Deindustrialisierung, China-Schock und Demokratie: Was Deutschland jetzt wirklich braucht.

Shownotes

Der China-Schock ist real. Nicht nur bei Elektroautos – sondern bei Kränen, Textilmaschinen, Spezialchemie und Hunderten weiteren Branchen, die den deutschen Wohlstand seit Jahrzehnten tragen. Und je mehr diese Arbeitsplätze wegbrechen, desto mehr wankt auch die Demokratie und unsere Vorstellung von zukunftsfähigem Wirtschaften.

Im Gespräch mit Podcast-Host Zackes Brustik erklärt Maximilian Paleschke, Co-Founder des Thinktanks Dezernat Zukunft, warum die politische Debatte den falschen Fokus hat und welche drei Länder zeigen, dass ein Turnaround möglich ist.

✅ Warum Energiepreise und Bürokratie nicht das eigentliche Problem sind – und was wirklich hinter dem Niedergang steckt. ✅ Wie Südkorea, Schweden und die USA ihre Kernindustrien neu erfunden haben – und was Deutschland daraus lernen kann. ✅ Welche Rolle GreenTech als Wachstumstreiber spielen könnte – wenn wir jetzt die richtigen Weichen stellen. ✅ Warum technologische Exzellenz und Nachhaltigkeit keine Gegensätze sind – sondern die einzige Antwort auf den Systemwettbewerb mit China.

Ein makroökonomischer Deep Dive, der aber gerade für Sustainability Manager unglaublich wichtig ist, um die Perspektive der Gegenüber in der Geschäftsführung besser zu verstehen.

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Über Maximilian Paleschke: Maximilian Paleschke ist Co-Founder und Director beim Dezernat Zukunft, einem überparteilichen Thinktank für Makrofinanzen mit Sitz in Berlin. Er forscht zu den Fragen, welche Finanz- und Industriepolitik Deutschland braucht, um Wohlstand, gute Arbeitsplätze und eine stabile Demokratie langfristig zu sichern. 🔗 https://www.dezernatzukunft.org 🔗 https://www.linkedin.com/in/maximilianpaleschke/

Comeback Deutschland - die Studie: Executive Summary: 🔗 https://dezernatzukunft.org/wp-content/uploads/2026/01/Paleschke-2026-Comeback-Deutschland-3.pdf Langversion: 🔗 https://dezernatzukunft.org/comeback-deutschland-industrie-turnarounds-und-was-wir-von-ihnen-lernen-koennen/

Über Podcast-Host Zackes Brustik: Zackes Brustik ist Keynote Speaker, Moderator und Host des Podcasts „Gewinne Zukunft" – einer der meistgehörten Podcasts für ESG-Profis und Entscheider in Deutschland. Nach über 1.000 Interviews und über 100 persönlichen Gesprächen mit Pionieren des zukunftsfähigen Mittelstands bringt er die Erfolgsgeschichten derer auf die Bühne, die einfach machen. 🔗 https://www.linkedin.com/in/moderator-zackes-brustik/ 🔗 www.zackes.com/newsletter

Transkript anzeigen

00:00:00: Wir haben uns beispielhaft mal den Trackmarkt angeschaut in Deutschland, das total faszinierend wie unterschiedlich so die Nachhaltigkeitsdimension des eigenen Produktionsstranges sozusagen wahrgenommen werden.

00:00:14: Dann gibt es Hersteller wie MAN und Daimler und auch Iveco verfolgen alle sehr unterschiedliche Technologieansätze.

00:00:24: Zum großen Teil sieht man halt ein Backlash einfach, wir lassen das mit der Nachhaltigkeit sein.

00:00:29: Wir setzen weiter auf alte Technologien weil die uns die Marge bringt.

00:00:34: und die Erkenntnis muss ja aber sein auch aus der Studie die wir gezeigt haben dass also das ist kein Erfolgsmodell.

00:00:39: Das wird zu einem langsamen Niedergang führen und das muss glaube ich allen klar sein, dass wir diese technologische Exzellenz im Idealfall der nachhaltigkeitsperspektive immer zusammen gestalten können.

00:00:59: Auf diese Folge bin ich schon so richtig heiß, denn werden wir in einen komplett anderen Modus schalten.

00:01:05: Eins der zentralen Argumente in den letzten Wochen-Monaten, wenn nicht schon Jahren mit dem alles abgeräumt wurde was uns in dieser Community wichtig ist war die drohende Deindustrialisierung.

00:01:17: Es ist das Argument mit dem der Green Deal verwässert wurde und warum uns jetzt in nächster Konsequenz die Budgets in der Nachhaltigkeitsabteilung fehlen oder gleich die ganzen Teams gekürzt wurden ein.

00:01:28: statt allerdings Demnach zu trauern, was hätte sein können, wagen wir in dieser Folge wirklich mal einen ehrlichen Perspektivwechsel.

00:01:36: Wir versetzen uns in die Lage von so einem durchschnittlichen CEO in Deutschland oder einer Inhaberin von so Mittelständler der auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig sein muss!

00:01:45: Wir werden verstehen wie drastisch die Lage für diese gerade ist – insbesondere im Bezug auf den China-Shock dank dessen wirklich in fast allen Branchen in Deutschland die gerade Arbeitsplätze mit hohen Löhnen bieten unglaublicher Druck entsteht.

00:02:00: Aber anders als oft in dieser Diskussion habe ich auch drei Beispiele in Petto von Ländern, deren Kernbranchen ähnlich tief in der Misere steckten und die dann ein Turnaround geschafft haben.

00:02:12: Das Spannende ist natürlich dazu schauen was haben sie damals gemacht?

00:02:16: Und wie könnten wir hier in Deutschland daher auch anders mit unserer Lage umgehen?

00:02:20: Zum Schluss werden wir natürlich noch ableiten, was das konkret für unsere Nachhaltigkeitsziele bedeutet oder für unsere Arbeit als Sustainability-Profis.

00:02:28: Zur Vorbereitung habe ich eine der wirklich faszinierendsten Studien in den letzten Wochen gelesen.

00:02:33: Es sind Zahlen und Grafiken drin die mir zum ersten Mal wirklich vor Augen geführt haben worum es für uns in Deutschland gerade geht Und auch, welche Optionen wir leider gerade noch nicht diskutieren.

00:02:43: Als Gast habe ich natürlich niemand anderen als den Studienautor selbst Maximilian Paläschke – erst Director und Co-Founder beim Dezernat Zukunft!

00:02:51: Ein Institut für Makrofinanzen also ein überparteilicher Think Tank der schaut was für eine neue Finanzpolitik bräuchten wir in Deutschland um weiterhin in Würde mit möglichst breit verteiltem Wohlstand und vor allem auch einer stabilen Demokratie zu leben.

00:03:05: Ihr merkt also, ich hab extra einen Think-Tank gefunden der nicht wie die INSM.

00:03:09: Also die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft zu einem Wolfs im Schafspilz ist sondern die analysieren die Lage wirklich mit den richtigen Zielen und Werten vor Augen.

00:03:18: Ich muss euch sagen es wird schon echt anders als sonst.

00:03:21: Es wird nämlich eine Makrofinanzfolge.

00:03:24: Wir machen ein Abstecher in ein Feld was wir so in der Tiefe sonst nicht bearbeiten.

00:03:28: Aber ich kann euch versprechen nach dieser Folge kennt ihr wirklich die Perspektive von ihrem Gegenüber in der Geschäftsführung oder auch im Vertrieb.

00:03:35: Ihr könnt vielleicht in den strategischen Gesprächen mit diesen neuen Impulse einbringen und wisst auch, was das für die Anpassung eurer eigenen Nachhaltigkeitsstrategie bedeuten könnte.

00:03:44: Und damit herzlich willkommen bei Gewinne Zukunft, dem Nachhaltigkeits-Podcast der Pioniere und Professionals.

00:03:50: Mein Name ist Zuckers!

00:03:50: Ich freue mich enorm euch wieder mit am Board zu haben.

00:03:53: An dieser Stelle noch der Hinweis die Gewinner aus dem nächsten Newsletter für die zwei Tickets zum Sustainability Summit habe ich schon persönlich benachrichtigt.

00:04:00: Für alle anderen werfe ich mich natürlich ins Zeug, damit es in einem der nächsten Newsletters wieder coole Tickets für einen guten Event zu gewinnen gibt.

00:04:13: Moin Max!

00:04:13: Richtig cool, dich an Bord zu haben.

00:04:15: Vielen vielen Dank für deine Zeit hier einem Freitag Nachmittag.

00:04:18: Hi Zackes ich freue mich auch auf das Gespräch und danke für die Einladung und die wunderbare Anmoderation.

00:04:23: Also ihr müsst wissen, Max sitzt hier gerade in so einer typischen Office-Box diesen ein Quadratmeter Boxen an einem heißen Freitag nachmittag wahrscheinlich in Frankfurt oder so.

00:04:32: Also viel Respekt!

00:04:33: Ich weiß eine Stunde in so ner Box ist eine Aufgabe.

00:04:37: Wir

00:04:37: sitzen in Berlin ich sitze auch in Berlin und ich glaube ich habe zumindest zwei Quadratmetern.

00:04:41: also es wird machbar werden.

00:04:43: Du hast

00:04:44: eine Luxusbox sehr gut aber deswegen verschwenden wir gar keine Zeit.

00:04:47: wir springen direkt rein.

00:04:49: ich hab eure Studie gelesen.

00:04:51: je länger ich sie gelesen habe, umso mehr hatte ich Bock auf diese Folge.

00:04:54: Weil da wirklich Grafiken drinne waren die ganz viele Themen zusammenfassend, die man so mitkriegt ist ja jetzt ein Thema Deindustrialisierung was einem Medial jeden Tag entgegenschalten.

00:05:03: aber es werden halt oft bestimmt den Kindern nicht bei zusammengenannt und man hat auch immer das schleichende Gefühl wenn es diskutiert wird dann eigentlich nur als Deckmantel eine krasse Neoliberalisierung durchzudrücken.

00:05:15: ihr habt wirklich ne super Studie gemacht.

00:05:17: warum war euch die studi jetzt so als Beitrag zur Debatte wirklich wichtig?

00:05:22: Ich glaube, weil so wie du es schon angeteasert hast der Fokus der Debatte gerade der falsche ist.

00:05:29: Also wir fokussieren uns sehr zuge der Krise die wir gerade sehen auf Lohnkosten, Energiekosten und Nebenkosten.

00:05:40: Und wir sagen eigentlich in diesem Papier Leute das ist nicht unser Hauptfokus.

00:05:47: Probleme, wenn man mal ehrlich ist.

00:05:48: Die hatten wir schon immer.

00:05:50: und das ist eigentlich kein Problem per se, dass wir irgendwie gute Löhne zahlen, sondern es ist eigentlich das was uns als Landjahr ausgemacht hat.

00:05:59: Sondern das Problem ist viel eher, dass die Produkte, die wir produzieren einfach nicht mehr gekauft werden.

00:06:07: Ganz ganz viele Sachen, die unseren Wohlstand gesichert haben über ganz viele Jahre Und das sind eben high-end Produkte und ja, Produkte mit hohen Margen.

00:06:16: Und wir fokussieren uns dann immer auf die Eintrittsbayern also Sachen, die hohe Eintritsbayern haben.

00:06:21: Die werden einfach nicht mehr so gut nachgefragt in der Welt.

00:06:25: und Das ist de facto das zentrale Problem.

00:06:29: diese eintrittshürden erodieren gerade und dass hat verschiedene Gründe können wir gleich noch darauf eingehen.

00:06:35: aber so dieses wie kriegen wir wieder wachstum durch technologische Exzellenz hin?

00:06:42: und wie schaffen wir es wieder so eintrittsürden in verschiedenen Bereichen aufzubauen, die dann sozusagen den Wohlstand in unserer Gesellschaft und auch die guten Löhne nach wie vor möglich machen.

00:06:51: Das ist eigentlich das was in den letzten fünf bis zehn Jahren immer weiter kontinuierlich weggefallen ist und in immer mehr Bereichen wegfällt.

00:07:00: und wir dachten uns da müssen wir mal den Fokus drauf setzen.

00:07:04: Ich fasse es mal zusammen, also egal auf welcher Konferenz ich gerade bin.

00:07:07: Es gibt so wirklich den einhelligen Dreiklang das ist Energiepreise, Bürokratie und China.

00:07:13: Es gib drei Probleme die diskutiert werden.

00:07:15: da sind die drei Probleme.

00:07:16: jetzt kommt auch noch KI dazu aber ich nehme an was Eintrittshürden angeht dabei zwar wahrscheinlich auch China mit meint dass sie einfach hier mit viel günstigeren Produkten teilweise mittlerweile besseren Produkten in unseren Markt reinkommen.

00:07:29: Was an Driesentreiding ist real?

00:07:32: Also ich hab's ja gesagt Die Lage für CEOs ist empfundenermaßen schon extrem drastisch, egal in welche Branche du in Deutschland schaust.

00:07:40: Was davon ist faktisch wirklich so?

00:07:42: Also wie hart brennt das den unter den Nägeln?

00:07:46: Ich glaube es ist sehr unterschiedlich wo man sich in der Wertschöpfungskette befindet.

00:07:49: also wenn du jetzt die Energiepreise anschaust sind natürlich belastend für Grundstoffproduzenten.

00:07:58: Bürokratie wird meines Gefühls nach immer genannt, wenn man nicht mehr weiß was man als sonstes noch so fordern soll.

00:08:05: Das ist sicherlich auch ein Thema speziell, wenn es jetzt um Investitionserleichterungen geht aber das ist ein kleiner Teil.

00:08:16: also in den meisten Fällen ich habe auch vorher eine Beratung in der Halbleiterindustrie gearbeitet sind ja auch Riesenbauprojekte und Der Business Case stimmt, dann kriegt man die Bürokratie eigentlich in der Regel in den Griff.

00:08:30: Und wenn ein starker Investitionswille da ist, dann bekommt man das irgendwie im Griff.

00:08:34: Das ist also nicht der entscheidende Faktor für den Großteil.

00:08:40: Das was also dem breiten Wohlstand unserer Gesellschaft hat ausmacht sind eben die verarbeitenden Betriebe und die industriellen Dienstleistungen, die daran angegliedert sind.

00:08:54: Konkrete Beispiele, ich sage mal über die Autobranche hinaus.

00:08:57: Die kennen wir alle und wissen darum geht es immer.

00:08:59: aber welche anderen Branchen werden Beispiele dafür?

00:09:02: Es geht primär um die Automobilindustrie, weil sie einfach so riesig groß ist.

00:09:08: dann gibt's auch natürlich Maschinenbau der sehr divers ist in Deutschland Spezialmaschinen wo früher Marktführer waren weil nur wir die herstellen konnten.

00:09:22: Das geht aber auch in den ganzen CleanTech-Sektor rein, wo wir eigentlich historisch immer sehr gute Anfangsbedingungen hatten.

00:09:30: Sehr gut skalieren konnten.

00:09:31: am Anfang.

00:09:31: und jetzt sehen wir aber auch dass selbst diese Sektoren nach und nach im globalen Wettbewerb hinter China zurückfallen.

00:09:37: Und das ist der Punkt für diesen wirklich, ich nenn es jetzt mal High End-Sectoren oder Sektorn am Ende der Wertschöpfungskette die leiden total unter diesem Chinashock.

00:09:48: In der politischen Debatte wird's aber vermischt.

00:09:53: Also da wird dann eben dieser Bürokratieabbau mit irgendwie den Energiepreistubventionen und irgendwie Lohnnebenkosten vermisht, obwohl dann dabei dieser eigentliche Punkt des China uns gerade in ganz ganz vielen Produktkategorien überholt nicht nur was Kosten angeht sondern auch was Qualität angeht dass das bis würde ich sagen vor ein zwei Monaten noch gar nicht richtig diskutiert wurde.

00:10:18: jetzt aber so kontinuierlich diese ... diese Awareness langsam da ist, dass das ein Problem

00:10:23: ist.

00:10:24: Das finde ich faszinierend.

00:10:25: also ich war jetzt erst vor... Ich glaube vier, sechs Wochen war das auf eine Weltleitmesse in Frankfurt für Textilmaschinenhersteller also entweder textil produzierende Maschinen oder textil verarbeitene Maschine.

00:10:39: Da war Deutschland das Powerhouse auf der Welt!

00:10:41: Also wir haben wirklich fast den kompletten Weltmarkt beliefert und mittlerweile schwimmen uns da einfach die Fälle davon gerade in Südostasien Vietnam und die ganzen Länder werden alle von China beliefert weil China... Klar günstiger liefert, teilweise aber mit fast identischer Qualität und mittlerweile auch ihr R&D im Griff haben.

00:10:59: Und der Grund für unsere Folge heute war ein Post von euch, der genau das Thema aufgenommen hat.

00:11:02: Ihr hattet da so einen Quadranten mit neun Branchen wo man einfach wirklich drastisch quasi die Kurven sieht wie in Deutschland die Produktion sollte die Exportkurve nach unten geht noch steil nach oben und uns halt mittlerweile richtig aussticht.

00:11:16: Das ist nicht nur Elektroautos, das es nicht nur Batteriespeiche oder Windkrafträder... Es sind super viele Branchen die man so als Durchschnittsbürger nicht auf dem Schirm hatte.

00:11:24: Wäre ich jetzt nicht der Moderator gewesen auf der Messe?

00:11:26: Wer mir das nie in den Sinn... Ich hätte gar nicht gewusst dass das ein für uns relevanter Markt ist.

00:11:30: Magst du da nochmal vielleicht auch sagen, welche anderen Branchen man vielleicht gar nicht auf einem Schirm hat?

00:11:35: Ja also bei dem... Ich fand das so faszinierend wie man so... Wir haben das dann Ich glaube ich in einem Artikel die Domino Steine genannt, die so umfallen.

00:11:44: Also wir reden ja auch über den China Shock II.

00:11:48: Das heißt es gab ja offensichtlich schon mal einen China Shock I. Der bezeichnet eben die Phase so in den frühen zwei Tausendern wo China angefangen hat Grundstoffe zu exportieren und auch einfache Produktionsgüter also Spielzeuge.

00:12:04: Wir haben da Kabel haben wir glaub ich auch an der Übersicht gezeigt Basic Produkte der Erst- und Zweitverarbeitung von Grundstoffen.

00:12:15: Und dann geht es aber diese Linie halt immer weiter durch, also wir starten irgendwie mit Kabeln danach sind es so Elektronikbauteile Dann geht's halt in die Halbleiterindustrie rein und in die Solarzellenfertigung endet dann in wirklich komplexen Maschinen, die man eben auch für diese Produktion selber braucht.

00:12:41: Und das ist ein sehr strategisches Vorgehen gar nicht so sehr strategisch nach bestimmten Sektoren.

00:12:48: Also China ist jetzt nicht so dass sie sich sagen okay wir wollen nur in diesem Sektor erfolgreich sein sondern sie wollen perspektiv schon allen Sektorn dominant sein und das kann man in diesen Handelsdaten ganz gut sehen.

00:13:02: vielleicht als letzte Anmerkung noch es gibt viele Kritiker, die sagen ja dieser China-Shock ist ja gar nicht so real und gar nicht relevant.

00:13:09: Da guckt man dann gerne auf die direkten Handelsbeziehungen also der direkte Handel zwischen China und Deutschland.

00:13:17: Der ist auch eingebrochen aber der ist fairerweise nicht so signifikant wie zum Beispiel der europäische Handel.

00:13:24: was ja mal gleichzeitig passiert ist dass genau diese ich denke jetzt mal sekundären Exportländer, dass die eben auch nicht mehr aus Deutschland importieren.

00:13:31: Sondern wie du gerade gesagt hast, Südostasien massiv einfach die günstigen und sehr kompetitiven Produkte jetzt sozusagen aus China.

00:13:41: Auch nochmal um da reinzugehen.

00:13:43: Meistens, du hast auch Sektoren, die hat man nicht auf dem Schirm.

00:13:45: Krane- und Fördertechnik?

00:13:46: Ja!

00:13:46: In Deutschland würde keiner wissen, dass wir irgendwie Kran und Fördertechnik unglaublich wichtig sind.

00:13:51: Ich glaube was jeder weiß klar ist so etwas wie Stiel, Kettensägen.

00:13:54: da waren wir Weltmarktführer, da ist ein China mittlerweile bestimmt auch mit dabei.

00:13:58: aber Press-und-Biegelmaschinen das sind halt einfach wirklich Industrien die kennt man als normaler Deutscher nicht.

00:14:04: Das sind aber genau diese Gewerbegebiete Die hier so dicht an dich den Deutschland stehen und die dafür sorgen Dass wir eben halt den Wohlstand haben wenn der weg bricht Dann wankt auch die Demokratie und dann haben wir halt vierzig Prozent AfD in manchen Teilen des Landes, wenn wir eben da populistisch drauf reagieren.

00:14:21: Und nicht klug mit den richtigen Ableitungen!

00:14:24: Du hast ja drei richtig faszinierende Beispiele was man eigentlich machen könnte.

00:14:27: Wir schieben sie noch ein bisschen nach hinten weil wir gehen noch tiefer in den China-Shock rein.

00:14:30: Was sich faszinieren fand ist diese krasse Geschwindigkeit ne?

00:14:34: Also ihr habt geschrieben im Paper zwei tausendzwei hatte China einen Exportanteil an PKWs von praktisch null.

00:14:43: Jetzt, gerade mal vierundzwanzig Jahre später haben sie Deutschland krass abgehängt.

00:14:48: also ich glaub die exportieren jetzt sechs Millionen Fahrzeuge.

00:14:51: wir sind bei vier Millionen.

00:14:52: und was die Gesamtproduktion angeht das war halt auch so ein Schad für euch in dieser Studie was einfach so krass war.

00:14:58: Europa?

00:14:59: Ich glaube Deutschland Japan und USA produzieren nicht so viele Autos wie China alleine.

00:15:08: Das ist einfach nur krass und das innerhalb von zwanzig Jahren, also diese Geschwindigkeit ist wirklich atemberaubend.

00:15:14: Es ist sogar noch krasser weil wir haben da zwar den Vergleich mit zwanzich zwei tausendzwei glaube ich, weil das so unsere ersten Zahlen waren die wir uns dann angeschaut haben.

00:15:24: aber der Pieck geht eigentlich sehr produktionspiegelt eigentlich so zweitausend siebzehn los.

00:15:29: die Exporte fangen aber jetzt an erst anders.

00:15:31: man sieht dass immer erst die Produktion hochläuft Und dann wird so viel produziert, bis das der eigene Markt nicht mehr aufnehmen kann und dann wird sozusagen exportiert.

00:15:39: Die Märkte werden überschwemmt.

00:15:41: Was man da festhalten muss.

00:15:43: ich glaube teilweise gleich China so ein bisschen den schwachen heimischen Markt aus habt ihr geschrieben?

00:15:48: Das heißt dann pushen sie halt alles in die Welt raus.

00:15:50: wahrscheinlich auch stark subventioniert ist.

00:15:53: vielleicht auch eine kleine Fußnote die wir an dieser Stelle machen würden.

00:15:56: Ich meine China is natürlich technokratischer ein Parteienstaat.

00:16:00: Also was können die da finanzpolitisch machen, was wir halt nicht machen können?

00:16:04: Inwiefern ist dieses Wachstum einfach wirklich so strategisch subventioniert?

00:16:08: und ich sage mal unfair aus unserer Sicht.

00:16:11: Ja na die ganze Prämisse ist halt eine andere.

00:16:13: also wir sind halt einer auf Profitabilität ausgerichtete soziale Marktwirtschaft.

00:16:20: aber die Einzelunternehmen müssen alle profitabel sein.

00:16:23: das ist einfach keine Metrik in dem chinesischen System.

00:16:27: Die Metrik dort Dominanz und Marktanteile, und Unabhängigkeit.

00:16:33: Also das ist das was von der chinesischen Führung vorgegeben wird.

00:16:37: deswegen gibt es ja auch für die Unternehmen dort so Performance-Indikatoren Und da ist Profitabilität nur ein kleiner Indikator.

00:16:48: Die anderen sind wirklich so an.

00:16:49: Marktanteile Produktionskapazitäten, Produktions Kapazitätswachstum Das sind die eigentlich viel entscheidenderen Faktoren nach denen dort auch Manager gemessen werden.

00:16:59: Und das muss sich immer wieder vergegenwärtigen, wenn dann auch gesagt wird.

00:17:01: Das stimmt was du gesagt hast der Binnenkonsum ist schwach Die die Nachfrage zieht da nicht so nach.

00:17:08: Dann fragen wir alle wie lange könnt ihr das denn durchhalten?

00:17:12: und die Antwort ist einfach länger als wir.

00:17:15: also das ist Einfach nur darauf aus diese Märkte dauerhaft zu dominieren und Perspektivisch dann auch profitabel zu sein.

00:17:24: aber das ist nicht die Premiere mit

00:17:28: Das muss man natürlich auch sagen, ist sozialnachhaltig.

00:17:30: Ist das nicht was die machen?

00:17:31: Also klar, da wächst eine große Mittelschicht an in China.

00:17:35: Aber ich meine den ist es dann auch egal.

00:17:37: wenn sie also einfach zu viele Werke hochziehen In der PV-Produktion und dann einfach drei Werke Und in China sind das gigantische werke mit unglaublichen arbeitsplatten platt gemacht werden müssen weil das konzept nicht aufgegangen ist.

00:17:48: Da wangt nicht die Führung der einpartei Der kommunistischen partei Das kannst du natürlich in Deutschland nicht so machen.

00:17:55: Ähm, das ist auch gar keine Frage!

00:17:57: Was ich noch kurz ergänzen würde bevor wir wirklich zum Positiv-Beispielen kommen ist... Es ist schon real.

00:18:02: also ne?

00:18:03: Ich habe in ganz vielen anderen Folgen gesagt so oh die Bild zieht gerade eine Kampagne durch dass sie jeden Tag irgendwie ganz prominent postet das in Deutschland wieder ein führende Weltmarktführer Pleite gegangen ist und Insolvenz angemeldet hat.

00:18:14: Und ich hatte immer so das Gefühl die schüren einfach ganz bewusst die Angst.

00:18:17: um dann ihre Agenda durchdrücken zu können Habe ich auch in meinem Newsletter geschrieben, der Springerkonzern hat sich gerade verabschiedet.

00:18:24: In seinen sechs oder acht Kernstatuten, also wirklich den Kernwerten, hat er sich vom sozialen Marktwirtschaft rausgestrichen und das Bekenntnis zu Europa weiß man, worauf die abzielen.

00:18:34: Aber in eurer Studie ist es schon bitter.

00:18:38: Wenn man schaut, Autos, Maschinen, Gummi, Metall, Textil, da verlieren wir massiv Arbeitsplätze ... In Summe, glaube ich sind es zweihundertvierzig Tausend Abdeck geschrieben.

00:18:49: Und auf der Positivseite haben wir so einen ganz kleinen Anteil wo in Chemie und Phamon Elektro ein paar Arbeitsplätze entstehen.

00:18:55: also ist schon real oder?

00:18:57: Ja absolut real.

00:18:58: das Ausmaß ist jetzt mittlerweile auch noch... Also die Zahlen sind immer so ein bisschen mit Vorsicht zu genießen weil die nur ein Teil der Realität abdecken.

00:19:06: ja also viel wird in Deutschland zum Beispiel einfach früh verrentet oder in Teilzeit geschickt.

00:19:14: Tatsächlich ist das absolute Ausmaß höchstwahrscheinlich auch sogar noch größer.

00:19:21: Es gab jetzt eine Schätzung, ich meine von der EU-Kommission, dass europaweit ungefähr eine Million Hightech Arbeitsplätze bereits verloren sind in dem Zeitraum seit Jahrzehnteinzehn und den größten Anteil davon hat nun mal Deutschland.

00:19:38: Und das muss man sich einfach vergegenwärtigen, dass einerseits die Zahlen krass sind, sie perspektivisch aber noch krasser werden.

00:19:47: Weil ja auch diese Dynamik nicht von heute auf morgen aufgehalten werden kann eben weil man nicht einfach an so ein zwei Schrauben dreht und dann sozusagen rollt der Rubel wieder sondern es muss sind tiefere Anpassung die auch alle sehr riskant sind.

00:20:05: da kommen wir gleich vielleicht nochmal auf was man tun.

00:20:07: Und

00:20:07: einem Punkt der auch ganz wichtig ist dazu kommt halt auch noch Jenny Ei.

00:20:12: Also machen wir uns nichts vor, das Versprechen ist immer ja die Arbeit wird sich verändern.

00:20:16: Das glaube ich nur zur Hälfte.

00:20:17: Ja sie wird sich verändert.

00:20:18: Zur Hälfe werden mir aber auch wirklich einen radikalen Arbeitsplatzabbau gerade in den gut bezahlten White Collar Jobs sehen also Anwälte und so.

00:20:25: Ich sage mal eine Lohnkaste dies nicht gewohntes überflüssig zu sein.

00:20:30: Und die sich vielleicht schon über zwei sogar drei Generationen dran gewöhnt hat im Wohlstand zu leben.

00:20:38: Das wird uns noch mal hart treffen.

00:20:40: Genau, kommen wir zu dem Positiv-Beispiel?

00:20:42: Du hast ja gesagt es gibt Stellschrauben die man drehen kann und euer Paper fokussiert sich auf den sogenannten Turnaround.

00:20:48: Wort das ich noch nie gehört habe.

00:20:49: also das fehlt immer irgendwie, ne?

00:20:52: Also man hört immer deindustrialisierung.

00:20:54: was fehlt ist Ja aber was wollen wir denn stattdessen?

00:20:56: wo sollen wir hin?

00:20:57: Und eure positive Visionen ist der turn around.

00:20:59: warum ist dieses wort und dass konzept dahinter so wichtig?

00:21:05: genau wie du sagst versuchen wir

00:21:08: ja,

00:21:09: so Wachstum-Stories eigentlich zu finden und sagen okay was können wir denn jetzt eigentlich tun in dieser Situation?

00:21:15: weil es ist immer ein bisschen mühselig die ganze Zeit zu sagen was alles schiefläuft sondern das können wir dann wirklich besser machen.

00:21:21: Wenn man nicht mehr genau weiß wo man da hingucken soll, dann schaut man in die Geschichte Das haben wir dann mal gemacht Und uns auf die jüngere Vergangenheit beschränkt Industriepolitische Analyse gemacht, gibt es denn Länder die in einer ähnlichen Situation sind oder waren wie wir gerade sind und wie reagieren die da drauf?

00:21:45: Das war eine spannende Übung weil sie sich auch ein bisschen davon unterscheidet was normalerweise so als industriepolitischer Erfolgsstory verkauft wird.

00:21:55: was einem typischerweise einfällt sind zum Beispiel die Tigerstaaten Südostasien irgendwie Taiwan, die jetzt total stark sind in der Halbleiterbranche etc.

00:22:06: Aber diese sind ja wenig vergleichbar mit Deutschland weil es einfach eine sich in der Industrialisierung befindliche Gesellschaft ist.

00:22:16: also sie kommen aus einer Phase mit wenig Industrie und können so Greenfield einfach neu alles aufbauen.

00:22:24: gute Situation, das haben sie auch sehr gut gemacht.

00:22:27: Aber die ist halt nicht vergleichbar mit Deutschland, wir haben ganz viele Altlasten, nenn ich es jetzt mal oder ganz viel so Legacy-Industrie, alte Industrien mit ganz vielen Industrieanlagen, die ganz viel Kapital binden.

00:22:38: und es ist eine ganz andere Frage wie ich dieses Dickschiff jetzt gedreht kriege ja?

00:22:42: Und wieder auf einen Wachstumskurs kommen... Das ist ja das, was implizit immer mitschwingt.

00:22:49: Wir wollen dass diese Marktanteile die wir jetzt gerade verlieren.

00:22:54: eigentlich wollen wir doch, dass sich die Kurve dreht und das Ganze wieder steigt.

00:22:58: Dass wir nicht irgendwie dann Platz zehn sind und dass irgendwie halbwegs gut läuft sondern eigentlich soll uns das ja wieder Wohlstand und Wachstum bringen.

00:23:07: Und das war eben das was wir als Turnaround beschafft haben, dass eben diese Kurve, die wer auch in dem Geldbrief den du vorhin erwähnt hast schaffen wir es, dass diese Kurve wieder nach oben geht.

00:23:18: Welche Turnarounds gibt's denn?

00:23:19: Also gibt das nur ein Turnaround und gibt es verschiedene?

00:23:22: Ja also vielleicht erstmal die ernüchternde Erkenntnis ist, dass gar nicht so einfach ist.

00:23:28: Es ist extrem schwierig und es gibt wenig gute Beispiele dafür.

00:23:34: Es gibt so, wir sagen dann immer das eine ist so das was ich gerade beschrieben habe.

00:23:38: So ein Art vollständiger Turnaround.

00:23:39: ja man kriegt so einen Dip aber schafft es durch Reform eben wieder die Nummer eins in der Welt zu werden jetzt mal platt ausgedrückt.

00:23:49: Dann gibt's so teilweise Turnarounds wo man einfach es schafft dass dieser Abwärtstrend nicht fortgesetzt wird also dass die Industrie im Prinzip komplett abgewickelt werden muss.

00:24:02: Und genau als drittes gibt es dann noch sozusagen die, das gescheiterte oder dass wenn man nichts tut.

00:24:07: Das ist eben perspektivisch einfach in so einem Bedeutungsverlust mündet und die Industrie abgewickelt werden muss.

00:24:13: Da haben wir in Deutschland auch Erfahrung mit.

00:24:16: also die Solarindustrie kommt da in den Sinn.

00:24:21: aber auch teilweise passiert es auch aktiv ja?

00:24:24: Also die Atomkraft oder die Braunkohleabbau

00:24:27: etc.,

00:24:28: der ab irgendeinem Punkt gesagt okay Entweder lohnt sich nicht mehr oder wir wollen das nicht mehr machen, dass dann aktiv abgewickelt wird.

00:24:36: Das heißt man kann so sagen?

00:24:37: Wir sagen ja immer so Deutschland ist Weltmeister in ganz vielen... Leider hat auch ein bisschen Weltmeisters dann im Abwickeln.

00:24:44: Eben coole Industrie abgewickelt sind vollerweise Atomindustrie abgewicken.

00:24:48: ob zu früh ist eine andere Frage aber sinnvollerweise.

00:24:51: D.h.,

00:24:52: da sind wir richtig gut auf der anderen Seite.

00:24:53: das Versprechen was man von der Politik immer hört ist also ein bisschen angelehnt auch an Mager Trump mit Make America a Great Again, ähnliche Versprechen gab es hier im Wahlkampf dann auch Rimmer und Deutschland wieder an die Spitze.

00:25:04: Das eigentlich unrealistisch sagst du zumindest in den Branchen, die in der Enemyserie stecken.

00:25:09: Da ist eigentlich nur der partielle Turnaround realistisch das heißt zum Gesundheitsschrumpfen oder in manchen Sektoren wieder spitze werden.

00:25:17: Und genau da habt ihr drei Positivbeispiele für gefunden.

00:25:20: Welche waren das?

00:25:21: Warum sind diese so spannend?

00:25:23: vielleicht noch einen kurzen Bemerkung zu, was Deutschland eigentlich gerade tut.

00:25:26: Weil das gesagt hast du ja, wir wickeln aktiv ab, das tun wir aber dieses Wir picken uns jetzt strategisch Industrien raus die wir wieder an die Spitze bringen wollen.

00:25:38: Das wird in Deutschland nicht gemacht.

00:25:41: so also dass es nicht Teil des Selbstverständnisses einer aktiveren sozusagen Industriepolitik sondern man fokussiert sich auf eben die Randbedingungen, dass die eben angepasst werden und dann finden sich schon die Sektoren, die dann erfolgreich sind.

00:25:57: Das ist ja die Theorie dahinter und der Staat selber trifft gar nicht diese strategische Entscheidung.

00:26:03: Ich würde ein bisschen Fragezeichen daran machen ob das immer so der Fall ist.

00:26:07: aber bleiben wir dabei?

00:26:10: Die Positivbeispiele, die du erwähnt hattest, die sind dann auch ein Stück weit vergleichbar mit Deutschland.

00:26:18: Wir haben uns konkret angeschaut.

00:26:20: Südkorea Die hier haben Bauern, sind Feldmarktführer in Schiffbau.

00:26:26: Also auch eine schwer Industrie die irgendwie vergleichbar ist mit dem deutschen Maschinenbauer oder der Autoindustrie.

00:26:33: Wir haben uns den schwedischen Stahlsektor angeschaut und wir haben uns die amerikanische Automobilindustrie angeschauert und die sind so Archetypen also drei Archetyp von aktiver Industriepolitik die im Zweifelsfall in einem Turnaround dann münden können.

00:26:50: Fangen wir mit südkorea an war super fasziniert weil du hast gesagt die sind weltmarktführer.

00:26:54: aber es sah eben ganz genau andersrum bei den aus.

00:26:56: ich glaube Ausgangslage war Die waren schon mal weltmarkt führe da hatten sie so siebzig prozent vom weltmarkt und dann ging's Aber in eine ganz andere richtung.

00:27:04: warum?

00:27:06: im prinzip Genau der der china schock.

00:27:08: also china hat angefangen.

00:27:11: Ich meine süd korea landet mit sehr viel küste China auf Weltdominanz aus, auch mit sehr viel Küste und sehr viel Handel.

00:27:18: Es ist naheliegend das diese Länder versuchen ihre eigenen Schiffe zu bauen.

00:27:24: Deswegen ist es von Beginn an ein strategischer Sektor.

00:27:27: China hat dann aber genau die gleiche Strategie gefahren, die wir gerade eben schon beschrieben haben.

00:27:31: also hat Stahlsektor angefangen, dann eine sehr einfache Schiffe gebaut und kontinuierlich einfach auf billige Massenproduktionen gesetzt am Anfang tatsächlich auch sehr viel mit manueller Arbeit und so versucht den Markt zu überschwemmen.

00:27:48: Ich kann mir gut vorstellen, dass südkoreanische Manager in ähnlichen Moment hat mit deutscher Automanager.

00:27:53: ja die bauen viele Schiffe aber schau mal deren Spaltmaße an das will doch keiner haben

00:27:57: oder?

00:27:58: Genau genau also es ist frappierend auch wie vergleichbar diese Krisenreaktionen sind.

00:28:06: und die Diskussion wir kommen gleich auf die Unterschiede glaube ich zu sprechen weil im Prinzip war Seit den letzten Jahren war die südkoreanische Schiffbauindustrie in so einem Krisenmodus, wo sie konstant Milliarden Verluste gemacht haben.

00:28:27: Das liegt auch daran dass dieser Markt, der ist sehr zyklisch, also Schiffe werden jetzt nicht ständig gekauft sondern die werden dann einmal am Mass angeschafft.

00:28:38: wenn gerade der Welthandel boomt versuchen alle Schiffe zu kaufen und dann brechen die, brechen auch die Einkäufe wieder ein weil eben viele, viele Kredite nicht bedient werden.

00:28:49: Das heißt es ist natürlicherweise sehr zyklisch Und diese Durststrecke so wird dann immer typischerweise zur Konsolidierung genutzt.

00:29:02: Südkorea hat dann sehr aktiv entschieden also die Regierung zusammen mit den Unternehmen Es so nicht weitergehen kann, dass man einfach in diesen Massen-Schiffmarkt, nenne ich es jetzt mal.

00:29:16: Dass man da nicht konkurrieren kann sondern das man sich schon technologisch spezifizieren muss und hat eine Green Ship Initiative gestartet.

00:29:24: Das man dediziert sagt, das war die eine Initiative, also grüne Schiffe, das meint im häufigsten Fall LNG Tanker, also die Flüssigast transportieren Und alles was man halt dazu braucht, also auch so die Anbindung an Ölplattformen und Gas-Plattformen.

00:29:45: Die ganze Infrastruktur an den Häfen etc.

00:29:48: Man hat gesagt okay das ist technologisch.

00:29:51: wird das irgendwann mal eine hohe Nachfrage haben nach dieser Technologie?

00:29:54: Wir wollen da jetzt Vorreiter sein.

00:29:58: Da muss ich schon direkt rein!

00:30:00: Super spannend ganz wichtig die Unterscheidung.

00:30:02: Die Schifftechnologie selber ist nicht zwangsläufig nachhaltig, sondern es liegen nur drum, dass sie quasi ein Rohstoff transportieren, der etwas weniger schlecht als Öl ist.

00:30:10: Sagen wir mal so LNG ist jetzt auch nicht so geil, ne?

00:30:12: Aber das heißt die haben jetzt nicht gesagt unsere Schiffe fahren mit LNG oder unsere Schiffe fahren mit Wasserstoff sind hier einfach gesagt da kommt eine Technologie einen Demand einem neuen Rohstoff.

00:30:22: Wir denken strategisch voraus und den besetzen wir.

00:30:25: Und da muss ich schon mal festhalten, dass wahrscheinlich ein Unterschied das ist was, was wir in Deutschland nie hinbekommen.

00:30:30: Dass wir sagen der entsteht im Zukunftsmarkt und wir investieren strategisch verlassen uns drauf, dass er in fünf oder zehn Jahren da ist.

00:30:37: Ja in Deutschland sagt man ja, das ist Aufgabe der Unternehmen.

00:30:40: Der Staat hat sich daraus zu halten, der Staat ist kein besserer Unternehmer.

00:30:43: Das ist die Aussage dahinter.

00:30:48: Südkorea hat natürlich anderes Staatsverständnis als wir das haben.

00:30:55: Es ist historisch eine Diktatur gewesen, dementsprechend sind auch nach wie vor Strukturen vorhanden sowohl auf der Startseite als auch auf der Unternehmenseite die sehr auf diese Kollaboration aus sind.

00:31:11: Man kennt ja auch die Hyundai, Samsung

00:31:13: etc.,

00:31:14: also diese großen koreanischen teilweise Familienunternehmen und auf der Startseite eben extrem viel staatliche Kapazität.

00:31:23: Also sie haben einfach ja wie so eigene Thinktanks, die oder Ministeriums nahe Forschungsinstitute, die halt für diesen Sektor spezifisch Marktvorkast machen, Technologievorkast machen und eben sehr strategisch überlegen was, wie kann das langfristig ein Wachstumsbeitrag sein?

00:31:48: Und was konnten die, du hast gesagt zu Hintergrund?

00:31:49: ne eine Militärdiktatur das heißt sie können viel Top-Down entscheiden.

00:31:53: Was konnten die entscheiden oder umsetzen?

00:31:54: Was wir in Deutschland nicht so leicht machen könnten

00:31:56: zum einen eben diesen?

00:31:59: Das ist ganz spannend sieht man in Asien ganz viel auch in Japan dass zB kurzzeitig Zum Wohle des Sektors Konkurrenz unterbunden wird.

00:32:11: also es wird zum Beispiel kurzfristig gesagt so jetzt Jetzt ist nicht Technologieoffenheit, jetzt ist nicht irgendwie ihr versucht euch alle gegenseitig die Marktanteile abzugrasen sondern wir leinen uns sektor übergreifend auf eine gemeinsame Strategie und das ist ein Verständnis was ja in Deutschland Nicht vorhanden.

00:32:36: Das ist super

00:32:36: spannend, weil für diese Folge hatte ich jetzt das Wort Technologieoffenheit gar nicht auf dem Zettel.

00:32:40: Aber das ist natürlich ein großer Reizpunkt bei allen Themen die uns umtreibt.

00:32:44: Das heißt neues Wort, das habe ich den letzten auch schon mal gelernt.

00:32:48: Ich kann nicht mehr die Credits weitergeben, weil mein Name mir nicht so voll einfällt aber der hat ja auf LinkedIn geschrieben Technologie Klarheit und dann läuft es.

00:32:55: Und das heißt ihr habt für Technologie-Klarheit gesorgt

00:32:57: Genau.

00:32:57: Also zeitweise unterbinden von also wohlgemerkt Zeitweise, ne?

00:33:02: Es gibt dann sozusagen so eine Transitionsperiode man sieht das auch in anderen Industrie-Sektoren dass kurz eben für Technologie Klarheit gesorgt wird und eben die Richtung klar ist.

00:33:15: was aber auch zur Wahrheit dazu gehört ist natürlich auch die Konsolidierung staatlich unterstützt wird.

00:33:21: Das bedeutet es wurden Werften massiv zusammengestrichen.

00:33:25: ich glaube jetzt sind nur noch fünf Großwerften übrig.

00:33:28: Früher gab es seit dreizigvierzig und das wird dann eben auch aktiv vom Staat gemanagt, dass ist was die Unternehmen selber natürlich nicht so gut können.

00:33:39: also teilweise gibt's da gewerkschaftliche Interessen- und Kündigungsschutz.

00:33:45: Das gehört zur Wahrheit dazu, dass der in einem strategischen Deal dass da auch Restrukturierungen durchgeführt werden, die dann vom Staat möglichst abgefedern werden müssen.

00:33:59: Das merken wir jetzt ja gerade in der aktuell regierten Koalition.

00:34:02: Wer bei uns nicht so einfach?

00:34:03: Auf der einen Seite hast du Bars sozusagen und Gewerkschaften auf der anderen hast du irgendwie dann die Wirtschaftsministerin und gemeinsam kommen sie keinen Schritt weiter.

00:34:13: was ich aber auch faszinieren fand ist das die gesagt haben, dass die wirklich Dinge festgelegt haben.

00:34:17: Die haben gesagt es gibt drei Standorte, dort werden die Werften gebaut und dann etwas was in Deutschland nie passieren würde.

00:34:23: Die haben gesagt diese Unternehmen machen das und dass man teilweise Unternehmen die komplett neu in den Sektor waren.

00:34:29: also wenn wir es übertragen auf die Automobilindustrie die haben nicht gesagt okay wir setzen jetzt auf eine komplett neue Fahrzeugtechnologie und dann wie in Deutschland üblich bewerben sich halt Daimler Audi und sonst wer?

00:34:39: Und da bauen sie das Deutschland Auto und es geht schief und wird zu teuer und kann nichts.

00:34:43: sondern die haben gesagt ne das macht keine Ahnung.

00:34:45: Stil Bosch und keine Ahnung, drittes Unternehmen.

00:34:49: Was in dem Sektor noch nie unterwegs war?

00:34:52: Das ist fairerweise am Anfang der Fall gewesen als sie diesen Sektors aufgebaut haben.

00:34:57: das ist aber schon auch faszinierend also dass man halt sagt man gibt Unternehmen sozusagen Eintrittschancen die dann eben auch ja das Geschäft sozusagen beleben in einem neuen Industriesector.

00:35:11: wie

00:35:12: sinnvoll das jetzt ist, weil das war am Anfang schon noch so die Ausläufer der Militärdiktatur.

00:35:21: Ich will jetzt nicht ausschließen dass da auch viel Fetternwirtschaft einfach betrieben wurde.

00:35:26: Das sei mal dahingestellt.

00:35:28: aber sozusagen diese... verschiedenste Strategien, wie man eben auch das Konkurrenzverhältnis und das Innovations-Verhältnis so ein bisschen beleben kann.

00:35:40: In dem man eben fremde Fische in den Teich setzt.

00:35:43: Fazit aber – und das ist ja das Wichtige für uns heute – dieses Konzept ist aufgegangen!

00:35:48: Also du hast ja gesagt, es wird einem Jahr ungefähr schreiben die positive Zahlen und sind wieder, ich glaube sogar nicht, stand seit zwei Jahren her größten und produktivsten Werften der Welt?

00:36:02: Ist das jetzt ein partieller Turnaround oder ein kompletter Turnaround?

00:36:05: Das ist so.

00:36:06: die Frage, wie man das definiert.

00:36:08: Wenn man sich den gesamten Schiffsmarkt anschaut und es weiterhin an Umsatz- und Stückzahlen ist China nach wie vor Weltmarktführer.

00:36:19: Aber speziell in diesem High End Sektor der Spezialschiffe hat Südkorea eine so lukrative Nische, dass ihr Sektor massiv wächst gerade wieder.

00:36:32: Das ist für keine anderen Schiff produzierende Nationen der Welt, das ist der Fall.

00:36:39: Dass der Sektors in so einem Maße... Selbst tragfähig wächst.

00:36:43: natürlich gibt's subventionierte Projekte, aber dass da so ein massives Interesse auch der Kapitalgeber da ist.

00:36:51: Das ist schon krass.

00:36:52: also man braucht sich ja nur mal die Aktienkurse der Schiffbauunternehmen da anschauen, die sind halt durch die Decke gegangen

00:36:58: und ich nehme an Fazit ist halt auch positiv für positiver Beitrag für deren Volkswirtschaft.

00:37:05: Vielleicht nicht so viel Umsatz wie China, aber es trägt positiv zu einem ausreichenden Wohlstand in Südkorea bei.

00:37:12: Das ist korrekt.

00:37:13: und auch der limitierende Faktor für Wachstum ist dort jetzt nicht mehr die Nachfrage sondern Arbeitskräftemangel.

00:37:23: also man braucht einfach Spezialkräfte für die in diesen Werften arbeiten Und das ist gerade das Bottleneck, um weiter zu skalieren.

00:37:31: Also man ist gewechselt von einer Industrie die massiv Arbeitsplätzeabbau zu einer Industie, die jetzt grade eigentlich händeringend...

00:37:40: Hochqualifizierte hochbezahlte Arbeitsplatte stellt aber nicht die Leute dafür findet.

00:37:46: Scheint mir fest!

00:37:47: Das Ding war strategisch vorausgedacht ein Wachstumsmarkt, kommenden Wachslumsmarkt bedienen alte Zöpfe radikal abschneiden Und dann, okay das ist jetzt keine Green Tech.

00:37:57: Aber ich sag mal so sie sind auf eine Green Tech Dienstleiste also der Schaufellieferant für ne halbgrüne Branche.

00:38:05: Wir wollen hier nicht LNG über den grünen Kleeloben wortwörtlich.

00:38:09: Jetzt haben wir gesagt ein zentrale Bestandteil war natürlich ehemalige Militärdiktatur.

00:38:14: Können wir jetzt nicht sagen, das Modell können wir eins zu eins auf Deutschland übertragen.

00:38:17: Logisch!

00:38:18: Aber eines der anderen drei Beispiele bei euch ist eine Demokratie die in meinen Augen eine deutlich stabilere und ab vor allem aktuell auch gesündere Demokratie als Deutschland ist nämlich Schweden.

00:38:27: Insofern vielleicht sogar noch spannender für uns.

00:38:30: was ging da?

00:38:31: Der schwedische Fall ist meiner Meinung nach auch der am vergleich... am meisten vergleichbare Fall.

00:38:38: zu dem deutschen Fall Wir haben uns dort die Stahlindustrie angeschaut, die sicherlich hier auch schon mal diskutiert wo Schweden gerade immer noch an der Spitze sozusagen der grünen Transformation steht.

00:38:55: Und da war es sehr spannend zu sehen so okay auch im Gegenpol zu eben den USA auf der anderen Seite und eben Südkorea gesteuerten Top-Down-Seite, wie sich da Schweden positioniert.

00:39:08: Und die sind eben so ein Mittelweg gegangen, dass man auch eine große Kollaboration zwischen Staat und Unternehmen hat aber das wesentlich schlanker geführt wurde und eigentlich der Staat nur die Zielvorgabe gegeben hat, dass die Unternehmen Wachstumspläne als Teil einer grünen Transformation vorlegen sollten.

00:39:33: also Wie kann die grüne Transformation gelingen und gleichzeitig für Wachstum sorgen?

00:39:37: Das war die Maßgabe.

00:39:40: Und alle kritischen Sektoren, die dann da definiert wurden diese Unternehmen mussten Pläne dafür vorlegen.

00:39:47: Da zählte eben auch der Stahlsektor dazu.

00:39:52: Krass!

00:39:53: Wir haben wirklich gesagt wir setzen auf grünen Stahl in einem Hochlohnland und haben gesagt wir glauben daran dass das durchgeht.

00:40:01: Das war zumindest einer der Business Cases, die vorgeschlagen wurden.

00:40:07: Also zu sagen das ist noch eine Technologie dies in der Entwicklung wir haben alle Assets dafür und wir glauben daran dass das perspektivisch diese Nachfrage kommt.

00:40:17: also lass uns da an die Spitze setzen um eben Vorreiter zu werden.

00:40:22: Das wurde ein bisschen einfacher dadurch dass der Staat da schon investiert war historisch was zumindest die Rohstoffproduktionen angeht und die Weiterverarbeitung.

00:40:34: Aber gleichzeitig hat es total viel zusätzliche Investitionen dann

00:40:39: getriggert.".

00:40:41: Und das Konzept scheint auch da aufgegangen zu sein, nur eine kurze Nachfrage.

00:40:44: Hatten sie auch wieder ganz speziell der China-Problem?

00:40:50: Also die Stahlkrise oder die Stalkrisen gibt's jetzt schon mehrere in der Geschichte... Die wir auch in Papier behandeln, ist ja die in den Siebzigern und dann auch noch in den Achtzigern wo so Kunststoffe aufkam und einfach weniger Stahl nachgefragt wurde.

00:41:09: Jetzt tatsächlich ist es zunehmend auch wieder ein China-Problem weil billige Standardstehler halt schon viel exportiert werden von China.

00:41:22: Aber die Erkenntnis auch da wieder zu sagen, wir müssen auf Spezialstähle setzen.

00:41:26: Wir müssen auf fortschrittliche einzigartige Produktionstechnologien setzen, in denen wir Vorreiter werden.

00:41:35: Das ist wieder eine Reaktion auf China in den letzten, würde ich sagen, fünfzehnundzwanzig Jahren.

00:41:42: Auch mega spannend!

00:41:43: Ihr schreibt also wie gesagt bestehende Player haben es geschafft ... einen Turn-Around zu schaffen und es sind teilweise wirklich neue Unternehmen standen mit bis zu... ... bis zu tausend fünfhundert Beschäftigten.

00:41:51: Also das ist jetzt nicht mehr ein Startup, ne?

00:41:53: Das heißt wirklich in Schweden neue Arbeitgeber mit einem massiven, massiven Arbeitsplatzangebot!

00:42:00: Auch da spannen wieder die parallele zu deutschland.

00:42:03: grünstahl war bei uns auch mal ein thema von paar jahren und damit sind wir bisher so voll an die wand gefahren.

00:42:07: also natürlich ein grupp hätte zwei milliarden bekommen für das grün stahlwerk unten hochofen der mit wasserstoff betrieben wird.

00:42:13: sie haben ihn glaube ich stand jetzt nicht gebaut und ich glaub sogar lieber die zwei milliarden zurückgezahlt.

00:42:19: Es gibt nur noch einen player, der in der richtung unterwegs ist und wirklich investiert.

00:42:23: den werde ich hoffentlich auch in einer der direkt komnten folgen zu gast haben salzkitter.

00:42:28: Da werden wir das Thema ausführen.

00:42:30: Aber auch da wieder hat es Schweden geschafft, wären wir so auf halber Strecke die Handbremse gezogen haben und wieder komplett ausgestiegen sind?

00:42:38: Genau.

00:42:38: also Schweden hat natürlich ein paar günstigere Randbedingungen muss man dazusagen.

00:42:42: Also sie haben natürlich die Bedingung für günstige erneuerbare Energien.

00:42:48: Also da sind schon mal die Stromkosten, die man eben dann auch für Grünstein braucht sind zum einen geringer.

00:42:56: Zum anderen was ich gerade eben schon angeteasert habe, ist die Wertschöpfungskette so ein bisschen vertikaler integriert.

00:43:05: Was meine ich damit?

00:43:06: Also der Staat zum Beispiel besitzt den LKP heißt ja also den größten Erzproduzenten.

00:43:13: Sie haben eine eigene Versorgung mit Rohreisen das sie dann eben in Stahl-Hütten weiterverarbeiten können und die sind zum Teil auch im zumindest mit Staatsbeteiligung.

00:43:31: Das heißt, dort steuerend einzugreifen ist dort einfacher und man kann auch dadurch Investoren länger bei der Laune erhalten.

00:43:39: sozusagen also das im Zweifelsfall der Staat sich günstiger refinanzieren kann als ein privater Kapitalgeber.

00:43:48: Kann man da auch über so ein paar Durststrecken wie eben in so einer Transformation.

00:43:52: wichtiger Punkt weil du hast ja vorhin schon gesagt in Deutschland sagen wir die Unternehmen sollen es richten Wir haben Technologieoffenheit und das innovativste Unternehmen wird schon strategisch den nächsten Wachstumsmarkt anstreben.

00:44:02: Das müssten ja von alleine wollen.

00:44:05: Investoren aber sind zögerlich, weil es ist Gefühl haben der Staat will dass sie das ganze Risiko tragen die Millionen oder Milliarden investieren wenn's nicht aufgeht egal.

00:44:14: Das heißt da auch sozusagen mehr Sicherheit durch den Staat.

00:44:17: wir tragen euch durch diese Transformation.

00:44:19: Das ist korrekt.

00:44:20: Aber was da auch noch wichtig ist glaube ich Man versteht, dass wenn es einmal diese Technologieklarheit gibt und diese generelle Richtung in Schweden sieht man das eben was das Stegra Projekt genannt oder schon angeteasert.

00:44:38: Das auch wirklich private Kapitalgeber selber dann extrem hohes Risiko anfangen zu tragen.

00:44:43: Und also wie du gesagt hast, dass tausend fünfhundert Mitarbeiter in so einem Stahlwerk ist nicht nichts ist.

00:44:50: auch ein bisschen noch die Frage geht dieser Business Case auf, aber allein dass diese Investitionen getätigt werden.

00:44:55: Dass auch Abnahmeverträge geschlossen werden über die nächsten zehn, fünfzehn Jahre bringt einfach eine Sicherheit in dieses ganze System rein, die dann auch wieder gesellschaftlich jetzt eher im Befriedenheit wirken kann.

00:45:09: Da auch wieder sorry das ist so ein Thema was mich immer aufregt.

00:45:12: ich hatte ja meine Folge mit dem Deutschlands CEO von Holzem, Zementhersteller in Deutschland einer der größten Und die haben halt auch gesagt, eine dieser Riesenhebel den wir liegen lassen ist diese Abnahmesicherheit.

00:45:23: Also was Deutschland baut allein mit öffentlichen Geldern an Schulen und dergleichen.

00:45:28: Wenn wir da verbindliche Quoten für grün-zement-grünstahl nachhaltige Technologien hätten wäre das ein ganz anderer Schnack!

00:45:37: Was machen wir?

00:45:39: Wir lassen es einfach links liegen und bauen, planen und vergeben halt wie bisher auch immer nach dem günstigsten Preis Punkt.

00:45:47: Jetzt flapp sich formuliert das ist natürlich teilweise ein bisschen anders aber da lassen wir einfach richtig viele Milliarden liegen.

00:45:53: ich glaube roundabout fünfhundert Milliarden die für Verbindlichkeit, für grüne Technologien und Transformation sorgen könnten.

00:46:01: jetzt noch ganz kurz und dann kommen wir nämlich wirklich zur Einschätzung wohin bewegen wir uns in Deutschland?

00:46:05: was bedeutet das für Nachhaltigkeit Stile?

00:46:08: Amerika Beispiel, weil in der Kernindustrie die für uns wichtig ist.

00:46:13: Autobranche sind die uns da schon einen Schritt voraus?

00:46:16: Warum war der case spannend?

00:46:18: Also da konkret haben wir uns den Fall angeschaut wie die USA auf die Finanzkrise reagiert haben.

00:46:25: also das ist in Deutschland vielleicht mittlerweile schon ein bisschen vergessen.

00:46:28: aber Finanzkrise hatte in den USA ja nicht nur Auswirkungen auf den ganzen Banken- und Finanzsektor, sondern hat massive Schockwellen in dem verarbeiteten Gewerbe gesorgt.

00:46:39: Und da ist eben auch die Autoindustrie, die amerikanische fast komplett kollabiert.

00:46:46: das ist eine Dimension, die wir in Deutschland so nicht haben dass jetzt ein VW zum Beispiel zahlungsunfähig wird.

00:46:54: aber das war dort der Fall.

00:46:57: Und im Vergleich zu den anderen beiden Cases, ist das ein klarer Fall von auch wieder Top-Down staatlicher Steuerung über so eine sogenannte Autotaskforce haben die die genannt.

00:47:08: Das finde ich eigentlich als Idee für Deutschland gar nicht so unschamant zu sagen okay wir setzen uns jetzt einen Expertengremium zusammen die mal sozusagen Restrukturierungsvorschläge machen wie dauerhaft wieder auf einen Wachstumsfahrt kommen, was die aber nicht konsequent gemacht haben ist eine klare Wachsungsstrategie vorzugeben.

00:47:31: Das ist ziemlich by the numbers downsizing wie man es von BCG oder McKinsey kennt dass man eben reingeht und Hardcore unprofitable Marken streicht, unprofitabile Werke Und man sieht das in den Zahlen also die Beschäftigungszeit sich dann halbiert innerhalb von einem Jahr, glaube ich.

00:47:52: Also das ist in Deutschland unvorstellbar weil die Arbeitnehmerrechte das verhindern.

00:47:58: zum Glück aber was man dann in Folge eben sieht dass diese massive Fokussierung auf Profiltabilität in den nächsten Jahren wieder zu einem Wachstum geführt hat.

00:48:11: allerdings die Jobs, die dann aufgebaut wurden sind von der Qualität niedriger.

00:48:15: Also man sieht dann auch dass die Löhne nicht so weiter wachsen.

00:48:19: Das heißt also dieses Fehlens von technologischer Exzellenz und dieser Preissetzungsmacht würde man das dann nennen, dass man im Weltmarkt einfach seine Preise durchsetzen kann.

00:48:28: Die führt dann auch dazu, dass die Löne schwach bleiben.

00:48:31: Aber du hast ja schon eingangs gesagt den perfekten Turnaround werden wir nicht schaffen.

00:48:35: Der ist unrealistisch!

00:48:36: Wir werden federn lassen müssen und die Frage ist schrumpfen wir gesund?

00:48:42: Oder rauschen wir einfach gnadenlos den Bach runter, haben zahlungsunfähige Unternehmen die rausgestrichen werden.

00:48:49: Und ich sage mal weniger verdienen, wirst es arbeitslos sein ist nicht schön.

00:48:53: aber das ist die bessere Alternative individuell und als Volkswirtschaft.

00:48:58: Genau!

00:48:59: Ich glaube man kann das übertragen auf Deutschland wahrscheinlich so drüber nachdenken wie ich am Anfang gesagt habe dass man einerseits ein bisschen die Grundstoffindustrie hat die sehr unter Zugzwang ist Dort wird es höchstwahrscheinlich auf irgendeine Art Gesundheitsschrumpfung hinauslaufen, dass man sagt, man hält sich Sockelkapazitäten vor die wir für unsere Wertschöpfung hier brauchen.

00:49:21: Aber ich sehe nicht wie daraus ein Wachstumscase wird.

00:49:24: eine andere Maßgabe ist das eben für zum Beispiel Automobilindustrie wo wir eigentlich immer einen technologischen Vorteil hatten Effizienzvorteile hatten der jetzt so erodiert ist, dass man sagen muss okay wie kommen wir denn da wieder in eine dauerhafte Wachstumsdynamik rein?

00:49:47: Da wird es kritisch.

00:49:48: Also eines der faszinierendsten Charts, was ich bei euch in einer Studie gesehen habe.

00:49:52: Und ich kann euch nur empfehlen, lesen diese Studie durch!

00:49:54: Man hat immer das Gefühl, Studien zu lesen ist mühselig.

00:49:57: Ich fand es richtig faszinerend.

00:49:59: Sie lässt sich leichtflüssig lesen und da sind einfach Charts die einem die Kindlade runterfallen lassen.

00:50:04: Eines der Kerncharts war das Investitionsverhalten von Unternehmen in den OECD-Ländern.

00:50:09: Ich sag mal platt gesagt Europa und den USA ne?

00:50:12: Und da hast du Deutschland Platz Nummer eins, an der absoluten Spitze was Investition von unserem noch vorhandenen Wohlstand angeht in Ersatz und Austausch.

00:50:21: Also beide autoindustriene Maschinenherstellerin Inersatz und Austausch wahrscheinlich von Maschinnen und dergleichen.

00:50:26: also das heißt wir investieren Achtzig Prozent der Kapazität oder ich glaube siebzig sind's in den erhalt unseres bisherigen Geschäftsmodelles.

00:50:36: Und dann habt ihr auf der rechten Seite quasi in neue Produkte, in R&D, in zukunftsfähige Produkte.

00:50:44: Und da ist eine Spezidee im Markt ganz kleines Land was unglaublich viel Geld investiert und wirklich auf den vierten letzten Platz von Roundabout-Zwanzigländern Deutschland.

00:50:54: also das man kann wirklich hart de facto sehen wir investieren unser Gelb in die Vergangenheit.

00:51:00: Das ist so.

00:51:01: nun ist halt was ich am Anfang gesagt hatte Die Ausgangslage ja auch so, dass wir einfach schon einen riesen Kapitalstock hier haben.

00:51:09: Das heißt diese Ersatzinvestition sind ein Stück weit dem geschuldet das wir auch ja einfach eine Riesenkapitalbasis haben.

00:51:18: aber dieses Fehlen von Investition in neue Produkte und auch zusätzlich Kapazitäten zeigt einfach es gibt eine fundamentale Disbalance.

00:51:30: interessanterweise haben wir das jetzt noch mal für wirklich Innovations Ausgaben uns angeschaut und auch wie der Bund Innovation fördert.

00:51:41: Und da ist genau das gleiche Bild, also der Großteil die Studie ist letzte Woche rausgekommen.

00:51:47: Nee falsch diese Woche raus gekommen dass das auch in große bestehende Unternehmen für Bestands Technologien.

00:51:59: dort wird R&D gefördert aber wenig in eben neue Produkte.

00:52:04: Also wir haben jetzt drei positive cases gesehen und ein positiv case würde ich gerne noch ergänzen weil er kommt aus deutschland.

00:52:09: also Wir können auch Dinge die richtig laufen an und das angesichts von china nämlich im halbleiter markt und chips.

00:52:17: Auch da hat China versucht den markt zu dominieren.

00:52:19: bisher ist es uns gelungen rund um Dresden ein Cluster zu bauen, der da wirklich Weltspitze ist und China ist noch nicht ran gekommen.

00:52:27: Also gerade so Unternehmen wie Infinien also es geht in manchen Brosches schaffen wir das wirklich so weltführende Cluster innerhalb von Deutschland und dann auch noch in Ostdeutschland zu bauen?

00:52:35: also unglaublich wichtig Das geht schon.

00:52:38: aber wenn wir aus Gesamtbild schauen In welche Richtung sind wir unterwegs?

00:52:42: Was würdest du sagen?

00:52:42: also hast drei positiv Beispiele.

00:52:44: Es geht Und was machen wir

00:52:47: genau?

00:52:47: die Erkenntnis Ist eigentlich so bisschen brauchen, offensichtlich so eine Cluster-Strategie wie du sie gerade beschrieben hast.

00:52:56: Also ich finde dieser Positive Case der Halbleiterindustrie ist schon sehr markant weil er einfach zeigt es ist ein total umkämpftes Feld.

00:53:07: aber das passt genau zu den Stärken die Deutschland hat.

00:53:09: also technologisch hochkomplex.

00:53:13: man braucht ganz viele Expertinnen und Experten die super gut qualifiziert sein müssen.

00:53:18: dafür Zukunftsmarkt.

00:53:22: Also ein Markt, in dem wir langfristig Wachstum erwarten und das in Kombination würde ich sagen lohnt dort weiter unterstützend als Staat voranzugehen.

00:53:37: Das tun wir ja auch.

00:53:37: also auch die Infine.

00:53:39: Investitionen zum Beispiel werden mit Milliarden unterstützt Konditionell, also es wurde gekoppelt wirklich das hier auch dann produziert wird.

00:53:49: Das ist nämlich auch ein Unterschied zu vielen R&D-Investitionen, weil einfach gesagt wird so ja ihr kriegt das zur weiteren Entwicklung aber was da davon denn wirklich entwickelt wird ist so ein bisschen fraglich.

00:54:01: Das heißt diese Konditionalität ist auch noch ein ganz entscheidender Punkt Aber das sehen wir gerade viel zu wenig.

00:54:07: Also zu deiner Frage wo steuern wir hin?

00:54:10: Ich habe das Gefühl dass mittlerweile so ein bisschen umdenken in der Politik stattfindet, auch in der Konkurrenz zu China.

00:54:17: Also ich mein werden jetzt die Besuche von Katharina Reiche in der EU werden Mittel und Wege diskutiert wie man sich erst mal sozusagen schützen kann und für gleich einen Wettbewerb sorgen kann aber auch perspektives.

00:54:32: so wie kriegen wir gewisse Sektoren einfach langfristig profitabel?

00:54:36: Und wie kann das zu einer Gesamt Wachstum-Story werden.

00:54:41: Das kann aber fairerweise die Politik auch nicht alles alleine leisten, sondern da ist auch wie wenn in den Cases zeigt eine große funktionierende Interaktion zwischen Unternehmen und Staat eigentlich zwingend erforderlich.

00:54:59: Und jetzt kommen wir zum Thema was bedeutet das für Sustainability Manager?

00:55:03: Also wir haben wirklich einen makropolitischen Exkurs gemacht um zu verstehen was passiert auf der Welt Aus CEO-Perspektive, wenn ich so ein typisch deutschen Mittelständler führe.

00:55:13: Weil da sind die Unternehmen, in denen ich glaube ganz viele meiner Zuhörenden Sustainability Management machen.

00:55:18: Jetzt weiß ich was das gegenüber umtreibt.

00:55:21: Welche Ableitung kann ich dafür meine eigene Arbeit und für meine eigene Strategie treffen?

00:55:26: Ich glaube dass es insgesamt ja auch in den Unternehmern der Politik gerade so ein bisschen das Problem gibt mit Nachhaltigkeitsthemen durchzudringen weil wir gerade erleben diese verschiedenen wirtschaftlichen Krisen so immanent sind, dass eigentlich niemand so richtig über Nachhaltigkeit reden will.

00:55:48: Also man will irgendwie über Rüstung und Verteidigungsfähigkeit reden.

00:55:51: Man will darüber reden wie wir Arbeitsplätze halten.

00:55:54: Und das ist gerade der Bedarf der anderen Seite da ist weil das gerade das ist was in Anfangszeichen wichtiger ist.

00:56:03: also irgendwie erscheint vielen Unternehmen und auch vielen in der Politik gerade so das ganze Thema Nachhaltigkeit als ein Luxus, den man eigentlich gar nicht so richtig braucht.

00:56:15: Das kann man natürlich doof finden und ich finde es auch irgendwie nicht gut.

00:56:20: aber man kann natürlich auch diese Erkenntnis mal mitnehmen und sagen okay wie hole ich dich denn da ab?

00:56:25: Und da finde ich auch wieder den schwedischen Case hat.

00:56:28: total toll dass man halt gesagt hat naja Wie kann denn dieser Transformation für uns einen Wachstumstreiber sein.

00:56:35: Und wo können wir denn technologische Lücken, diversifizierungslücken identifizieren?

00:56:42: Wo wir sehr gute Ausgangslage haben und das kann strategische Entscheidungen begünstigen weil wir eben in der EU nach wie vor ein Land sind was den Klimaschutz sehr ernst nimmt und was auch nach wie Vor sehr hohe Investitionen diesen Bereich sieht.

00:57:00: also man sieht ja dass sie in den USA zum Beispiel einbrechen in Europa eher nicht.

00:57:04: Und das finde ich ist das, wo das ganze Thema Nachhaltigkeit wirklich konstruktiv verbunden werden kann eben mit den Transformationen.

00:57:15: Wir

00:57:15: sind jetzt noch auf der Makro-Ebene und nicht auf der Perspektive von einem individuellen Sustainability Manager in... Wiesbaden?

00:57:23: Aber auf der Ebene dann vielleicht doch nochmal nachgefragt.

00:57:26: Also siehst du da eine Perspektive, gerade auch angesichts des China-Shocks und machen wir uns nix vor.

00:57:31: China wird groß werden in Bezug auf Wasserstoffe, auf grünstahl.

00:57:34: die wissen was das für ein Markt ist Die machen PV, die machen Speicher Die sind ja schon sehr strategisch unterwegs.

00:57:41: also Siehst überhaupt deine Perspektiven für uns im Bezug wachstum Mitbezug entweder grüne Technologien oder innerhalb von wirklich verbindlichen Nachhaltigkeitszielen?

00:57:53: Extrem schwierig.

00:57:55: Also wir gucken uns das halt gerade an, weil genau das was du beschrieben hast eigentlich ein Dilemma der ganzen Nachhaltigkeit-Debatte ist, weil wir lange Jahre eigentlich alle daran geglaubt haben dass die grünen Technologien uns eben dieses Grüne Wachstum und diese Technologie Vorreiterschaft bringen.

00:58:15: Das stimmt auch in großen Teilen.

00:58:17: Also man muss sich ja nur mal die Arbeitsplätze zuwechseln, der damals in der Solarindustrie anschauen jetzt in der Windindustrie

00:58:25: etc.,

00:58:25: also das sind ja wirklich hochproduktive wertschöpfende Unternehmen, die auch gute Löhne zahlen.

00:58:32: Also genau das was wir wollen.

00:58:34: aber wir sehen jetzt dass das perspektivisch eventuell nicht reicht weil wir eben von China da überholt werden.

00:58:43: Was die Konsequenz daraus ist Eigentlich, dass wir uns höchstwahrscheinlich einfach als wesentlich kleineres Land als China meiner Meinung nach auf bestimmte Sektoren wirklich befokussieren müssen und sagen müssen einige sind de facto verloren andere da wollen wir wirklich weiterhin der Weltmarktführer sein.

00:59:07: Und auf der anderen Seite natürlich Wie können wir sozusagen die bestehende Bedrohung, weil all das was wir beschrieben haben ist ja eher langfristig.

00:59:18: Wie können diese bestehenden Bedrohrungen auch her werden?

00:59:21: Weil wieder zurück zu dem Ausgangsschad des China-Shocks.

00:59:26: Diese Kurven gehen extrem rapide nach oben und der kleine Mittelständler kann jetzt nicht mal in irgendwie zwei drei Jahren seine Businessstrategie umwerfen, um ein anderes Gut zu produzieren, indem China noch nicht Vorreiter ist.

00:59:40: Das heißt kurzfristig müssen wir uns darüber Gedanken machen, wie wir diese Märkte dann auch langfristig schützen.

00:59:47: Vielleicht doch erst mal kurzfristig Schützen.

00:59:48: und da reden wir über Maßnahmen wie Zölle, Local Content Requirements

00:59:54: etc.,

00:59:55: die wichtig sind um eben nicht diese krasse Zerstörung zu sehen, die wir anfangs beschrieben haben.

01:00:03: Okay das klingt jetzt erstmal mau!

01:00:05: Also ich hatte gehofft, zum Schluss finden wir eine positive.

01:00:10: Aber das heißt, ich glaube, dass ist vielleicht das was wir brauchen wirklich den nüchternen Blick da drauf.

01:00:15: also der Druck ist da.

01:00:17: China ist unglaublich schnell und da hat ein jemand einen sehr schlauen Satz auf einer letzten Konferenz gesagt Professor Dück.

01:00:22: der war ganz lange bei IBM freier Professor und Autor der meinte Wer mit dem Weltmarktführer aufholen will und China ein extrem rasantes Tempo, muss schneller sein als der Weltmarkt-Führer.

01:00:33: Weil er muss ja den Vorsprung auffohlen!

01:00:36: Also das haben wir glaube ich selten vor Augen, dass wir nicht sagen Wir müssen bisschen schneller werden?

01:00:40: Nee, wir müssen so schnell wie China und schneller werden damit wir überhaupt am Paar sind.

01:00:45: Das ist eine Strategie wenn wir davon sprechen... wie jetzt zum Beispiel bei der Elektromobilität, dass wir wirklich aufholen wollen was wir in den letzten Jahren an Vorsprung eingebüßt haben.

01:00:57: Das ist die eine Strategie, die man sich als Unternehmen sehr genau überlegt.

01:01:01: so wie schaffe ich das?

01:01:02: Und schaffe es überhaupt mit den Ressourcen, die China hat extrem schwierig.

01:01:08: Die Alternative ist aber, dass man okay vielleicht gibt es Sektoren, dass wer einfach jetzt schon strategisch den zweiten und dritten Schritt mal vordenken und sagen, okay vielleicht ist es um bei dem Batterie Beispiel zu bleiben.

01:01:21: Die Elizomion-Batterie ist höchstwahrscheinlich nicht das Ende der technologischen Fahnenstange.

01:01:26: So dann kann man sich natürlich Gedanken machen was sind denn alternative Batterietechnologien in die wir jetzt eigentlich investieren müssten um genau die Strategie die China ja gefahren hat so genannte Leapfrogging?

01:01:37: also dass man sagt man versucht gar nicht so sehr Weltmarktführer in diesem Subbereich zu werden sondern geilere, die bessere Technologie zu produzieren.

01:01:50: Das ist das eine.

01:01:50: und natürlich kann man sich auch Gedanken darüber machen wie schaffe ich es in den weiteren Technologiesektoren aber auch in den Bereichen der Industrie an Dienstleistungen Marktführer zu werden?

01:02:03: Deswegen hackt unser lieber Söder immer so sehr auf der Fusionstechnologie herum weil er glaubt dass wir ein Leapfrog, den wir hinbekommen würden

01:02:11: Genau.

01:02:12: Da gibt es sinnvollere und weniger sinnvolle Strategien, weil ich meine man sollte sich da schon auch über die... Ein

01:02:18: realistisch und greifbaren Wachstumsmerk noch orientieren.

01:02:21: ja Aber jetzt nochmal zurück wirklich auf die Mikroperspektive.

01:02:24: Individuelle Nachhaltigkeitsmanagerin Bayermaschinenbauer in Baden-Baden zum Beispiel.

01:02:30: Was bedeutet das für ihre Arbeit?

01:02:32: Also wie geht sie anders in die Treffen mit ihren Kollegen oder mit dem CFO?

01:02:38: Kann man da sagen, mein Job ist Nachhaltigkeit.

01:02:41: Das heißt es geht nicht nur darum dass wir innerhalb der Klimaziele sind sondern das auch unser Unternehmen langfristig noch gibt weil erst so sind quasi nachhaltigt unsere Arbeitsplätze gesichert.

01:02:50: und dann muss ich euch sagen Wir laufen in die falsche Richtung!

01:02:54: Das ist eine der Konsequenzen.

01:02:55: also vor allen Dingen auch sich ehrlich machen was was die Geschäftsmodelle dann auch wirklich angeht.

01:03:05: Also wir haben uns beispielhaft mal den Trackmarkt angeschaut in Deutschland, das total faszinierend wie unterschiedlich so die Nachhaltigkeitsdimension des eigenen Produktionsstranges sozusagen wahrgenommen werden.

01:03:23: Dann gibt es Hersteller wie MAN und Daimler und auch Iveco verfolgen alle sehr unterschiedliche sein Technologieansätze.

01:03:33: Zum großen Teil sieht man halt ein Backlash einfach, wir lassen das mit der Nachhaltigkeit sein.

01:03:38: Wir setzen weiter auf alte Technologien weil die uns die Marge bringt.

01:03:44: und die Erkenntnis muss ja aber sein auch aus der Studie, die wir gezeigt haben dass es nicht... Also das ist kein... Kein Erfolgsmodell.

01:03:52: Das wird zu einem langsamen Niedergang führen Und das muss glaube ich allen klar sein diese technologische Exzellenz im Idealfall der Nachhaltigkeitsperspektive immer zusammen gestalten können.

01:04:10: Das ist eigentlich die Aufgabe auch von funktionierenden Unternehmen, dass sie darüber... Ihr Geschäftsmodell definieren.

01:04:22: Man kann jetzt

01:04:23: Unternehmen, die so groß sind, die haben ja und funktionieren das Risikomanagement dass ein kleiner Mittelständler vielleicht nicht hat.

01:04:28: dann macht er sie oder so nach dem Bauchgefühl und hält so den Daumen nach vorne und denkt so was hat er jetzt auf der letzten Konferenz von Satz aufgeschnappt?

01:04:34: Aber das heißt erscheint ja deren Risikommanagement nicht zu greifen.

01:04:40: Ja oder es ist halt... Auf einem kurzfristigeren Zeithorizont Und es ist vor allen Dingen auch jetzt nicht.

01:04:48: Also bei größeren Unternehmen würde ich jetzt auch mal sagen Sie jetzt nicht aus reim Patriotismus dann hier ihr Heil suchen, sondern wird eben in anderen Ländern produziert.

01:05:04: Dann wird

01:05:04: ein BSF-Werk für zehn Milliarden in China gebaut?

01:05:07: Zum Beispiel

01:05:09: ja!

01:05:09: Ähm, okay.

01:05:11: Ganz akuter Fall sozusagen.

01:05:13: Aber das heißt also könnte man da... Ich versuche jetzt einfach so ein bisschen rum, ne?

01:05:17: Aber kann man sagen, Risikomanagement fällt auch in meinem Bereich.

01:05:20: ich bin im kleinen Mittelständler Da gibt es vielleicht noch nicht so viel Risikomensch.

01:05:24: und dann muss ich sagen hey Leute eigentlich ist mein Job hier keine Ahnung Wasserschaden klimawandelbedingte Risiken.

01:05:30: aber bei der Analyse bin ich drauf gestoßen Wenn ich mir gucke, was in China passiert.

01:05:35: Das eigentliche Risiko ist unser Business-Modell.

01:05:38: Lass uns doch mal darüber sprechen!

01:05:41: Ja es ist eine... In einer idealen Welt sicherlich so.

01:05:44: Es kommt immer auf das Standing des jeweiligen Managers an.

01:05:47: Das macht man vielleicht nicht wenn man frisch aus dem Studium gerade eingestellt wurde.

01:05:51: Aber diese Erkenntnis auch wie hoch die Bedrohungslage für die einzelnen Geschäftsmodelleiheit ist, das ist glaube ich noch nicht bei jedem angekommen und hat total viele Implikationen, einerseits auf das Geschäfts- oder aber auch sozusagen dann langfristig auf unsere Nachhaltigkeitsmanierung.

01:06:10: Und vielleicht noch als eine Anmerkung dazu, ich glaube, das Besondere ist halt auch daran dass es diese Bedrohung eben aus China kommt.

01:06:17: Ich glaube wir hätten weniger ein Problem damit wenn das jetzt ein Land wie Norwegen wäre.

01:06:22: Dass sie halt sagen die bauen massiv Kapazitäten auf und laufen uns den Rang in grüner Technologie ab.

01:06:29: Es gibt ja auch eine Fraktion, die da sehr agnostisch drauf guckt und halt sagt so naja was habe ich mein Bezieh jetzt irgendwie günstig Zulieferer Teile aus China.

01:06:39: Und das ist irgendwie fein für mich aber auch da sie sich veraugen zu führen dass das ein Risikofaktor ist sowohl für den Staat aber auch für jedes einzelne Unternehmen.

01:06:50: was

01:06:52: der Unterschied von Norwegen zu China?

01:06:55: Allein was die Führung angeht und wie sozusagen über Freiheitsrechte.

01:07:06: sozusagen die geopolitische Dimension nachgedacht wird.

01:07:10: Ich wollte nur mal hören, ob du das meinst was ich denke.

01:07:13: also das heißt dass es auch ein Systemwettstreit ist wie demokratisch ist die Welt und wie sozialnachhaltig ist die welt.

01:07:21: das heißt wenn Norwegen uns überholen würde könnten wir uns darauf verlassen.

01:07:24: die gehen mit einem entsprechenden Werteversprechen einher regelbasierte Ordnung und das jetzt in China anders Okay, aber das heißt ich vielleicht wichtig für diese Folge ist trotzdem einfach zu wissen.

01:07:37: Welche gesellschaftliche Dimension all das hat was du beschreibst?

01:07:40: Weil es sich ja sofort darauf auswirkt wie es in Deutschland läuft Wie die politische Lage ist wie die Stimmung im Volk ist ob wir da schaffen die Themen wirklich nüchtern zu betrachten.

01:07:52: Und aktuell schaffen wir das nicht.

01:07:54: und deswegen haben wir nämlich ein Problem was noch viel größeres Problemes als unsere unmittelbaren Klimaziele nämlich eben so Themen wie die AfD weil Je mehr die einer Macht ist, umso weniger brauchen wir uns über die Themen unterhalten, die ich in meinem Podcast sonst bespreche.

01:08:06: Ich glaube da wird es dann auch einfach ein generelles Führungsproblem also die Argumentationen, die oft aus der Politik kommen zu sagen okay wir müssen uns mit diesen Themen nicht... Also wir sind nicht der bessere Unternehmer und deswegen beschäftigen uns mit diesem Sachen nicht.

01:08:22: Verkennt ja total wie verbunden eben auch das Wirtschaftsmodell einem guten Leben ist, mit guter Bezahlung.

01:08:31: Mit einer nachhaltigen funktionierenden Umwelt.

01:08:35: und dass das so depolitisiert wird.

01:08:37: es auch noch was wo wir jetzt langsam den Umdenken sehen, dass eben nicht ein agnostisch technokratisches Ding ist.

01:08:46: Ich vielen, vielen Dank für diesen makropolitischen Exkurs.

01:08:50: Lieber Max ich finde das super faszinierend!

01:08:52: Ich hoffe die Die Zuhören sind immer noch mit dran und fanden es genauso faszynierend wie ich.

01:08:56: Es war ein Thema was sich sonst nicht bespreche aber ich glaube ist unglaublich wichtig um zu verstehen welche Kräfte um uns herum wirken und dass wir in Deutschland alternative Wege einschlagen könnten Als das, was man sonst so in der Bild-Zeitung liest oder ... kleine Antikdote.

01:09:13: Was sonst du auf dem Account vom BMBK gepostet wird?

01:09:17: Die haben mich tatsächlich diese Tage einfach mal schamlos ein Video vom INSM reposted.

01:09:22: Ich hab's gesehen und musste auch sehr schmunzeln.

01:09:24: Es gibt Alternativen dazu die Makropolitisch- und aus Finanzperspektive Sinn ergeben.

01:09:32: es gibt Positivszenarien draußen Und es gibt sehr, sehr viele Cases die unterstreichen dass wir es schaffen können Demokratie gut bezahlte Arbeitsplätze breitverhalten Wohlstand und auch Nachhaltigkeitsziele beisammen zu halten.

01:09:46: Und dafür braucht es wirklich genau die Gedanken die Max geteilt hat und dieses Narrativ mit den Gesprächen weiterzutragen.

01:09:53: Es gibt nicht weil um aus dieser Einbahnstraße rauszukommen in der wir uns gerade in Deutschland befinden.

01:10:00: Vielen vielen Dank.

01:10:01: dir lieber Max!

01:10:02: Vielen lieben Danks.

01:10:03: war ein sehr spannendes Gespräch.

01:10:06: Was wäre dein heißer Tipp noch?

01:10:07: Habt ihr irgendwie so eine Ressource, wo du sagst, ey genau für diese Zielgruppe hier ist es den Ability Manager ultra spannend oder was kommt bei euch als nächstes.

01:10:15: Also für uns ist ja genau die Frage gerade spannend, die Du angeschnitten hast und wie weit können die Green Tech-Sektoren irgendwie wachstumstreiber sein?

01:10:24: da wär's halt auch mega spannend mit so Subsystemen und Expertinnen aus den einzelnen Bereichen in Kontakt zu kommen.

01:10:32: das heißt also speziell war es zum Beispiel Windkraftindustrie, aber auch chemische Speziale.

01:10:41: Chemiehersteller angeht, da sind wir gerade so sehr dabei diese Sektoren zu verstehen und die unterschiedlichen Marktdynamiken.

01:10:48: Und das wird sehr spannend da die Potenziale zu identifizieren.

01:10:52: Da freuen wir uns auch auf Austausch also wenn jemand mithört.

01:10:55: Also in dieser Folge der das Angebot in umgekehrter Richtung meldet euch bei Max, wenn ihr spannende Einblicke bereiten geben könnt und quasi gute Grundlagen für den nächsten faszinierenden Report.

01:11:07: schaut in die Show Notes.

01:11:08: Ein Highlight für mich, wirklich.

01:11:09: Das ist die Studie, die ich den nächsten Monaten am meisten empfehlen werde.

01:11:12: Schaut rein!

01:11:13: Und abonniert natürlich.

01:11:15: zackes.com.

01:11:15: slash newsletter.

01:11:16: Z A C K E S dot com slash Newsletter.

01:11:19: in der letzten Ausgabe gab's zwei Tickets für den Sustainability Summit zu gewinnen.

01:11:23: Ich glaube die waren immerhin fourteenhundert Euro wert.

01:11:25: also es lohnt sich.

01:11:27: Zwei haben gewonnen.

01:11:27: ich freue mich schon die vor Ort zu treffen und Natürlich werfe ich mich auch In die Runde umzuschreien oder mache mich stark dass Es in den nächsten Newslettern wieder Tickets zu Gewinnen gibt.

01:11:36: Also es lohnt sich zu abonnieren und da bekommt ihr mit, was mich so die letzten Monate umtreibt.

01:11:40: Und was ich noch so ein.

01:11:41: Statements mitnehme aus den verschiedensten Konferenzen bis zur nächsten Folge.

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