Neue ESRS: So bereiten sich Wave-2-Unternehmen auf Dry Run und Prüfung bis 2028 vor. #114
Shownotes
„Ach, das ist ja noch lange hin bis 2028!“, denkt der Vorstand. Aber wer als Sustainability Manager die neuen ESRS im Blick hat, weiß: Es gibt aller Vereinfachung zum Trotz viel zu tun!
Auch Maximilian Licht, Corporate Sustainability Manager bei VTG, hat eigentlich noch rund anderthalb Jahre Zeit. Warum hat er jetzt schon einen Dry Run im Blick? Und warum hat VTG jetzt schon einen an die ESRS angelehnten Bericht auf der Firmenseite? Podcast-Host Zackes Brustik spricht mit ihm über die Praxis eines Wave-2-Unternehmens: vom Probebericht über die Gap-Analyse bis zum Dry Run, und wie er dafür Einkauf, Compliance und HR einbindet.
Carolin Borchard, Wirtschaftsprüferin und Senior Manager bei EY, zeigt die Prüfungssicht: Was ein WP in vielen Fällen sieht, wo die Grenze zur Beratung verläuft und was Unternehmen bei der Prüfung oft unterschätzen. Beide Perspektiven zusammen ergeben das Bild, dass Sustainability Manager brauchen:
✅ So startest Du in den Dry Run mit dem WP.
✅ Hier endet die Prüfung, hier beginnt die Beratung.
✅ So passen Nachhaltigkeits- und Lagebericht zusammen
Und der Business Case? Der steckt nicht im Bericht selbst, sondern in dem, was er sichtbar macht: Kundenanforderungen wie EcoVadis, Energieverbräuche und eine Datenlage, die es ohne strukturierte Berichterstattung gar nicht gäbe. Eine Folge für alle Sustainability Manager, die den ESRS-Bericht nicht nur pünktlich, sondern prüfungsfest aufsetzen und den Business Case gleich mitdenken wollen.
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SHOWNOTES & LINKS:
Über Carolin Borchard: Wirtschaftsprüferin und Senior Manager bei EY mit über 17 Jahren Erfahrung. Sie prüft Nachhaltigkeitsberichte von Wave-1- und Wave-2-Unternehmen und kennt die Schnittstelle zur Finanzberichterstattung.
🔗 https://www.linkedin.com/in/carolin-borchard-991750140/
Über Maximilian Licht: Corporate Sustainability Manager bei VTG, einem Vermieter von Güterwagen und Anbieter von Schienenlogistik. Zuvor war er bei der Deutschen Bahn bereits sechs Jahre Sustainability Manager.
🔗 https://www.linkedin.com/in/maximilian-licht/
🔗 https://www.vtg.de/ueber-uns/nachhaltigkeitsstrategie
Über Host Zackes Brustik: Im Podcast spricht er mit Sustainability-Pionieren darüber, wie Unternehmen Nachhaltigkeit erfolgreich umsetzen.
Aus über 100 persönlichen und tiefgehenden Gesprächen mit Sustainability-Pionieren hat Zackes Brustik ein Framework mit fünf entscheidenden Feldern entwickelt, in die jedes erfolgreiche nachhaltige Unternehmen investiert. Genau dieses Framework bringt er als Keynote auf eure Bühne.
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Transkript anzeigen
00:00:03: Der Nachhaltigkeitsbericht wird ja Teil des Lageberichtes. Das heißt, der Nachhaltigkeitsbericht teilt somit das Schicksal ja der Testierung oder der auch erst mal der Finalisierung dieser Berichtserstellung und dann eben auch das gleiche Testatsdatum. Und wer jetzt noch nicht angefangen hat, da muss man schon sagen, das wird mehr als knapp, das noch zu schaffen. Und dann wiederum ist die Frage, gibt es tatsächlich irgendwelche Verpflichtungen, die wir mit dem Testatsdatum haben? Also wenn man hohe Bankenfinanzierungen hat, die verlangen, dass so ein testierter Jahres- oder Konzernabschluss dann zu 'nem gewissen Datum vorliegt. Und dann wird's, glaube ich, blöd, ja, wenn man das dann nicht schafft.
00:00:44: Das Ganze verbunden, aber immer auch mit soner strategischen Brille. Also die ganzen Berichtsanforderungen nicht nur als reines Compliance Instrument zu sehen, sondern eben auch die Chance dahinter zu verstehen, hey, wir haben das Potenzial hier über dann ja den Bericht, aber eben damit einen einen Mehrwert für uns auch in Richtung Nachhaltigkeit zu schaffen. Und diese Verknüpfung versuch ich grade ganz stark zu gehen.
00:01:10: Seit dem einundzwanzigsten September sind die überarbeiteten ESRS im Amtsblatt der EU veröffentlicht. Das ging son kleines bisschen unter in den großen Themen, die uns gerade bewegen, vielleicht auch, weil nicht so viel Überraschendes drinnen stand. Aber signifikant ist das Datum trotzdem, denn es bleiben euch noch rund anderthalb Jahre, bis ihr danach berichten müsst. Ein super Anlass also zu schauen, ist das endlich die Erleichterung, die ihr euch gewünscht habt, mehr Ressourcen zum Beispiel in eure Business Cases hinter der Nachhaltigkeit zu stecken oder der eure ganzen ESG-Instrumente für die Steuerung aufzubauen, und wenn ihr dann auf die Berichtspflicht schaut, was ist da noch zu machen? Seid ihr ein Track? Denn es gibt in der Regel einiges, was anzufassen ist und anderthalb Jahre sind gar nicht mehr so viel, weiß auch 1 meiner Gäste in dieser Folge. Er hat nämlich für sein Unternehmen schon einen an die ESRS angelehnten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht, steht demnächst vor dem Dry Run und ich glaube, wenn er auf seinen Schreibtisch schaut, dann ist da echt noch einiges zu tun und die wird nicht langweilig. Maximilian Licht ist sein Name. Er ist Corporate Sustainability Manager bei VTG, das Unternehmen, was in Europa das größte ist, Eisenbahnwaggons zu verleihen. Also ihr merkt, es gibt die unterschiedlichsten Businessmodelle und die Frage ist natürlich, all das, was er jetzt aufbaut und vor allem noch in Windeseile bis 2028 aufbauen muss, ist das im Endeffekt dann auch so, dass ein WP die Unterschrift drunter setzt. Und daher haben wir auch noch Carolin Borchard mit an Bord. Sie ist Wirtschaftsprüferin und Senior Manager bei EY und das schon seit 17 Jahren. Ich glaub, wenn es die Finanzberichterstattung oder auch Sustainability Berichterstattung von großen Unternehmen geht, dann hat sie richtig viel gesehen, weiß, was es braucht, dass das Hand in Hand geht und weiß auch grade, was im Bereich Nachhaltigkeits Berichterstattung vielleicht auch noch unterschätzt wird und welche Schleifen ihr euch da sparen könnt. Nach dieser Folge kennt ihr beide Perspektiven. Ihr wisst, was es braucht, damit langfristig Finanz- und ESG Reporting synchronisiert sind und ihr im besten Falle vielleicht tatsächlich bei der Gelegenheit eben auch ein Steuerungstool oder den ein oder anderen Business Case an die Hand bekommt. Und damit herzlich willkommen bei Gewinne Zukunft, dem Nachhaltigkeitspodcast der Pioniere und Professionals. Mein Name ist Zackes. Ich freue mich enorm, dass ihr mit an Bord seid. Wie immer die Einladung, abonniert den Newsletter, denn da gibt es noch mal wirklich viele coole Ressourcen und Links im Hintergrund zur Verfügung rund alle 6 Wochen. Im letzten gab es 2 Tickets für das Impact Festival, im nächsten wird's wahrscheinlich 2 Tickets für den Sustainability Summit geben. www.zackes.com/newsletter, www.zackes.com/newsletter. Los geht's. Moin Maxi, schön dich mit an Bord zu haben.
00:03:42: Moin, Tag für die Einladung.
00:03:44: Und moin Caro.
00:03:46: Moin, sag ich es. Ja, auch von mir vielen Dank für die Einladung.
00:03:49: Jetzt ist das Datum ja irgendwie son bisschen untergegangen im Hintergrund, ne. Irgendwie hat das keinen interessiert, dass die ESRS jetzt im Amtsblatt stehen. Irgendwie die EmpCo hat einen auf Trab gehalten, die PPWR und vielleicht hat man das Thema ja schon so am Laufen. Wie war das für dich, Maxi? War das so ein müdes, ach ja gut, jetzt sind wir da 'n Schritt weiter und dann ganz schnell wieder in die anderen Pakete oder ist das noch mal sone Erinnerung so, ui, ich weiß nicht, vielleicht Halbzeit oder so was? Ist nicht mehr so lange hin?
00:04:14: Es ist nicht mehr so lange hin, aber so ganz neu, wie Du sagst, war's nicht. Ich hab mir die vorherigen Entwürfe schon als Basis genommen, zu gucken, wie wir aufgestellt sind, was wir noch tun müssen. Das Ganze jetzt aber in der Erfassung zu haben, verleiht dem Ganzen natürlich noch mal mehr Gewicht und auch mehr Vertrauen in dann die Standards, nachdem wir zu berichten haben.
00:04:33: Da tauchen wir gleich noch mal im Detail ein. Caro, wie schätzt Du das ein? Gab's doch noch mal eine Überraschung, die da veröffentlicht wurde?
00:04:40: Ja, Zackes, also ich glaub, eine Überraschung gab es da nicht wirklich. Man kann eigentlich auch sagen, die ESRS wurden verschlankt, das war aus der Praxis der der eindeutige Wunsch, aber auch wir als WP haben schon gesagt, mit dem Set 1 wurde vielleicht 'n bisschen übers Ziel hinausgeschossen. Was ich aber gut finde, die ESRS wurden jetzt nicht grundlegend, ja, entkernt oder in den Grundprinzipien aufgegeben. Also es gibt ja weiterhin das Prinzip der doppelten Wesentlichkeit, ne, das als Grundlage dient und eben den Blick auf die finanzielle und die die Impact oder die Auswirkungswesentlichkeit lenkt. Das bleibt das Herzstück der der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach den nach den ESRS.
00:05:22: Da ist schon mal das 1., ich merk so, als WP sagt man ESRS. Also das heißt, ich ich bin hier 'n bisschen altbacken mit meinem ESRS.
00:05:28: Es kommt einfach 'n bisschen flüssiger daher.
00:05:32: Kommt flüssiger daher, okay. Aber je nachdem, was ihr als liebe Zuhörer*innen sagt, dann gewöhn ich mich auch mal an das ESRS dran für den Rest der Folge. Komm, wir machen gleich mal zum Einstieg, Caro. Vielleicht hast Du's ja schon geübt. Ich sag mal, die überarbeiteten ESRS in 90 Sekunden. Was steckt drin? Was muss ich auf dem Schirm haben? Los geht's.
00:05:48: Okay, ich versuch's. Also na ja, man kann sagen, die Berichterstattung wird stärker fokussiert. Also es sind viele Datenpunkte rausgefallen. Ich glaub, das haben viele mitbekommen, das war das 1., was wir gehört haben, so rund 60 Prozent weniger verpflichtende Datenpunkte und das klingt ja vielleicht auch zunächst mal nach 'ner enormen Entlastung. Nach meinem Verständnis ist es aber so, dass viele Datenpunkte, die weggefallen sind, das waren freiwillige Datenpunkte, die auch davor noch nicht so richtig berichtet wurden. Viele Doppelungen und viele ja sehr Intensivnarrative, die ja, die keinen besonderen Mehrwert hatten. Genau, wie schon gesagt, die DMA, die doppelte Wesentlichkeitsanalyse bleibt enthalten. Es gibt aber jetzt einen stärkeren Fokus auf die sogenannte Entscheidungsnützlichkeit, ja. Also der Nachhaltigkeitsbericht soll ja die wesentlichen Informationen, die die Stakeholder interessieren und auch entscheidungsrelevant sind für diese Stakeholder enthalten. Das heißt, man kann schon davon ausgehen, dass die Nachhaltigkeitsberichte der ESRS Set 2 kürzer werden und sich auf das Wesentliche fokussieren. Ja, was gibt's noch? Den Value Chain Cap, das ist vielleicht ganz spannend. Da muss man schauen, wie sich das entwickelt in der Praxis. Das heißt, dass Unternehmen, die eigentlich jetzt nicht in den Anwendungsbereich der CSRD fallen, beispielsweise Zulieferer von sehr großen Konzernen, dass die Datenanforderungen, die diese großen Unternehmen an ihre Zulieferer stellen, dass die begrenzt sind, muss man jetzt mal gucken, ob die Marktmacht dieser Unternehmen sich an diesen Value Chain Cap hält. Wir werden das sehen. Und ja, genau, es gibt ja eben auch noch die Schwellenwerte. Also es sind jetzt eben Unternehmen verpflichtet, die mehr als 450 Millionen Euro Umsatz machen und mehr als 1.000 Mitarbeitende haben.
00:07:37: Grad Letzteres heißt, dass eigentlich 90 Prozent der Unternehmen rausfallen, oder?
00:07:41: Ja, grob gesagt kann man das so sagen, genau. Davor waren es eben alle großen Kapitalgesellschaften und jetzt sind es eben große Kapitalgesellschaften, die darüber hinaus eben diese Schwellenwerte überschreiten.
00:07:51: Das heißt, an der Stelle grade verabschieden sich jetzt 9 von 10 Hörerinnen. Warum sollte man trotzdem zuhören? Also warum ist es vielleicht auch spannend, grade, wenn man druntergerutscht ist, mitbekommen, was das für die größeren Unternehmen bedeutet für son Unternehmen wie Maxi, die ja vielleicht auch die Partner sind oder Stakeholder?
00:08:08: Ja, man weiß ja auch nie, wo das Unternehmen noch reinwächst, ja, aber eben auch in Gesprächen mit mit mit mit Banken oder anderen Stakeholder, mit eben Kunden, die sich damit befassen müssen und die, dann eben auch die Anforderungen dieser Stakeholder an das Unternehmen, was jetzt vielleicht ESG Kennzahlen betrifft, wo die herkommen.
00:08:29: Maxi, Caro hatte vorhin ja schon den Ball in deine Richtung geworfen, gesagt, 60 Prozent weniger Datenpunkte. Merkst Du das effektiv? Also hast Du jetzt plötzlich 60 Prozent mehr Zeit, andere Dinge zu machen?
00:08:40: Bei mir ist ja noch mal eine ganz besondere Rolle sozusagen, eine besondere Situation. Ich durfte zum Juli die Rolle des Nachhaltigkeitsmanagers bei VTG erst übernehmen, hab mich vorher anderswo mit Nachhaltigkeit beschäftigt. Und insofern komme ich in ein gemachtes Nest und versuche jetzt natürlich dort die die Transparenz erst mal herzustellen, da hilft es, eine gewisse Reduzierung zu haben an Datenpunkten. Klar, gemerkt habe ich aber, dass sich das im Wesentlichen nicht auf die, sagen wir mal, aufwandsstarken Berichtspflichten und dann aber auch vor allem die aufwandsstarken Strategieaspekte, die hinter den ESRS ja auch irgendwo stecken können, auswirken. Und insofern würde ich das, sagen würde ich sagen nein. Ganz konkret merkt man's, glaube ich, nicht.
00:09:30: Also ganz konkret merkt man's nicht. Es ist trotzdem noch sehr viel Arbeit und auch schon in den vorherigen ESRS werden wahrscheinlich ganz viele der gleichen Datenpunkten rausgefallen nach der doppelten Wesentlichkeitsanalyse, Also das heißt, jetzt sind sie vielleicht einfach nur vorab weggeräumt. Nur damit wir 'n Bild haben, Maxi, Du warst ganz lange bei der Bahn viele Jahre als Sustainability Manager, also Deutsche Bahn und bis jetzt bei dem Unternehmen, was zwar auch mit Gleisen zu tun, aber auf eine ganz andere Art und Weise. Nur in deinen Worten, was genau macht ihr? Was ist so euer Businessmodell? Was müssen wir aufm Schirm haben für die Folge?
00:09:58: Das ist richtig. Ich bin quasi Bahner durch und durch. Ich hab erst bei der Deutschen Bahn Nachhaltigkeit managen dürfen aus 1 sehr governance lastigen Art und Weise. Und was die VTG macht, ist, wir sind Europas größter Asset Vermieter im Schienenlogistikbereich. Wir bieten Güterwagen an und vermieten diese an unsere Kunden gerne auch langfristig und bieten dann neben hinaus über das Kerngeschäft hinausgehend aber auch Dienstleistungen im Bereich der Schienenlogistik. Wir machen auch Instandhaltungen, bauen selber Wagen und versehen das Ganze mit einem digitalisierten Aspekt, sodass zum Beispiel der Kunde immer direkt weiß, wo sein Wagen grade in Europa unterwegs ist.
00:10:43: Also in dem Bereich seid ihr 1 der größten Anbieter in Europa oder sogar der größte. Aber ich sag mal, aus der Bahnperspektive bist Du von einem riesigen Unternehmen in ein mittelgroßes Unternehmen gewechselt. Was war anders? An was musstest Du dich erst gewöhnen?
00:10:55: Ja, absolut, absolut. Also eine ganz andere Welt mit wesentlich weniger Nachhaltigkeitstiteln im Unternehmen. Und das ist, glaub ich, die größte Veränderung, dass nun auf meinem Schreibtisch viel mehr Themen in der Nachhaltigkeitswelt Platz finden. Und gleichzeitig verändert sich damit aber auch das das Aufgabenbild, es wird fachlicher und gleichzeitig strategischer.
00:11:23: Also das heißt, Du bist plötzlich so in der Rolle, die wahrscheinlich ganz viele kennen, son bisschen ganz viele der Zuhörer*innen. Hier sind ja wahrscheinlich Einzelkämpfer*innen. Hat sich das auch für euch spürbar verändert, Carolin? Also wie sind eure Gegenüber aufgestellt? Hast Du normalerweise son ganzen Konzern vor dir, wie gesagt, deutsche Bahnen, die aus den Vollen schöpfen können, wo man überhaupt erst mal wissen muss, wer ist eigentlich der richtige Ansprechpartner der vielen? Oder hast Du eher so 'n VTG Konzern in der Regel vor dir, wo's so einen gibt, der alles macht oder eine, die gucken muss, dass der Rest des Konzerns auch tatsächlich Lust hat, motiviert ist?
00:11:54: Ja, das kommt darauf an. Das ist so die typische w p Antwort. Ich prüfe ja tatsächlich Unternehmen der Wave 1, da ist es auch teilweise die Größenordnung der Deutschen Bahn, aber eben auch bei den Unternehmen der Wave 2 ist es ganz klassisch so, dass dass es ja eine Person oder 2 oder 3 Personen sind, die da im im Prinzip die Thema Arbeitssicherheit eine ja, Verantwortlichkeit gibt und und und für den Bericht, wenn man so will, für die Compliance, Aber auch da sieht man ganz unterschiedliche, ja, Unternehmensstrukturen auch, wo das Thema Nachhaltigkeitsberichte eigentlich angesiedelt ist, ja. Manchmal ist es auch in der Unternehmenskommunikation angesiedelt und gar nicht unbedingt im Nachhaltigkeitsbereich, manchmal auch an der Finanzberichterstattung angedockt oder Einzelgebiete, auch in der Personalabteilung. Ja, das ist wirklich ganz, ganz unterschiedlich aufgesetzt.
00:12:53: Hast Du irgendwie eine Empfehlung, grade jetzt an die Einzelkämpfer*innen sozusagen, wo Du das Gefühl hast Du, damit kommt ihr wirklich effektiv voran oder durch, weil die haben ja immer nur ihre eigene Perspektive. Und ich merk immer, 1 der wertvollsten Dinge ist mitzubekommen, anderen geht's a auch so. Und grade 'n WP oder eine Beratung oder so was, die haben immer den Einblick in alle Projekte. So den Blick, den man als als Soloverantwortlicher nicht hat. Also hast Du son paar Best Practices, Hacks oder so was als Empfehlung für die Menschen, weil Du denkst, wo von außen? Oder hatt ich mal jemanden, der das richtig gut gelöst?
00:13:25: Son Nachhaltigkeitsbericht, da spielen wirklich viele Akteure im Unternehmen mit. Also auch diese Datenerhebung, Kennzahlen, das macht kein Nachhaltigkeitsmanager alleine, weil man braucht Daten aus ausm Einkauf, aus der Compliance, aus LEGAL, aus HR. Das heißt, wenn man jetzt wirklich davorsitzt und diesen Bericht schreiben muss, dann braucht man im Prinzip ja Durchgriffsrechte auf die Informationen dieser Person und das muss eine gewisse, ja, Relevanz haben. Und man braucht im Prinzip einen jemanden, ja, der einem dieses Durchgriffsrecht gibt, verschafft, ja, der diese Dringlichkeit auch, ja, auch noch mal betont, eben gerade weil das Datum eben nun in für das Geschäftsjahr 2027 auch von dem Nachhaltigkeitsbericht abhängt und wenn da eben diese Daten nicht vorliegen, dann kann sich das auch durchaus verschieben.
00:14:18: Durchgriffsrecht, das ist 'n schönes neues Wort. Das hatte ich bisher in über 100 Folgen noch nie. Das werde ich mir immer bemerken.
00:14:24: Ich glaub, das beschreibt die Rolle des Nachhaltigkeitsmanagers, der Nachhaltigkeitsmanagern aber echt ganz gut, weil es geht ja nicht darum, Nachhaltigkeit, sondern ganz inhaltlich zu durchdringen und inhaltlich zu managen, sondern es geht viel Projektmanagement, glaub ich, und viel Koordination innerhalb des Unternehmens. Es gibt in jedem Unternehmen sicherlich und bei uns auch sehr engagierte und sehr erfolgreiche Kolleginnen und Kollegen, die im Bereich Arbeitsschutz unterwegs sind, die im Bereich Compliance unterwegs sind. All das zielt ja dann mit in den in den Bericht hinein, aber an der Stelle muss das Ganze koordinieren und wenn man da gut aufgestellt ist und sich das auch 'n bisschen bewusst macht, ich glaube, das hilft.
00:15:03: Wo steckt ihr denn grade in eurem Prozess, Maxi? Also wenn Du sagst, so ab 2028 muss der Bericht stehen und im besten Fall dann auch schon mal geprüft, so als Dry Run, Von dahin von 1 bis 10, wie viel habt ihr schon?
00:15:14: 1 bis 10, eine gute 3 vielleicht, eine 4.
00:15:16: Oh, ja, eine 4.
00:15:18: Je nachdem, aber wir haben einen sehr guten Plan uns gemacht. Du hast es richtig einleitend gesagt. Wir haben in der Vergangenheit Nachhaltigkeitsberichte veröffentlicht und mein Vorgänger hat noch einen einen an die ESRS angelehnten Nachhaltigkeitsbericht dann geschrieben und veröffentlicht mit dem gesamten, ja, gewissen Datenschatz aus dem Konzern. Und wir stehen jetzt grade dort, dass wir die Wesentlichkeitsanalyse, die 2024 schon durchgeführt worden ist, noch mal validiert haben und dann auch von dem Prüfer einmal validieren lassen wollen als Berichtsgrundlage. Aber nebenbei sind wir so weit, dass wir eine umfassende Gap-Analyse durchgeführt haben. Das heißt, wie sieht es bei den Datenpunkten konkret aus? Ist jetzt in den letzten Wochenländern wirklich noch mal konkret geworden und was haben wir schon und wie schließen wir diese Lücken zu den Berichtsanforderungen? Das Ganze verbunden aber immer auch mit soner strategischen Brille, das habe ich gerade versucht zu sagen, also die die ganzen Berichtsanforderungen nicht nur als reines Compliance Instrument zu sehen, sondern eben auch die Chance dahinter zu verstehen, hey, wir haben das Potenzial hier über dann ja den Bericht, aber eben damit einen einen Mehrwert für uns auch in Richtung Nachhaltigkeit zu schaffen. Und diese Verknüpfung versuch ich grade ganz stark zu gehen und komm da, glaub ich, auch ganz gut voran.
00:16:43: Da komm ich gleich noch mal drauf zurück, eben auf die Frage, ob jetzt der Puffer durch Omnibus und die Vereinfachung wirklich die Luft lässt, mehr auf Maßnahmen und auch quasi das Businessmodel zu gucken oder den Business Case. Aber ganz kurz, warum habt ihr den an die ESRS angelehnten Bericht überhaupt veröffentlicht? Weil hat euch ja keiner gezwungen, habt ihr ganz ohne Not gemacht. Und ich glaube, das wahrscheinlich eher ungewöhnlich. Also was war die Motivation dahinter?
00:17:05: Die Motivation war sicherlich die, das, was man schon hat, einfach auch mal zu zeigen und zu sagen, das kann so funktionieren, aber wie gesagt, das ist angelehnt an die an die ESRS und der der komplette Prüfweg, der fährt ja an vielen Stellen noch. Aber zu zeigen, was man schon berichten kann und auch für uns intern zu verproben, wie die Berichtswege aussehen können, wie die Datenerhebung aussieht, das ist sicherlich der große Mehrwert, den man mit sonem Probebericht vor dem eigentlichen Probebericht sicherstellen kann.
00:17:36: Der Probebericht vor dem Dry Run. Also das ist ja wirklich 'n mehrstufiger Prozess, den ihr euch da aufgesetzt habt. Aber Caro ist eigentlich nicht normal, oder? Wie repräsentativ ist da so das Vorgehen von VTG?
00:17:47: Ja, also es es gibt Unternehmen, die genauso handeln, aber es sind doch eher die ja die die kleinere Anzahl der Unternehmen oder der Wave 2 Unternehmen, die jetzt schon so weit prüfen lassen. Das waren dann Berichte nach nach anderen Berichtsrahmen, ne, vielleicht GRI beispielsweise. Und bei diesen Unternehmen sehen wir da schon stark, dass die jetzt sich immer mehr in Richtung ESRS anlehnen, wie man so schön sagt, ja. Also eine Anlehnung an die ESRS berichten. Das heißt, wie fangen diese Unternehmen typischerweise an, eben mit der mit der doppelten Wesentlichkeitsanalyse, die dann diesem Berichtswerk ja, neben angestellt wird Und dann wird typischerweise geschaut, welcher dieser Datenpunkte, die dann eben im Rahmen oder durch diese doppelte Wesentlichkeitsanalyse als wesentlich identifiziert wurden, mal zu gucken, welche welche dieser Datenpunkte berichten wir denn eigentlich schon in dem, ja, sagen wir mal, GRI-Bericht? Na, da werden dann oft auch so gegenüberstellende Tabellen, sieht man häufig, ne, dass man sagt, man macht zwar noch ESRS, aber wir zeigen schon mal, welche Datenpunkte wir damit auch schon abdecken. Und ja, ich ich sag immer, manchmal wird dann eben diese Anlehnung immer kleiner, bis man dann vollumfänglich nach den ESRS berichtet. Das wird dann wahrscheinlich für die für die meisten Unternehmen dann wirklich erst mit dem Berichtsjahr 27 der Fall sein und dann eben auch nach den ESRS revidierten. Und dann gibt es aber auch andere Unternehmen, ich sag mal, die die Gruppe, die so in der Mitte steht. Das sind viele Unternehmen, die ich jetzt grade betreue, die ja erstmalig vielleicht auch einen Nachhaltigkeitsbericht erstellen, die jetzt entweder die doppelte Wesentlichkeitsanalyse schon abgeschlossen haben und die wir jetzt auch schon, ich sag mal, mit 'nem Haken versehen konnten als Prüfer oder die jetzt ja grade noch im Prozess drin stecken, sich aber regelmäßig mit uns austauschen, auch bei Fragestellungen, das mit uns abklären im Vorfeld und bei denen wir jetzt, ich sag mal kurz davor sind und die doppelte Wesentlichkeitsanalyse dann auch ja anzusehen. Und dann gibt's aber auch tatsächlich noch Unternehmen, die, ich sag mal, noch nicht wirklich angefangen haben und Du hast es auch einleitend gesagt, zackes, also es sind noch ungefähr anderthalb Jahre. Also man kann grob vielleicht sagen, dass Unternehmen der Größenordnung der Wave 2 Unternehmen typischerweise bei 'nem kalendergleichen Geschäftsjahr ihre Jahres- oder Konzernabschlüsse so im März des Folgejahres testiert haben. Und da muss man sich natürlich schon fragen, weil der Nachhaltigkeitsbericht wird ja Teil des Lageberichtes, das heißt der Nachhaltigkeitsbericht teilt somit das Schicksal der ja der Testierung oder der auch erst mal der Finalisierung dieser Berichtserstellung und dann eben auch das gleiche Testatsdatum. Und wer jetzt noch nicht angefangen hat, da muss man schon sagen, das wird mehr als knapp, das noch zu schaffen. Und dann wiederum ist die Frage, gibt es tatsächlich irgendwelche Verpflichtungen, die wir mit dem Testatsdatum haben? Also es gibt ja Banken, also wenn man hoch hohe Bankenfinanzierungen hat, die verlangen, dass so ein testierter Jahres- oder Konzernabschluss dann zu 'nem gewissen Datum vorliegt und dann wird's glaub ich blöd ja, wenn man das dann nicht schafft.
00:21:18: Aber klopfen die dann nicht von alleine an die Banken oder jetzt auch die die Finanzkolleginnen ausm eigenen Unternehmen und sagen so, ey Leute, irgendwie wollten wir ja da nicht was Gemeinsames auf die Beine stellen? Wie gut ist das synchronisiert intern oft deiner Erfahrung nach, wenn Du da in die Unternehmen guckst?
00:21:32: Also ich glaube, oftmals wird das noch unterschätzt. Ich glaube, grade auch die Kollegen aus der finanziellen Berichterstattung, die haben vielleicht so den Lagebericht im Kopf, ja? Also sone, ja, wenn man so will, nicht finanzielle Berichterstattung, die jetzt schon bekannt ist, die aber in ihrer ja in ihrem Prozess ja auch schon lange besteht und ich sag mal son Lagebericht vorzurollen von dem einen zum anderen Jahr, das macht man, weiß ich nicht genau, ich bin ja nicht in der in der Rolle das zu tun, sondern nur zu prüfen, aber ich hab Gefühl, das machen einige vielleicht in an einem Nachmittag ja oder vielleicht in 3 Tagen. Aber das wird natürlich bei 'nem Nachhaltigkeitsbericht überhaupt nicht funktionieren, ja? Also da wiederum Maxi kennst Du dich besser aus, aber ich sag mal bis man erst mal eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse erstellt hat, das ist schon herausfordernd, die Wertschöpfungskette richtig abgegrenzt hat und dann im Zweifel auch eben noch Prozesse etabliert hat, also Berichtsprozesse, Datenerhebung, Datenkonsolidierung und Datenvalidierungsprozesse. Das dauert wirklich lange.
00:22:31: Da hab ich Maxi kurz lachen sehen, als Du gesagt hast, das dauert 3 Nachmittage. Gelacht hast Du eher so, ist dann übertrieben gesagt, eher 3 Jahre als 3 Nachmittage.
00:22:41: Mit 'nem guten Plan vielleicht die anderthalb Jahre, die wir jetzt noch genau haben, aber ja, 'n bisschen länger als 3 Nachmittage würd's auf jeden Fall dauern.
00:22:47: Bevor wir da jetzt wirklich in die Details einsteigen, die es braucht noch mal, aber geht's nicht eigentlich auch Motivation? Interessiert mich mal kurz eure Meinung? Also wir hatten ja so vorhin schon angedeutet, vielleicht ist ja auch, dass dass man 'n bisschen Luft hat die Chance eben nebenher, das Ganze nicht nur mit der Berichterstattung überfordert zu sein, sondern endlich das Steuerungstool aufzubauen oder die Business Cases dahinter zu entdecken. Ich hatte im letzten auf 'ner Konferenz werden wir das aufnehmen vor 'ner Woche, 'n Stadtwerk auf der Bühne. Die sind rausgefallen, also sie sind Teil dieser 90 Prozent, die nicht mehr richtig betroffen sind. Die hatten die DMA schon in der Tasche und haben gesagt, okay, komm, nutzen wir alles, können wir jetzt schnell noch den VS machen, wie jetzt der VS eben neuerdings heißt, also nur noch, man sagt ja nur noch VS Voluntary Standard. Und die sind dann tatsächlich bei ihrer Hausbank im ESG Scoring von 'nem Mittelwert, also 100 war das Schlechteste, die waren bei 50, sind sie auf 25 gesprungen. 0 ist das Beste. Also das heißt wirklich quasi ins obere Viertel gesprungen und das hat ihn, Stadtwerke, haben ja durchaus große Investitionen, einfach mal bei einem Kredit 70.000 Euro Ersparnis gebracht. Und das ist ja eigentlich schon, ich sag mal, 'n Großteil der der Stellen, die dann sozusagen am Nachhaltigkeitsthema arbeiten. Also das ist ja eigentlich 'n richtig fettes Argument. Ist das eigentlich auch son Treiber oder sind das auch so Effekte, die ihr merkt, wenn man zum Beispiel eben das, was man schon hat, einfach mal so einen einen etwas angelehnten Bericht auf die Seite stellt, Maxi?
00:24:04: Ich glaub, es muss belastbar sein. Das ist, glaube ich, wichtig. Aber ja, ganz grundsätzlich merke ich das auch. Also vor 2 Jahren hatte ich so das Gefühl, EcoVadis war immer überall im Raum, aber so richtig nachgefragt auf Kundenseite wurde zumindest bei meinem meine Wahrnehmung noch nicht. Jetzt ist das expliziter geworden und auch fordernder geworden, sodass man als Zulieferer, als Dienstleister dort auch in die Pflicht kommt, eine gewisse Leistung nachzuweisen und wenn diese Leistung nicht besteht, auch Risiken hinsichtlich der ja laufenden Geschäftsbeziehungen bestehen können. Und ich glaub, das ist 'n spannendes Argument, Nachhaltigkeit noch stärker ins Geschäft reinzubringen. Da sollte natürlich das Ziel sein, sich mit Bericht, sich mit Datenstruktur, sich mit all den Anforderungen gut aufzustellen, die Business Seite abzusichern.
00:25:01: Wie nimmst Du das wahr, Carolin? Also gibt es irgendwie schon so Effekte grad bei jetzt der Mittelgruppe, die Du vorhin angesprochen hast, dass dass die tatsächlich auch schon reale Benefits aus der Arbeit ziehen können? Oder dass sie bestimmte Dinge, die's dann in der Hand haben, einigermaßen strukturiert veröffentlichen oder aufbereiten?
00:25:15: Ja, also da gibt's wirklich teilweise ganz spannende Erkenntnisse. Und also ich find das 'n schönes Beispiel, dass dann tatsächlich die Zinsbelastung eben durch 'n entsprechendes Rating einfach so stark verbessert wurde. Das ist wirklich 'n finanzieller Effekt, den man ja also sofort messen kann. Aber es gibt auch einige andere Beispiele. Also oft ist es ja auch Energieverbräuche, ja, die man optimieren kann, aber dazu muss man natürlich erst mal wissen, wo haben wir den größten den größten Hebel und wenn man diese Daten dann eben erstmalig strukturiert erfasst, dann kann man sehr, sehr schnell erkennen vielleicht an welchem Standort es sich jetzt erst mal am meisten lohnt, da ja entsprechend zu zu investieren. Wo kann man bestimmte Prozesse vielleicht elektrifizieren und dann auch sehr, sehr schnell son ja Return on Invest bekommt.
00:26:04: Aber wie realistisch ist das? Also jetzt zum Beispiel bei euch, Maxi, ihr seid ja, ich glaub Du bist alleine auf der Stelle ne. Das heißt, wie viel Zeit hast Du dir quasi dann tatsächlich Maßnahmen zu empfehlen oder abzuleiten oder zu sagen, guck mal hier laut Datenlage können wir bei dem Standort von uns wirklich was verändern oder bist Du eigentlich voll und ganz damit beschäftigt, einfach nur die Berichtspflicht vorzubereiten?
00:26:26: Ja, das ist natürlich 'n valider Punkt. Kapazitäten, ich bin alleine auf der Stelle, aber natürlich nicht allein mit Nachhaltigkeit im Unternehmen betraut, wenn man so möchte. Also die Koordination, das, was ich vorhin sagte, ist, glaube ich, wichtig, dass ihr zentral erfolgt, aber gleichzeitig auch wichtig, die die Kollegen zu befähigen und an Bord zu holen für die nachhaltigen Themen und da glaube ich schon, dass es Potenzial gibt. Ich versuch's.
00:26:49: Dann schauen wir mal ganz konkret bei euch rein, Maxi, wo ihr steht und was das als Übertragung bedeutet auf andere Unternehmen, die vielleicht auch grade 'n Dry Run planen oder so was, ne. Ich hab auf eurer Webseite gesehen, dass ihr schon irgendwie, also ihr habt erst mal euer Ziel, Dekarbonisierung ist glaub ich bis 2040, also ihr seid ja eigentlich schon ziemlich sportlich. Ihr habt so ein Basisjahr 2021, habt ihr schon 57 Prozent der Scope 1 und 2 Emissionen reduziert. Das ist ja eigentlich richtig viel. Wie habt ihr das geschafft?
00:27:15: Durch Effizienzmaßnahmen auf der einen Seite. Zur Wahrheit gehört an der Stelle aber auch, dass durch Veränderung des Geschäftsmodells dort ein Teil der Emissionen nicht mehr zu bilanzieren ist. Was jetzt bleibt, ist ein relativ kleiner und das war vorher auch der Fall, aber ein relativ kleiner Scope 1 und Scope 2 Anteil und ein riesig großer Scope 3 Anteil, der sich aus dem Einkauf von Produkten, vor allem von Wagen und Instandhaltung speist und damit verbunden aber auch die Nutzung unserer unserer Assets. Da gibt's ja die schöne Kategorie 3.13, Downstream Leased Assets, was bisschen einmalig sicherlich auch für Geschäftsmodelle wie die der VTG ist. Und das zu bilanzieren ist sicherlich eine der Themen, an denen ich grade bin. Aber ja, das das prägt das Bild mit einem riesig großen Scope 3 Anteil, sodass neben der operativen Umsetzung dann von Maßnahmen für Scope 1 und 2 da auch viel in Richtung Entwicklung der Strategie für Scope 3 grade geht.
00:28:18: Ja, jetzt muss ich trotzdem mal fragen, also wenn ich das richtig verstanden hab, habt ihr sogar einen Teil eures Geschäfts neben, dass ihr die Waggons auch bewegt. Das heißt, mit Diesel Loks, was natürlich megaemissionsgetrieben ist, den habt ihr abgestoßen und deswegen quasi sind eure Scope 1 und 2 Emissionen oder habt ihr schon 57 Prozent Reduktion erreicht auf dem Papier. Also das heißt für euch quasi, der Bericht fällt deutlich besser aus, aber jetzt für die Welt sind die Emotionen damit nicht gelöst.
00:28:42: Kann man so sagen, kann man so sagen, aber hoffentlich sind die Transporte woanders auf der Schiene gelandet.
00:28:48: Also ist das jetzt eher son Papiertrick gewesen?
00:28:51: Nee, das ist eine strategische Neuausrichtung und Ausrichtung des Unternehmens sicherlich gewesen. Damit verbunden auf der klimastrategischen Seite ist sicherlich, dass wir mit Blick auf eine ja mögliche Validierung auch von von Klimazielen das Basisjahr natürlich verschieben und das Basisjahr auf Basis der aktuellsten Emissionen berechnen. Das wird dann sehr voraussichtlich 2026 sein, mit dem CSRD Bericht dann auch eine neue Ausgangslage für die Emissionen zu haben.
00:29:22: Okay, also das heißt, aktuell sozusagen habt ihr diesen Job von wirklich 57 Prozent Reduktion, aber das behaltet ihr nicht, sondern ihr seid so fair, euer Basis ja neu zu setzen und noch mal von vorne anzufangen mit eurem jetzigen Geschäftsbereich sozusagen.
00:29:37: Genau und dann mit den darauf aufgebauten Maßnahmen, den Scope 1 und 2 Anteil, den wir direkt beeinflussen können sicherlich, zu reduzieren mit Blick auf unser langfristiges Ziel und in Scope 3 hinsichtlich Datenqualität und dann aber auch in der in der Lieferkette aktiv zu werden.
00:29:55: Aber das heißt, der große Hebel bei euch ist halt Scope 3. Und da ist natürlich die Frage, wie sieht's aus, was könnt ihr angehen? Wie ist jetzt in dieser ganzen Gemengelage der Stand? Du hast vorhin schon son gesagt, was son paar Themen, die ihr schon angegangen seid, wie ist die doppelte Wesentlichkeitsanalyse und so. Was steht noch raus? Welche Arbeitspakete hast Du so auf dieser Reise bis 28 vor dir oder welche hast Du schon kreiert?
00:30:15: Das ist ein breiter Griff über, wenn man's möchte, die kompletten Standards. Also das eine ist sicherlich genau das, worüber wir grade sprachen, Klima, Transition Klimastrategie verbunden und ganz wichtig mit dem Thema Einkauf. Darüber hinaus dann ein bisschen was im Bereich Materialien und Kreislaufwirtschaft, aber natürlich auch für uns sehr relevant die sozialen Themen. Arbeitssicherheit war vorhin auch schon Thema für uns essenzieller Punkt in im Geschäft und für VTG sehr, sehr zentral. Und für all diese Themen haben wir eben diese Gap-Analyse laufen lassen und geguckt, was haben wir schon? Wo geht's jetzt dran? Wo müssen wir Ressourcen zuweisen? Aber wir haben in 14 Improvement Packages die Arbeit an den an dem Nachhaltigkeitsbericht und die Arbeit mit Blick auf die Berichtserfüllung definiert und innerhalb dieser 14 Bereiche, wie grade gesagt, von Procurement über Klimastrategie, die sozialen Themen Maßnahmen definiert, dort einerseits den Bericht Standard zu erfüllen, aber eben auch darüber hinaus zu gucken, was können wir strategisch machen?
00:31:27: Gibt's irgendwie sone Daumenregel, wie man das am besten angeht, Carolin? Also gibt's sone Roadmap, wo man sagt so, klar, jede Industrie ist 'n bisschen anders, ne? Und jedes Unternehmen hat 'n bisschen eine andere Ausgangslage, je nachdem wie viel Ressourcen da sind, was schon gemacht wurde oder nicht. Aber hast Du so 'n paar Vorgehen, die sich als effizienter und besser erwiesen haben als andere?
00:31:46: Ist jetzt eine Roadmap Roadmap to Berichte sozusagen?
00:31:49: Roadmap to Bericht und im besten Fall Roadmap to Bericht und Business Case, genau. Aber ja erst mal Bericht.
00:31:55: Ja, tatsächlich ja. Also ja, wie schon vorhin einmal gesagt, ist die DMA ja tatsächlich das Herzstück der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Und son richtig rundes Berichtskonzept wird es eben dadurch, wenn die DMA auch zur Unternehmensstrategie passt. Und dazu muss natürlich Nachhaltigkeit jetzt nicht separat gedacht werden, sondern tatsächlich mit in die Nachhaltigkeitsstrategie integriert werden und dann eben aus dieser Strategie, Maxi, Du hattest es auch grad schon gesagt, ihr habt daraus Ziele abgeleitet und Maßnahmen implementiert. Das heißt, für mich ist eigentlich vielleicht das Takeaway oder was ich Unternehmen raten würde, die jetzt ja vor dieser Aufgabe stehen, dass sie nicht sozusagen von unten nach oben denken, also erst mal an den Bericht denken und dann gucken, wie sie die Strategie oder die Ziele zur Strategie bringen, sondern nachhaltigkeitsbezogenen Themen sind dort vielleicht schon implementiert, aber welche vielleicht auch noch nicht, aber die sind trotzdem strategisch relevant für uns. Dann zu schauen, welche Ziele können wir uns geben, vielleicht diese Ziele auch validieren lassen, also beispielsweise SBTi. Und dann eben daraus abzuleiten, welche Maßnahmen müssen wir denn eigentlich implementieren, diese Ziele zu erreichen und dann die Richtlinien dazu zu aufzusetzen, diese Maßnahmen eben auch konzernweit durchzuführen und ich würd jetzt nicht sagen, dann schreibt sich der Bericht wie von alleine, aber es ist auf jeden Fall deutlich leichter als erst mal an den in dem Bericht zu denken und zu sagen, oh, wir haben jetzt hier 500 Datenpunkte und wie kriegen wir das denn überhaupt jetzt in so 'nem Bericht gegossen? Weil dann dann hat das irgendwie ist das so son Bericht von lauter Einzelmaßnahmen, die irgendwie nicht zusammenhängen und auch schon gar nicht zum Unternehmen passen.
00:33:44: Was ich kurios fand, ist, dass sich da wirklich viele dagegen zu sträuben scheinen. Also ich hab ja gesehen, ne, 90 Prozent fallen raus und ich weiß nicht mehr, wer's gemeint hat. Aber ich glaube, irgendwo stand in 'nem, weiß nicht, Managermagazin oder so was, dass die verbleibenden Unternehmen immer noch drüber mosern, dass sie die doppelte Wesentlichkeitsanalyse analyse machen müssen und auch irgendwie jetzt lobbyieren, die noch rauszuwerfen aus den ESRS. Und ich denk mir aber, das ist doch das wertvollste Tool. Das wär auch für alle, die jetzt VS machen und da fällt's ja leider auch raus, das gewesen, wo die wichtigsten Erkenntnisse für ein resilientes Businessmodell drin ist, stecken, wo alle die's gemacht haben. Ich kenn keinen einzigen, der sagt, hätt ich mehr sparen können. Alle sagen, krass, mir ist die Kinnlade runtergefallen. Und grade die größeren Unternehmen, die jetzt immer noch betroffen sind, die haben ja eigentlich auch schon bestimmte Risikoanalysen und Teams, die dran arbeiten und so. Woher kommt dieser Widerwille gegen die doppelte Wesentlichkeitsanalyse?
00:34:35: Total, also ich bin da total bei dir, Zackes, und jetzt will ich natürlich immer nur die externe Sichtweise und sehe vielleicht auch häufig erst die Ergebnisse und muss schon sagen, es ist natürlich 'n ordentliches Stück Arbeiten und es etwas Neues, weil zuvor hat man eigentlich ja primär auf diese finanzielle Wesentlichkeit geachtet. Was wir vielleicht auch sehen, also bei vielen Unternehmen, bei denen Nachhaltigkeit jetzt noch nicht so sehr in diese Strategie übernommen wurde, dass wir tatsächlich doppelte Wesentlichkeitsanalysen gesehen haben, die extrem kleinteilig waren. Ja, also da hat es hat die Person, die das erstellt hat, halt vielleicht auch, ja, dieses Konzept noch nicht ganz verstanden, aber da hat's verstanden, das jetzt nicht so hart, aber hat halt wirklich gesagt, na ja, was haben wir für Risiken und das war nicht allumfassend übergreifend so Themen zusammengefasst, sondern dann gab's wirklich IRO-Listen mit mehreren 100 IROs und das ist natürlich irgendwann auch nicht mehr, ja nicht mehr managt, also das kann man nicht mehr managen, das kann man nicht mehr händeln, das ist überhaupt nicht übersichtlich und dann wird es natürlich wahnsinnig anstrengend. Ja, solchen Unternehmen würde ich tatsächlich raten, sich entweder, wenn sie die Kapazitäten selber haben, es gibt jetzt ja viele Berichte, die veröffentlicht sind, sich da wirklich mal einzulesen, so mal Best Practices aus der Branche zu identifizieren und dann sich zu überlegen, okay, wie wie kann was kann ich mir davon eigentlich abschauen, ja oder tatsächlich mit 'nem externen Berater zu zu arbeiten, der einen da, ich sag mal zumindest im im Sparring auf die richtige Spur bringt und ja diese extrem kleinteilige Arbeit dann abstellt, wenn man so will.
00:36:13: Wie wichtig ist da zum Beispiel jetzt die Absprache mit dem WP im Vorfeld? Ist das auch son Hintergedanke, Maxi, wo Du sagst, deswegen wollen wir jetzt auch den Dry Run machen, eben zum Beispiel mit unserem WP drüber zu reden, können wir uns das ein oder andere Thema sparen oder nehmen wir irgendwas irgendwie zu leicht oder eben da wirklich dafür zu sorgen, dass eure Investition richtig gesetzt ist?
00:36:32: Absolut und vor allem, nicht in einem Jahr über die eigene Füße zu stolpern und zu merken, hey, da haben wir wesentliche Themen vergessen oder da sind entsprechende Prozessen mal nicht richtig aufgesetzt und ich glaube, deswegen ist es wichtig, sich frühzeitig auszutauschen.
00:36:48: Gibt's irgendwie Themen, wo Du sagst so, da müssen wir auch einfach mal schauen, wie wir das interpretieren? Da haben wir vielleicht eine ganz andere Sicht drauf, als ihr?
00:36:55: Das ist, glaube ich, auch wichtig, einen gemeinsames Verständnis zu entwickeln. Ich glaube, es gibt nach wie vor Auslegungspunkte in den ESRS, wo man drüber diskutieren kann, was ist jetzt ganz konkret gemeint und auch solche sollte man und das das werden wir versuchen mitzunehmen und dort führt dann auch die Definition der Kennzahlen, die da zum Beispiel hintersteht, festzumachen und all solche Definitionen schon vorab mit dem Prüfer zu diskutieren, dann in dem Erhebungsprozess nicht darüber zu stolpern, wenn dann das Verständnis zwischen den Kennzahlen unterschiedlich wäre.
00:37:35: Gibt's da irgendwie son paar Beispiele von Carolin, wo ihr merkt so, da haben wir wirklich jetzt mit unseren Unternehmen drüber gesprochen oder mussten wir auch drüber reden, wirklich überhaupt 'n gemeinsames Verständnis und eine Interpretation zu finden?
00:37:46: Ja, da gibt's einige Beispiele. Also wie der Maxi das auch schon gesagt hat, also es gibt enorme Ermessensspielräume in den ESRS, also angefangen schon mit der doppelten Wesentlichkeitsanalyse, die natürlich in der Bewertung sehr stark behaftet ist, aber auch die Definition der Wertschöpfungskette, also da fängt es schon an, ja. Aber auch bei den einzelnen Kennzahlen gibt es ja auch aufgrund, na ja, ich hab schon gesagt, also viele Berichte werden dann eben so Mitte März testiert. Das heißt, viele Daten liegen gegebenenfalls, also Primärdaten liegen da noch nicht vor. Das heißt, man hat Kennzahlen, die einen mehr oder weniger großen Schätzanteil haben. Das heißt, da macht es auch sehr viel Sinn, sich vorweg mit dem mit dem Abschlussprüfer abzustimmen, ob er mit diesem mit dieser Schätzmethode, mit den Annahmen, die dahinterstehen, mitgeht, ja. Ob das plausibel ist, was das Ergebnis dann bringt und ob man das eben auch vielleicht mit Vorjahreserknissen, also dass man sagt, im Vorjahr wäre die Schätzung rausgekommen und jetzt haben wir tatsächlich die Primärdaten erhalten, also beispielsweise Energieabrechnung oder so etwas und unsere Schätzung hat das sehr, sehr gut getroffen. Das hilft enorm und ja, generell würde ich empfehlen einfach alle Dinge, wo man vielleicht auch 'n bisschen ja Bauchschmerzen hat oder wo man sich nicht sicher ist, das vorab mit dem mit dem Wirtschaftsprüfer abzustimmen. Wichtig ist dabei eben immer, dass das Unternehmen 'n Vorschlag macht, wir würden das so machen. Wie schätzt ihr das ein? Können wir das so machen? Ist das Ergebnis plausibel?
00:39:15: Was für eine Beziehung hat man da als Unternehmen mit seinem WP? Ist das also 'n wertvolles Sparring vorab? Hat man das Gefühl, da schnüffelt 1 schon viel früher rum, als er eigentlich sollte? Oder wie ist das?
00:39:26: Ja, also wir haben natürlich, klar, wir haben natürlich 'n Selbstprüfungsverbot, ja? Deswegen hab ich eben auch betont, es ist immer wichtig, dass das Unternehmen mit 'nem Vorschlag kommt und wir das dann absegnen oder eben sagen, nee, okay, da gehen wir nicht mit, das müsstet ihr noch 'n bisschen genauer oder die Annahmen sind mir zu ungenau, das müsst ihr noch 'n bisschen genauer erklären oder auch bei der doppelten Wesentlichkeitsanalyse. Da sind jetzt ja mit den revidierten ESRS ist dieser Top down Approach gekommen, dass man, ich sag mal, ergebnisorientierter diese doppelte Wesentlichkeitsanalyse aufsetzt und dadurch eben schneller Themen vielleicht aussortieren kann, die offensichtlich auf das Unternehmen nicht zutreffen. Aber da braucht es natürlich eine gute Begründung, ja, also die wir als Wirtschaftsprüfer nachvollziehen können und die auch belegbar ist. Das ist eigentlich der wichtigste Punkt und mir ist es immer wichtig, dass dass mich die Unternehmen jetzt nicht als ich ich ich schau den auf die Finger oder ich straff die, wenn da irgendwas falsch ist, sondern ich finde, es ist einfach wichtig, dass man sich frühzeitig abstimmt, weil das ist 'n ja die ESRS oder auch die CSRD ist ist ja für alle im Prinzip ja noch neu. Also es gibt noch nicht so viele Best Practices. Es gibt erst ja eine geringe Anzahl an Unternehmen, die wirklich auch vollumfänglich schon berichtet hat. Jetzt haben sich die ESRS wieder wieder erneuert, das heißt und und jedes Unternehmen ist ja auch unterschiedlich, ja. Das heißt, es ist sehr individuell und es ist einfach wichtig, dass man sich dass man sich da abstimmt.
00:40:48: Wie groß ist der Bereich, wo sie jetzt sagt, da ist es wirklich wertvoll, Unternehmen und Wirtschaftsprüfer gemeinsam im Sparring da durchzugehen oder im Austausch, ähnliche Definitionen zu finden für 'n Bereich, der für beide Seiten Neues und wo muss man klar abgrenzen, dass quasi die Beratung beginnen würde?
00:41:01: Ja, also ich fang vielleicht mit der zweiten Frage vorweg an. Also wir dürfen natürlich dem Unternehmen jetzt keine Kennzahlen definieren. Das ist die Aufgabe des Unternehmens. Also das Unternehmen entscheidet und wir würdigen oder prüfen. Das heißt, wir dürfen natürlich auch keine Prozesse implementieren, wenn wir das Unternehmen prüfen. Das macht alles das Unternehmen, aber wir schauen uns dann eben an, sind die Prozesse so designt, dass eben eine 1 Kennzahl entsteht, die die auch alle Tochterunternehmen beispielsweise 1 Konzerns abdeckt, ne. Das hatten wir auch häufig, dass dann Kennzahlen auch schon über Jahre erhoben wurden und dann haben wir einfach mal abgeglichen mit der Unternehmensliste und haben festgestellt, oh Mensch, da fehlen aber 3. Das sind das sind eben so Erkenntnisse, die man vielleicht auch, wenn man als Unternehmen da vielleicht auch den Blick dafür verliert einfach, ne. Da ist manchmal sone außenstehende Perspektive sehr, sehr hilfreich. Und bei den Definitionen von von Kennzahlen, da gibt es wirklich viele Beispiele, die man vielleicht auch im ersten Moment gar nicht gar nicht so bedacht hat. Also zum Beispiel auch die Kennzahl mit den Arbeitsunfällen. Also da gibt es so viele Definitionen, die vielleicht auch in anderen Ländern anders gelebt werden. Also ab wann ist denn ein Arbeitsunfall, ein schwerwiegender Arbeitsunfall? Da gibt's die Möglichkeit, ab ab einem Ausfalltag ab 3, ab es wurde ein Arzt konsultiert, wie zählen eigentlich Wegeunfälle? Also da gibt's wirklich viele Fragestellungen und da ist es eben wichtig genau, dass man das definiert und dann vor allem eben auch im Konzern dann einheitlich definiert, ja und erhebt, weil sonst ist die Kennzahl natürlich nicht besonders aussagekräftig.
00:42:41: Okay, also das heißt, im besten Fall quasi schließ ich mich da ganz früh kurz mit dem eine Wirtschaftsprüfer, Dinge zu definieren. Jetzt ist natürlich die Frage irgendwie, Du hast es ja vorhin auch gesagt, Caro, die Daten. Ich brauch sie möglichst schnell. Manchmal hab ich vielleicht eine Schätzdaten, im besten Fall hab ich sie vielleicht sogar aus dem Vorjahr und kann sagen, wir können unsere Schätzung präzisieren und steht vielleicht ganz oft steht man ja sogar besser da im besten Fall, wenn man 'n bisschen so was wie reale Daten oder so hat. Wie einfach ist es, aktuell noch die zu hinterlegen? Wie gut ist so das ganze Thema Daten sammeln, Daten hinterlegen? Wie wichtig ist das auch für die Berichtspflicht bis 2028? Ist das so 1 der Themen, Maxi, die Du bei dir ganz oben auf der Prio Liste hast oder sagst Du, ach, zu sportlich, machen wir erst mal noch mit Excel und wenn wir's erst mal gemacht haben, dann können wir das immer noch in Software übertragen?
00:43:28: Gute Frage und nein, ich würde sagen, wir gehen den anderen Weg. Der Weg über Software ist, glaub ich, der, der für alle einfacher ist, wer da funktioniert. Und das ist der Weg, den wir eingeschlagen haben, wo's darum ging, überhaupt erst mal einen Überblick über den Markt zu bekommen, wer sich in den vergangenen Jahren ja auch stark verändert und konsolidiert hat. Und da da da ist es, glaub ich, wichtig, den Überblick für sich selber in der Art und Weise zu machen, dass man über die eigenen Anforderungen Bescheid weiß. Also was muss diese Software können? Was muss ein Tool irgendwie können? Und mit dieser Definition hab ich einen einen großen Marktblick mir verschafft und auch verschiedene Sachen getestet und mal wirklich reingefühlt, was kann wie funktionieren, Weil ich bin der Überzeugung, dass mit 'ner guten, 'ner richtigen Softwarelösung die ganze Berichterstattung vereinfacht wird. Und vielleicht ist es 'n bisschen zu optimistisch gedacht, aber ich glaube, es muss nicht zurück über Excel gehen, sondern wir können den Weg über eine Software machen. Aber auch da ist es wieder wichtig, das Ganze zu prüfen und deswegen soll das auch direkt Bestandteil 1 Dry Runs werden, sodass wir eine ausgewählte Anzahl an Kennzahlen schon mal über die Software erheben. Parallel natürlich über den abgesicherten Bild, ja, aber zum Beispiel die CO₂-Werte oder wieder die Arbeitssicherheitszahlen über die Software erheben zu lassen und dann in dem eigentlichen Berichtsjahr sicher sein zu können, dass es funktioniert und dass da auch die Definitionen hinterlegt sind, dass 'n Audit Trail sichtbar ist, dass alles das, was für die eigentliche Prüfung dann vorhanden sein muss, auch vorhanden ist.
00:45:04: Das ist schon son Thema und ich hatte, das wissen die Leute, die jetzt den Newsletter auch haben, ich hatte son ESG Softwareaustausch nur für Sustainability Manager, dass die offen und ehrlich drüber reden können, welche Erfahrungen sie mit ihrem Anbieter haben, weil alle irgendwie das Gefühl haben, sie haben falsch zugegriffen und die falsche Software, bei den anderen ist alles viel besser. Dann festzustellen, alle sind gerade halt so halb zufrieden oder halb unzufrieden, weil's einfach Neuland ist, sowohl für die Softwarehersteller als auch für die Anwender. Von den Softwareherstellern kurioserweise höre ich dann immer oft, ja, unsere Anwender wissen halt auch noch gar nicht so richtig, was sie wollen. Also das muss man irgendwie gemeinsam ausbaldowern und der Unterschied ist, hat man 'n Gegenüber, mit dem man das produktiv quasi lösen kann, was noch nicht funktioniert? Wie entscheidend ist das aus deinem Blickwinkel, Carolin, dass man jetzt für 2028 wirklich das auch schon gleich auf das richtige System aufbaut?
00:45:52: Also ich sag den Mandanten, wenn sie fragen immer, ihr müsst euch wirklich im Klaren sein, was ihr braucht und ich bin immer tatsächlich 'n bisschen skeptisch, wenn ein Unternehmen sehr, sehr schnell sagt, ja, wir haben auch schon eine Software. Grundsätzlich ja, finde ich das gut und es macht die Berichterstattung leichter und auch Maxi, Du hast es gesagt, der Audit Trail ist oftmals nachvollziehbarer, wenn das natürlich strukturiert, damit es 1 Software dokumentiert ist. Aber das Wichtige ist eigentlich, es gibt ja viele Software am Markt und nicht alle passen für alle Unternehmen gleich gut, ja. Das heißt, man muss, wie Du's auch schon gesagt hattest, seine seine Anforderungen kennen und vielleicht auch die Schnittstellen, die man braucht. Und man muss auch wissen, ob denn wirklich auch alle Unternehmen im Konzern bereit sind, diese Software auch zu implementieren, weil das hilft natürlich nur bedingt, wenn jetzt nur die Hälfte der Unternehmen diese Software implementiert und die andere Hälfte macht's dann doch wieder mit Excel. Deswegen ist das nicht sone leichte Entscheidung vielleicht immer und ich kenn auch wirklich noch Unternehmen der Wave 1, die immer noch sehr, sehr viel mit oder teilweise Kennzahlen mit Excel erheben. Das ist auch per se nicht nicht schlimm, aber es birgt natürlich ja 'n höheres Fehlerrisiko, ja, weil es gibt Übertragungsfehler, Tippfehler et cetera, die vielleicht mit 'ner Software leichter handelbar sind, ja. Aber ich kann auch Unternehmen, die die machen das mit Power BI sehr erfolgreich und können auch damit dann schnell vielleicht auch Unplausibilitäten identifizieren, weil man durch dieses ja Power BI Tool eben auch gute Auswertung fahren kann. Also da gibt's verschiedene Möglichkeiten und ich glaub, das Wichtige ist da vielleicht nicht nicht vorschnell irgendwie zu investieren, sondern wirklich mit 'ner konkreten Anforderungsliste loszugehen und gucken, welche Anbieter dann da das passende Match hat.
00:47:46: Das ist 'n Thema, was ich schon öfters gehört hab, dass manche so das 2. Oder 3. Projekt hinter sich haben und jetzt gerade anfangen, einfach mit ihrem bestehenden ERP System oder sowas was selber zu bauen, eine eigene Lösung erst mal und damit ganz gut fahren. Aber ich glaube, viele Wege führen nach Rom. Und die Frage ist ja auch, welche Daten fließen rein, oder? Also wahrscheinlich ist Software, ne, das kann man sich vielleicht zurecht biegen oder dann in 'ner mit 'n kleines bisschen Mühe passend machen. Die Frage ist aber, hat man überhaupt die richtigen Daten, die da reinfließen? Vor allem von den Kunden und grade wenn man jetzt so Scope 3 mäßig auch von ganz vielen abhängig ist, wahrscheinlich gar nicht so einfach, oder? Wie ist die Qualität mit deinen ganzen Stakeholdern zusammen, wo Du auf Daten angewiesen bist, Maxi?
00:48:24: Das ist wahrscheinlich der Punkt, den es da eigentlich geht, die Datenqualität. Für unsere Scope-3-Emissionen beispielsweise wird es sich begrenzen, begrenzt es sich auf eine ausgewählte Anzahl an an Stakeholdern dann wieder. Ich bin zuversichtlich, dass wir's hinkriegen, aber die Transparenz erst mal zu schaffen über das, was da ist und das, was man braucht, das ist ja der eigentliche Schritt vor der Software und da hilft auch die Software selbst nicht. So ganz konkret kann ich's noch nicht einschätzen, wie wir auch mit dem, was was wir eingangs diskutierten, dem dem Value Chain Cap irgendwo in Berührung kommen. Ich glaub nicht, dass das von Relevanz für uns persönlich ist, aber kann natürlich passieren.
00:49:05: Guter Punkt, das hätt ich fast vergessen. Du hast es ganz am Anfang gesagt, Carolin. Es gilt eigentlich der Value Chain Cap für kleine Unternehmen, die jetzt auf den VS gehen können. Und ich hab auch schon von ganz vielen Unternehmen gehört, die den VS machen, die sagen so, ne, wir bekommen die unterschiedlichsten Bankenanfragen. Die Banken wissen auch noch gar nicht so wirklich, was sie nachfragen sollen. Kurzer Hintergrund, ich hatte schon öfters gesagt, die Transitionspläne sind zwar raus für viele Unternehmen, die Banken wiederum müssen sie aber seit 2026 haben. Und deswegen kommen die jetzt auf die ganzen Mittelständler zu und wollen sozusagen wissen, wie's aussieht, damit sie ihr Portfolio aufräumen können. Und da haben die halt die unterschiedlichsten Fragebögen und manche schon gut, manche noch schlecht. Ich hab schon von einigen Unternehmen gehört, von den mittelgroßen, die sagen, wir schicken denen jetzt einfach den VS und sagen, ihr habt das einmal gut aufbereitet, kommt damit zurecht. Danke. Und Du hast ja vorhin anklingen lassen, dass vielleicht der Marktmacht wegen manche Unternehmen doch mehr Daten wollen?
00:49:58: Ja, das kann man wahrscheinlich erwarten, so richtig Erfahrung haben wir damit noch auch noch nicht, aber ich glaub, man kann sich grade bei Zuliefererunternehmen vielleicht schon vorstellen, wenn wenn es einfach auch 'n großen Markt gibt, ja und auch Marktteilnehmer man ja, wenn man so will austauschbar ist und man dann sagt, nee, ich liefer dir die Daten nicht und dann weiß ich nicht, wie die Antwort ausfällt. Ist sicherlich individuell, aber ich glaube, man sollte sich nicht zu sehr darauf verlassen.
00:50:30: Wir sind jetzt hier schon fast am Ende und ich glaube, für viele ist das der, ne, die arbeiten jetzt auf den Dry Run hin und dann im besten Fall quasi auf den ersten ESRS Bericht in 2028, aber da soll ja Hand in Hand dann auch mit der finanziellen Berichterstattung gehen. Also wenn man das schon am Horizont zieht, was muss man aufm Schirm haben? Gibt's da Unterschiede, ja, von den verschiedenen Berichtsarten? Wie wird da 'n Bericht aus einem Guss? Kann man das am Anfang noch zusammenstückeln und dann langfristig schleifen oder gibt's da schon so Sollbruchstellen, die man im Blick haben muss?
00:51:01: Ja, das ist eine gute Frage, Zackes. Und da ist vor allem, ich sag mal, das Endprodukt sollte man da im Blick haben. Der Nachhaltigkeitsbericht wird ja Teil des Lageberichts, das heißt auch im Lagebericht wird über Chancen und Risiken schon berichtet. Das heißt, das darf sich natürlich nicht widersprechen, sollte Hand in Hand gehen. Das heißt, die Informationen oder ja, im besten Fall sind eben Risiken und Chancen bereits im Lagebericht kurz erwähnt und dann im Nachhaltigkeitsbericht noch ausführlicher beschrieben. Das muss aber ja Hand in Hand gehen. Und dann natürlich dann auch noch gibt es bestimmte Nachhaltigkeitsaspekte, die auch in im finanziellen Bereich reinspielen, also sei es jetzt Impairment Tests oder auch Rückstellungen, weil man bestimmte vielleicht Grenzwerte beim CO₂-Ausstoß überschritten hat. Impairment Test, weil ja, wenn wir eine bestimmte Investitionen planen und eine alte Anlage dann nicht mehr weitergeführt wird, dann muss das natürlich entsprechend auch in der finanziellen Berichterstattung reflektiert werden.
00:52:05: Für mich als Laie: Impairment Test?
00:52:07: Im Impairment Test, ja. Guter Punkt. Wie viel wie viel Minuten hab ich Zeit? Nein, im Frühjahr ist das so, ich hab eine Anlage, eine Produktionsanlage und ursprünglich war vielleicht mal gedacht, dass diese Anlage 20 Jahre lang produziert. Jetzt durch, weiß ich nicht, meine Transformation des Geschäfts stellt sich heraus, ich werde diese Anlage nur 10 oder 15 Jahre nutzen. Und ursprünglich ist es so, dass man eben solche Anlagen ja abschreibt über die Nutzungsdauer, also über ursprünglich über 20 Jahre. Wenn ich jetzt aber schon weiß, nach 10 Jahren werde ich diese Anlage nicht mehr nutzen wollen oder auch dürfen vielleicht, dann muss ich natürlich entsprechend über einen kürzeren Zeitraum abschreiben. Und dann ist eben diese diese Anlage nicht mehr ja, nicht mehr werthaltig. Also auf Deutsch wär das Werthaltigkeitstest.
00:52:58: Ist das was, was Du wo Du sagst so, Maxi, dass Du dich jetzt auch schon mit beschäftigst, dass sozusagen dein Nachhaltigkeitsbericht im Lagebericht dann widerspruchsfrei sich wiederfindet oder sagst Du so, da kümmer ich mich dann noch mal im letzten Monat vor, zu gucken, ob das wirklich alles identisch ist?
00:53:11: Das war eine der ersten Sachen, die wir gemacht haben, uns mal zusammenzusetzen zwischen Nachhaltigkeitsbereich und auch Finance Bereich und abzustimmen, wie sind die Berichtsaufgaben? Wie geht das Ganze Hand in Hand? Wie verzahnt sich das Ganze? Und da finden wir jetzt grade einen Weg, eben da Doppelung auch zu vermeiden, aber vor allem auch Konsistenz sicherzustellen.
00:53:32: Gutes Vorgehen, Carolin? Also das von vornherein quasi erst mal an die Tür zu klopfen und zu sagen, so Leute, das machen wir jetzt gemeinsam und dann checken wir regelmäßig, ob wir immer noch aufm gleichen Pfad unterwegs sind?
00:53:42: Ja, genau. Ich glaub, das Wichtige ist wie bei jedem Projekt, dass man sich abstimmt, wer macht was und wer ist für was verantwortlich und nicht, dass immer jeder denkt, der andere macht schon. Und grade bei diesen Querschnittsthemen, wo im Prinzip ja die die Schnittstelle zwischen Finanzberichterstattung und auch Nachhaltigkeitsberichterstattung stattfindet, ja.
00:54:00: So viele verschiedene Themen. Ich glaube, man muss tatsächlich wahrscheinlich auch noch mal ins Detail rein tauchen und das vor allem dann fürs eigene Unternehmen passend machen, aber habt ihr so ein abschließendes Statement, was ihr den Zuhörenden noch mitgeben könnt? Also ich mein, von dir, Maxi, hier hab ich mir auf jeden Fall schon die Dringlichkeit mitgenommen. Es ist echt viel Arbeit. Du bist froh, dass Du früh angefangen hast und hast jetzt nicht das Gefühl, dir doch mehr Zeit damit lassen zu können.
00:54:23: Absolut. Wir haben uns 'n guten Plan gesetzt und verbinden das Ganze auf der einen Seite mit der Berichts Compliance und dann auf der anderen Seite mit den Maßnahmen und der Planung von Projekten, noch weiter durch die Nachhaltigkeit zu agieren und so kommen wir, glaube ich, zu 'nem guten gemeinsamen Ergebnis.
00:54:39: Carolin, deine letzten Worte an die Zuhören. Was denkst Du so ist das Wichtigste, dass man in diesem ganzen Prozess auf keinen Fall aus den Augen verlieren sollte?
00:54:46: Ja, für mich ist das Wichtige, immer den den Blick aus der Vogelperspektive nie aus den Augen zu verlieren und auch quasi den Wald vor lauter Bäumen immer im Blick zu haben. Ich hab das Gefühl, viele Unternehmen verlieren sich grad teilweise aus so in kleinen Details, obwohl das vielleicht gar nicht so die Entscheidungsrelevanz hat, wo wir wieder den Bogen zum Anfang schlagen. Und ja, dann noch mal natürlich den Appell, dass man sich da frühzeitig mit seinem Abschlussprüfer abstimmen sollte und auch zumindest schon mal jetzt eine Timeline abstimmt, wann wir zumindest mal die doppelte Wesentlichkeitsanalyse analyse anschauen und ob 'n Dry Run Sinn macht und wie dann die Prüfung im Jahr 2027/28 abläuft.
00:55:24: Danke euch vielmals, dass ihr hier den Einblick gegeben habt. Maxi, aus deiner Perspektive sozusagen, warum ihr euch an die ESRS angelehnten Bericht nach vielen Dank, Carolin, für deine Übertragung und die Einblicke, was man auf diesem Weg auf keinen Fall aus dem Blick verlieren sollte.
00:55:42: Ja, vielen Dank auch dir, Zackes, für das eine Freude.
00:55:46: Und danke an alle, die hier zuhören. Wie gesagt, wenn ihr euch mit beiden verlinken wollt, dann schaut in die Shownotes. Ich verlinke beide LinkedIn Profile von denen. Die stehen natürlich bestimmt zur Verfügung, noch ein bisschen Details zu teilen und abonniert den Newsletter, www.zackes.com/newsletter. Dort gibt's immer noch mal weiterführende Ressourcen, meistens wirklich kostenlose Ressourcen oder coole Hinweise und Artikel, die ich finde. Ich freu mich auf die nächste Folge.
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