#17 Europäische Spitze: Die ESG-Strategie des VfB Stuttgart I Gast: Steffen Lindenmaier

Shownotes

Nicht reden, einfach machen! Steffen Lindenmeier hat sich beim VfB Stuttgart Verbündete gesucht und Stück für Stück das Thema Nachhaltigkeit etabliert. Angefangen hat er im Bereich Kommunikation. Schnell kam CSR hinzu und mittlerweile ist er offiziell der Nachhaltigkeitsmanager des VfB Stuttgart. Klar, er hat die Rückendeckung der Vereinsführung, aber es ist auch eine Geschichte darüber, was möglich ist, wenn man sich intern engagiert und einfach loslegt.

✅ Wo fallen im Fußball die meisten Emissionen an? ✅ Warum geht es nur über Kollaboration mit den ‚Gegnern‘? ✅ Wie wird auf Einzelprojekten eine kohärente Strategie?

In diese Folge verrät mir Steffen Lindenmaier dank welcher ESG-Strategie der VfB Stuttgart in puncto Nachhaltigkeit unter den Vereinen zur Spitze zählt. Und warum sich vieles davon auch auf normale Mittelständler übertragen lässt.

👉 Agenda (00.03.44) Der Strategiewechsel: von Wohltätigkeit zu Nachhaltigkeit. (00:10:15) Nachhaltigkeit geht nur mit der 'Konkurrenz'. (00:12:58) Fußabdruck: Spieler v.s. Fans v.s Mitarbeitende. (00:23:08) 📣 Shoutout - Sustainable Event Rider. (00:27:25) Kompensation - wenn, dann vernünftig. (00:36:20) Die Wirkung der Spieler.

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Über 'Gewinne Zukunft': In diesem Podcast spricht Zackes Brustik alle zwei Wochen mit den Pionieren und Wegbereiterinnen der unternehmerischen Nachhaltigkeit. Was braucht es, um als Unternehmen nicht nur klimaneutral zu werden, sondern wirklich kompatibel mit den Klimazielen, der Kreislaufwirtschaft oder den SDGs als solches zu werden? Jeder Mensch, der hier zu Gast ist, hat eine einzigartige Geschichte zu erzählen und wertvolles und praktisches Wissen für Dich in petto. Dieser Podcast motiviert und befähigt Dich als CEO, Sustainability Managerin oder Entscheider*in Nachhaltigkeit praktisch und wirtschaftlich umzusetzen. Schließ Dich den Nachhaltigkeitspionieren an und trage mit Deinem Unternehmen erfolgreich zu einer lebenswerten Zukunft bei!

Regelmässige Update und viele weitere Insights bekommst Du von Zackes auf LinkedIn: ➡️ https://www.linkedin.com/in/moderator-zackes-brustik/

Transkript anzeigen

Steffen Lindenmaier [00:00:06]:

Steffen Lindenmaier [00:00:06]: Von heute auf morgen könnte man nachhaltig sein. Das wird nicht funktionieren, sondern das ist ein Prozess und in dem Prozess ist auch Geduld erforderlich und ein Stück weit auch darf man sich auch nicht treiben lassen, sondern muss die Dinge systematisch Schritt für Schritt angehen, damit man sich auch nicht verzettelt bei dem Ganzen.

Steffen Lindenmaier [00:00:06]:

Zackes Brustik [00:00:25]:

Zackes Brustik [00:00:25]: Gewinne Zukunft, der Podcast, der dich dabei unterstützt, dein Unternehmen erfolgreich klimakompatibel zu gestalten. Hier lernst du direkt von den Menschen, die die Nachhaltigkeitstransformation als Pioniere entscheidend vorantreiben. Mein Name ist Zakas und ich freue mich, dich mit an Bord zu haben. Ich freue mich, IBM als Werbepartner mit an Bord zu haben und daher gibt's wie vor jeder Folge ein zum Thema passendes IBM Sustainability Offering in unter 60 Sekunden. Der Druck zur ESG-Berichterstattung kommt auch von Mittelständler von allen Seiten, nicht nur wegen der Regulatorik, die bald greift, sondern natürlich auch von Investoren oder von den VerbraucherInnen oder KundInnen. Wie kannst du also das Thema in deinem Unternehmen so einfach wie möglich umsetzen und angehen? Wenn es speziell das Emissionsmanagement, das Festlegen und Erreichen von Dekarbonisierungszielen oder das Reporting, sei es intern oder extern geht, dann bietet sich die IBM ENVISI ESG Suite an. Matthias Dietl, Sustainability Specialist bei IBM, hat mir verraten, dass Envisi über 600 sogenannte Konnektoren mitbringt und alle möglichen Datenquellen automatisiert integrieren kann. Und natürlich hilft die Envisi nicht nur bei den Umweltdaten, sondern auch im Bereich Social Sustainability oder Governance.

Zackes Brustik [00:00:25]:

Zackes Brustik [00:01:47]:

Zackes Brustik [00:01:47]: Mehr Informationen gibt es über den Link in den Shownotes oder von Matthias auf LinkedIn. Und jetzt viel Spaß mit Folge 17. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Gewinne Zukunft. Heute gibt es einen explosiven Einblick in den Profifußball. Steffen Lindemeyer ist heute bei mir, Senior Manager Nachhaltigkeit und er ist schon seit langem dabei zu schauen, wie Nachhaltigkeit im Fußball umgesetzt werden kann im Profiliga-Verein, in seinem Fall beim VfB Stuttgart, hat sich einiges vorgenommen. Und das wird ein richtig spannender Einblick, einerseits, was Nachhaltigkeit im Profisport bedeutet und das mega spannend ist, dass hier wirklich auch die Bundesliga europaweit führend ist. Und andererseits ist der VfB ja auch einfach ein Mittelständler wie jeder andere Mittelständler und die sind auf dem Weg. Die haben ein paar Sachen geschafft, die haben ein paar dicke Bretter zu bohren.

Zackes Brustik [00:01:47]:

Zackes Brustik [00:02:42]:

Zackes Brustik [00:02:42]: Das heißt Steffen hat mir auch so einen ungeschönten Blick hinter die Kulissen versprochen, wie man als Mittelständler das Thema angeht, auf welche Herausforderungen man da stößt und wie er plant, die anzugehen. Herzlich willkommen Steffen.

Zackes Brustik [00:02:42]:

Steffen Lindenmaier [00:02:53]:

Steffen Lindenmaier [00:02:53]: Ja hallo lieber Zakis und herzlichen Dank für die Einladung in deinen tollen Podcast.

Steffen Lindenmaier [00:02:53]:

Zackes Brustik [00:02:57]:

Zackes Brustik [00:02:57]: Richtig klasse und das Tolle war, dass du dich auch bei mir gemeldet hast, was ich sehr sehr cool finde. Nachhaltigkeit im Profisport ist, glaube ich, noch ein relativ neues Thema. Und was ich spannend finde an deiner Historie, du warst vorher bei Hoffenheim lange, hast da Kommunikation gemacht, Social Media Management, bist zum VfB gewechselt, dann kam, weißt du, immer noch Kommunikation, dann kam CSR hinzu und jetzt bist du wirklich Vollzeit-Nachhaltigkeitsmanager 100 Prozent und das ist ja so ein typischer Weg, wie in viele Unternehmen gehen, dass CSR erstmal ein Kommunikations- und Marketing-Thema ist und dann so langsam immer mehr Richtung Kern des Geschäftsfeld wandert. Und ich habe ja gesagt, du willst den VfB und die Champions League der Nachhaltigkeit führen. Ab wann wusstest du, dass das deine Mission ist? Und mit welchem Material musstest du anfangen zu arbeiten? Also was hast du da sozusagen auf dem Tisch gehabt, das du losgelegt hast?

Zackes Brustik [00:02:57]:

Steffen Lindenmaier [00:03:50]:

Steffen Lindenmaier [00:03:50]: Viele spannende Fragen schon, sag es, die du da stellst. Das ist in der Tat schon ein längerer Weg, den ich da gegangen bin. Ich bin seit 2010 wieder beim VfB und Das Thema hat dann vor circa 10 Jahren ungefähr angefangen. Im Grundsatz her, die sozialen Projekte gab es damals schon im Club, wo eigentlich viele Clubs herkommen aus der sozialen Dimension von Nachhaltigkeit und dementsprechend auch der VfB. Aus meiner Perspektive war das aber ein Stück weit zu wenig, was wir da gemacht haben. Es ging viel Spendenthemen, das eine oder andere Projekt. Also wenig strukturiert. Ich hab damals meinen damaligen Chef gefragt, in der Tat persönlich intrinsisch motiviert, ob wir da mehr Verantwortung übernehmen können.

Steffen Lindenmaier [00:03:50]:

Steffen Lindenmaier [00:04:29]:

Steffen Lindenmaier [00:04:29]: Ob man das zum eigentlichen Geschäft, das man sonst schon hat, zusätzlich noch ein Stück weit anschauen darf und ein bisschen gucken, was dort bei uns noch passiert und entsprechend auch in die Hand nehmen darf und dort weiter vorantreiben kann. So ist das Ganze dann 2013 eigentlich ein Stück weit gestartet.

Steffen Lindenmaier [00:04:29]:

Zackes Brustik [00:04:46]:

Zackes Brustik [00:04:46]: Und hattest du da schon die offiziell auch die CSA Rolle oder hast du dir da sozusagen erstmal noch von außen kommt, so das CSA Thema auf den Tisch und in den Tüttel gepackt und dir das Mandat abgeholt?

Zackes Brustik [00:04:46]:

Steffen Lindenmaier [00:04:56]:

Steffen Lindenmaier [00:04:56]: Also ich muss zugeben, damals 2013 von CSA habe ich da auch noch nicht gesprochen, sondern hatte wirklich nur klassisch die soziale Verantwortung entsprechend im Blick und das Ganze ist dann einfach im Zuge der Jahre gereift, auch eine Begrifflichkeitsschärfung, aber entsprechend auch, was da sonst noch alles dazu gehört. Und mitentscheidend waren dort die ersten Schritte, für die klassischen sozialen Projekte eine Dachmarke zu schaffen, eine Möglichkeit, damit wir unsere Projekte dann entsprechend finanziell fördern konnten. Und so ging es weiter letztlich eigentlich bis im Jahr 2016. Und im Jahr 2016 durfte ich dann an einer Fortbildung teilnehmen, damals noch von der DFL und von der IHK in Mittelfranken. Und bin dort damals auf renommierte Leute wie heute den Professor Dr. Schmidt-Peter und Professor Dr. Fiffka getroffen. Das war so ein Stück weit einfach der Gamechanger, wo man dann gesehen hat, Nachhaltigkeit ist nicht nur die soziale Dimension, sondern das Ganze muss man einfach breiter denken, entsprechend in den drei Dimensionen, die ökologische Dimension, die ökologische noch dazu zu nehmen.

Steffen Lindenmaier [00:04:56]:

Steffen Lindenmaier [00:05:54]:

Steffen Lindenmaier [00:05:54]: Und das war der Zeitpunkt, wo ich gesagt habe, okay, es gibt schon Gründe, das Ganze noch anders und besser zu machen. Und Es ist einfach eine große Chance, die da dahinter steht. Und ja, das war der Tag, wo ich gesagt habe, jetzt müssen wir es richtig versuchen.

Steffen Lindenmaier [00:05:54]:

Zackes Brustik [00:06:07]:

Zackes Brustik [00:06:07]: Cool. René Schmidpeter war ja auch ein Gast in der ersten Staffel bei mir. Das heißt, du hast mich so auf den Menschen getroffen. Er hat dich angesteckt mit der Leidenschaft, wirklich auch eben Nachhaltigkeit. Nicht nur so ein kleines bisschen, wie du es gesagt hast, hier ein kleines Projekt, da ein kleines Projekt, sondern wirklich so als Kernding anzugehen. Nicht als Trade-off, nicht wie es ganz lange war, so okay, wir haben gut gewirtschaftet, jetzt können wir auch ein kleines bisschen Geld in soziale oder ökologische Projekte stecken, sondern wirklich als Teil der Kernstrategie langfristig, zumindest als Vision, ist ein Weg, den man dorthin beschreiten muss. Und was ich auch spannend finde an der Geschichte ist, dass er wirklich das Bottom-up-Case ist. Also ein Mitarbeitender im Unternehmen, der das Thema für sich entdeckt hat und es wirklich geschafft hat, immer mehr Raum dafür frei zu schaufeln, sich Mandate abzuholen und das Go loslegen zu können.

Zackes Brustik [00:06:07]:

Zackes Brustik [00:06:56]:

Zackes Brustik [00:06:56]: Mega spannend, was man im Unternehmen, und da ist ja der VfB einfach ein Mittelständler wie der andere auch machen kann, wenn man wirklich davon überzeugt ist und einfach loslegt. So, der Fast Forward 2022. Ihr habt tatsächlich jetzt auch schon Nachhaltigkeitsbericht. Ihr seid Teil von Sustain Club, so einer Initiative im Sportbereich, zu denen auch noch sechs anderen Bundesligisten gehören. Ihr kennt jetzt tatsächlich euren Fußabdruck und habt schon richtig was geschafft. Was ist so der Stand gerade 2023?

Zackes Brustik [00:06:56]:

Steffen Lindenmaier [00:07:29]:

Steffen Lindenmaier [00:07:29]: Ich möchte einen Punkt ergänzen. Ich möchte mir das alles gar nicht selber auf die Schultern schreiben, sondern ich habe einen tollen Kollegen im Bereich B2C gehabt, den Jens Bräunig, ist mittlerweile dort Direktor, der schon sehr, sehr früh im Merchandising angefangen hat, letztlich auch auf nachhaltig produzierte Fendt-Textilien zu setzen. Und das war ein toller Weggefährte, der mit mir da in viele Termine gegangen ist und entsprechend wir zusammen für das Thema irgendwo geworben haben. Er natürlich ein Stück weit themenspezifischer und ich letztlich für den großen Ansatz. Aber ich war nicht ganz allein auf dem Weg und wir werden ja nachher noch dazu kommen. Das Thema Merchandising sind wir weiter auch mit vorne dabei. Und also ein toller Kollege, der entsprechend den Weg mitgegangen ist.

Steffen Lindenmaier [00:07:29]:

Zackes Brustik [00:08:07]:

Zackes Brustik [00:08:07]: Vielleicht ist das schon ein schöner Punkt. Lass uns da anfangen. Wenn man sagt, ich will das Thema Nachhaltigkeit wirklich vernünftig angehen. Auf welche Herausforderung stößt man da dann bei einem Bundesliga-Verein, die man vielleicht bei einem anderen Mittelständler nicht hat? Also du musstest dich ja wahrscheinlich erstmal schlau machen. Wo haben wir überhaupt einen Fußabdruck und wie groß ist der?

Zackes Brustik [00:08:07]:

Steffen Lindenmaier [00:08:26]:

Steffen Lindenmaier [00:08:26]: Ja, also das Schöne an Nachhaltigkeit ist ja, dass es einfach viele Facetten hat und deshalb die Aufgabe entsprechend auch so interessant macht, aber gleichzeitig bringt es natürlich damit auch eine total hohe Komplexität mit sich und entsprechend die Schnittstellen mit den anderen Bereichen. Das Thema Merchandising hatte ich gerade schon angesprochen. Wenn wir jetzt über unseren Fußabdruck reden, ist Merchandising beziehungsweise die Produktion der Produkte dort auch ein Teil davon. Und ich würde mal sagen, der Fußabdruck war bei uns eigentlich eher der zweite Schritt. Du hattest das Thema Systemclub schon angesprochen. Das war eigentlich so der Schlüssel dazu, damit wir Nachhaltigkeit bei uns auch verstehen konnten. Das heißt, es war damals ein Pilotprojekt der DFL und mit fünf weiteren Clubs, wo es eigentlich erstmal darum ging, einen bestehenden Kriterienkatalog ein Stück weit auf den Fußball anzupassen. Und in dem Prozess waren damals die DFL mit dabei, auch die DEKRA als Prüfgesellschaft und es waren eben diese 194 Kriterien am Ende, die dann herausgekommen sind und das war der eigentliche Schlüssel, weil wir davor auch schon Dinge bei uns auch im Unternehmen nachhaltig, sag ich mal, agiert haben.

Steffen Lindenmaier [00:08:26]:

Steffen Lindenmaier [00:09:32]:

Steffen Lindenmaier [00:09:32]: Aber die Thematik ist, ich vergleiche das immer sehr gerne mit einem Inseldenken, jeder so ein Stück weit auf seiner Insel gelebt hat. Einerseits Produkte wurden nachhaltig produziert. Bei uns im Stadion ist natürlich energetisch schon drauf geschaut worden, was denn passiert. Wir haben die sozialen Projekte gehabt, aber es hat so ein Stück weit einfach jeder auf seiner Insel gelebt und das Thema Systemklappen mit diesem Kriterienkatalog hat uns eigentlich erst mal ermöglicht, da ein Stück weit auf eine Insel zu kommen mit einer wirklich umfangreichen Datenerfassung. Und man muss sich da vorstellen, große Herausforderungen, weil wie bei anderen Mittelständlern, Es ist einfach noch nicht überall Thema gewesen. Also es war 2020, muss man sagen, also noch gar nicht so lange her. Und trotzdem reden wir dort von Dingen, wo man schon sehr, sehr viel Lobbyarbeit angehen musste, damit man dann Verständnis dafür bekommt.

Steffen Lindenmaier [00:09:32]:

Zackes Brustik [00:10:15]:

Zackes Brustik [00:10:15]: Magst du kurz ergänzen, wer damals mit dabei war? Ich glaube der...

Zackes Brustik [00:10:15]:

Steffen Lindenmaier [00:10:18]:

Steffen Lindenmaier [00:10:18]: Wolfsburg, Rader Bremen, Paderborn, Bayer Leverkusen, wir... Hab ich jetzt eigentlich vergessen.

Steffen Lindenmaier [00:10:18]:

Zackes Brustik [00:10:24]:

Zackes Brustik [00:10:24]: Wie ist das denn? Also weil das heißt, das ist so eine schöne Frenemy-Beziehung. In der Bundesliga seid ihr beinharte Konkurrenten. In dem Bereich versucht ihr wahrscheinlich zusammenzuarbeiten. Aber das heißt, das ist ja schon so ein Moment, wo man so ein paar Projekte hatte und jetzt plötzlich aber im Kreise von anderen, teilweise Konkurrenten, die Hosen runterlässt, was den eigenen Fußabdruck angeht. Aber auch nach außen, weil mit der DEKRA heißt ja, ihr werdet dann von außen neutral geprüft. Gab es da Widerstände zu dem Punkt zu gehen, zu sagen, okay, vielleicht wollen wir gar nicht wissen, was dabei rauskommt.

Zackes Brustik [00:10:24]:

Steffen Lindenmaier [00:10:56]:

Steffen Lindenmaier [00:10:56]: Also grundlegend war das eine tolle Zusammenarbeit, muss man sagen, und ich bin da heute noch der Meinung, beim Thema Nachhaltigkeit darf der Konkurrenzgedanke auch nicht ausgeprägt sein, sondern es ist eher so ein Thema, man sollte dort Wissen teilen, man sollte von dem Wissen auch von anderen profitieren und da müssen wir auch weiter hinkommen, weil wir auch in der Bundesliga einfach schon sehr, sehr viele Clubs haben, oder sehr viele Clubs haben, die tolle Arbeit leisten und die da auch schon umfangreich detailliert in Themen drin sind und man muss da die Welt nicht immer neu erfinden, sondern vielleicht auch mal eher zum Telefonhörer greifen und mit den Kollegen sprechen und fragen, wie habt ihr es gemacht, Was könnten wir davon übernehmen und entsprechend das dann angehen?

Steffen Lindenmaier [00:10:56]:

Zackes Brustik [00:11:34]:

Zackes Brustik [00:11:34]: Das finde ich ein super schönes Statement, weil das ist was, was ich finde, was man von der Bundesliga generell auf die Mittelständler in Deutschland beitragen kann. Beim Thema Nachhaltigkeit nicht das Rad neuer finden, sich austauschen. Wie läuft das denn bei euch in der Produktion, wie habt ihr das gelöst? Selbst mit Konkurrenten ist unglaublich wertvoll. Ich finde das Thema Nachhaltigkeit mit einem Open Source Gedanken, mit einem Kollaborationsgedanken anzugehen. Trotzdem noch eine kritische Frage, Ihr habt das gemeinsam entwickelt, den Kriterienkatalog mit anderen Bundesligisten und mit der DEKRA. Wenn man die Prüfgesellschaft bei der Entwicklung schon mit an Bord hat und selbst die Kriterien macht, ist es dann nicht besonders einfach, die Ziel auch zu erreichen?

Zackes Brustik [00:11:34]:

Steffen Lindenmaier [00:12:13]:

Steffen Lindenmaier [00:12:13]: Könnte man so denken, aber die DEKRA ist eine unabhängige Prüfgesellschaft und ich glaube natürlich ein top seriöser Partner würde ich jetzt mal sagen, da würde ich gar nichts ran lassen. Grundlegend ist es ja so, dass es ja nicht darum geht, dort einen Endstandard irgendwie zu haben, sondern es ist einfach eine richtige Nachhaltigkeitsstandard und wir werden ja zukünftig noch sehen, dass man grundsätzlich immer mehr machen kann, dass noch viele, viele neue Kriterien, Themen kommen werden und das ein Stück weit damals, so wie jetzt vielleicht auch die Lizensierungskriterien der DFL für viele Klubs einfach mal eine Leitlinie sind. So war damals für uns Systemclub die Leitlinie und hat, glaube ich, da einfach schon geholfen, weiterzukommen und Themen auch, sag ich mal, systematischer anzugehen.

Steffen Lindenmaier [00:12:13]:

Zackes Brustik [00:12:58]:

Zackes Brustik [00:12:58]: Lass uns mal direkt in die Zahlen gucken. Also, weil ihr habt, ich glaube, da kannst du mir kurz sagen, welches Jahr das war. Ich glaube 1920 habt ihr dann tatsächlich alle Zahlen ermittelt und einen Nachhaltigkeitsbericht rausgebracht, den man öffentlich lesen kann, kann ich gerne verlinken. Und ich fand es mega spannend, weil das Klischee ist ja immer Bundesliga, die Profis fliegen durch die Weltgeschichte, haben einen krassen Fußabdruck. Können die nicht bitte schön mal alle Bahn fahren oder so und dann ist das geritzt? Nein, der Faktor ist tatsächlich einer der kleinsten bei euch im Nachhaltigkeitsbericht. Kleine Einschränkung zu den Zahlen, das war das Corona-Jahr. Das hat wahrscheinlich ein kleines bisschen grundsätzlich den Fußabdruck gedrückt. Das heißt, spannend wird es jetzt wahrscheinlich mit dem nächsten Bericht.

Zackes Brustik [00:12:58]:

Zackes Brustik [00:13:40]:

Zackes Brustik [00:13:40]: Aber ich gehe mal schnell in die Zahlen rein. Ihr habt insgesamt in der Saison 2019, 2020 knapp 8000 Tonnen CO2-Äquivalent in den Händen gehabt verursacht und der größte Anteil fällt da in die Scope-3-Emission, das sind nämlich die Fanbewegungen. Knapp dreieinhalbtausend Tonnen, also fast die Hälfte. Die Spieler haben im Vergleich nur 105 Tonnen, also die Lizenzspieler haben nur 105 Tonnen verursacht, also wirklich nur ein Bruchteil. Und jetzt wird spannend, die eigenen Mitarbeitenden haben 334 Tonnen verursacht. Also die Menschen, die bei euch wirklich in der Zentrale arbeiten, die in Stuttgart, keine Ahnung, von Veyingen, von Esslingen in die Zentrale fahren und wieder nach Hause, ist ein viel größerer Abdruck als eure Lizenzspieler, die durch die Gegend fliegen. Und das sind krasse Parallele zu Mittelständlern, wo grob verallgemeinert Mitarbeitenden-Mobilität in der Regel auch 50 Prozent der Emissionen ausmacht. Bei euch sind es die Fernbewegungen, die noch oben drauf kommen.

Zackes Brustik [00:13:40]:

Zackes Brustik [00:14:39]:

Zackes Brustik [00:14:39]: Aber eine spannende Parallele. Wie viele Mitarbeitende habt ihr eigentlich beim VfB?

Zackes Brustik [00:14:39]:

Steffen Lindenmaier [00:14:43]:

Steffen Lindenmaier [00:14:43]: Es geht auf 400 festangestellte oder 400 Mitarbeiter entsprechend zu, Also wenn man die Spieler und Verantwortlichen mit finanziert.

Steffen Lindenmaier [00:14:43]:

Zackes Brustik [00:14:51]:

Zackes Brustik [00:14:51]: Und jetzt rein, also Spieler rausgenommen, wirklich so die Menschen hinter den Kulissen?

Zackes Brustik [00:14:51]:

Steffen Lindenmaier [00:14:55]:

Steffen Lindenmaier [00:14:55]: Das werden zwischen 250 und 300 sein.

Steffen Lindenmaier [00:14:55]:

Zackes Brustik [00:14:58]:

Zackes Brustik [00:14:58]: Also eben, also wirklich so ein kleiner Mittelständler. Hat dich was überrascht an dem Bericht? Also wo würdest du sagen, also was macht den Fußball speziell und wo siehst du die Parallelen zu Mittelständlern?

Zackes Brustik [00:14:58]:

Steffen Lindenmaier [00:15:09]:

Steffen Lindenmaier [00:15:09]: Von dem Bericht, das würde ich noch gerne anfügen, zu sprechen von dem Nachhaltigkeitsbericht, ist zu früh. Wir werden den im Herbst, unseren ersten, entsprechend nach DNK auch veröffentlichen. In dem Fall ist es die Treibhausgasbilanz, die war sehr sehr wertvoll für uns, entsprechend einfach auch ein Verständnis zu erhalten, was passiert denn bei uns, wenn wir über Treibhausgasemissionen sprechen, damit wir letztlich auch unser Profil dort verstehen. Und das ist das Thema, wo wir uns von dem klassischen Mittelständler unterscheiden, ist natürlich das Thema Fan-Mobilität. Weil ein Mittelständler dann eher seinen Produktfußabdruck noch ein Stück weit mehr hat als wir. Den haben wir auch, aber entsprechend ist der Dortmund wahrscheinlich noch ausgeprägter und du hattest gerade angesprochen, es ist total legitim natürlich über die Reisen der Profis zu sprechen und wie dort was passiert. Das ist einfach, dafür ist der Fußball im medialen Fokus Und wird das nun mal diskutiert, damit muss man leben. Aber die Zahlen sind in der Tat spannend und ist ein Stück weit etwas, wo man vielleicht nicht als erstes ansetzen muss, aber natürlich ansetzen muss und auch darüber diskutieren muss.

Steffen Lindenmaier [00:15:09]:

Steffen Lindenmaier [00:16:13]:

Steffen Lindenmaier [00:16:13]: Und so wie du gesagt hast, das Thema Mitarbeiter-Mobilität ist vielleicht noch ein Stück weit greifbarer und ja, klassisch das Thema Fan-Mobilität, was unsere Heimspieltage und die Auswärtsspiele, wenn sie auch dazu kommen, das ist der Großteil des Kuchens und da werden wir rangehen müssen und entsprechend mit Maßnahmen unterfüttern und reduzieren müssen.

Steffen Lindenmaier [00:16:13]:

Zackes Brustik [00:16:33]:

Zackes Brustik [00:16:33]: Geben wir dann kurz mal die Zahlen. Also angenommen euer Stadion ist voll, dann habt ihr so im Schnitt 50.000 Leute, die ich glaube 17 mal im Jahr zum Stadion und nach Hause pendeln. Und da sind das Coop3-Emissionen. Ich meine, ihr könntet es euch jetzt besonders einfach machen und sagen, ja, das ist der Scope 3. Wir schauen mal nur auf 1 und 2 und dann ist unser Fußabdruck nämlich gleich eine Riesendimension kleiner. Aber ihr fühlt euch wirklich auch in Verantwortung, da das Fanverhalten maßgeblich zu beeinflussen?

Zackes Brustik [00:16:33]:

Steffen Lindenmaier [00:17:00]:

Steffen Lindenmaier [00:17:00]: Ja, wir betrachten das Ganze umfassend, also über alle drei Scopes.

Steffen Lindenmaier [00:17:00]:

Zackes Brustik [00:17:03]:

Zackes Brustik [00:17:03]: Welche Hebel habt ihr da? Weil das ja die Herausforderung, also, ne? Das war jetzt noch Corona. Ich weiß nicht, ob's nach Corona Hast du schon eine Einschätzung, wie sehr post-Corona das nach oben schießt?

Zackes Brustik [00:17:03]:

Steffen Lindenmaier [00:17:15]:

Steffen Lindenmaier [00:17:15]: Mhm, also, ich würde gern einen Einblick geben in den Prozess, damit man vielleicht versteht, wie man an die Ermittlungen entsprechend kommt, weil das Ganze gar nicht so einfach ist. Wir sprechen in dem Fall über in der Tat die mindestens 17 Heimspiele, die wir haben und künftig wahrscheinlich auch noch über die Auswärtsspiele, wo unsere Fans hinfahren. Also 34 Spiele mindestens in einer Saison. Und letztlich geht es darum, dass ich auch von den Fans erfahre, wie seid ihr zu den Spielen gekommen, wie seid ihr irgendwo hingereist, ob ich sogar noch die Hotelübernachtungen gegebenenfalls dabei habe. Das heißt, wir können das Ganze nur über Umfragen ein Stück weit ermitteln, vielleicht auch über Postleitzahlen bei Kartenkäufen und dergleichen, aber je genauer man es möchte, desto mehr muss man eigentlich mit dem Fan in den Dialog treten und eine Umfrage starten. Wir machen das jetzt wahrscheinlich vier oder fünf Mal im Jahr, haben auch unsere Dauerkartenbesitzer, also da ist der Fußball mit dabei, entsprechend kommen auch die Auswärtsspiele dazu und fragen einfach das Anreiseverhalten sehr, sehr genau ab, wie weit gereist wurde, welches Fahrzeug dabei war, ob man vielleicht, sag ich mal, einen Weg mit Auto und den öffentlichen genommen hat. Und dann versucht man das Ganze hoch zu skalieren.

Steffen Lindenmaier [00:17:15]:

Zackes Brustik [00:18:17]:

Zackes Brustik [00:18:17]: Wie verhält sich der Schwabe an sich? Ich nehme an, du hast so grob die Zahlen im Kopf. Ist der Schwabe besonders sparsam und setzt sich in die S-Bahn oder in den Bus? Oder setzt er auf die heimische Automarke, zum Stadion zu kommen?

Zackes Brustik [00:18:17]:

Steffen Lindenmaier [00:18:30]:

Steffen Lindenmaier [00:18:30]: Ein Stück weit beides, würde ich sagen. Unser Thema ist hier, wir haben unser Stadion im Herzen von Stuttgart noch. Trotzdem haben wir eigentlich relativ viele Parkflächen beispielsweise. Das heißt, man kann es sich schon bequemer machen, indem man hier mit dem Auto anreist. Bekommt in der Regel immer einen Parkplatz. Also auch ein Thema der Zukunft für uns. Ein Stück weit hätten eigentlich, sag ich mal, mindestens 80 Prozent die Möglichkeit, bei uns mit den Öffentlichen anzureisen, zumindest einen Teil, weil wir...

Steffen Lindenmaier [00:18:30]:

Zackes Brustik [00:18:57]:

Zackes Brustik [00:18:57]: Hätten die Möglichkeit. Und wie viel machen es?

Zackes Brustik [00:18:57]:

Steffen Lindenmaier [00:18:59]:

Steffen Lindenmaier [00:18:59]: Das ist, würde ich jetzt mal sagen, Wir haben jetzt aktuell, es hält sich die Waage zwischen 30, 35 Prozent aus den Umfragen, die wir jetzt aktuell haben. Wir wissen es so die 40 Prozent mit einem privatmotorisierten Fahrzeug. Und aber auch, dann haben wir wiederum davon circa 30 bis 40 Prozent, 20 Kilometer und weniger, die mit dem Auto irgendwo kommen. Das heißt schon ein Stück weit aus dem aus dem näheren Umfeld. Und das ist das, wo man dann zukünftige Zahlen hat. Ja.

Steffen Lindenmaier [00:18:59]:

Zackes Brustik [00:19:24]:

Zackes Brustik [00:19:24]: Wie geht dir das an? Weil da gibt es ja unterschiedliche Hebel. Mich unbeliebt machen, die Parkplätze verkleinern und verknappen und den Druck zu erhöhen, dass die Leute umsteigen Stück für Stück, vielleicht von Spiel zu Spiel immer so drei Prozent der Parkplätze wegnehmen, wie jetzt in einem anderen Vergleich Kopenhagen, das über Jahrzehnte gemacht hat. Die haben einfach jedes Jahr drei Prozent der Parkplätze verknappt und so die Leute Stückchen für Stückchen zu den Öffentlichen geführt. Oder die Art und Weise, wo ihr euch eher beliebt macht. Das heißt, zu schauen, dass ihr irgendwie die Öffentlichen günstiger macht, das einpreist ins Ticket und positiv an Reize setzt. Für welchen Weg habt ihr euch da entschieden?

Zackes Brustik [00:19:24]:

Steffen Lindenmaier [00:20:00]:

Steffen Lindenmaier [00:20:00]: Wir hatten ja vorher über einen Prozess, also Nachhaltigkeit ist auch ein Stück weit ein Prozess. Und der nächste Schritt ist grundsätzlich, dass wir erst nochmal die neuen Umweltkennzahlen im Sommer in der Treibhausgansbühne nochmal genauer analysieren und entsprechend nochmal verstehen. Und entsprechend dann daraufhin auch unseren Pfad festlegen. Also wie wollen wir in den nächsten Jahren reduzieren? Also was sind unsere Wege? Und entsprechend auf Basis dieser Ziele, die wir uns setzen, werden wir die unterschiedlichen Hebel anschauen. Und an den Heimspieltagen ist es natürlich so, dass man beispielsweise über das Thema Fahrrad, Fahrradmobilität angehen kann und sagen kann, die ist bei uns noch nicht so ausgeprägt, wir haben jetzt erstmals auch dauerhaft Fahrradstellplätze. Also da waren wir einfach noch nicht so gut, das kann man auch zugeben. Und das ist ein Thema, das wir ausbauen können und wo wahrscheinlich auch Potenzial drin liegt. Und So kann man das Stück für Stück angehen.

Steffen Lindenmaier [00:20:00]:

Steffen Lindenmaier [00:20:47]:

Steffen Lindenmaier [00:20:47]: Entsprechend auch die Leute, die die Möglichkeit haben, über ihre Eintrittskarte ein Ticket für die Öffentlichen zu haben, dass man auch in deren Köpfe reinmuss, die hier näher wohnen, und fragen, warum kommen sie nicht mit den Öffentlichen oder nicht so

Steffen Lindenmaier [00:20:47]:

Zackes Brustik [00:21:00]:

Zackes Brustik [00:21:00]: ausgeprägt, wie sie vielleicht können. Das find ich spannend. Wenn ich ein Ticket kauf zu einem Heimspiel, hab ich automatisch einen Freifahrtschein für die Öffentlichen. Das ist ja im Prinzip wie das 9-Euro-Ticket, vergleichbar, aber es wird nicht genutzt.

Zackes Brustik [00:21:00]:

Steffen Lindenmaier [00:21:13]:

Steffen Lindenmaier [00:21:13]: Ja, vielleicht zu wenig, genau. Also weil es eben vielleicht noch bequemer möglich ist, anders anzureisen, ohne dass ich aus den unterschiedlichsten Gründen da jetzt in die Bahn gehen müsste und so kann ich vielleicht mit dem Auto anreisen, bekommen, so wie vorhin gesagt, schon einen Parkplatz und dergleichen. Und das muss man aber analysieren und wir sind keine Freunde davon einfach ins Blaue hinein Maßnahmen zu machen, sondern einfach das Ganze strukturiert angehen und entsprechend muss ich es dann auch wiederum messen können, sagen zu können, okay, diese Maßnahme ist auch wirkungsvoll.

Steffen Lindenmaier [00:21:13]:

Zackes Brustik [00:21:44]:

Zackes Brustik [00:21:44]: Wir haben auf jeden Fall ein großes Klischee widerlegt. Der Habe an sich ist also nicht besonders sparsam, sondern besonders bequem. Weil er in dem Fall schon bezahlt hat, aber trotzdem quasi eher auf den im Winter beheizten Platz im Auto setzt sozusagen.

Zackes Brustik [00:21:44]:

Steffen Lindenmaier [00:22:00]:

Steffen Lindenmaier [00:22:00]: Ja, muss man immer von sich selbst ausgehen, ein Stück weit, wie würde man selber irgendwie das Ganze nutzen und manchmal erwischt man sich dann auch.

Steffen Lindenmaier [00:22:00]:

Zackes Brustik [00:22:07]:

Zackes Brustik [00:22:07]: Gutes Stichwort. Ihr habt ja die Möglichkeit, das bei den eigenen 250 Mitarbeitenden im HQ zu verproben. Welche Erfolge oder habt ihr schon Anreize gesetzt, zu schauen, wie die Mitarbeitenden-Mobilität sich verändern lässt?

Zackes Brustik [00:22:07]:

Steffen Lindenmaier [00:22:22]:

Steffen Lindenmaier [00:22:22]: Ja, also wir grundsätzlich auch dort geht das Ganze über Umfragen und ein Thema ist beispielsweise das Thema Bike Leasing und dergleichen, also Mitarbeitern auch ein attraktives Angebot zu bieten, letztlich über ein spezielles Leasingangebot, damit sie vielleicht mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen können. Wir sprechen natürlich über die Fahrzeugflotte, das Thema E-Mobilität. Also ist da natürlich auch grundsätzlich ein guter Hebel, dort von dem Fußabdruck runterzukommen. Das ist aber auch wiederum ein Prozess. Wenn ich eine E-Mobilität hab, muss ich mich Ladesäulen kümmern. Wenn ich nicht laden kann, wird es schwierig. D.h. Das ist ein Thema, wir schaffen erst Ladesäulen.

Steffen Lindenmaier [00:22:22]:

Steffen Lindenmaier [00:22:58]:

Steffen Lindenmaier [00:22:58]: Dann wird darüber diskutiert, ist die Umstellung auf eine E-Flotte eine Möglichkeit und auch dort Schritt für Schritt letztlich versuchen die Maßnahmen umzusetzen.

Steffen Lindenmaier [00:22:58]:

Zackes Brustik [00:23:11]:

Zackes Brustik [00:23:11]: Wenn wir vor dem Erreichen der Klimakipppunkte klimaneutral werden wollen, dann können wir nicht alle selbst das Rad neu erfinden. Und daher gibt's hier mal wieder ein Shoutout für ein kostenloses Tool, das Dir auf Deiner Sustainability-Reise hilft. Und diesmal könnte es passender nicht sein. Egal ob Du ein großes Stadion-Event planst, ein Konzert, ein Firmen-Event oder eine kleine Feier, vielleicht auch eine Messe. Auf sustainable-event-solutions.de findest du alles Mögliche an Material, dich auf den Weg zur Klimakompatibilität mit deinem Event zu machen. Stefan Lohmann hat nicht nur den Sustainability Rider, sondern auch die 16 Steps Initiative ins Leben gerufen. Das Ziel von Stefan und mittlerweile zahlreichen Partnern ist es, bis 2025 einen soliden Plan zu haben, wie die Eventbranche klimakompatibel werden kann. Egal ob es Sicherheit, Shuttle-Service, Bühnen und Infrastruktur, Logistik, Recycling, Marketing, Hygiene, Medienproduktion, Sanitäranlagen und alles weitere geht.

Zackes Brustik [00:23:11]:

Zackes Brustik [00:24:11]:

Zackes Brustik [00:24:11]: Auf der Seite findest du Anregungen, wie du in jedem dieser Teilbereiche sinnvolle Schritte angehen kannst. Mehr Infos auf sustainable-event-solutions.de Wir haben jetzt super viel über Mobilität gesprochen, ein Thema, was ganz viele Mittelständler vor sich auf dem Tisch liegen haben. Wie sieht es bei euch aus mit Energieverbräuchen? Keine Ahnung. Ist das Stadionlicht ein Riesenfaktor? Und sagt ihr da auch einfach, wir machen es jetzt einfach, wir setzen auf Grünstrom und fertig? Oder geht ihr das ambitionierter an und sagt, nee, weil Grünstrom ist ja auch immer nur zu 50 Prozent nicht grün, wenn man auf den Gesamtstrommix in Deutschland achtet. Was übrigens auch bei euch im Bericht stand, was ich sehr cool fand, der Hinweis, dass da die DEKRA euch ja sozusagen auch Hausaufgaben mit auf den Weg gegeben hat. Das heißt, was sind da die Ambitionen Und wie werdet ihr das angehen?

Zackes Brustik [00:24:11]:

Steffen Lindenmaier [00:25:01]:

Steffen Lindenmaier [00:25:01]: Unser Stadion ist natürlich schon ein großer Treiber für das Thema Energie. Da muss man sagen, da geht es insbesondere die Themen Gebäudeheizung und Gebäudekühlung, die wir auch dort haben. Und man muss sagen, es kommen ja manchmal immer größere Themen. In dem Fall war es ja leider auch bedingt durch den Ukraine-Konflikt letztlich. Das Thema Energieeinsparmaßnahmen hat uns auch gut getan. Wir haben

Steffen Lindenmaier [00:25:01]:

Zackes Brustik [00:25:24]:

Zackes Brustik [00:25:24]: eine

Zackes Brustik [00:25:24]:

Steffen Lindenmaier [00:25:24]:

Steffen Lindenmaier [00:25:24]: Projektgruppe ins Leben gerufen, die entsprechende Potenziale auch dann identifiziert hat und umgesetzt worden sind. Also ganz klassisch vom Ressourcenverbrauch. Ich knipse mein Licht aus und dergleichen. Die kleinen Dinge, aber entsprechend auch die großen Themen, wie das Licht vielleicht an Gebäuden gesteuert wird, wie lange das Ganze irgendwo an ist. Und das Ganze werden wir in der Tiefe auch noch besser angehen können, wenn wir unsere Zahlen besser können. Und dann kommen wir vielleicht auch noch zum Thema an ein digitales Management der Kennzahlen und dergleichen, dass ich nicht im Idealerweise immer auf die Stromrechnung warten muss, sondern meine Verbraucher vielleicht ein Stück weit schon wöchentlich erkennen, vielleicht schon nach Spieltagen und dort entsprechend dann bessere Maßnahmen irgendwie ableiten kann. Also da sind wir einfach noch nicht so weit. Das soll kommen, damit wir dort digitaler werden, damit wir einen besseren Überblick über alles haben, was dort ist.

Steffen Lindenmaier [00:25:24]:

Steffen Lindenmaier [00:26:10]:

Steffen Lindenmaier [00:26:10]: Und das gehört einfach auch zu dem Prozess dazu und das Thema Digitalisierung und Digitalisierung auch von Nachhaltigkeitsgensagen.

Steffen Lindenmaier [00:26:10]:

Zackes Brustik [00:26:16]:

Zackes Brustik [00:26:16]: Wir haben jetzt über den Klassiker der Dekarbonisierung gesprochen, dass er aber eigentlich nur ein Bruchteil der Nachhaltigkeit ist. Biodiversität, soziale Nachhaltigkeit. Es gibt da viel, viel mehr Facetten. Wie schaut es in den Beziehungen aus? Also wo steht ihr schon gut da und wo siehst du für euch noch Entwicklungsfelder? Und wo tangiert euch das? Biodiversität oder wo tangiert euch soziale Nachhaltigkeit?

Zackes Brustik [00:26:16]:

Steffen Lindenmaier [00:26:39]:

Steffen Lindenmaier [00:26:39]: Also vielleicht erst zu dem Thema Biodiversität. Das ist einfach ein Teilausschnitt letztlich, der aber total wichtig ist. Und auch Da haben wir uns dem Thema angenähert und beispielsweise werden wir jetzt auch unsere erste Biodiversitätsumfalt-Analyse machen, entsprechend für unser Stadion, für unser Clubzentrum, weil ich hatte es vorher eingangs schon erwähnt, dass das unser Stadion, unser Clubgelände im Herzen von Stuttgart liegt und ist sehr, sehr groß und dort eigentlich sehr wahrscheinlich genügend Möglichkeiten gibt, auch das Thema Biodiversität zu fördern und das Thema Artenvielfalt. Und da sind wir dran, haben auch mit dem NABU, dem Naturschutz von Deutschland, einen tollen Partner, mit dem wir da die Gespräche machen und auch jetzt dann im ersten Halbjahr schon erste Themen umsetzen wollen. Und es ist einfach auch Thema Schritt für Schritt vorangehen. Erste Themen, dem sollen zweite, dritte und vierte und so weiter folgen.

Steffen Lindenmaier [00:26:39]:

Zackes Brustik [00:27:25]:

Zackes Brustik [00:27:25]: Während wir das Gespräch aufzeichnen, das ist eine Woche, nachdem sozusagen das Veragate die Welt ging, Also der weltgrößte Waldprojekt-Zertifizierer, der laut Zeitrecherche ja zumindest kritikwürdig ist. Weil gerade Zertifikate kaufen kann man ja sehr einfach. Das heißt, Wie geht ihr das Thema an? Es ist ja auch ein sehr kritisches Thema. In der Öffentlichkeit steht man gut damit da, aber vernünftig umgesetzt ist es damit nicht.

Zackes Brustik [00:27:25]:

Steffen Lindenmaier [00:27:52]:

Steffen Lindenmaier [00:27:52]: Wir sind seit 2020 Mitglied der Unternehmerinitiative des NABU, Naturschutzbund Deutschland. Wir haben uns da bewusst einen Partner gesucht, der einfach Expertise auf diesem Gebiet hat, weil wir das nicht hatten. Und haben dort entsprechend die Gespräche vertieft. Und alles, was wir in Sachen Kompensation machen, machen wir aktuell gemeinsam mit dem NABU. Das heißt, wir unterstützen dort freiwillig Klimaschutzprojekte des NABU. In dem Fall ist bisher viel in Kenia passiert, am Lekobolosat, dort klassisch mit Baumpflanzaktionen. Wir sind aber auch entsprechend auf der Suche, wenn es das Thema Morenrenaturierung geht hier in Deutschland.

Steffen Lindenmaier [00:27:52]:

Zackes Brustik [00:28:26]:

Zackes Brustik [00:28:26]: Da fand ich super, bei euch auf der Seite habe ich gesehen, dass eben, das sind das nicht irgendwelche Baumpflanzprojekte, die es vielleicht gibt, vielleicht auch nicht gibt oder deren Wirkung fragwürdig ist, sondern die lassen sich tatsächlich Baum für Baum nachvollziehen und tracken, wenn ich den Blockartikel bei euch richtig verstanden habe.

Zackes Brustik [00:28:26]:

Steffen Lindenmaier [00:28:42]:

Steffen Lindenmaier [00:28:42]: Ja, wir hatten eine Trikotaktion, ein Sondertrikot, ein ganz spezielles, damals aus recycelten Textilien produziert. Und das Ganze hatte auch einen Chip, einen NFT-Chip drauf. Und dort auf diesem Chip, wenn man den eingescannt hätte, ist ein sogenannter Tree-Tracker installiert. Und dort könnte man, da hat es seinen eigenen Baum zugeordnet Und man könnte das Ganze entsprechend verfolgen, ja.

Steffen Lindenmaier [00:28:42]:

Zackes Brustik [00:29:06]:

Zackes Brustik [00:29:06]: Wenn wir also auf meine Light-Helden-Geschichte zurückkommen, sozusagen auf dem Weg in die Champions League, dann auch da, es reicht halt nicht, bei irgendeinem der ganz großen, teilweise fragwürdigen Waldprojekt-Zertifiziere anzuklopfen, für 50 Cent Bäume zu kaufen, dann ist gut. Wenn man das vernünftig angeht, braucht man sehr solide Partner. Es kostet tatsächlich auch richtig was. Was ich bei euch spannend finde, ist bei Trikots zum Beispiel sind das wirklich fünf Euro. Und ich finde, weiß nicht, ein Trikot kostet vielleicht 70 Euro oder 80. Trotzdem finde ich, 5 Euro ist erstmal eine Ansage. Das ist nicht so, okay, jetzt noch 10 Cent oder 50 Cent, sondern 5 Euro. Als Fan nimmt man das auf jeden Fall wahr und das hat Wertigkeit.

Zackes Brustik [00:29:06]:

Zackes Brustik [00:29:44]:

Zackes Brustik [00:29:44]: Kann vielleicht, theoretisch müsste es noch teurer sein, aber ich finde, das ist erst mal ein Preis, der signalisiert, das Baumprojekt hier steht tatsächlich auf guten Füßen und wird ernst angegangen und ist nicht nur so ein kleines bisschen oberflächliches Green Labeling. Nächstes Thema. Wo habt ihr bei euch quasi Entwicklungsfelder, was das Thema soziale Nachhaltigkeit angeht? Sind das Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden, die arbeiten in Stuttgart? Deutschland hat erstmal per Gesetz schon beste Arbeitsbedingungen, also ich glaube da habt ihr keine Baustelle sozusagen. Ist das bei euch in der Lieferkette, jetzt zum Beispiel was den Merchandise angeht? Weil soziale Nachhaltigkeit ist immer viel schwieriger zu finden, zu messen, zu beziffern, als wenn es rein den CO2-Fußabdruck der Flutlichtanlage geht. Das heißt, was ist da das Äquivalent? Wo siehst du den größten Batzen, den du noch verändern willst, den du angehen willst?

Zackes Brustik [00:29:44]:

Steffen Lindenmaier [00:30:36]:

Steffen Lindenmaier [00:30:36]: Wir sind aktuell dabei, beispielsweise eine Stiftung zu gründen, die VfB-Stiftung, die in den nächsten Wochen an den Start gehen soll und ein Stück weit ist dort einfach eines der großen Themen das Thema Bildung und dergleichen. Also Bildung von Wertebildung bis klassischer Bildung über Projekte hinweg wird dort im Mittelpunkt stehen, haben wir schon gemacht. Und du sagst, das Thema Messen ist wichtig, manchmal ist aber auch, also kann man nicht alles messen, sondern es ist einfach auch ein zählter Eindruck in Projekten über die unterschiedlichen Projektthemen, die man dort macht. Es geht letztlich von Gesundheitsförderungen über Vielfaltsthemen und dergleichen und da muss man einfach auch Dinge erleben können und letztlich die Menschen dort sehen, die Begeisterung der Menschen und dergleichen. Man muss am Ende nicht irgendwie eine Zahl dahinter haben, sondern man sieht dort schon auch, was für Hebel der Fußball letztlich machen kann und letztlich was für eine Verantwortung er auch hat.

Steffen Lindenmaier [00:30:36]:

Zackes Brustik [00:31:25]:

Zackes Brustik [00:31:25]: Du hast vorhin gesagt, das Thema braucht unglaublich viel Lobbyarbeit. Und auch da, glaube ich, eine Herausforderung, vor denen wahnsinnig viele andere Menschen in anderen Unternehmen stehen, wie die interne Lobbyarbeit, also wie überzeuge ich meinen Chef oder meine Chefin von dem Thema, dass ich Ressourcen kriege, dass ich das Mandat kriege loslegen zu dürfen, meine Arbeitszeit darauf verwenden darf und wahrscheinlich auch nach außen hin Lobbyarbeit mit den anderen Vereinen, weil im besten Falle eben macht sich ja die ganze Liga auf den Weg und nicht nur der VfB Stuttgart. Magst du die zwei Aspekte mal beleuchten? Also wo wird es knifflig, wenn du das Thema im Verein antreiben willst? Wo stößt du auf Widerstände und wie überwindest du die?

Zackes Brustik [00:31:25]:

Steffen Lindenmaier [00:32:05]:

Steffen Lindenmaier [00:32:05]: Viele Fragen. Es ist auch gar nicht so einfach, wenn man eine kurze Berichtspflicht letztlich hat, wenn das ganze das Thema beim Vorstandsvorsitzenden ist, so wie es jetzt aktuell bei uns ist. Und wir entsprechend mit Alexander Werle dort jemanden an der Spitze haben und im gesamten Vorstand, der dem Thema affin ist, der das Thema mit vorantreibt. Das ist total wichtig. Dementsprechend hat man natürlich auch eine andere Durchschlagskraft noch im Unternehmen. Also man weiß, dass es ein Thema ist, dass es ein Thema der Unternehmensstrategie ist, der Ausrichtung und das sind einfach aktuell andere Voraussetzungen als die bei uns vor einigen Jahren waren.

Steffen Lindenmaier [00:32:05]:

Zackes Brustik [00:32:35]:

Zackes Brustik [00:32:35]: Wenn ich das richtig einschätze, seid ihr als VfB in der Größe, wo ihr könnt, aber nicht zwangsläufig müsst. Zumindest noch nicht, wenn wir auf die CSRD schauen. Ich glaube andere Bundesliga-Vereine, Bayern München oder Dortmund, die müssen tatsächlich schon, weil allein von der Größe her und auch von der Firmenkonstellation her. Das heißt, es hängt ja wirklich von der obersten Führungskraft ab. Gibt sie das Go und hat sie das Gefühl, das ist jetzt schon eine Priorität. Was ist für euch die Argumentation, weil es ja durchaus viele Mittelständler gibt, die sagen, nee, da schieben wir jetzt mal noch zwei Jahre auf die lange Bank, solange uns nicht wirklich auf die Finger geklopft wird. Was ist eure Motivation dahinter, auch aus einer wirtschaftlichen Sicht, also Unternehmensstrategiesicht?

Zackes Brustik [00:32:35]:

Steffen Lindenmaier [00:33:17]:

Steffen Lindenmaier [00:33:17]: Wir hatten ja grundsätzlich auch, wir sehen das Ganze als Transformationsprozess letztlich. Aktuell die Schwierigkeit natürlich, dass man immer wieder von neuen Dingen überholt wird. Wir hatten Systemclub, wir haben die DFL-Lizenzierung, versuchen, dort letztlich strukturiert zu sein. Dann sprechen wir über neue EU-Taxonomien und jetzt ist die CSRD verabschiedet. Und das heißt, letztlich sind wir erst 2026, müssten wir berichten für 2025. Aber natürlich, wenn man das Thema jetzt angeht und entsprechend dann auch den Lagebericht liefern muss, sollte man natürlich jetzt die Themen mit reinnehmen, wenn ich noch mal über Wesentlichkeiten spreche, über Strategien. Ich sonst in zwei Jahren wieder an dem Punkt bin, wo ich wieder neu denken muss. Und so warten wir das angehen letztlich.

Steffen Lindenmaier [00:33:17]:

Steffen Lindenmaier [00:33:59]:

Steffen Lindenmaier [00:33:59]: Einfach auch erklären, offen darüber diskutieren, was sinnvoll ist und es wird sinnvoll sein, es entsprechend so anzugehen, dass man die Themen, die zukünftig kommen, jetzt schon mit reinnimmt.

Steffen Lindenmaier [00:33:59]:

Zackes Brustik [00:34:10]:

Zackes Brustik [00:34:10]: Was wäre deine Empfehlung an Mittelständler, weil ich das wirklich ganz oft höre? Auch an andere kleinere Unternehmen, sagen wir mal ähnliche Belegschaftsgröße, 250 Mitarbeitende. Warum willst du sagen, jetzt geht das jetzt an und wartet nicht noch bis 2025, 2026? Also ich sag mal andersrum, ist schon ein Arbeitsaufwand, oder? Also das macht man nicht mal dann noch irgendwie den letzten drei Monaten von 2025.

Zackes Brustik [00:34:10]:

Steffen Lindenmaier [00:34:32]:

Steffen Lindenmaier [00:34:32]: Das Ganze ist eine mega Challenge, also definitiv und es ist ein Prozess und wenn ich zurück überlege, letztlich wie mein Weg angefangen hat, wie lange die Lobbyarbeit gedauert hat, auf das Thema damit überhaupt gehört zu finden. Ein Stück weit ist aktuell, sag ich mal, die grundlegende Gesamtmenge eine andere, weil letztlich die Gesellschaft dort in der Veränderung ist und das Thema mittlerweile anders verankert ist. Und es gibt Unternehmen, die es mehr treffen wird und andere weniger. Aber letztlich wird es jedes Unternehmen besser machen, wenn man sich dem Thema Nachhaltigkeit gesamtheitlich widmet. Und das ist ein Stück weit auch aus meiner Sicht oder persönlich gesagt eine Pflicht, das Ganze zu machen, so zu denken. Ein Stück weit jeder, damit er die Welt dort ein kleines Stück in seinem Mikrokosmos besser macht.

Steffen Lindenmaier [00:34:32]:

Zackes Brustik [00:35:17]:

Zackes Brustik [00:35:17]: 2010 hast du beim VfB angefangen. Irgendwann bist du auf das Thema gestoßen, dann hast du eine Fortbildung gemacht, die wirklich in die Tiefe ging. Du hast gesagt, du musstest das erst mal Gehör finden im Verein, das anschieben. Das heißt, Von Einstellung bis jetzt sind wirklich zwölf Jahre, wo du dich eingearbeitet hast, Projekte aufgesetzt hast usw. Ich glaube, das verdeutlicht schon, auch exemplarisch, dass es eben kein Thema ist, was man dann noch auf den letzten Drücker der letzten drei Monate, bevor man berichtspflichtig ist, umsetzt. Es gehört einfach wahnsinnig viel dazu.

Zackes Brustik [00:35:17]:

Steffen Lindenmaier [00:35:49]:

Steffen Lindenmaier [00:35:49]: Ja, absolut richtig gesagt. Es ist eine mega Herausforderung, wie ich gerade schon gesagt hatte und die ist nicht von heute auf morgen zu machen. Und das ist ein Stück weit das, was man natürlich auch von außen immer ganz, ganz leicht hätte. So Dinge, die von heute auf morgen könnte man nachhaltig sein, das wird nicht funktionieren, sondern das ist ein Prozess. In dem Prozess ist auch Geduld erforderlich. Ein Stück weit darf man sich auch nicht treiben lassen, sondern muss die Dinge systematisch Schritt für Schritt angehen, damit man sich nicht verzettelt bei dem Ganzen.

Steffen Lindenmaier [00:35:49]:

Zackes Brustik [00:36:20]:

Zackes Brustik [00:36:20]: Eine Sache, die bei euch ganz anders ist als bei anderen Mittelständlern, ihr habt die Profispieler, die sind richtig krass in der Öffentlichkeit, die haben einen unglaublichen Hebel in ihrer Wirkung. Was klar ist, ich glaub, als Profistieler völlig Usus, was jetzt zum Beispiel Gesundheit angeht. Rauchen, Drogen nehmen, das sind die ganz klaren Botschafter, da ist auch klar, welche Linie sie fahren. Nicht rauchen, keine Drogen nehmen, wenig Alkohol. Wenn es Nachhaltigkeit geht, dann sieht man die in der Regel eigentlich klischee-mäßig neben einem 6-, 8- oder 12-Zylinder stehen. Man sieht sie in Dubai Urlaub machen. Aber wäre das ein Entwicklungsziel zu sagen, in ein paar Jahren sind wir da, dass es für die genauso selbstverständlich ist, dass sie sagen, ich achte auf meinen Energieverbrauch, ich achte auf meine Mobilität. Da, wo ich's nicht kann, hab ich hier einen soliden Zertifizierer fürs Offsetting oder für die Kompensation.

Zackes Brustik [00:36:20]:

Zackes Brustik [00:37:10]:

Zackes Brustik [00:37:10]: Gibt's überhaupt schon einen Spieler, der da so proaktiv macht? Wie kriegst du die anderen Spieler dorthin?

Zackes Brustik [00:37:10]:

Steffen Lindenmaier [00:37:15]:

Steffen Lindenmaier [00:37:15]: Ich kann, ehrlich gesagt, nicht in den Privatalltag der Spieler blicken. Muss man sagen, wenn wir unsere Spieler für bestimmte Themen heranziehen, dann ist da eine große Offenheit. Und das ist schön, ja.

Steffen Lindenmaier [00:37:15]:

Zackes Brustik [00:37:28]:

Zackes Brustik [00:37:28]: Da muss ich nochmal nachhaken. Tut mir leid, dass ich darauf rumreite. Aber wenn es Drogen, Gesundheit und so weiter geht, da hat der Verein ja eine ganz klare Erwartung an die Spieler, die die Spiele auch erfüllen müssen. Spieler sind die Mitarbeiter bei euch. Ihr werdet bald berichtspflichtig sein. Also wo ist die Grenze, wo ihr dann ganz klare Erwartungen an sie inbezüglich Nachhaltigkeit erhaben könnt und wo fängt deren Privatleben an?

Zackes Brustik [00:37:28]:

Steffen Lindenmaier [00:37:52]:

Steffen Lindenmaier [00:37:52]: Ich finde grundsätzlich ist es wichtig, dass du als Verein von der Spitze weg letztlich die Themen vorlebst und entsprechend, wenn du als Spieler in dem Fall als Beispiel dort oder da noch eine Orientierung bekommst,

Steffen Lindenmaier [00:37:52]:

Zackes Brustik [00:38:05]:

Zackes Brustik [00:38:05]: wie

Zackes Brustik [00:38:05]:

Steffen Lindenmaier [00:38:05]:

Steffen Lindenmaier [00:38:05]: man sich verhalten sollte, dann passt du dich auch einfacher an, wie wenn in einem Unternehmen oder einem Verein die Dinge irgendwo egal sind. Ein Stück weit beobachtet man das. Wir als Mitarbeiter orientieren uns auch an bestimmten Personen. Wenn es dort nicht vorgelebt wird und eine Gleichgültigkeit hat, dann ist es schwieriger, das in der ganzen Kette durchzubekommen. So, wir hatten gerade angesprochen, ist das Spiel. Es wäre natürlich ein Idealfall, es wäre schön, wenn man dorthin bekommt, weil Kinder, Jugendliche und dergleichen, deren Fußballer teilweise große Vorbilder sind, die nehmen das Ganze auf.

Steffen Lindenmaier [00:38:05]:

Zackes Brustik [00:38:38]:

Zackes Brustik [00:38:38]: Und es

Zackes Brustik [00:38:38]:

Steffen Lindenmaier [00:38:38]:

Steffen Lindenmaier [00:38:38]: ist ein Idealbild, aber andererseits muss man auch realistisch sein. Ist natürlich für einen Fußballer auch nicht unwichtig, dass er seinen Ball einmal öfters ins Tor schießt als der Gegner. Und das gehört einfach auch zu unserem Business dazu, dass man das ein Stück weit realistisch einschätzt.

Steffen Lindenmaier [00:38:38]:

Zackes Brustik [00:38:54]:

Zackes Brustik [00:38:54]: In einer der vorhergehenden Folge mit Jan Zöller und Tim Riedel, Jan Zöller meinte nämlich auch, Das eine ist die Motivation der Mitarbeitenden. Viel wichtiger ist es aber, gewohnheitsprägende Strukturen zu schaffen. Und das resoniert mit dem, was du gesagt hast, nämlich stoße ich als Mitarbeiter, als Spieler im Verein auf Strukturen, die mich hin zu nachhaltigerem Verhalten natschen, wo ich weiß, es ist Teil der Kultur, ich will Teil dieser Kultur sein, übernehme das auch in mein Verhalten. Aber wie schaffst du Strukturen und Prozesse für, sei es jetzt die Mitarbeitenden hinter den Kulissen, aber auch für die Spieler, dass sie automatisch mit dem Thema Nachhaltigkeit in Berührung kommen und wirklich Gewohnheiten entwickeln, die darauf einzahlen?

Zackes Brustik [00:38:54]:

Steffen Lindenmaier [00:39:34]:

Steffen Lindenmaier [00:39:34]: Ja, das ist mit das Schwierigste, ehrlich zu sein aktuell. Weil wir dort mittendrin sind, hattet ihr ja gesagt, wir sind nicht vollendet, sondern wir stecken da wirklich in einem signifikanten Veränderungsprozess, die Dinge, die du gerade gesagt hast, einfach ein Stück weit besser zu machen, gewohnte Strukturen vielleicht ein Stück weit aufzubrechen, neue Themen zu machen im Sinne der Nachhaltigkeit. Und das geht nicht von heute auf morgen und ein Stück weit gibt es da verschiedene Themen. Wenn wir über unsere Umweltkennzahlen sprechen, dann ist es total wichtig, die einfach noch genauer zu kennen und die nicht nur einmal am Jahresende oder Monatsende über irgendwelche Rechnungen zu kennen, sondern im Idealfall auch für ein Management oder für Entscheidungen an Bord vorzubereiten, ein digitales, wo sie sehen, was passiert bei uns. Vielleicht sogar auf einen Spieltag runtergebrochen, dass man sagen kann, okay, es war ein toller ökologisch positiver Spieltag oder eher ein schwieriger, wenn ich meine ganzen Verbraucher kenne und wo sind dann meine Hebel entsprechend anzusetzen? Das ist ein Ausschnitt aus dem Ganzen.

Steffen Lindenmaier [00:39:34]:

Zackes Brustik [00:40:30]:

Zackes Brustik [00:40:30]: Megaschöner Punkt. Nämlich das Thema digitales Nachhaltigkeits- oder Sustainability-Dashboard. Weil das, finde ich, eine sehr schöne Vision. Das hat sich ja in allen möglichen anderen Bereichen, wenn es Financial Reporting oder Analysen geht, ist ja vollständig klar, wo der Weg gerade hinführt, ist konstantes Reporting, Dashboard kreieren und aktuell im möglichst real-time das Dashboard oder die Business Intelligence zu haben und das gleiche brauchst du für Sustainability auch. Wir hatten vorhin den Punkt, im besten Fall erfasst du real-time, wie die Energieverbräuche sind mit dem Smart Meter im Stadion. Du weißt, wie die Spieler die Fans sich bewegen und kannst das in Real-Time dann auch ans Management kommunizieren, wie du gesagt hast, deine Lobbyarbeit auch vernünftig zu machen und bei all dem, was auf die Führungskräfte einprasselt, dein Thema durchzubekommen.

Zackes Brustik [00:40:30]:

Steffen Lindenmaier [00:41:17]:

Steffen Lindenmaier [00:41:17]: Also es wird auf jeden Fall eine sehr, sehr gute Möglichkeit sein, wenn man das ein Stück weit greifbarer hat, auf Knopfdruck hat und sieht, ja, was in meinem Unternehmen passiert und wo Dinge gut laufen, wo aber auch Dinge einfach noch verbessert werden müssen. Definitiv.

Steffen Lindenmaier [00:41:17]:

Zackes Brustik [00:41:31]:

Zackes Brustik [00:41:31]: Mega spannend. Vielen Dank für den ehrlichen Einblick hinter die Kulissen, wie es bei euch läuft und auch, wo ihr quasi noch lernen wollt und euch weiterentwickeln wollt. Ich bin gespannt, wie es weiterläuft. Ab wann können wir transparent reinschauen? Du meintest den richtigen Bericht, da seid ihr gerade noch am erstellen.

Zackes Brustik [00:41:31]:

Steffen Lindenmaier [00:41:45]:

Steffen Lindenmaier [00:41:45]: Ja, der eigentliche Nachhaltigkeitsbericht, in dem Fall wirklich nach DNK und GRI, der soll im Herbst, ich denke mal spätestens im Dezember, fertiggestellt sein und entsprechend, wir hatten ja vorher auch schon über Weiterführungen gesprochen, der dann wieder irgendwann über das Thema CSAD abgelöst wird. Also auch dort kontinuierlich laufender Prozess.

Steffen Lindenmaier [00:41:45]:

Zackes Brustik [00:42:04]:

Zackes Brustik [00:42:04]: Du bist auch auf LinkedIn, super einfach zu finden. Stefan Lindenmayer, ich verlinke dich auch gleich noch mal, weil ich glaube für viele andere CSA-Manager, Nachhaltigkeitsmanager, bestimmt spannend sich mit dir auszutauschen, weil ihr einfach in ganz viele ähnliche Herausforderungen reinläuft und ähnliche Entwicklungsfelder und ähnliche Bretter noch zu bohren habt. Aber du tatsächlich ja schon einen großen Schritt erledigt hast und vielleicht in einem oder anderen Mittelständler auch schon deutlich voraus bist.

Zackes Brustik [00:42:04]:

Steffen Lindenmaier [00:42:28]:

Steffen Lindenmaier [00:42:28]: Vielen Dank und wir freuen uns immer über Kontakte und über Austausche.

Steffen Lindenmaier [00:42:28]:

Zackes Brustik [00:42:33]:

Zackes Brustik [00:42:33]: Das war schon die 17. Folge Gewinne Zukunft. Das heißt, es gibt 16 weitere Folgen mit allem, was du brauchst, dein Unternehmen klimakompatibel zu machen. Also geh am besten stöbern. Ich bin mir sicher, du findest genau das Thema, was dir jetzt weiterhilft. Und in zwei Wochen gibt's dann schon die nächste Geschichte, also am besten auf den Abo-Button klicken.

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