dorf, hier wohnt der Storch und der Biber und 180 weitere Einwohner. Die Leute sagen, kann ich bitte fünf Tage Homeoffice von Hamburg ausmachen? Ansonsten finde ich Völkel ganz toll, bloß gerade in Zeiten von KI.
Jurek Voelkel: Was macht uns aus?
Jurek Voelkel: Naja, dass wir Menschen sind und fürs Menschsein braucht es auch menschliche Begegnung, auch zum Kunden hin. Und das heißt, wir haben definitiv Wachstumsschmerzen. Wir haben hier auch keine schicke große Firmenzentrale, irgendein riesen Öko Prunkbau. Nein, hier werden alte Wohnhäuser umgebaut zu Büros und die haben auch nicht immer alle ein bodentiefes Fenster. Also ja, wir haben Wachstumsschmerzen und das ist eine Challenge. Jetzt suchen wir gerade Grafiker, morgen suchen wir dies, übermorgen das. Also schnell wachsen mit überschaubaren Finanzmitteln, keinen Investoren und vergleichbar kleineren Margen als konventionellen Wegbegleiter. Das ist schon einfach eine Challenge. Das heißt, es wird einen weiteren Nachhaltigkeitsbericht geben, auch neuen GWÖ Bericht, aber manchmal sind wir an einigen Ecken und Kanten auch verspätet.
Zackes Brustik: Ich sage mal so, ihr seid ja schon GWÖ zertifiziert, ihr hattet schon gute Berichte. Dass jetzt da in den letzten ein oder zwei Jahren drastisch ist in die andere Richtung ging eher unwahrscheinlich. Aber das heißt für mich, ihr habt einfach gerade so viel vor der Brust, dass ihr gesagt habt, auf der Prio Liste ist die Umsetzung wichtiger als die Dokumentation oder quasi das freiwillige Berichten.
Jurek Voelkel: Auch bei einem GWÖ Bericht werden technische Kennziffern mit einbezogen. Aber wir machen wirklich viele Sachen selber. Also du kannst dir für Stundensatz 500 einen Programmierer holen, der Industrie programmiert oder du machst es halt, dir ist es gelungen, jemanden abzuwerben, der früher bei VW gearbeitet hat oder sonst wo. Also wir haben hier wirklich, wir arbeiten wenig mit Werbeagenturen zusammen, wir machen wirklich ganz viel Inhouse in der Technik, im Marketing, in vielen Bereichen, weil wir diese Gewinnmargen anderer Unternehmungen, das können wir uns halt nicht so richtig leisten. Das heißt aber auch ein GWÖ Bericht, das ist hier kein, das ist kein Marketingreport sondern da müssen halt auch andere zentrale Dienste außer Unternehmung mitwirken, die zum Beispiel auch eine neue Linie in Betrieb nehmen. Und du weißt selber, wenn du 14 Millionen investierst, dann bist du auch darauf angewiesen, dass da bald eine Flasche hinten rausläuft und du anfängst das ganze Ding wieder zu refinanzieren. Das heißt, es gibt bald einen neuen GWÖ Bericht von uns, aber das schnelle Wachstum, das streitet sich schon um die gleichen Ressourcen. Und wenn du 85 Prozent Lieferquote hast und hohe Strafzahlungen an den Handel leistest, weil du regelmäßig nicht alles liefern kannst, dann ist das in dem Punkt dringender, als Wenn du zum 20. Mal sagst, jo, wir sind nachhaltig und GWÖ, weil am Ende sagen alle zu schön, dass du, dass du GWÖ bist und wir klatschen jetzt auch alle mal, aber du bist halt 30 Prozent zu teuer.
Zackes Brustik: Kurz die letzten zwei Fragen. Das eine ist, du hast ja gesagt, ihr müsst ganz ganz, ganz viele Prios setzen und das ist eine super quasi komplexe Angelegenheit. Nur kurz, was sind eure grüne, rote und schwarze Linien, sage ich mal. Du hast ja vorhin gesagt, ihr macht zum Beispiel Kompromisse im Bereich Verpackung, einfach weil ihr dadurch überhaupt erst im Handel stattfindet. Punkt. Das heißt, da wart ihr flexibel. Gibt es andere Bereiche, wo ihr sagt, wir gucken mal und dann Bereiche, wo ihr sagt, nee, das fassen wir nie an.
Jurek Voelkel: Ich habe zum Beispiel das Thema Fuhrpark. Wir setzen jetzt erstmalig im Außendienst reine EPKWs ein, aber nicht für alle. Also wir haben gewisse, wir sind Außendienst, eigener Außendienst kostet unheimlich viel Geld und du bist einfach darauf angewiesen, dass die sieben, acht Kunden pro Tag besuchen so und so viel Stopps machen und manche haben ein sehr großes Gebiet. Wir können uns halt nicht so viele Außendienst leisten wie konventionelle Cola Marken oder sonst was. Die haben alle ein kleines Gebiet, da kann ich auch mit dem Elektroauto fahren, bloß wo es keinen Kompromiss gibt. Das ist bei uns die Qualität, das ist unsere Überzeugung, dass Bio und Demeter Landwirtschaft ein Teil der Lösung für aktuelle Probleme und Probleme der Gegenwart ist und dass wir Teil eines fair und gemeinschaftlich wirtschaftenden Wirtschaftssystems sein wollen und dass die Leistung, also dass auch das, was hier die Unternehmung erbringt, dass das halt eine Teamleistung ist. Also wir wollen menschlich und wir wollen einfach das machen, wo man doch auch im Herzen spürt, das ist der richtige Weg. Aber wir müssen Tode sterben bei der Verpackung, bei der Logistik. Also du kannst nicht gleichzeitig Logistik Revoluzzer
Jurek Voelkel: sein, Verpackungsrevoluzzer, überall Revoluzzer, sondern wir sind
Jurek Voelkel: an dem Punkt, dass wir sagen, hey, warum sind denn nur 10 Prozent, 10 Prozent der Lebensmittelumsätze in Deutschland Biologie? Ja, wir wollten 2030, das ist übermorgen, wollten wir bei 30 Prozent sein, ist jetzt schon gerissen.
Jurek Voelkel: Und im Herzen sagen ja eigentlich 60
Jurek Voelkel: Prozent der Shopper, sie finden Bio toll und das ist unser Ziel und da müssen wir hin. Deshalb bei uns wird auch weiterhin Touran mit 2,0 Dieselantrieb gefahren. Auch ich fahre manchmal ein Verbrenner PKW. Also wir müssen überall Kompromisse machen und wo wir halt keinen Bock und das ist für uns wirklich die rote gelbe Linie ist einfach die Bio Qualität. Wir haben kein konventionelles Produkt im Sortiment, nicht eins. Und bitte rufe mich an, wer sagt, wenn es davon eine zweite Firma in Deutschland. Gibt, die Nationalgetränke vertreibt, die nur Bio macht, nur Bio. Das ist unsere Überzeugung und da rütteln wir auch nicht dran. Kannst viel Kompromisse machen. Aber letztendlich ist ja nicht unser Business, Business zu machen, sondern unser Business ist deutlich mehr Bio ins Regal durch die Kehlen gluckern zu lassen. Und in dem Sinne bin ich auch sehr dankbar, dass du heute uns deine Zeit, deine Aufmerksamkeit geschenkt hast, weil auch das gehört dazu. Jeder da draußen, der uns heute hört und nachher in die Kantine schlendert, schaut
Jurek Voelkel: bitte nach, was steht denn in euren
Jurek Voelkel: Kühlregalen in der Kantine?
Jurek Voelkel: Womit stimmt ihr denn ab? Steht ihr für Nachhaltigkeit?
Jurek Voelkel: Wollt ihr die Gesundheit eurer Mitarbeitenden fördern? Also meldet euch bei Völke oder einem anderen ökologisch agierenden Getränkeunternehmen. Und das sind halt die kleinen Entscheidungen, wo wir wirklich gucken müssen, liegen dann nur mit Süßstoff gesüßte Kaugummis und Zuckerware an der Kasse im Supermarkt oder sind auch zwei nachhaltige Alternativen, vielleicht mit weniger Zucker und Bio. Also es gibt hochfrequente Lagen im Supermarkt und überall und überall müssen wir halt auch ein Bio Produkt in die Pull Position bringen. Und dem Thema würde ich mich jetzt wieder widmen.
Zackes Brustik: Wunderbar. Vielen, vielen Dank, Jorek. Ich glaube, das nehmen wir als Abschlussappell. Vielen, vielen Dank für deine Zeit heute und für dein flammendes Plädoyer und vor allem auch die Einsichten, wie sich eben nicht nur das Plädoyer raushauen lässt, sondern wie man es de facto dann auch umsetzt. Vielen Dank.
Jurek Voelkel: Sehr gerne. Zakes. Alles Gute dir und bis bald.
Zackes Brustik: Was für eine Ehre, euch bis zum Schluss dabei zu haben. Wenn ihr jemanden kennt, für den diese Folge auch spannend sein könnte, dann freue ich mich enorm, wenn ihr sie teilt. Und wie immer folgt mir einfach auch im Newsletter Zakes COM Newsletter Z A C K I S. Dort sammle ich alle Infos und Entwicklungen ein, die ich links und rechts vom Podcast bei den ganzen Events einsammle oder auch die ein oder anderen kostenfreien Ressource, manchmal auch Tickets für Nachhaltigkeitsevents. Also es lohnt sich auf jeden Fall. Zackes COM Newsletter. Bis zur nächsten Folge.
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