#93 Kopf hoch! Wie Du Unternehmen zum Umweltschutz bewegst. Auch ohne Regulationsdruck. (Wiederholung)
Shownotes
Du brauchst eine große Portion Motivation in diesen harten Zeiten? Bitte sehr: Höre, wie wir die größten CO2-Senken der Welt aktivieren können. Und wie Nachhaltigkeit zu einer Bewegung wird! Und das in einer Umweltschutz-Story, die - kein Scherz - auf Tinder ihren Ausgang nahm.
Als Nachhaligkeitsprofi erwartet Dich in dieser Folge wichtiges Wissen darüber, warum Moore für unsere Klimaziele so entscheidend sind. Wie sie in Deine Nachhaltigkeitsstrategie passen. Und wie Alex und Annie Cornelsen erfolgreich ein Startup gegründet haben, dass genau dieses Problem angeht: Mission to Marsh.
Alex erzählt mir, warum er dafür seinen Marketing-Job hinschmiss und sich mit dem "Patagonia-Playbook" auch als Quereinsteiger in so ein komplexes Thema wie Nature-Based Solutions und Biodiversität eingearbeitet hat. Und er verrät, wie man ein Startup baut, das Tausende Menschen für ein Nerd-Thema begeistert und dank des richtigen Geschäftsmodelles Unternehmen einbindet - ganz ohne Compliance-Zwang.
Eine superspannende Folge, die zeigt, dass jeder etwas für die Nachhaltigkeitsziele bewegen kann, wenn man es richtig angeht. Und zum Schluss gibts sogar noch ein konkretes Job-Angebot von Alex!
[Anzeige] Setze für dein Unternehmen auf 100 % saubere Energie! Polarstern Energie geht mit dir Schritt für Schritt die Transformation von Energie, Wärme und Mobilität an. Starte jetzt ohne Invest mit dem Wechsel zu wirklich grünem Strom oder Gas. Und sobald ein umfassendes Energiekonzept ansteht, bleibt Polarstern an deiner Seite. Mit dem Verweis auf 'Gewinne Zukunft' ist eine 30-minütige Erstberatung kostenlos: 🔗 Mathias@polarstern-energie.de 🔗 https://www.polarstern-energie.de
💌 NEWSLETTER 💌
Hol Dir den GEWINNE ZUKUNFT Newsletter! Hier gibt es von mir Einblicke aus der Community, Trends und wertvolle Ressourcen kurz und knapp direkt in Dein Postfach. 🔗 www.zackes.com/newsletter
Transkript anzeigen
Zackes Brustik: Ich hoffe, ihr genießt die Winterpause. Während ich schon mit viel Freude an den Folgen für die nächste Staffel arbeite, gibt es eine der meistgehörten Folgen des letzten Jahres. Auf die Ohren viel Spaß.
Alexander Kornelsen: Wir sehen auch bei den Unternehmen die Bringschuld. Also sowohl haben die den Impact als auch die Verpflichtung, das zu reparieren, was die kaputt machen, was die ausbeuten. Und genau da gehen wir rein, aber mit einer positiven Geschichte. Wir sagen, ihr seid schuld, macht das, sondern mit uns gemeinsam können wir die.
Zackes Brustik: Natur wiederherstellen, weil die Nachrichten gerade rundum deprimierend sind. Vor allem als Nachhaltigkeitsprofis gibt es in dieser Folge die volle Packung Motivation und hochspannendes Profi Klimawissen, untermauert von einer Story, die zeigt, dass man richtig viel bewegen kann, selbst wenn man das Thema Nachhaltigkeit nicht studiert hat. Wir schauen dafür in einen Bereich, den ich persönlich überhaupt nicht auf dem Schirm hatte. Als ich dann aber für die Folge angefangen habe zu recherchieren, hat es mich gar nicht mehr losgelassen und ich saß bis abends vor dem Rechner. Und genau so ging es auch meinem Gast in dieser Alex Cornelssen, Mitgründer von Mission to Marge, einem Impact Startup, zu Moorschutz und zur Moorenaturierung. Moore hä denkst du dir vielleicht, Aber es ist wirklich ein Thema, das jeder Sustainability Profi kennen sollte, denn es sind die effektivsten Co Senken, die wir weltweit haben. Freu dich also auf eine Folge, nach der du in einem der unterschätztesten Themen mitreden kannst. Weiß, warum Moore in die Nachhaltigkeitsstrategie eines jeden Sustainability Managers gehören und hörst, wie wir Nachhaltigkeitsthemen so kommunizieren, dass sie wirklich resonieren und eine Bewegung auslösen und ohne dass wir ständig den regulativen Hammer aus der Packung holen müssen. Das alles untermauert kein Scherz von einer Sustainability Story, die tatsächlich ihren Ausgang auf Tinder genommen hat. Diese Folge bietet wirklich alles, was 60 Minuten feinste Podcast Unterhaltung brauchen. Los geht's. Und damit herzlich willkommen bei Gewinne Zukunft, dem Nachhaltigkeitspodcast der Profis und Pioniere. Mein Name ist Zakes. Ich freue mich wie jedes Mal mega, dass du mit an Bord bist. Und tatsächlich ging heute Morgen auch der zweite Gewinne Zukunft Newsletter raus. Super viele von euch sind schon mit an Bord. Wenn du nicht subscribed, hast jetzt die Gelegenheit. Zackes Com Newsletter, Zakes Com Newsletter gibt es zu jedem Monatsanfang Stories, die ich außerhalb des Podcasts auffange. Vor allem auch Gespräche hinter den Kulissen, hinter den Panels und natürlich die folgen ganz komprimiert zusammen. Schreibt mir gerne, was für euch wichtig ist, damit ihr mit dem Newsletter in eurer Arbeit einen großen Schritt weiterkommt. Los geht's. Moin Alex, schön dich an Bord zu haben.
Alexander Kornelsen: Moor in Zacke ist schön dich kennenzulernen.
Zackes Brustik: Sag mal Moore. Man denkt an Moorleichen. Man denkt, es quietscht in den Gummistiefeln, riecht übel. Warum müssen wir in einem Nachhaltigkeitspodcast über dieses Thema reden?
Alexander Kornelsen: Ja, das ist eine sehr gute Frage, die hätte ich hier Ach vor knapp vier Jahren nicht beantworten. Können, denn ich hatte dieses Ökosystem überhaupt nicht auf dem Schirm. Und wenn dann genau das gedacht, was du gerade gesagt hast. Dann habe ich aber angefangen, mich mit dem Thema Klimaschutz zu beschäftigen. Können wir gleich vielleicht sprechen, warum. Aber am Ende habe ich kein Thema gehabt, für das ich mich einsetz kann. Und da kam genau Tinder ins Spiel. Da habe ich Ann Christin kennengelernt und beim ersten Date, als ich sie fragte, hey, was machst du so? Weil ich bin so ein cooler Marketingleiter Und sie meinte nur, ich bin Moore Wissenschaftlerin und ich more, was ist das und warum ist das eine Wissenschaft? Und da hat sie mir erklärt, wie toll das und wichtig das ist. Und deswegen sind wir jetzt aktiv.
Zackes Brustik: Die Love Story und vor allem richtig spannend, wie ihr auch das Patagonia Playbook genutzt habt, um ein funktionierendes Impact Startup aufzubauen. Das parken wir ein kleines bisschen. Wir starten erst wirklich ganz tief ein in dem More Nerd Wissen. Warum ist dieses Thema für den Klimaschutz wirklich so essentiell? Hau einfach mal ein paar Fakten und Zahlen raus.
Alexander Kornelsen: Also es gibt im Prinzip vier Dinge, die man sich merken kann. Als allererstes hast du schon genannt, es gibt eigentlich keinen effizienteren Weg, Kohlenstoff, also CO, zu speichern, als Moore zu schützen und zu renaturieren. Denn diese Moore speichern das ganze Kohlenstoff in den Boden und weil er nass ist, kommt da kein Sauerstoff, also kein O dran. Und entsprechend ist das gesichert, solange diese Moore nicht zerstört werden. Leider werden sie das In Deutschland sind über 95 Prozent der Moore. Zerstört oder werden noch kaputt gemacht. Das ist alles was an Kohlenstoff gespeichert ist, kommt wieder raus. Das ist so das Main Argument. Dann gibt es auch noch drei weitere, die ich super spannend finde. Das erste ist Wasser. Moore sind wie ein Schwamm. Das heißt, wenn es regnet, nehmen sie Wasser auf und können so vor Fluten schützen, Gleichzeitig aber auch das Wasser Stück für Stück rausgeben und so uns vor Dürren schützen, also vor Fluten und Verdirren. Und das sind ja Dinge, die immer mehr auf uns zukommen, die immer wieder in Nachrichten eine große Rolle spielen. Das Wasser wird außerdem gefiltert. Das sind natürliche Wasserfilter. Das heißt, Wasser, was durch ein Moor fließt, ist danach sauberer, was ein Riesenthema ist. Durch Überdüngung, Fungizide, Pestizide aus der Landwirtschaft sind unsere Gewässer krank. Wir kennen das vielleicht von Algenblüten, von Ozeanen, von toten Flächen. Da muss unbedingt gehandelt werden und wir können ja nicht überall Klärwerke installieren. Und das vierte, und das ist die größte Herausforderung, die wir haben im Ökosystem, ist die Artenvielfalt, Biodiversitätsmangel. Wir haben kaum noch Insekten, wir haben immer weniger, teilweise 80, 90 Prozent weniger kleine Vögel, die sterben einfach aus und unsere ganze Welt, unsere ganze Nahrungspyramide bricht gerade zusammen. Und Moore, muss man einfach sagen, die sind einfach ein Habitat für Mücken, Insekten und andere Lebewesen.
Zackes Brustik: Ganz ehrlich, wenn ich an Moor denke, denke ich an meinen Urlaub im Allgäu vor drei Jahren und irgendwo ein ganz kleines Naturschutzgebiet, ein kleiner Tümpel, wo man vielleicht auch irgendwo reinhüpfen kann und dann lustige Selfies macht. Matsch beschmiert. Aber das Ausmaß, wie viel Fläche die einnehmen. Also ich glaube, ich muss mal selber ein paar Zahlen runterpacken, die ich gestern bis Mitternacht noch gekommen gegoogelt habe, weil ich wirklich nicht mehr rauskam aus diesem Thema. Also ich glaube, 3 Prozent der Fläche auf unserem Planeten sind Moorgebiete. Und was ich richtig krass in diesen drei Prozent sind 21 bis 33 Prozent, also fast ein Drittel der gesamten organischen Kohlenstoffe gespeichert. Also eine riesige Menge. Und was ich halt auch richtig krass fand, ist, dass Deutschland hier leider absoluter Spitzenreiter ist im Moorabbau. Also wir sind global Platz Nummer 2, was den Abbau von Torf angeht zum Beispiel. Für Blumenerde und sowas. Also das heißt, wir reden wirklich über Mengen, das sind glaube ich sieben Prozent der deutschen Gesamtemission durch Moorabbau. Und weil wir Moore für Landwirtschaft oder andere Themen, also es ist ein kolossales Thema. Warum reden wir darüber so wenig?
Alexander Kornelsen: Tja, Moore sind halt nicht sexy und Moorzerstörung ist halt schwer zu zeigen. Also du hast gerade ein Thema angesprochen, Landwirtschaft. Also Moore werden vor allem trockengelegt, um darauf Acker zu haben, Maisfelder zu haben zum Beispiel. Und solange die trocken sind, also auch gar nicht, dass du es abbaust, sondern einfach nur trocken hast, um darauf Mais anzubauen, haben wir CO Emissionen. In Zahlen sind das 40 bis 50 Tonnen pro Hektar, also gigantische Mengen. Und das einfach auf. Und die 7 Prozent sind ja in ganz Deutschland, es gibt ja more typische Bundesländer, ich weiß gar nicht, in welchem Bundesland bist du?
Zackes Brustik: Ich bin Hamburg.
Alexander Kornelsen: Ja. Siehst du Hamburg auch schon extrem, weil Norddeutschland, aber Niedersachsen, also die Nachbarn, bei uns ist es 20 bis 25 Prozent der gesamten Emissionen aus den trockengelegten Mooren, einfach nur, weil die trockengelegt sind für Landwirtschaft. Aber das ist das Problem. Da ist, das kann man nicht zeigen. Also ich kann dir zeigen, ein toter Wald oder ein kranker Wald oder ein brennender Wald kann man zeigen, da wissen die Menschen, das ist schlimm, da muss ich handeln. Aber ein kaputtes Moor ist eine grüne Wiese oder ein Acker. Und da verstehen die Menschen einfach nicht, was dahinter sich verbirgt.
Zackes Brustik: Das heißt also zum Beispiel, wenn ich jetzt einfach hier über Landstraße fahre, wenn ich mal in einem Auto sitze sozusagen, dann gucke ich und vielleicht sogar freilaufende Kühe und denke, oh guck mal, hier werden sie aber fast artgerecht gehalten und so viel grün und so schön. Und vor allem dann, wenn es wahrscheinlich flache Landschaft ist, kann es sein, dass darunter eigentlich ein trockengelegtes Moor liegt. Und das Problem bei den Mooren dann ist, dass sie einfach über Jahrzehnte CO freisetzen, solange sie mit Luft in Berührung kommen.
Alexander Kornelsen: Ganz genau. Also gerade vor allem in Norddeutschland, also gerade Niedersachsen, Schleswig Holstein, Brandenburg, auch Hamburg. Hamburg ist komplett auf Moor gebaut, also wurde komplett trockengelegt, um da entsprechend eine Stadt hinzubauen. Und solange es trocken ist, emittiert ein Moor Kohlenstoff.
Zackes Brustik: Und das ist ein riesen Hebel, den die Bundesregierung auch für sich entdeckt hat, um die Klimaziele zu erreichen, glaube ich. Wir wissen, verschiedene Sektoren schlagen voll über die Stränge, zum Beispiel Verkehr oder sowas. Und dann ist jetzt die Idee, okay, wenn wir diese Flächen renaturieren, also dafür sorgen, dass sie wieder unter Wasser liegen, können wir weiteren Co Ausstoß blockieren. Und ich glaube, in Deutschland sind das 50 Millionen Tonnen pro Jahr CO aus den trockengelegten Mooren. Ziel ist bis 2030, glaube ich, auf 45 Tonnen runterzukommen. Das ist 5 Prozent. Sorry, was sind das? 10 Prozent, also wirklich gar nichts, verwundernderweise. Aber die Idee ist dann vielleicht auch, wenn sie dann wieder produktiv werden, könnten sie vielleicht sogar CO speichern, oder?
Alexander Kornelsen: Ganz genau. Also das ist das Schöne. Also sobald ein Moor wieder nass ist, endet die CO Emission, das heißt es gestoppt. Aber noch geiler ist es, wenn es nass ist und die entsprechenden Vorkehrungen getroffen wurden, also es renaturiert wurde, fängt das Moor wieder an zu wachsen. Das heißt, es fängt an, wieder mehr Kohlenstoff aufzunehmen und der ganze negative Prozess wird zu einem super positiven Prozess und nutzt die Superkraft der Moore.
Zackes Brustik: Okay, also das heißt, das wäre sozusagen eine neudeutsch nature based solution, die wir strategisch einsetzen könnten im Kampf gegen den Klimawandel. Das Problem ist, du hast es ja schon angedeutet, da stehen teilweise Kühe drauf, da wächst Mais an den Kühen, an dem Mais verdienen Landwirte Geld. Die haben natürlich was dagegen, wenn das plötzlich unter Wasser steht. Aber da kommt ihr ins Spiel mit Mission to Marge, weil ihr habt euch nämlich zum Ziel gesetzt, dieses Problem aufzulösen. Und da kommen wir jetzt an den Anfang an eine Naturschutzgeschichte, die auf Tinder ihren Ausgang nahm.
Alexander Kornelsen: Erzähl, ja, wie erkläre ich das? Es war die Pandemie. Es war weiß noch damals, als alles zu war und man keine Chance hat, Menschen kennenzulernen. Und ich selber war in einer, ich würde sagen, depressiven Phase, weil irgendwie alles geschlossen war. Ich war in einer Stadt, wo ich niemanden kannte und wusste nicht, was meine Zeit anfangen konnte und habe dann gesagt, weißt du was, Alex, wenn du ein Jahr Zeit hättest, was würdest du dann tun? Welches Geschenk würdest du dir machen? Und meine Entscheidung war zu dem Zeitpunkt einfach zu sagen, lesen, Bücher lesen. Ich habe so einen riesigen Stapel an Büchern, wo ich immer dachte, die lese ich mal Aber kam die dazu und habe mir vorgenommen, auch mehr zu lesen. Und plötzlich war ich schon bei 30 40 Büchern drin, merkte boah, das geht gut voran, vielleicht nicht mein Ziel so und habe mir vorgenommen 100 Bücher zu lesen. Und irgendwann brauchte ein Thema. Und dann habe ich gedacht, OK, Umweltschutz, Klimaschutz, Patagonia als Beispiel, ein Buch, wo man lernen kann, wie man sich für die Umwelt einsetzen kann. Da habe ich eingearbeitet und war dann immer sehr irgendwann sehr book smart. Also ich hab irgendwann verstanden, wie baue ich ein Unternehmen auf, was den Planeten schützen kann. Und das Thema hat mir gefehlt. Ich wusste nicht, wo kann ich meine Energie reinstecken, weil irgendwie Plastik im Meer sammeln ist in Deutschland so semi erfolgreich nicht so viel mehr und Bäume aufpflanzen, das macht jedes Unternehmen schon irgendwie. Ich wollte irgendwie ein eigenes Thema haben. Und da kam dann zum Glück eine Mitarbeiterin, eine Kollegin aus Unternehmen, die meinte Alex, geh mal wieder unter Leute, geh doch mal wieder Daten, mach doch mal Tinder. Und dann habe ich tatsächlich sehr schnell die Ann Christin kennengelernt und wir haben uns getroffen für so ein erstes Date in Hannover vor so einer Boulderhalle, uns da vorgesetzt. Und dann war wie gesagt ihr Thema Moorschutz und ich Das klingt doch mega spannend, erzähl mehr davon. Und die ersten Dates waren dann in Mohren, weil ich wusste einfach nicht, warum hat sie dafür so eine Leidenschaft und ich wüsste nicht, was es bedeutet und wollte alles darüber wissen.
Zackes Brustik: Aber du hattest trotzdem echtes Interesse an Anni. Es war nicht nur nach dem Motto so oh cool, ich habe ein Naturschutz Thema für mich entdeckt.
Alexander Kornelsen: Ja, ich schätze manchmal so, dass wenn es nicht die Moore gewesen sind, weil sie erzählt mir mal wieder, dass sie gerne Vulkanforscherin geworden ist und ich was das wäre noch viel cooler als Moore. Also das ist am Ende durch sie das Thema Moore geworden.
Zackes Brustik: Aber was ich richtig cool finde an der Story, also das war damals die Corona Pandemie, jetzt seien wir ehrlich, auch eine sehr deprimierende Phase für engagierte Menschen, gerade für Nachhaltigkeitsprofis, die sich fragen, OB nach den DE Teams jetzt der Sustainability Manager als nächstes rausgeworfen. Wird. Also selbst wenn es gerade Leute zuhören, die wirklich den Kopf hängen lassen. Diese Geschichte zeigt, was man in so Momenten alles bewegen kann. Also du bist dann mit Ann Christina Ich glaube, du nennst sie Anni. Auf eurer Webseite ist sie Anni. Bist du dann rausgefahren in die Moore und wie kam dann alles zusammen? Du hast ja gesagt, du hast viel Bücher gelesen, Dein Hintergrund ist eben nicht die more expertise, sondern du hast im Marketing richtig Karriere gemacht, hast verschiedene Dinge gegründet in dem Bereich, in Agenturen gearbeitet, als Head of, als Director, also da richtig viel. Und wie kam das dann zusammen?
Alexander Kornelsen: Also ich habe mich in Andi verliebt und ich war dann schon Mitte dreiig Und dann haben wir mal das Gespräch, so wie stellst du die Zukunft vor? Ich habe sie auch gefragt, so was sind so deine, deine Ambitionen, deine Wünsche, so eine schöne Frage, jemanden kennenzulernen auf dem Podcast. Und sie macht dann im Prinzip drei Dinge. Das erste ist, sie liebt die Moro und sie möchte eigentlich alles über die Moro erfahren, was es gibt. Das zweite ist, irgendwann hätte sie gerne eine Familie, würde eine Familie gründen und Kinder. Und das dritte ist, aber vorher würde sie gerne mal eine Weltreise machen, die Welt noch mal sehen, weil es mit Familie deutlich schwieriger ist. Und ich Alles klar, Weltreise kriege ich hin, Ich habe so ein Van, können wir eine Reise machen. Moore klingt spannend, helfe ich gerne dabei. Kinder wird schwierig, weil ich bin unfruchtbar. Also das heißt, da müssen wir immer in Zukunft gucken, hätte ich auch Lust zu, aber das ist nicht mal etwas, was wir anstoßen können. Und hat sie gefühlt gesagt, ja, zwei von drei reicht mir erstmal aus. Und dann kam die nächste Frage und ich habe dann einfach gesagt, wäre es denn für deine Karriere nicht nützlich, so die krassesten, schönsten und wildesten Moore der Welt zu sehen und zu dokumentieren und so. Ja, und weißt du, ich hatte mal diesen Wunsch, einen Kinofilm zu machen. Es gibt so ein paar Filme, die Laien gemacht haben, einfach auf der Handykamera und was vielleicht kann ich ja dein Thema nutzen, aus Spaß mal versuchen, so einen Film zu machen. Und so ist dann die Mission Tomaten standen Und so haben wir dann unseren VW Bus verkauft, weil der war schon alt, haben uns ein Allradfahrzeug gekauft, ein ganz kleines Dachzelt draufgeschraubt und wollten dann die Moore der Welt erforschen. Und letztendlich haben wir uns für die Route entschieden vom Norden Kanadas bis nach Feuerland runter, auch eine empfehlenswerte Route, manche nennen sie die Panamericana, die wir gefahren sind und haben entlang dieser Strecke sehr viele Interviews geführt mit Expertinnen, mit Institutionen, mit Wissenschaftlerinnen zum Thema Warum sind Moore und andere Feuchtgebiete, also auch Mangroven und Sümpfe wichtig, schützenswert und wie können wir die raushebeln aus dieser Nische gefährlich, düster und giftig.
Zackes Brustik: Eine super schöne Kombi sozusagen aus den Lebenstraum verwirklichen, den Mut zu haben, auch das feste Angestellten Dasein oder ob du vielleicht warst du da auch gerade in der Gründerphase zu verlassen. Anni nehme ich mal an, die hat ja auch wirklich krasse Stationen hinter sich als Moorwissenschaftlerin. Ist jetzt auch nicht so, dass sie irgendwie gerade aus dem Studium kam, sondern die hatte vorher die wissenschaftliche Leitung vom Europäischen Fachzentrum für Moor und Klima, ist aktuell Vorständin in der Deutschen Gesellschaft für Moor und Torfkunde. Das sind ja alles Strukturen, aus denen man auch nicht sagt, okay, ich bin jetzt mal ein halbes Jahr weg. Das heißt, ihr müsst das ja schon angegangen haben mit der Idee, okay, wir verwirklichen Traum, aber wir wollen das Ganze tatsächlich mit Wirkung und im besten Fall auch mit einer Business Idee unterfüttern. Und was ich da für meine Hörer innen auch super spannend finde, ist, du hast dich ja intensiv mit der Patagonia Geschichte beschäftigt, mit dem Buch Let my people surf. Welche Schritte davon bist du tatsächlich angegangen, auch mit deiner Gründerhistorie, nehme ich mal an. Du hast automatisch dein Entrepreneur Mind mitdenken lassen. Was müssen wir machen, damit da tatsächlich was bei rumkommt? Auf der einen Seite Wirkung, auf der anderen Seite Einkommen. Ich höre von voll vielen von euch, dass die C Suite aktuell wirklich nichts von Nachhaltigkeit wissen will, dass sie die Budgets gekürzt haben, im schlimmsten Fall sogar euer Team verkleinert haben. Aber das hält ja so intrinsisch motivierte Sustainability Profis wie euch nicht auf. Schaut euch einfach die Themen an, in denen ihr ohne Investition den Fußabdruck effektiv verkleinern kö aka Strom oder Gas. Und daher gibt es einen kurzen Werbeblock für Polarstern. Jeden Monat am 8. Schaue ich nämlich in meine Mails und ich freue mich, weil ich Bescheid bekomme, wie viel ich dank meines flexiblen Ökostromtarifs gespart habe. Echter Ökostrom ist übrigens ultra selten. Die NGO Robin Wood hat 1200 Versorger unter die Lupe genommen, festgestellt, dass nur 0,8 Prozent wirklich überzeugen in Sachen Ökostromqualität. Mit dem Grüner Strom Label ist Polarstern natürlich einer davon. Und wenn ihr Ökostrom schon habt und dann jetzt noch einen Schritt weitergehen wollt, wechselt doch einfach euren Gewerbegasanbieter. Polarstern bietet euch beides 100 Prozent öko zertifiziert. Und wenn ihr dann irgendwann in der Chefetage doch wieder ein offenes Ohr für ein komplett neues Energiekonzept da ist, das heißt, wenn Ressourcen da sind, die PV aufs Dach zu bauen oder ein Flottenladekonzept zu entwickeln, dann habt ihr mit Polarstern schon den richtigen Partner an eurer Seite. Die können mit euch Schritt für Schritt die komplette Transformation von Energie, Wärme und Mobilität durchgehen. Polarstern ist übrigens das erste Social Business im Energiemarkt, das heißt, die sind B Corp und GWÖ zertifiziert. Und wenn ihr jetzt euch denkt, Social Business, das klingt irgendwie so klein und unzuverlässig, ne? Polarstern hat zum Beispiel auch die PV aufs Olympiastadion Berlin gebaut. Die haben Kunden wie Spike, Personio, Alnatura und Partnern mit Unternehmen wie Airbnb. Also nutzt den Jahreswechsel, eure Energiethemen neu aufzustellen. Meldet euch bei Matthias von Polarstern hier. Über Gewinne Zukunft bekommt ihr das Erstgespräch von 30 Minuten komplett kostenlos. Infos gibt es in den Shownotes.
Alexander Kornelsen: Total. Also die Reihenfolge war folgendermaßen. Ich war schon Booksmart, das heißt, ich wusste schon grob, wie ein Unternehmen sich aufstellen kann, um einen positiven Impact zu haben. Wir haben beide unsere Jobs gekündigt, also sie hat ihre Position dort aufgegeben, was für sie ziemlich riskant war, weil eigentlich ist sie sehr risikoavers. Ich war eher so, ach, dann schmeiß ich halt hin. Und gerade weil ich angefixt war, also dann kommt der Gründer Spirit im Kopf dann doch durch. Und weil ich dieses dieses Buch Library, also die Patagonia Books Business Library sind drei Bücher, die wirklich wie Hand eigentlich erklären, so ein Unternehmen aufzubauen. Wie werde ich gemeinnützig in solchen Sachen? Und erstmal wollten wir eigentlich nur nebenbei Geld verdienen, um diese Reise zu finanzieren. Aber relativ schnell war klar, dass es Gründungsstipendien gibt in Deutschland. Also wenn du eine Idee hast, wenn du ein Thema hast und vielleicht sogar schon ein Team hast, kriegst du Geld dafür Unternehmen zu gründen. Und das war unser Test Case. Wir haben Hey, lass doch zu Patagonia gehen und gucken, ob die nicht unsere Mission unterstützen wollen und lass uns für ein Gründungsstipendium bewerben. Dann haben wir zwei verschiedene Hebel, um zu gucken, hat unsere Mission überhaupt eine Wirkung? Und sowohl Patagonia als auch das Gründungsstipendium einer Bank haben uns das Go gegeben, dass wir es machen dürfen. Das heißt, wir hatten einmal die kapitale Sicherheit, für ein Jahr was auszuprobieren, aber vor allem auch die Story, die Kredibilität, dass wir an etwas dran sind, was wirklich was bewirken könnte. Denn einfach nur reisen, Moranz, das hätte mir nicht ausgereicht. Das wäre auch für ihre Karriere schon gut gewesen. Aber ich wollte irgendwas bewirken, wo Menschen mitmachen können und wo sie wirklich Einsatz zeigen können. Und so ist Unternehmung geboren worden.
Zackes Brustik: Klingt jetzt erstmal einfach. Und klar kann man sagen, da treffen natürlich wirklich zwei Kernexpertisen aufeinander. Anni als absolut versierte Moorwissenschaftlerin, du mit einer krassen Gründer und Marketing Story, du weißt natürlich, wie man Dinge kommuniziert. Trotzdem, also ich meine, ich habe es auf der Webseite gesehen, Patagonia und die Endbank von Anfang an als Partner dabei zu haben, macht man nicht einfach so. Ganz viele Menschen wollen was gründen, ganz viele Menschen haben Filmprojekte, ganz viele Menschen denken, sie haben das nächste Impact Startup. Was hat bei euch den Unterschied gemacht, um die von Anfang an dabei zu haben? Hätte auch sagen können, dass die Macht mal eure Reise, schickt das Video, wenn ihr es habt und dann überlegen wir uns, ob wir Geld reinstecken.
Alexander Kornelsen: Du hast es schon verraten. Also das Team ist alles. Und immer ich gefragt werde, was braucht man, um entsprechend was umzusetzen, sage ich immer ein möglichst heterogenes, diverses Team. Und an Christine junge Frau, Wissenschaftlerin und ich, ein junger weißer Typ, wir sind beide privilegiert durch die Hautfarbe, durch Deutschland, gesundes Land. Wir hatten zwar keine Geldrücklagen, aber auch keine Schulden. Das heißt, wir sind top, top, top ein Prozent der Welt, die was machen dürfen. Und dieses Privileg ist automatisch auch eine Pflicht, was für den Planeten zu tun. Aber dadurch, dass wir so unterschiedlich sind und es ist bis heute noch so, dass wir uns sehr, sehr, sehr viel streiten und uns uneinig sind. Aber immer dann, wenn Anni es gut findet und ich es gut finde, wenn diese Reibung zu etwas Gutem führt, dann ist es eine richtig gute Idee und dann kriegen wir auch andere überzeugt.
Zackes Brustik: Ich muss das einfach mal sagen. Ich habe hier ganz selten im Podcast wirklich so persönliche Geschichten und ich finde es einfach super beeindruckend, dass ihr zwei Riesenschritte gleichzeitig gemacht habt Zu Ich verlasse meine gesicherte Existenz mit jemandem in einer Beziehung, den ich gerade erst kennengelernt habe.
Alexander Kornelsen: Ich kann das schon ein Hal Jahr.
Zackes Brustik: Naja gut, halbes Jahr ist nicht so. Auf Tinder ist es eine Ewigkeit. Aber insgesamt ist es noch jetzt nicht eine Partnerschaft, die Höhen und Tiefen durchlaufen hat. Also Respekt. Vorhin hattest du einen kleinen entscheidenden Satz gesagt Es ist wichtig, ob wir Wirkung haben. Wie habt ihr die gemessen? Oder zumindest am Anfang stellt man sozusagen so eine Impact Theory auf. Oder was war eure Impact Theory?
Alexander Kornelsen: Das war, ob wir ein BB Modell aufbauen können. Also von Anfang an wollten wir, dass Menschen mitwirken können, unsere Mission mitmachen können, Ob jetzt mit Spenden oder Spenden laufen, weiß ich nicht, was wir alles schon inzwischen gemacht haben, haben aber das große Geld, Der große Impact liegt bei den Unternehmen. Denn wenn ich jetzt Wir beide machen einen Pitch und ich versuche von dir 50 Euro Spende für meine Mission einzusammeln, Das wäre für dich super viel Geld und ich wäre unendlich viel dankbar. Aber von einem Unternehmen bekomme ich schnell mal oder Euro. Wie viele Menschen muss ich dafür entsprechend anpumpen oder um Spenden bitten? Und deswegen haben wir gesagt, wir wollen, dass die Unternehmen machen. Und wir sehen auch bei den Unternehmen die Bringschuld. Also sowohl haben die den Impact als auch die Verpflichtung, das zu reparieren, was die kaputt machen, was die ausbeuten. Und genau da gehen wir rein, aber mit einer positiven Geschichte. Die sagen nicht ihr seid schuld, macht das. Sondern mit uns gemeinsam können wir die Natur wiederherstellen. Mit uns gemeinsam können wir dafür sorgen, dass eure Mitarbeitenden Lust haben auf Moorschutz. So unglaublich das klingt, Es geht wirklich gut, wenn man einen Tag gewesen ist im Moor und sich die Hände schmutzig gemacht hat, dann redet man nicht mehr von Fußabdruck, sondern von Handabdruck. Und es ist viel schöner, viel motivierender, als immer zu sagen mach das nicht, mach das nicht und verzichte hier.
Zackes Brustik: Und welche Unternehmen hattet ihr denn konkret im Blick? Also denke ich da irgendwie an Baumarkt, der Torfsäcke verkauft? Denkst du einfach nur an Unternehmen, die eine schöne Mitarbeitenden Maßnahme haben wollen.
Alexander Kornelsen: Wir haben unterschiedliche Produkte, also je nachdem, wo sie sich gerade in ihrer eigenen Reise befinden. Also viele unserer Kunden, also Unternehmen, haben schon Aufforstung gemacht und Waldprojekte gemacht, heißt schon Bewusstsein für Naturschutz und suchen nach was Neuem, nach the next big shit. Und da kann ich mit dem Thema Moore kommen, weil gerade der Vergleich mit Wald ist so schön. Ich kann Hey, ein Moor speichert viermal so viel CO wie ein Wald. Also warum ich da reingehen?
Zackes Brustik: Und da muss ich kurz rein Viermal mehr als Regenwald. Also wir reden hier nicht von deutschem Fichtenhalt, sondern Moore haben wirklich das Potenzial, richtig CO zu speichern im Vergleich mit zu senken, wo man immer als erstes dran denkt im Amazon oder so.
Alexander Kornelsen: Genau, total. Also Vergleiche kann man auf die Spitze treiben, aber vielmal mehr ist schon wirklich eine Aussage. Aber es gibt noch zwei weitere Vorteile, gerade für Unternehmen aus Europa oder aus unserer Region. Das erste ist, eine Moorrenaturierung geht viel schneller als einen Wald aufzufinden. Wenn du das richtig machst, dann kommt das Wasser zurück und nach zwei, drei Jahren kommt schon die moortypische Vegetation zurück. Also es kann sich erholen, verglichen mit dem wald, wo du 20 30 40 Jahre warten musst, bis die Bäume da sind. Und das dritte ist, wir haben die vor der Bürotür, wir haben die vor der Haustür. Das heißt, wir beide können in Hamburg ein Moor besuchen und wir können gucken, ob es da nicht eine Maßnahme gibt, wo wir gemeinsam arbeiten können, vielleicht spenden können, aber wir können auch in zwei Jahren wiederkommen, gucken, was haben wir erreicht. Und wir haben verschiedenste Mob Projekte, gerade vor allem aus unserer Region in Niedersachsen. Aber wir werden jetzt nach neuen Projekten suchen, wo wir wirklich auch die Men hinnehmen können. Das ist so befriedigend, statt einfach immerhin Geld zu überweisen.
Zackes Brustik: Sorry, das begeistert mich gerade richtig. Und das hatte ich in meiner Recherche vorher nämlich noch nicht so im Blick, weil da kommen ganz viele Sachen zusammen, die unglaublich elementar sind. Das eine ist, dass du was direkt vor der Haustüre hast, wo die Unmittelbarkeit für uns und die Betroffenheit wortwörtlich erfahrbar ist, weil sonst Naturschutz und Umweltschutz immer was sehr Abstraktes ist, was sich ganz oft an einem anderen Teil der Welt abspielt. Gleichzeitig aber aber gepaart mit einer der effektivsten Hebel, die wir haben. Oft ist das Problem, dass uns in Deutschland aufforsten, aber eigentlich wäre es viel besser, einen Mangrovenwald irgendwo in der Südsee an den Start zu bringen. Das heißt, da geht das oft auseinander. Hier ist es sogar Win Win die Situation Plus für Unternehmen natürlich immer super schön, was ganz Regionales, Lokales zu machen, eben weil nicht nur die Mitarbeitenden angesprochen werden, sondern auch die Menschen aussenrum. Gerade bei Mittelständlern quasi, ist natürlich die Wirkung für die Marke, das spielt auch immer mit. Brauche ich dir gerade als Marketing Experte wahrscheinlich einen Hebel, den du gut ausspielst. Also es kommt sehr viel wirkl. Sehr Gutes zusammen.
Alexander Kornelsen: Thema Marketing ist spannend, dass du es ansprichst, weil wir reden nicht mit den Nachhaltigkeitsabteilungen. Mission to Marge redet mit den Marketingabteilungen, weil wir liefern den richtig geilen Content für die sozialen Kanäle. Wenn die ins More gehen mit uns, dann kriegen die von uns richtig coole Bilder, wie die dort arbeiten, kriegen ein Video, um in die Kommunikation reinzugehen. Und das ist mir wichtig in zwei Richtungen. Nach innen ins Unternehmen, dass die Mitarbeitenden verstehen, warum investiert es ein Unternehmen 10, 20 Euro gerade in so einer Krise. Die Mitarbeitenden müssen mitgenommen werden, buchstäblich ins Moor, sage ich mal. Und nach außen, dass sie sagen können, wir machen coole Sachen, wollen sie halt auch und das für die Kommunikation, Marketing, diese Sprache verstehen sie und deswegen ist plötzlich ein cooles Produkt. Und deswegen sage ich auch gerne, Mission Tomage ist zwar ein gemeinsames Unternehmen, aber wir machen Marketing für den Planeten. Wir machen das Umweltschutz Rewilding, dass es cool ist, dass die Leute Bock drauf haben und nicht auf Verzicht sprechen, über Verzicht sprechen müssen.
Zackes Brustik: Trotzdem die Frage wenn ich jetzt als Sustainability Manager suche, habe ich davon auch was, was mir im Bericht oder in der CSID Berichterstattung, sofern sie denn langfristig noch relevant ist, helfen würde.
Alexander Kornelsen: Auf jeden Fall, Daraus können wir einen neuen Podcast machen, denn wir bauen gerade eigene Sensoren, die wir ins Moor installieren, die wirklich diese Dinge, die ich angesprochen habe, Wasserqualität, Wassermenge, Wasserfilterung messen und zwar 24 7 und alles, was ich messen kann, kann ich entsprechend auch mir anrechnen lassen oder als Startup verkaufen. Und da fangen wir nächste Woche an, die Sensoren zu installieren, um das entsprechend als komplett neues Konzept zu machen. Also wir entwickeln uns auch weiter als Unternehmen, weil die Unternehmen, die mit uns arbeiten, die wollen messbare Informationen haben und wir können jetzt schon runterbrechen auf Hektar, auf wie viele Torfmoose kommen zurück, kommen die Kraniche, wieder ein Tier, was symbolisch dafür ist ein Moor intakt ist zum Beispiel. Aber wir wollen bis ins Detail sagen, wie entwickelt sich das und auch über die Zeit hinweg und das lieben Nachhaltigkeitsexpertinnen darüber essbare Sachen zu haben.
Zackes Brustik: Auch das wieder natürlich eine extrem gute Story, die machen wir uns nichts vor marketingtechnisch gerade bestens funktioniert, nämlich die Kombination aus Umweltschutz und Digitalisierung. KI schreibt sich bestimmt auch sehr gut im Pitch. Ich fand es auch faszinierend, ich habe nämlich gelesen auf der Seite vom Umweltbundesamt, dass Deutschland, ich glaube 39 Millionen Messpunkte für Moore in Deutschland hat und ich dachte mir, hä, wo sind all die Wissenschaftler losgezogen und haben hier die Sonden ins Moor geworfen? Aber nein, es funktioniert natürlich satellitengestützt und das zeigt einfach, wie unglaublich wichtig Technologie und IT und dann auch KI ist und wie viel das bewirken kann, wenn es sinnvoll eingesetzt wird. Also also Hashtag Twin Transformation, also eben die Doppelkombination, die synergetische Beziehung von Digitalisierung und Nachhaltigkeit bei euch finde ich wieder, weil das ist oft so ein Buzzword und sehr luftig. Ihr unterstreicht wirklich, wie relevant das dann handfeste Resultate produziert. Und jetzt kommen wir an eine Frage, die ich vorhin ja schon gestellt habe oder angedeutet habe. Damit ihr in diese Moore dürft, müsst ihr theoretisch ja eben Landwirte dazu bewegen, dass sie ihre Flächen aufgeben. Also du sagst, okay, ist das, wofür ihr dann die braucht, jetzt nicht nur die, aber das heißt, wo ihr die BB Budgets braucht, weil ihr eben in Flächenkonkurrenz seid. Zu bewirtschafteten Flächen sind wir nicht.
Alexander Kornelsen: Das ist unser geheimes Geschäftsmodell, was ich dir jetzt verrate, was auch gerne andere klauen können. Es kann auch viel mehr Missionen für Motions geben. Im allerersten Schritt nehmen wir nicht den Landwirten oder den Torwerken was weg, sondern wir renaturieren, was eh schon in Naturschutz ist. Das heißt zum Beispiel haben eine Fläche bei Osnabrück, das Fenner Moor, das ist Naturschutzgebiet, aber die Organisation, die dort arbeiten, zum Beispiel ein NABU, die kennt man vielleicht vom Namen her, die haben nicht genug Ressourcen, das Moor zu renaturieren. Aber Naturschutzgebiete sind so safe in Deutschland Da kann keiner was machen und was wir Sachen sagen, ist es gesichert. Aber mit unserem Geld können wir endlich mal reingehen und große Maßnahmen machen und nicht nur Kleinstarbeiten umsetzen. Und da gibt es große Flächen in ganz Deutschland, die wir jetzt gerade Stück für Stück arbeiten. Und wir nutzen das als Use Case, um zu zeigen, dass Morsch funktioniert und entwickeln daraus unser Geschäftsmodell, um den Landwirtinnen was anbieten zu können. Denn jetzt, wo ich diese Sensoren in unseren Naturschutzflächen testen kann und sagen kann, guck mal, wir können 80 Prozent mehr Wasser speichern und wir haben Wassermangel in der Landwirtschaft, das können wir euch Bauerinnen anbieten. Und im ersten Schritt reden wir nicht von komplett die Fläche renaturieren, sondern wir sagen der Wir brauchen nur 10 Prozent deiner Fläche, um dort eine smarte Oase, so nennen wir die Moore in der Landwirtschaft zu installieren, wo Wasser gespeichert ist, wo Biodiversität ist, wo Wasser filtern können und wo dann noch mal wieder produktiver arbeiten können, weil ihr weniger Dünger braucht zum Beispiel. Und das verstehen die Landwirte und sagen Hey, das möchte ich gerne haben. Und erst wenn das bewiesen ist, können wir das Stück für Stück in deren Fläche ausarbeiten. Datengetrieben. Also die Landwirtschaft selber, das sind keine Geschäftsmodell Expertinnen. Wenn denen dir sagst okay, weißt du was, mach doch mal nicht Mais, sondern red doch mal über Ökosystemleistung oder sowas als Businessmodell. Dann sagen bitte aber wie können denn diese Geschäftsmodelle entwickeln und mit denen gemeinsam in Austausch Dinge aufbauen, wo worauf die Lust haben. Perspektive langfristig. Landwirtinnen werden zu Klimawirtinnen. Die renaturieren ihre eigenen Flächen und werden dafür bezahlt, weil sie Flächen für Wasserqualität sorgen, weil sie uns schützen vor Dürren, Fluten. Und wenn ich denen das sage, dass sie es machen dürfen, sind die einfach nur dankbar, weil die lieben ihr Land, die wollen es nicht kaputt machen und die wollen da nicht unbedingt Mais drauf bauen, weil sie wissen, das sackt dadurch jedes Jahr ab und wissen nicht, dass der Meeresspiegel hochgeht. Und das wird zu Problemen führen. Aber die müssen ja Geld verdienen und die haben ja auch Kredite und Schulden und wir sagen, wir finden gemeinsam mit euch eine Lösung und da sind wir einfach willkommen.
Zackes Brustik: Und da kommen wir genau an den Knackpunkt, den ich schon angesprochen hatte, wie schaffen wir all das eben ohne immer eine regulative Keule auspacken zu müssen, vor allem weil uns die ja gerade dank der Omnibusregulierung oder dem Omnibus Prozess gerade aus der Hand genommen wird. Also seid ihr abhängig davon, dass die Bundesregierung den Moorschutz so als einen Teil ihrer Klimaschutzstrategie hat? Braucht ihr Regulation, hast gesagt, okay, Naturschutzgebiete brauchen wir? Oder funktioniert eure Businessmodell wirklich so, dass ihr selbst ohne diesen Aspekt mit den Landwirten ins Gespräch kommt und was bewegen könnt?
Alexander Kornelsen: Wenn ich ehrlich sein darf, bin ich kein Freund davon, auf die Politik zu warten, sondern ich bin eine Person, die ich helfe der Politik Dinge zu entwickeln. Und solange die dann lang ihre Süppchen kochen, langsam zeige ich schon, dass es geht. Das heißt, mit dem Geld der Unternehmen beweise ich schon, dass Moorshots funktioniert und finde Parallelwege, dass es auch trotz der langsamen Politik in Anführungsstrichen funktioniert. Denn in der Sekunde, wo dann mit zwei Milliarden Topf frei wird, den es für den aktiven Klimaschutz gibt, habe ich schon Wissen, dass es geht und es kann skalieren und bis dahin muss ich ja vorbereiten. Ich kann nicht sitzen und Däumchen drehen, ich muss jetzt handeln, denn wir haben einfach keine Zeit mehr und das beweise ich jetzt. Gleichzeitig stehen wir der Politik natürlich zur Verfügung. Den Film, den wir am Ende gemacht haben, Mission Tomás, der Kinofilm, der jetzt auf Kinofilmtour durch Europa geht, da ist einer der wichtigsten Personen, die wir interviewt haben, Jutta Paulus aus dem EU Parlament, um da ihr so eine Bühne zu geben und da entsprechend positiv formuliert zu zeigen, warum Moore schützenswert und schön sind und dadurch dann in die Politik rein zu oszillieren. Das versuchen wir als kleines Startup, was wir sind, zu ermöglichen.
Zackes Brustik: Du hast gesagt, ihr wartet nicht auf die Politik. Das heißt aber, ihr müsst extrem gut kommunizieren können, weil ihr habt sozusagen nicht den Zwang, sondern ihr wollt ein Geschäftsmodell anbieten. Und selbst wenn man sagt, da kann man Geld verdienen, dauert es ewig lange, bis Menschen sich darauf einlassen, auf ein funktionierendes Geschäftsmodell umzuschwenken, einfach weil es nicht gewohnt ist. Und machen wir uns nicht vor, Landwirtschaft einfach ein Bereich, der so krass Lobby dominiert, ist seit Jahrzehnten ganz, ganz eingefahrene, feste Prozesse. Wie holt ihr die kommunikativ ab?
Alexander Kornelsen: Und das müssen wir nicht. Wir machen, das machen schon die wissenschaftlichen Institutionen. Klammer auf, Andi macht das bitte über die Universität. Also die hat ein Forschungsprojekt, das nennt sich Moosland und da geht es genau darum, Stakeholder Management zu machen. Also wer ist da irgendwie an welcher Stelle involviert, die frühzeitig abzufragen und daraus eine wissenschaftliche Studie zu bauen, die man halt ausrollen kann in vier, fünf, sechs, sieben Jahren, Jahren. Und während Anni noch parallel zu ihrer Geschäftsführung diese Theorie macht, kann ich als Marketing Typ das nutzen, um daraus wirklich Modelle zu bauen, die man testen kann.
Zackes Brustik: Sorry, ich muss reingrätschen, weil das klingt in der Theorie ganz gut, aber ich finde, das ist immer so ein Beispiel, wo ich mir immer denke, wie krass kann wissenschaftliche Studie bewiesen, das Businessmodell und der Widerstand des Status quo gegeneinander fahren. Ich war erst vor einer Woche in Brüssel, eine der absoluten Achsen quer durch Brüssel, da habe ich vor 18 Jahren gewohnt, voll mit Autos jeden Tag. Ich war jetzt wieder da, da war sie stillgelegt, eine zentrale Achse durch die Stadt, verkehrstillgelegt. Und normalerweise gehen da alle Einzelhändler auf die Barrikaden. Ich bin extra in einen Laden reingelaufen, habe gefragt, wie war es und er sagt, ich war voll dagegen, jetzt mache ich mehr Umsatz. Das zeigt sich in fast allen Städten in Europa. Eigentlich müssten alle Einzelhändler durch die Straßen laufen und die Verkehrsstilllegung fordern. Es passiert das Gegenteil. Also nur weil es wissenschaftlich bewiesen ist, nur weil es ganz viele andere Regionen schon machen, heißt das noch lange, dass die Menschen das in ihrer Region plötzlich wollen. Und genauso würde ich mir das bei euch auch vorstellen. Also es klingt für mich schon so nach, ich muss rumgehen, ich muss an jede Tür klopfen, ich muss immer mit einem persönlichen Gespräch anfangen, ich muss jeden Menschen einzeln abholen.
Alexander Kornelsen: Und genau das machen ja die Institutionen. Also die Universität macht es ja, diese Gespräche zu führen und die abzuholen. Und wir können damit tomarisch andocken. Also diese gelernten Instanzen, die werden wir nicht so schnell los. Also tatsächlich ist es so, die Region, auch das Emsland bei uns in Deutschland, die sind stolz darauf, dass sie die Moore trockengelegt haben und urbar gemacht werden. Das heißt, wenn du zu einem Bauern gehst und der Herr ist dann jetzt wirklich 40, 50 Jahre alt, das war sein Großvater vielleicht, der das geschafft hat. Und wenn wir sagen würden, wir machen es wieder nass, um deine entsprechende Natur zu schützen, dann wird der dir vielleicht nur über meine Leiche, weil da machst.
Zackes Brustik: Du eigentlich ein Lebenswerk der Vorfahren kaputt.
Alexander Kornelsen: Ganz genau. Aber das sind ja, also ich rede auch immer von low hanging fruits. Es gibt genug Menschen, die bereit sind, das zu testen, das zu probieren und gemeinsam Beispielgeschichten zu etablieren, die funktionieren. Ich gehe nicht zu der Person, die auf gar keinen Fall überzeugt werden kann. Und davon gibt es genug, auch in Deutschland und auch in Zeiten, wo eine Trump Regierung alles kaputt macht, was in den letzten Jahrzehnten vielleicht wieder geschützt wurde. Es gibt die Menschen und die finden dich und dann bist du halt eher dabei, deine persönliche Bubble aufzubauen und zu vergrößern, statt irgendwo in Löcher zu stecken, wo du stechen, deine Finger zu stecken, wo du direkt auf Gegenwehr stößt.
Zackes Brustik: Und dann wiederum ist natürlich schon so, das hat sich auch in vielen Folgen hier schon gezeigt, wenn du deine Insel hast, wenn du das funktionierende Geschäftsmodell hast, dann wird natürlich der eine Bauer oder die eine Bäuerin schon auch neidisch, wenn beim anderen im Hof mehr Geld fließt, als bei einem selbst sich den neuen Trecker leisten kann oder was auch immer. Also das funktioniert dann einfach so durch den sozialen Neid. Bertram hat das wunderbar in einer Folge erzählt zum Thema Windkraft und wie krass das halt funktioniert, wenn eine Gemeinde sich ein Mehrfamilienhaus leisten kann, dann werden alle anderen Nachbargemeinden plötzlich hellhörig. Was ich spannend finde, du hast vorhin gesagt, also klar, Bundesregierung ist dran, macht Naturschutzgebiete, hat aber selber gar nicht das Geld dafür zu sorgen. Jetzt sind die nicht nur nass, die Moore, sondern sie müssen wieder sprießen. Insgesamt ein super langsamer Prozess. Ich habe auch schon gesehen im Netz, ihr und andere arbeiten daran, eben jetzt besonders produktive Moorpflanzen zu züchten, die besonders schnell wachsen, weil wir jetzt nicht irgendwie die Zeit haben, jedes Jahr auf einen Millimeter zu warten, oder?
Alexander Kornelsen: Genau, also es gibt verschiedene Torfmoose, aus denen das Moor entsteht und nicht alle sind torfbildend. Das heißt, sicherstellen, dass das genau die richtige Pflanze am richtigen Ort ist und auch die genau richtige Wassermenge hat. Auch das ist etwas, was ich als Forschungsthema bezeichne, aber wo man sehr schnell aktiv werden kann. Also wir haben eine Fläche hier auch im Landkreis, wo wir zum Beispiel einen Tag im Moor gewesen sind und diese Torfmoose ausgesät haben als Saatgut, sodass sie sich dort ansiedeln können und wieder vielleicht in drei, vier Jahren was raus ernten können. Denn hier ist die Problematik, weil die Moore so großflächig zerstört sind, Wie gesagt, die 95 Prozent in Deutschland, ist diese Pflanze auch sehr bedroht. Und erstmal die Wege zu finden, die wieder anzusiedeln, ist der allererste Schritt, aber auch was sehr Befriedigendes, weil man da sehen kann, wie diese Arten zurückkommen und man die Pflanzen wieder zur Verfügung stehen hat.
Zackes Brustik: Also wirklich super, super cooles Projekt. Bringt Biodiversität zusammen, bringt Moorschutz zusammen, bringt Co Senken zusammen und bringt den Wasserschutz zusammen. Super, super faszinierend. Also ich glaube, es gibt ja immer die schönen SDG Bildchen und Kacheln, die man sich auf seine Projekt draufpackt. Das sähe bei euch extrem bunt aus. Wir hatten jetzt ein Weilchen über den BB-Aspekt gesprochen und darüber vor allem, wie man die wichtigen Stakeholder abholt. Schauen wir in den BC Aspekt, weil ihr schafft es ja auch wirklich super viele Leute zu mobilisieren und ein Umweltschutzthema in die Allgemeinheit zu kommunizieren. Wie wichtig ist der Aspekt für eure Arbeit und was unterscheidet euch da von anderen Impact Startups und warum seid ihr damit erfolgreich?
Alexander Kornelsen: Patagonia als erster Part am Anfang, die gesagt Wir geben euch Geld, aber nur, wenn ihr es schafft, etwas aufzubauen, was größer ist als ihr selbst. Also ein Movement, sagen Englisch, also eine Bewegung. Und wir denken immer mit was können wir machen, damit die Menschen Lust darauf haben und sich einsetzen können. Und wir probieren verschiedene Dinge aus. Ein Beispiel, wenn ich darüber sprechen darf, ist der Morathon. Wir nutzen das Thema MOA für schlechte und lustige Wortspiele. Manchmal klappt es. Bei Morathon ist es so, dass die Menschen eine App haben und sich bewegen. Mit jeder Bewegung, Bewegung müssen die Sponsoren, die dahinter sind, ein Stück Moor renaturieren. Und das ist cool, weil die Menschen dann nicht Geld spenden müssen, sondern ihre Bewegung spenden. Das ist cool, weil die Menschen dann dazu führen, dass die Unternehmen noch mehr bezahlen müssen. Und auch die meisten denken oder haben das Gefühl, dass die Unternehmen Bringschuld sind. Und das führt dazu, dass auch Menschen das auf Social Media teilen. Das heißt, wir hatten dann in der Phase von 42 Tagen letztes Jahr. Dann Menschen, die gepostet haben, Ich bin gerade Joggen rette damit more. Ich gehe gerade Gassi gehen und kann drei Quadratmeter Moor retten. Das schlägt Welt. Und da kann man die sozialen Medien endlich mal wieder für was Gutes, Positives nutzen, weil da auch Menschen Lust haben. Denn wir haben auch so Rankings gehabt und da sind auch Profivereine dabei gewesen. Der VfL Osnabrück, wo wir wohnen, war dabei mit den Profisportler innen. Und dann ging es darum, welcher Verein macht am meisten Moorschutz. Und die haben unsere Arbeit gemacht, die haben darüber geredet, darüber kommuniziert und die Sponsoren mussten am Ende dann entsprechend so viel Geld bezahlen, dass wir über 25 Quadratmeter Moor renaturieren konnten. Und das Fenrir Moor, was gemacht haben, ist jetzt damit fertig renaturiert. Das heißt, ich bin jetzt in lokalen Organisationen unterwegs und sage, hey Leute, ich brauche mehr Flächen. Und das ist etwas, was man als Startup sehr gerne hört. Und wir machen diese Kinofilmtour, für die ich schon angesprochen habe, in Europa. Leipzig, Köln, Paris steht an, Brüssel steht an, also vielleicht bist du wieder zu Hause und wir nutzen diese Tour, um neue Produkte, Projekte zu suchen. Also wir haben jetzt durch die Partner knapp Euro zur Seite gelegt und wir haben gesagt, hey, habt ihr ein Moorprojekt, meldet euch bei uns, sagt Bescheid, denn wir haben das Geld, wir haben die Kompetenz und möchten halt über Niedersachsen hinaus MORE Projekte renaturieren. Und das ist einfach etwas, wo wir das Gefühl haben, unser Zweck, unser Sinn, unser Purpose erfüllt sich und all die Energie, die Ann Christine und ich und Streit und Uneinstimmigkeiten da reingesteckt haben, zahlen sich zum Schutz des Planeten langsam aus.
Zackes Brustik: Super faszinierend. Wie wichtig sind dabei Partnerschaften mit anderen Startups? Also während ich recherchiert habe, bin ich auch bei Zukunft Moore de gelandet oder sowas. Sah auch nach einem super dynamischen Gründer Innen Team aus in dem Bereich. Arbeitet ihr mit denen zusammen, Seht ihr die eher als Konkurrenz im Bereich Moorschutz?
Alexander Kornelsen: Gibt es keine Konkurrenz, Dann ist so viel zu tun, dass es von mir aus noch zig weitere geben kann. Ganz im Gegenteil sogar, ich träume noch von einem Startup Accelerator explizit für das Thema Moorschutz, weil es so viel zu tun gibt, wie Mission to Marge und auch Zukunft Moore nicht heben können. Und gerade Start ups haben ja dieses Opportunity Mindset, Die sehen keine Probleme, die sehen Chancen und das ist so schön, wenn man denen sagt, pass mal auf, wir brauchen doch mal, wir haben diesen Rohstoff, was kann man damit alles machen? Da werden Startup Gründer innen sofort kreativ und schauen rum und Startups schaffen es auch, das Henne Ei Problem zu lösen. Das Thema Wir brauchen einen Markt und brauchen ein Angebot, denn die kommen an Risikokapital ran und können auch mal was riskieren und da entsprechend kreative Dinge entwickeln. Und deswegen haben wir keine Konkurrenz. Es gibt auch viel zu wenige. Und inhaltlich ist es so, dass wir mit denen sehr gerne uns austauschen, auch was die Umsetzung angeht. Die machen sehr viel mit diesen Torfmoosen, die ich angesprochen habe, also diese Anzucht von der Pflanze. Und da gibt es auch verschiedene Arten und Weisen, wie man die ausbringen kann. Und da sind wir einfach im Austausch und wünschen uns noch viel mehr Sumpfmenschen für unser Thema.
Zackes Brustik: Angenommen, es hört gerade jemand zu, der oder die war vielleicht bisher Sustainability Manager und Mist, ich bin gerade in so einer Unternehmensgröße, die denken sich, juhu, wir sind jetzt bei der CSR, die raus, können wir uns die Stelle wieder sparen? Oder sind vielleicht kommt es auch schon vor, gerade an der magischen Zwei Jahres Grenze im Unternehmen merken, wow, es ging super viel für den Bericht, aber es geht sehr wenig mit Maßnahmen und dann scheinen sehr viele Sustainability Manager den Job zu wechseln und hey, nehmt das doch als Gelegenheit, euch selbstständig zu machen. Was wären die wichtigsten drei Dinge, die man im Blick haben muss? Vielleicht so ein Fail, den du dir geleistet hast und zwei Schritte, wo du sagst, die sind essentiell, um da wirklich nicht, um zu den 20 Prozent zu gehören, die es schaffen.
Alexander Kornelsen: Also das Allerwichtigste für mich ist, dass diese Person sich bei mir direkt sofort meldet. Denn wir haben für das neue Unternehmen, also die Sensorik, die ich meinte vorhin, das wird nicht im rahmen der gemeinnützigen GmbH gemacht werden, weil gemeinnützige Unternehmen können keine Investoren ansiedeln. Für das neue Unternehmen ist uns die Geschäftsführerin aus gesundheitlichen Gründen vor Weihnachten abgesprungen. Sie hat gesagt, ich schaffe das nicht. Wir haben die ein Jahr lang ausgebildet, finanziert, die Sensorik entwickelt, aber jetzt haben wir keine Geschäftsführung mehr für das neue Thema, haben jetzt aber gerade unser Auto privat verkauft, dass wir die Euro Gründungskapital haben. Das heißt, wir haben Konzept, das Geld.
Zackes Brustik: Den Bus, mit dem ihr die Reise gemacht habt, habt ihr verkauft. Oh man, das hat wehgetan.
Alexander Kornelsen: Ja, das ist sehr, sehr schlimm. Es ist unser Zuhause gewesen, einfach für sehr lange Zeit. Das erste Kind ist da entstanden, da.
Zackes Brustik: Muss ich nachhaken, Kind, ich dachte, da war was, das ging nicht, Erzähle ich gleich.
Alexander Kornelsen: Aber erstmal, diese Person kann sich gerne melden. Und grundsätzlich, wie gesagt, es gibt super viele Themen im Bereich Moorschutz, wo man reingehen kann. Das kann technologisch sein, das kann Produkt sein, das kann Geschäftsmodell sein, das kann, das kann Politik sein, wo einfach Menschen, die Bock haben, was zu bewirken, sehr willkommen heißen werden. Denn weil das noch so ein Nischenthema ist, ist einfach das Potenzial, da noch seinen eigenen Weg zu finden und da reinzugehen.
Zackes Brustik: Das war ein Schritt. Also bei dir melden.
Alexander Kornelsen: Zweiter Erfolgsfaktor, das ist also auf jeden Fall ein diverses Team aufbauen. Also bei uns ist das erste, was ich gemacht habe, ist, ich bin bei den Creatives for Future eingestiegen, weil die sind ein Netzwerk für Kreative, wo man seine Grafik Skills oder Texting Skills oder sowas spenden kann für den guten Zweck. Und da merkt man sehr schnell, es gibt gleichgesinnte Menschen aus der kreativen Ecke, die nicht eben Nachhaltigkeit studiert haben oder eben nicht im Garten von den Eltern groß geworden sind, wo man merkt, diese Fähigkeiten werden gebraucht und auch ganz langweilige, sorry für das Wort, aber Schreibtisch arbeiten wie Steuern oder Buchhaltung werden im Bereich Nachhaltigkeit unbedingt gebraucht. Und die Zeit kann man spenden, entweder über die Credits for Future oder über andere Plattformen, um mal den kleinen Zeh reinzustecken und man wirklich Lust auf das Thema hat.
Zackes Brustik: Das klingt ja jetzt alles nach einer Traumstory. Wir haben gehört, du hast die Liebe deines Lebens gefunden, Ich habe gerade rausgehört, das musst du jetzt noch erzählen. Ihr habt sogar schon ein Kind zusammen und das Startup läuft. Also irgendwo muss was schiefgelaufen sein.
Alexander Kornelsen: Das, was schiefgelaufen ist, ist, dass diese Person weg ist. Du musst dir vorstellen, du investierst, also ich habe jetzt mein erstes Gehalt bekommen vor zwei Monaten, ich habe alles investiert.
Zackes Brustik: In diese Person, nach vier Jahren das.
Alexander Kornelsen: Erste Gehalt, alles investiert, alle Infrastruktur aufgebaut und dann sagt diese Person, nee, ich kann nicht mehr und kannst auch nicht sagen, muss sagen, das ist schmerzhaft und zwei Wochen vor Weihnachten, ich wollte endlich mal eine Woche frei machen. Das ist nämlich Startup live, meine Frau und ich, wir hatten keinen, wir haben geheiratet, wir hatten keine Flitterwochen, wir hatten keinen Urlaub, wir haben das Kind, obwohl ich eigentlich dachte, dass ich keine Kinder haben konnte, was uns also sehr stark überrascht hat. Und Gründen und Kind bekommen ist mega, mega, mega hart. Also wir in dem Sinne keine Hobbys, keine Freizeit außer Moorschutz. Es kommt ein Segen natürlich ein zweites Kind dazu. Also jetzt müssen wir wirklich mal aufpassen.
Zackes Brustik: Das Leben hat dich echt überrascht, würde ich sagen.
Alexander Kornelsen: Ja, aber das ist das, wo wir als Liebespaar unsere Tiefen durchmachen mussten und sehr intensiv und wo man sich auch wirklich gefragt hat, wie ist es so schnell passiert und dann halt so einen schmerzhaften Verlust als eine Mitarbeiterin zu haben, haben einfach alles draufgesetzt, weil wir gesagt haben, wir können das nicht gründen, machst du. Das war zu viel auf eine Karte und das musste ich auffangen jetzt zwischen den Jahren und das hat jetzt funktioniert zum Glück, weil auch unser Team auch ein bisschen größer ist als nur diese eine Person. Aber das war jetzt schmerzhaft. Und was ich jetzt gerade versuche, ist trotzdem das Vertrauen in Menschen zu haben. Also weil ich bin jetzt, ich bin jetzt gerade verletzt und ist jetzt schon ein paar Monate her, aber immer noch, wenn ich jetzt eine Person finde und die sagt mir, ey Alex, mega Bock auf das Thema, gib mir das, sage ich ja, bist du sicher Und da möchte ich wieder rauskommen. Ich möchte wieder sagen, weißt du was, sag es, das passt zu dir, mach das doch, ich gebe dir alles, was du brauchst, ich vertraue dir. Und dieses Vertrauen möchte wieder zurückgewinnen in die Menschen. Und auch wenn wir, wenn wir ein Purpose Unternehmen haben, ein Zweck haben, sind das die meistens die Menschen, die auch Gefahr laufen auszubrennen, weil die keine Pause machen können, weil sehr überschwemmt. Wenn wir das Thema Moorschutz jetzt nicht machen, wer macht es dann? Und deswegen dürfen wir nicht versagen und das schwingt Tag und Nacht mit dir mit zwischen der Beziehung, auch wenn das Kind in die Kita muss, die Kita fällt aus und du hast aber einen wichtigen Unternehmenstermin, wo es um geht. Wie entscheidest du dich? Und das ist ein Druck. Aber und bei uns ist das das Privileg, wie du gesagt hast, unsere Mission läuft gerade gut, wir sprechen von dem Momentum und Unternehmen wollen mit uns arbeiten. Die Menschen machen beim Morathon mit, Menschen gucken den Kinofilm das hilft uns dabei weiterzumachen. Und ich möchte diese den dritten, was ich sagen möchte dann Es wird Fails geben, wie in jeder Sache, die du in deinem Leben machst. Aber solange du weißt, wofür du das tust, und das kann gerne Schutz des Planeten sein, wirst du die Kraft finden, dich wieder aufzubauen. Und wenn nicht, such sie dir, denn die meisten sind am strugglen irgendwo und niemand hat alles verstanden und es ist okay, Fehler zu machen.
Zackes Brustik: Und super, super schöner Einblick. Vielen, vielen Dank für den persönlichen Einblick, weil ich glaube, du hast, ich meine, in eurer Geschichte steckt echt alles drin. In kürzester Zeit gemeinsam Startup gegründet, parallel überraschenderweise sozusagen noch eine eigene Familie gegründet und das in einem Bereich, wie du gesagt hast, wo man eh schon Gefahr läuft, in ein Activist Burnout reinzulaufen. Aber natürlich gleichzeitig wisst ihr jetzt auch, warum ihr das macht und für wen ihr das macht. Bringt ihr jeden Morgen zur Kita. Also superschöne Story und ich hoffe, die Mutt motiviert ganz ganz viele Menschen da draußen, entweder in ihrem Job weiterzumachen und wieder motiviert ans Werk zu gehen, unabhängig davon, was die EU gerade treibt. Denn die physikalischen Gegebenheiten zeigen sich ja von unseren regulativen Spielchen relativ unbeeindruckt. Der Klimawandel läuft weiter, es gibt genug zu machen. Sucht euch Verbündete. Meldet euch bei Alex, falls ihr zufälligerweise Lust habt, so ein Startup aufzubauen, was die Sensorik angeht oder wenn ihr einfach nur vernetzen wollt, Anregungen sucht und einen kleinen Push braucht, der euch weiterbringt zu okay, jetzt lege ich noch mal eine Schippe drauf oder mache mich vielleicht sogar selbstständig im Bereich Nachhaltigkeit. Vielen, vielen Dank Alex für die rasante Folge.
Alexander Kornelsen: Sehr, sehr gerne. Vielen Dank, dass du mir zugehört hast.
Zackes Brustik: Schaut vorbei auf missionmarsh org, also Mission T O und Marsch, M A R S H ohne C. Alles natürlich noch mal verlinkt in den Shownotes. Und wenn ihr schon eh dabei seid, in eurem Browser rumzutippen, gebt auch gleich noch zackes COM Newsletter ein, Z A C K E S Com Newsletter, dann seid ihr im brandneuen Newsletter am Start. Heute Morgen ging schon die zweite Version raus, da gibt es dann noch mal Eindrücke. Wie gesagt, ich war ja gerade in Brüssel, was ich da aufgeschnappt habe bei den Menschen hinter den Panels manchmal und es gibt den Wrap up der Podcast Folgen und noch viele weitere spannende Ressourcen. Und damit bis zur nächsten Folge.
Alexander Kornelsen: Folge.
Neuer Kommentar