Mut statt Jammern! Wie ein Maschinenbauer nachhaltig seine Zukunft sichert. Die clevere Strategie von Ohrman. #95
Shownotes
„Planetare Grenzen? Hatte ich nie gehört!“ Was passiert, wenn die Transformation plötzlich Chefsache wird und eine persönliche Identitätsfrage ein ganzes Unternehmen mobilisiert? In dieser Folge gewährt Alrun Ohrmann, Geschäftsführerin eines familiengeführten mittelständischen Weltmarktführers, ehrliche Einblicke in ihre Transformationsreise.
Trotz begrenzter Ressourcen schaffte es der Maschinenbauer mit gerade mal 185 Mitarbeitenden in rasantem Tempo zahlreiche Nachhaltigkeitsprojekte auf die Beine zu stellen. Die besonders clevere Strategie ermöglicht es Alrun nun den Kopf frei zu haben für aktuelle Herausforderungen wie geopolitische Unsicherheiten, KI oder asiatische Wettbewerber.
Monika Kolb, Ökonomin und Expertin für nachhaltiges Management, ordnet die Geschichte von Alrun in den aktuell turbulenten Zeiten ein. Warum sortiert der Dreiklang aus sozialer, ökologischer & ökonomischer Nachhaltigkeit automatisch die Prioritäten für Mittelständler und schafft so Resilienz? Im Dreier-Gespräch mit Host Zackes Brustik wird klar: Der Wandel beginnt bei der eigenen Haltung – und braucht dann ein neues Skillset im gesamten Team.
Nach der Folge weißt Du: ✅ Wie eine individuelle Wertefrage zur kraftvollen Transformationsstrategie für ein ganzes Unternehmen wird. ✅ Welche Kraft Freiwilligkeit und intrinsische Motivation in der Organisation entfaltet. ✅ Mit welchen pragmatischen, geförderten Formaten (ÖkoProfit, CO₂-Plan, Circo) du Kompetenzen im Mittelstand hebst.
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SHOWNOTES: Alrun Ohrmann ist Mitinhaberin von Ohrmann - einem Weltmarktführer im Bereich Sondermaschinenbau und Automatisierung für die Zuführung und Montage von Dichtungen. In zweiter Generation führt sie das Unternehmen mit ihrer Schwester Gesa Ohrmann. 🔗 https://www.ohrmann.de/nachhaltigkeit/ 🔗 https://www.linkedin.com/in/alrun-ohrmann-0b9404280/
Monika Kolb ist Ökonomin, Expertin für nachhaltiges Management und Mitinitiatorin der Transform Academy. Hier geht's direkt zum Zertifikatslehrgang 'Sustainability Transformation Manager': 🔗 https://transform-academy.de/weiterbildungen/sustainability-transformation-manager/ 🔗 https://www.linkedin.com/in/monika-kolb/
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Alrun Ohrmann: Ich muss jetzt einfach wirklich zugeben, dass ich da reinkam und erschreckt war von mir selber. Ich habe im Jahr 2002 Abitur gemacht, danach habe ich studiert und 2022 kam ich in diese Ausbildung. Ich habe das Wort Anthropozän, ist mir fast peinlich heute das zu sagen. Dort zum ersten Mal gehört das Konzept der planetaren Grenzen. Ja, ich bin wie alt bin ich? 43 Jahre alt. Und diese Generation mit mir zusammen, die ist in Verantwortung, geht in Verantwortung. Und wir haben das in unseren Lehrplänen nie gelernt. Das heißt auch für mich, auch für uns hört dieses Lernen nie auf. Also es sind ja nicht nur die Mitarbeitenden, wir müssen uns selber anfangen mit dem Lernen.
Monika Kolb: Also wir reden ja immer von diesem Transformationsdruck, Die Welt verändert sich, wir haben eine neue geopolitische Lage, wir haben steigende Energiepreise, der Druck auf Unternehmen steigt und dann hat es so eine Outside In Perspektive von okay, weil sich alles um euch herum ändert, müsst ihr euch jetzt auch verändern als Unternehmen. Und ich finde es aber auch spannend zu sagen, es hat auch eine Inside Out Perspektive, weil Alrun als Nachfolgerin jetzt da ins Unternehmen eingestiegen ist, weil sie sich sehr tief mit diesen Themen auseinandergesetzt hat und sich auch gefragt hat, wer möchten wir eigentlich als Unternehmen sein, wer möchte ich als Geschäftsführer hier sein? Und sich selber verändert hat, hat sich natürlich dadurch auch das Unternehmen mit verändert.
Zackes Brustik: In dieser Folge erwartet euch mal wieder eine dieser ganz realen und Mut machenden Stories, denn seien wir ehrlich, das Jahr 2026 ist noch nicht mal drei Wochen alt, werden wir diese Folge aufnehmen und es ist schon so viel passiert, dass man überhaupt nicht hinterherkommt. Wenn ihr also gerade in eurem Unternehmen für die Strategie verantwortlich seid oder der ganze Laden euch sogar selbst gehört, ist natürlich die Wie setzt ihr eure Prios, Was ist jetzt wichtig Und habt ihr da überhaupt noch Zeit für Nachhaltigkeit? In den letzten Folgen waren vor allem Großunternehmen zu Gast, die gesagt haben, warum sie beim Thema dranbleiben und welche strategische Relevanz das hat. In dieser Folge will ich aber mal wieder in den kleinen Mittelstand schauen. Das heißt für all die, die so vielleicht ein paar hundert Mitarbeitende haben und sich jetzt die Frage stellen, ist das denn noch richtig? Ich Kann es mir aussuchen, VSME oder nicht? Kann ich das nach hinten schieben? Warum solltet ihr beim Thema Nachhaltigkeit dranbleiben? Wie hilft euch das auch jetzt in diesen turbulenten Zeiten? Und dafür hören wir mal wieder so direkt aus einem dieser familiengeführten Weltmarktführer, die es in Deutschland so zahlreich gibt. Und zwar in diesem Fall einmal wieder der Maschinenbau, nämlich ein Unternehmen, das sich spezialisiert hat auf innenliegende Dichtung. Und niemand anderes als eine der zwei aktuellen Geschäftsführerinnen, nämlich Alrun Orman, wird erzählen, warum sie sich vor ein paar Jahren schon auf den Weg gemacht haben, wirklich Nachhaltigkeit umfassend in ihrem Mittelständler zu integrieren und warum sie jetzt auch in der aktuellen Lage dranbleibt oder vielleicht das eine oder andere an die Prio anpasst. Ich werde es gleich erfahren. Damit sich das Ganze aber auch noch auf alle anderen Branchen übertragen lässt, habe ich auch noch eine Ökonomin und Expertin für nachhaltiges Wirtschaft mit an Bord, nämlich Monika Kolb hat ursprünglich mal das Center for Advanced Sustainable Management an der CBS International Business School aufgebaut mit Sofortdenkern wie René Schmidpeter, der bei mir auch schon in Folge 3 zu Gast war. Nach vielen weiteren aufregenden und spannenden Stationen, unter anderem auch in der Industrie, ist sie jetzt Initiatorin der Transform Academy, das heißt darauf spezialisiert, wirklich besonders effektive Formate für das Lernen rund um Transformationsthemen und den Austausch aufzubauen. Und damit herzlich willkommen bei Gewinne Zukunft, dem Nachhaltigkeitspodcast der Pioniere und Professionals. Mein Name ist Zakes, ich freue mich enorm, dass ihr mit an Bord seid. Wie immer den Podcast abonnieren und am besten auch gleich den Newsletter zakes com Newsletter zackes com Newsletter. Los geht's. Herzlich willkommen, schön dich mit an Bord zu haben.
Alrun Ohrmann: Alrun Hallo Zakes, ich freue mich total, dass ich bei dir dabei sein darf.
Zackes Brustik: Und Alrun, das sage ich auch gleich noch dazu, was mich richtig freut, Du bist eine dieser Geschäftsführerin, von denen ich bisher viel zu wenige im Podcast hatte. All die Pioniere waren bisher tatsächlich immer männlich, über 50 und das war mir mittlerweile fast schon so peinlich. Und ich freue mich enorm, dass ich das mit dir ändern kann.
Alrun Ohrmann: Dann wird es aber höchste Zeit, also kommt mir jedenfalls so vor.
Zackes Brustik: Auf jeden Fall.
Alrun Ohrmann: Und dann hast du auch gleich noch zwei Frauen, eingeladen und auch noch zwei.
Zackes Brustik: Genau. Monika, schön dich mit an Bord zu haben.
Monika Kolb: Ich freue mich heute hier sein zu dürfen.
Zackes Brustik: Und Monika, das Tolle ist, du hast Alrun mit ins Spiel gebracht, denn sie war bei dir nämlich in der Transform Academy und das hat bei ihr so viele Aha Momente ausgelöst, dass sie tatsächlich angefangen hat hat ihren ganzen Laden zu transformieren. Das liegt allerdings schon ein paar Jahre zurück. Alrun, wenn ich jetzt rausgucke in die Welt, drei Wochen jung das Jahr, es ist so viel passiert auf geopolitischer Ebene, man kommt wirklich gar nicht mehr hinterher. Auch wenn ich in so jetzt nicht besonders seriöse Blätter wie die BILD schaue, ist mir ein Trend aufgefallen. Die gucken eigentlich, dass sie fast jede Woche, jeden Tag eine Meldung über einen insolvent gehenden Maschinenbauer platzieren, als wollten sie wirklich so Panik machen, so bitte, bitte alle Umweltstandards über Bord werfen, wir müssen wieder wettbewerbsfähig werden. Das scheint sozusagen so der große Tenor in den Talkshows und so zu sein. Hört man ja auch von zum Beispiel dem BDI Präsidenten, der implizit das Race to the Bottom ausgerufen hat, was Umweltstandards angeht. Jetzt bist du hier bei mir und nimmst dir in deinem wahrscheinlich Busy Schedule ganze 90 Minuten Zeit für Nachhaltigkeitspodcast. Warum?
Alrun Ohrmann: Warum ich das mache? Weil das Thema Nachhaltigkeit aus unserem Leben nicht mehr weggehen wird. Und du hast gerade gesagt, das Jahr 26 ist drei Wochen alt und wie gesagt, nur mit Blick nach Davos ist es ganz Die Wirtschaft, alle richten sich immer auf das ein, wo sie kurz mittelfristig oder gar auch langfristig werden wir mit den Gegebenheiten umgehen müssen. Und dann stelle ich mir die Frage bei der Nachhaltigkeit, also das wissen wir noch sicher als alles andere, dass wir wissen, dass dieses Thema nicht mehr weggehen wird. Deswegen stellt sich dem Grunde nach für mich die Frage nicht, ob wir bei dem Thema Nachhaltigkeit bei der Stange bleiben oder nicht. Jetzt hast du die Frage ja auch schon angeteasert, was ist eigentlich gerade los im Mittelstand? Was ist im Maschinenbau los? Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es gerade nicht extrem herausfordernd ist, hier wirtschaftlich zu produzieren und so weiter und Aufträge an Land zu ziehen. Also es ist wirklich herausfordernd gerade. Und nichtsdestotrotz nehme ich mir die Zeit, weil ich einfach überzeugt bin, dass das Thema nicht weggeht und und dass wir uns darauf einstellen müssen. Und für mich geht es auch Hand in Hand, weil wenn in den Medien gerade so verkürzt wird, dass wir beim Thema Berichtsstandards den Mittelstand überfordern. Ich kann es nicht komplett von der Hand weisen, dass das extrem herausfordernd ist und dass ich da auch an manchen Stellen echt meine eigene Meinung zu habe, ob ich das jetzt sinnvoll finde oder nicht. Aber ich finde es halt so ein bisschen, es ist so ein ganz oder gar nicht. Uns wird sehr viel Lobbyarbeit dagegen gemacht, gegen grundsätzlich Umweltstandards und Nachhaltigkeitsberichterstattung und so weiter. Und eins dürfen wir aber auch nicht vergessen, dass das ganze Thema Ökologie ja auch nur eine Facette vom Gesamtthema Nachhaltigkeit ist. Und ich finde diese synonyme Verwendung, weil Nachhaltigkeit gleich Ökologie ist einfach auch eine unzulässige Verkürzung von dem ganzen Thema.
Zackes Brustik: Da war ich schon so viel drin, das müssen wir vertiefen in den nächsten Minuten. Aber ich weiß auch schon, Monika hat schon tief eingeatmet und Anlauf genommen, um direkt was beizusteuern. Was geht dir da durch den Kopf, Monika? Und was nimmst du auch bei anderen.
Monika Kolb: Mittelständlern wahrscheinlich Nachhaltigkeit 2026 dranbleiben oder nicht? Das ist für mich so eine Frage wie Sport 2026, ich habe Rückenprobleme, ich merke, ich werde ein bisschen älter, es klappt nicht mehr alles so, vielleicht habe ich hier und da ein paar Gramm zu viel, gehe aber nicht ins Fitnessstudio. Das schließt sich ja gegenseitig überhaupt nicht aus. Also die Nachhaltigkeit müssen wir verstehen als Entlastung, genau wie ich das Fitnessstudio als Entlastung verstehen muss für meine Rückenprobleme oder dafür, dass ich übergewichtig bin. Und es beinhaltet genau das, was Alrun gerade gesagt hat, dass wir häufig Nachhaltigkeit immer noch als rein ökologisches Thema verstehen. Wir haben mit über 3000 Fach und Führungskräften eine Übung gemacht, die das ganz gut verdeutlicht für mich. Und es ist egal, ob wir die im Jahr 2020 gemacht haben, im Jahr 2015, als wir damit angefangen haben oder jetzt man die Teilnehmer in die Mitte des Blattes das Wort Nachhaltigkeit schreiben lässt und sagt so Jetzt habt ihr 90 Sekunden Zeit aufzuschreiben, was die ersten Assoziationen sind, die euch in den Kopf kommen, wenn ihr an Nachhaltigkeit denken. Da haben wir ganz häufig das Thema Co, wir haben das Thema Bäume, wir haben das Thema Fridays for Future und so weiter. Die Auswertung zeigt, dass über 80 Prozent der Wörter, die die Teilnehmenden aufschreiben, verbunden sind mit klassischen Umweltthemen, also mit klassischen ökologischen Themen. Was wir ja wollen und dafür setzen wir uns ja alle hier ein und in diesem Podcast ja auch, ist, dass dieses Thema Nachhaltigkeit in den Köpfen, in dem Mindset der Leute verbunden ist mit dem Thema Wirtschaft. Und es ist für mich immer noch ein riesengroßes Thema, wenn wir über die drei Säulen oder drei Ebenen von Nachhaltigkeit sprechen, wo ja Wirtschaftlichkeit eine ganz große Säule ist, warum die nicht damit verbunden ist, also warum das immer noch losgelöst wird. Und nur dann kann man natürlich auch so eine Frage stellen, Nachhaltigkeit, warum sollte ich mich mit Nachhaltigkeit in der Krise beschäftigen? Gerade weil mir das natürlich hilft, durch die Krise zu kommen. Also Nachhaltigkeit ist eine Entlastung für einen Großteil dieser Probleme, die Mittelständler gerade haben, für das Thema Ressourcenverfügbarkeit, für das Thema Fachkräfte. In der letzten Podcast Folge bei dir ging es ja auch noch mal um das Thema Finanzierung. Überall da helfen mir ja Nachhaltigkeitsthemen, mich einfach stärker aufzustellen.
Zackes Brustik: Das ist so eine Story, die höre ich von ganz vielen, vor allem aber auch quasi immer von meinen, ich sage mal, Berater innen, die zu Gast sind im Podcast. Jetzt fies zugespitzt, fühlt sich das für dich, Alrun, als geschäftsführende Mittelständler auch so an? Also kannst du sagen, ja, das lässt sich tatsächlich direkt übersetzen auf Themen wie Fachkräftegewinnung oder auf Entlastung in der Lieferkette. Die Theorie ist das eine, das Umsetzen und Priorisieren ist ja was ganz anderes und der unmittelbare Return und das brennen ja wirklich echte Themen. Also ich meine Energiepreise, bürokratische Überforderung, gerade für kleine Mittelstädte ist jetzt nicht so, ja, da schauen wir mal drauf, sondern sind wirklich große Herausforderungen. Also wie sorgst du dafür, dass das wirklich spürbar ist, auch für alle anderen Menschen in der Organisation, dass das ein sinnvoller Invest ist?
Alrun Ohrmann: Also zunächst mal, wir sind jetzt ungefähr seit vier Jahren auf dieser Reise, wo wir das Thema Nachhaltigkeit auch wirklich, sage ich mal, aufgreifen und auch in der Geschäftsführung in den drei Facetten immer wieder angucken. Und vor vier Jahren bin ich auch eben mit Monika in diesem in diesem Lehrgang gestartet und es hat bei mir echt richtig viel umgekrempelt. Ich glaube, was wir machen intern, ist wirklich immer wieder uns daran zu erinnern, dass wir es nicht auf das Ökologische verkürzen. Natürlich sind wir als Unternehmen auf die Reise gegangen. Wir hatten ehrlich gesagt auf der ökologischen Seite relativ wenig, wo wir uns aktiv und wirklich mit Fokus auch beschäftigt haben. Das heißt, wir sind so eine logische Kette gegangen. Wir haben mit dem Projekt ökoprofit in NRW gestartet. Das ist ein Programm zum betrieblichen Umweltschutz für KMUs. Und da haben wir erst mal die Leute in das Thema eingebunden, sei es Abfall, Energieverbrauch, Druckluftverbrauch und so weiter. Und da konnten wir aber auch relativ schnell Fortschritte erzielen. Wir sind ein Maschinenbauunternehmen, wir haben mehrere Kompressoren und Druckluft Leckagen ist einfach ein Riesenthema und das war sehr, sehr leicht zugänglich für die Mitarbeitenden bei diesen Themen anzudocken. Und da konnten sie auch praktisch mit anfassen. Also Druckluft hört man zischen, wenn man abends durch die Halle geht und es schon still ist. Auch beim Thema Abfall überhaupt erstmal Abfallmengen erfassen. Wie viel ist das denn überhaupt? Können wir Sortenreiner trennen und so weiter. Also hört sich nach banalen Themen an und große Unternehmen haben das seit langem und Jahr und Tag etabliert. Aber ich glaube, gerade im Mittelstand findet jeder seinen eigenen Punkt, wo er sagen muss, okay, ja, wenn ich da jetzt mal hingucke, dann habe ich da wirklich noch Potenzial zu heben. Das heißt, das war so unser ganz, ganz praktischer Einstieg. Aber für mich ist tatsächlich immer noch total wichtig, immer wieder präsent zu machen, dass wir zwar im Jahr 2022 mit Öko Profit begonnen haben und damit das ganze Thema betrieblichen Umweltschutz aufgebaut haben, dass wir aber als familiengeführtes Unternehmen, wir feiern dieses Jahr unser jähriges Bestehen, grundsätzlich schon zwei Facetten von Nachhaltigkeit per se verankert hatten, nämlich die Wie gehen wir mit unseren Mitarbeitenden um? Sind wir fair, also an der Schnittstelle Stelle sozial ökonomisch und sind wir wirtschaftlich stabil? Also wie schaffen wir das überhaupt 40 Jahre zu bestehen und idealerweise noch ein paar Jahrzehnte oder gar denken wir gar nicht an Ende darüber hinaus. Und ich glaube, diese beiden Facetten waren ja, das ist ja jemand, der gründet, der nimmt das einfach mit, glaube ich, weil halt einfach der Bezug zur Belegschaft so eng ist, weil dieses ganze Thema raus aus der Gefahrenzone, wirtschaftlich tragfähig werden, immer ein Thema ist, was von Anfang an da ist. Und solange das in Eigentümerschaft ist, sind, glaube ich, ganz viele Familienunternehmen, das ist denen so in die DNA gelegt, dass sie da kaum drüber nachdenken und sich dann immer fragen, was können wir denn tun, um nachhaltig zu werden? Und ich denke, zwei Facetten sind ja häufig schon extrem stark bespielt. Und wir haben auch immer dann bewusst gemacht, ja, wir nehmen jetzt den dritten Faktor mit dazu, weil aus der Belegschaft kam dann auf, sind wir denn jetzt schon nachhaltig? Ja, was haben wir denn jetzt geschafft? Und ich denke mir gucken wir drauf. Wir fangen gerade an an einer von drei Säulen sicherlich was von relativ wenig, was da war, aufzubauen, aber zu sagen, wir wären nicht nachhaltig, das verkennt auch ein bisschen die Lage. Und ich glaube, das macht auch gerade die Erklärung in der jetzigen Zeit aus. Es ist gerade wirtschaftlich wirklich schwierig, wirklich nicht einfach Aufträge zu gewinnen und so weiter. Und ich habe als Unternehmer immer die Chance, wenn ich okay, beim ökologischen, da muss ich vielleicht ich arbeite immer mit begrenzten Ressourcen, da muss ich vielleicht einen Gang zurückschalten, aber ich will nicht auf null kommen, Ich will weiter in Bewegung bleiben und trotzdem muss ich gucken, wo setze ich die Leute ein? Aber ich kann mich als Unternehmer immer Wie will ich mit meinen Menschen umgehen in dieser Krise? Und auch das ist eine wichtige Frage.
Zackes Brustik: Da kurz noch mal, um das Big Picture zu geben, sozusagen Orman von deinem Vater gegründet, du hast es gesagt vor rund 40 Jahren, ihr seid darauf spezialisiert, ich glaube, Maschinen zu bauen für innenliegende Dichtungen, also so eine Innovation, die es vorher, glaube ich, nicht gibt. Und das heißt, dadurch seid ihr auch wirklich in einem ganz speziellen Bereich Weltmarktführer, korrigiere mich, wenn ich was Falsches sage Und ihr seid in Westfalen in so einem absolut idyllischen Örtchen, irgendwo in der Landschaft mit so einem Stausee und einer mittelalterlichen Brücke. Also ich glaube, prototypischer geht das ja gar nicht. Für so einen deutschen Weltmarktführer heißt seid auch super in der Ortschaft integriert und so alles was ihr macht, wenn ihr nicht gut wirtschaftet, dann weiß es morgens der Bäcker so ungefähr.
Alrun Ohrmann: Das wird möglicherweise so sein.
Zackes Brustik: Ja, also da ist der Bäcker schneller als die Bill sozusagen. Genau, genau.
Alrun Ohrmann: Also wir kommen aus Südwestfalen und wir sind Spezialist für Automatisierung von Montageprozessen und unsere Nischenkompetenz, und da sind wir auch Weltmarktführer aus der Region Südwestfalen, ist Montagelösung für die Montage von Dichtungen.
Zackes Brustik: Das heißt, alle eure Mitarbeitenden sind mehr oder weniger vor ort. Ihr habt 170, wenn ich das richtig auf dem Schirm habe.
Alrun Ohrmann: Genau, und dann haben wir noch dazu 15 Azubis, dann kommen wir auf 185.
Zackes Brustik: Ja, aber das so ungefähr quasi die Art von Mittelständler, über die wir hier gerade reden. Ich hätte da jetzt gleich noch ein paar Fragen zu, wie das das Ganze angefangen hat.
Monika Kolb: Aber Monika, der Start, wie ihr angefangen habt, euch mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen, war ja einmal die Erkenntnis, Mensch, wir machen schon was. Es ist auch tief bei uns in der DNA verankert, wie wir das auch ähnlich bei vielen anderen Unternehmen sehen. Gleichzeitig dann aber auch ein sehr praxisnahes Projekt, wo du auch gesagt hast, es ist was, was nah an den Leuten dran ist, was auch direkt gezeigt hat, Mensch, wir können mit diesen Themen auch Geld einsparen, weil wir Druckluft einsparen und so weiter und so fort. Und da kam ja dann noch dritte Komponente mit dazu und die finde ich persönlich unglaublich spannend. Also wir reden ja immer von diesem Transformationsdruck, die Welt verändert sich, wir haben eine neue geopolitische Lage, wir haben steigende Energiepreise, der Druck auf Unternehmen steigt und dann hat es so eine Outside In Perspektive von, okay, weil sich alles um euch herum ändert, müsst ihr euch jetzt auch verändern als Unternehmen. Und ich finde es aber auch spannend zu sagen, es hat auch eine Inside Out Perspektive, weil Alrun als Nachfolgerin jetzt da ins Unternehmen eingestiegen ist, weil sie sich sehr tief mit diesen Themen auseinandergesetzt hat und sich auch gefragt hat, wer möchten wir eigentlich als Unternehmen sein, wer möchte ich als Geschäftsführerin hier sein Und sich selber verändert hat, hat sich natürlich dadurch auch das Unternehmen mit verändert. Also und diese Perspektive, finde ich, die bringt noch mal einen ganz anderen Twist. Diesen Twist von es wird nicht von außen aufgestülpt, sondern es entfaltet sich von innen.
Zackes Brustik: Da würde ich genau diesen Punkt zurückspringen, weil jetzt, als du angefangen hast, Alrun, ich sag mal, da war der ganze Druck durch KI noch ein paar Jahre entfernt. Automation war schon am Laufen, wahrscheinlich auch Konkurrenz aus China und dergleichen. Bestimmt auch Themen, die einen umtreiben. Aber auch der Druck, der Resilienzdruck durch die geopolitischen Verwerfungen war auch noch nicht so spürbar. Du warst schon im Unternehmen, hattest schon quasi das Familienerbe angetreten. Ich glaube ein paar Jahre lang Sex oder so. Deine Schwester macht das mit dir zusammen. Gesa Wie kam dann der Aha Moment mit dem Thema Nachhaltigkeit und wie tief ist das dann tatsächlich genau in diese Kernidentität reingegangen, was Monika hat schon anklingen lassen?
Alrun Ohrmann: 2022 war das, als ich mich sozusagen in diesem Kuss von Monika wiederfand, weil ich einfach echt in einer persönlichen Umbruchphase steckte. Da war ich allerdings schon 10 Jahre im Unternehmen, war schon 8 Jahre Geschäftsführerin. Mein Vater war schon 4 Jahre aus dem Unternehmen ausgeschieden. Das heißt, ich war schon seit vier Jahren allein, also Vorsitzende der Geschäftsführung. Und insofern muss man ja sagen, war das Thema Nachfolge für uns eigentlich schon durch. Und dann kam aber etwas Ich hatte zwei Jahre Corona Management hinter mir und ein Stück weit habe ich mich gefragt, wozu mache ich das hier eigentlich? Ich bin nicht Geschäftsführerin geworden, um so eine Krise wegzumanagen. Also das hat mich tatsächlich auch persönlich ziemlich an meine Grenze gebracht, weil da so wenig war, so wenig Proaktives nach vorne. Das war einfach so wegorganisieren, gucken, dass die Leute auf Dienstreise nicht krank werden, was brauchen die für ein Die Geschichte will ich nicht aufräumen? Da hat jeder seinen eigenen Bezug dazu. Aber es hat mich tatsächlich so Was will ich hier, was will ich hier mit meinem Leben anfangen und was will ich hier als Geschäftsführerin anfangen? Und mit Öko Profit waren wir handfest schon gestartet, aber trotzdem stolperte ich auf meiner Suche nach mir selber in Monikas Kurs hinein. 2022 Familie gegründet, kleines Kind. Und ich habe mir echt die Frage okay, ich habe dieses eine Leben zu geben da draußen. Corona ist vorbei. Aber irgendwie ist mir in dieser Pandemie klar geworden, wir können nicht auf die Politik oder irgendwelche Menschen warten, die uns die die sozusagen im besten Wissen und Gewissen für uns als Gesellschaft entscheiden und dann uns in den Rahmen setzen und dann wird das schon gut werden. Also ich weiß nicht warum, mir wurde da Wir müssen selber in die Hand nehmen. Und dann habe ich mich echt gefragt, wo will ich das einsetzen, was ich.
Zackes Brustik: So schön finde an genau dieser Story. Und das, was ich anfangs meinte, ich brauche endlich quasi weibliche Gäste, die diese Story erzählen, Weil das hatte ich jetzt schon ganz oft sozusagen von diesen männlichen Pionieren, die auch gesagt Ich habe das Familienunternehmen übernommen, habe gemerkt, Das kann jetzt 40 Jahre so weiterlaufen. Aber was will ich mal hinterlassen haben? Oder welchen Menschen gucke ich morgens in den Spiegel? Für welche Werte steht dieser Mensch und was bringe ich in das Unternehmen ein? Dann geht das ja wirklich richtig tief. Also weil das ist ja jetzt nicht so nach dem Wir machen hier mal, wir verändern was, weil wir jetzt Technologie einführen müssen, Monika, sondern es ist ja wirklich eine Werte und Identitätsfrage, die die Organisation im Kern verändern. Wenn der Mensch an der Spitze sich so eine Frage stellt.
Alrun Ohrmann: Du hast Monika gefragt und Trust Für mich war das echt, das war die Gretchenfrage für mich persönlich, aber ich will Monika nicht vorgreifen.
Monika Kolb: Vielleicht setzt eine gelingende Unternehmenstransformation auch erstmal eine persönliche Transformation voraus und die kam ja jetzt bei dir und die kommt tatsächlich bei vielen Leuten genau durch diese Ich bin jetzt von der Frau, vom Mann zum Vater oder zur Mutter geworden und das hat mir noch mal eine ganz neue Dimension meines Lebens eröffnet, das Eltern Sein und stellt genau diese Wer möchte ich gewesen sein? Nicht nur fürs Unternehmen, sondern auch für meinen Sohn, für meine Tochter, für meine Kinder? Und also welche Welt möchte ich den auch hinterlassen? Und da sich dann die Frage zu stellen, was kann ich eigentlich? Wie kann ich irgendwie meine Kompetenzen, meine Fähigkeiten, meine Persönlichkeit einsetzen für einen guten Wandel, für einen Wandel Richtung Nachhaltigkeit? Das ist mit die stärkste Frage, die viele Leute, die ich kenne, einfach herumtreibt, so innehalten zu können. Und das war ja auch also ich meine, die Corona Zeit war ein Moment des Innehaltens, aber auch ein Krisenmanagement. Es war aber eine Disruption, die es brauchte, um aus diesem klassischen Trott herauszukommen, okay, ich führe jetzt hier dieses Unternehmen, um diesen Möglichkeits oder diese Fragen sich erstmal stellen zu können. Und wenn wir dahin kommen, uns diese Fragen stellen zu können. Wie kann ich meine Qualitäten einsetzen für einen guten Wandel, für eine bessere Wirtschaft? Da kommen da unglaublich faszinierende Sachen bei rum. Deshalb freue ich mich so richtig cooles Beispiel.
Zackes Brustik: Ich finde bei allen, die wirklich ihren Laden um 180 Grad gedreht haben. Ich denke jetzt hier an Hans Dietrich Reckhaus, der von einem Biozid Hersteller zu einem Ökodienstsystemdienstleister wurde. Ich denke an Hubert Romberg, der sein Bauunternehmen krass transformiert hat, obwohl die eigenen Ingenieure gesagt haben, das geht nie. Der Treiber dafür war wirklich diese individuelle Wertefrage, die diesen Menschen die Kraft gibt, den ganzen Laden umzudrehen. Aber es ist ja trotzdem eben nochmal ein anderer Moment, diese Aha Erkenntnis zu haben, wo auch immer sie passiert. Und das dann aber in die Organisation reinzutragen und in deinem Fall zum Beispiel ja auch dann noch andere Familienmitglieder zu haben, die du erst mal dazu abholen musst. Also wie hat das bei dir ausgesehen? Oder was waren die Herausforderungen oder die wirksamen Schritte?
Alrun Ohrmann: Die Transformation ist natürlich, das wurde gerade schon deutlich in mir abgegangen. Das war mein persönlicher Change, was in meiner Schwester und in meinem Vater sich zu gleichen Zeiten da bewegt hat, das kann ich nicht wiedergeben. Gleichzeitig waren wir zu natürlich auch irgendwie in Diskussion im Austausch, also zu drei Leuten, wir sprechen darüber. Vielleicht war es auch ein bisschen was, was ich bei dreien formiert habe. Ich hatte da sicherlich, war da sicherlich treibende Kraft dahinter, das dann auch zu versprachlichen, irgendwie zum Gespräch zu machen und am Ende auch im Grunde daraus eine versprachlichte Version unserer Unternehmensvision und damit auch unserer Familienvision geworden. Was was wollen wir mit dem Unternehmen erreichen? Was wollen wir über unser Geschäftsmodell in der Welt erreichen? Wir stellen Investitionsgüter her und am Ende muss man sich klar sein, das, was da an Materialgegenwert steht, wahrscheinlich innerhalb von wenigen Jahren, ist das x fache dadurch an Teilen unseres täglichen Bedarfs und Lebens in die Welt gebracht worden. Das heißt, es ist irgendwie Mittel zum Zweck und darauf zu gucken, was wird über unser Produkt möglich, im Guten wie im Schlechten. Und sich damit auseinander war das eine. Und was wollen wir als Unternehmen, als Familie für die Belegschaft sein? Das finde ich eine absolut wichtige Zusatzperspektive, dass wir das immer doppelt denken, um zurückzukommen. Wie habe ich die mit auf die Reise gekommen? Ich kann es nicht sagen. Als es dann da rauspurzelte irgendwann stellte sich die Frage nicht. Die haben gesagt, ja genau, also so irgendwie, da wurden da waren Worte gefunden für, glaube ich, einen gemeinsamen Prozess, den ich sicherlich mitgetrieben habe. Was ich schwieriger finde, auch bis heute viel schwieriger finde, ist ein Unternehmen mit auf diese Reise zu bekommen, weil natürlich teile ich nicht so tiefgreifend meine inneren Beweggründe. Und ich finde, man sollte eines nicht vergessen. Ich finde, jeder Unternehmer braucht eine Vision, was er mit seinem Leben anfangen möchte, wodurch er wirksam werden möchte. Das aber meine Vision, das ist mein persönlicher Sinn, den ich in meiner Tätigkeit finde und wir sollten einen Fehler nicht machen. Der wird aus meiner Sicht oft gemacht, dass dieser Sinn übergestülpt wird auf die Leute, die in dem Unternehmen arbeiten. Aber das ist überhaupt nicht. Also das halte ich für Grundwerk falsch, weil ich finde, jeder muss seinen eigenen Sinn finden. Jedes Unternehmen braucht einen Daseinszweck und Berechtigung in der Welt. Und das nicht zu vermischen, finde ich erstmal wichtig. Und gleichzeitig macht es natürlich auch vielleicht manchmal ein bisschen schwierig, anschlussfähig zu sein und zu erklären, an welchen Stellen müssen wir uns vertrieblich jetzt anders aufstellen? Weil wie wäre es, wenn wir mal mit unserem Kunden zum Thema Nachhaltigkeit ins Gespräch kommen, wie die sich eigentlich als Unternehmen nachhaltig in der Welt positionieren? Da kommen halt ganz neue Fragenkomplexe auf, die auch mit Unsicherheiten bedingt Wie erfrage ich denn sowas? Ja, das können wir doch nicht fragen, wenn wir selber noch nicht fertig sind. Und dann fängt man an zu erklären, dass man mit Nachhaltigkeit nie fertig ist und dass das Fertig sein auch ein Totschlagargument ist. Also so eine Grundunterstellung, ja, ihr seid ja auch noch nicht fertig, dann könnt ihr darüber auch nicht so laut reden. Und das finde ich die schwierigen Punkte auch mitzukriegen, wo mir auch Fragen möglicherweise gar nicht gestellt werden, weil man sich gar nicht traut, wenn die Alrun jetzt so überzeugt ist davon, dass das jetzt unser Thema ist. Rückfragen dazu zu stellen, da mitzukriegen, wo das Unternehmen steht.
Zackes Brustik: Da muss ich erst mal sagen, da scheinen deine Mitarbeitende dich sehr zu mögen oder du hast die absolute Autorität in der Ausstrahlung. Ich weiß, andere Gäste, die haben ihrem Chef einfach Vergiss es, wir machen nicht mit. Punkt.
Alrun Ohrmann: Ja, ist vielleicht viel besser, weil dann weißt du, woran du bist.
Zackes Brustik: Ja, oder True Story. Das war so ein kleiner Laden, wo man sich morgens auch immer einen Kaffee mitbringt, wenn man in die Küche geht. Und dann haben sie ihm einfach keinen Kaffee mehr mitgebracht und er wusste okay, die habe ich jetzt erst mal verloren. Also das heißt, ihr scheint schon ein Klima zu haben, wo das Vertrauen da ist, mitzugehen.
Monika Kolb: Ayron ich vertrete ein bisschen eine andere Position. Du hast gesagt, man sollte als Person, als Unternehmer natürlich einen Sinn haben, eine Vision, in welche Richtung man sein Leben gestalten möchte. Und du bist ein untrennbarer Teil von deinem Unternehmen und dein Unternehmen ist ein untrennbarer Teil von dir. Ich glaube, dass es unmöglich ist und auch vielleicht gar nicht so erstrebenswert, das voneinander zu lösen. Es ist was unterschiedlich, ob du sagst, ich stülpe es über oder ich bringe mich mit meiner Haltung, mit meiner Vision ins Unternehmen ein. Und das hast du gemacht. Und das sollte man auch nicht voneinander trennen, dieses Detaching. Es ist, glaube ich, absolut unmöglich, weil du kannst ja nicht, wenn du ins Büro kommst, deine Persönlichkeit sozusagen an der Garderobe abhängen und dann, wenn du wieder rausgehst, die wieder mitnehmen. Ich weiß, dass du es nicht genauso meinst, aber du gehst ja ein in den Strategieentwicklungsprozess und da kommst du mit deinem Wissensnetz, mit deinen Ideen, mit deinen Visionen rein und daraufhin, also Strategieentwicklung ist ja auch immer die Entwicklung einer neuen Zukunft. Da gehen ja automatisch deine Sachen mit ein. Und das kann und sollte man auch, glaube ich, gar nicht voneinander lösen.
Alrun Ohrmann: Ich bin da komplett bei dir. Ich will das auch gar nicht voneinander lösen, weil das ist unser Unternehmen. Das gehört meinem Vater, mir, meiner Schwester. Wir sind die Unternehmer. Also wenn wir nicht die Impulse reingeben, wo wir das hin entwickeln wollen, dann ist irgendwas grundverkehrt. Nur ich möchte, also es wird viel über Purpose und Sinn und so weiter gesprochen, aber jeder Mensch, also jeder Mitarbeitende bei uns muss selber für sich entscheiden, ob das sinnvoll ist oder nicht. Aber ich stelle nicht in Frage, dass ich und wir dieses Unternehmen nach unserem Sinn ausrichten, Dann kann sich jeder immer noch entscheiden, ob das seinen Wertvorstellungen entspricht. Das meine ich damit. Und gleichzeitig ist natürlich auch, wenn ein Unternehmen und je kleiner es ist, desto näher ist man natürlich dran, merkt, boah, wird jetzt gerade was echt von Bedeutung hier reingetragen, dann fällt es natürlich auch schwierig, das zu hinterfragen, weil das natürlich erstmal schon auch bedeutungsaufgeladen ist. Und dann vielleicht so eine Gegenposition einzunehmen, wo man dann überhaupt erstmal ins Gespräch kommt, wie ist das jetzt hier gemeint und welchen Handlungsspielraum habe ich denn hier? Das finde ich diesen schwierigen Punkt, weil das war im Rückblick, glaube ich, schon für das ganze Unternehmen sehr spürbar. Es war dann auch 22, 23 boah, hier passiert jetzt gerade was. Das war vorher einfach anders. Wir waren vorher ein Unternehmen relativ westfälisch demütig. Der Kunde kommt zu uns und wir lösen ihm seine Aufgabenstellung so richtig auf einmal vielleicht auch gar nicht richtig nachgefragt, wozu ist das aus aus meiner Sicht aus einer falsch verstandenen Demut, dass uns das möglicherweise auch gar nichts angeht. So wir sind ja Mittel zum Zweck, aber diese Beschäftigung mit Nachhaltigkeit, wer wollen wir sein? Also was wird durch unsere Produkte möglich oder auch nicht möglich, verändert ja komplett das eigene Selbstbewusstsein des Unternehmens überhaupt erstmal bewusst zu haben. Ich kann mich für das eine entscheiden, ich kann versuchen, mehr Kunden in diese Richtung zu gewinnen und so weiter. Also eröffnet einen ganz anderen Handlungsspielraum. Ist das Unternehmen, also unseres zumindest per se erstmal nicht gewohnt gewesen, Aber dann sind wir schon sehr nah auch beim Thema Transformation als solches von so einem.
Zackes Brustik: Passiven Dienstleister jetzt mal flapsig formuliert, hin zu so einem proaktiven, wirksamen Haltung hin. Monika, kurzes Statement, bevor wir Butter bei die Fische machen und dann wirklich gucken, was allrun denn angepackt hat, ganz konkret.
Monika Kolb: Ich finde diese Wer wollen wir eigentlich sein, Wer wollen wir gewesen sein, für wen und warum? Das sind mit die stärksten Fragen, die man sich als Unternehmer, Unternehmerin stellen kann. Und die gehen ja auch direkt einher mit einer gewissen Art von Welche Kompetenzen brauchen wir, um dahin zu kommen? Und das ist, finde ich, ist die Frage, die viel zu selten dabei betrachtet wird, weil du bist jetzt durch eine sehr starke individuelle Lernreise und Transformationsreise gegangen und dadurch bist du selber auf die Idee gekommen, Mensch, ich glaube, wir sollten die Art von Unternehmen werden. Und dieses Überstülpen kommt ja oder dieses Gefühl, es wird mir übergestülpt, es wird mir eine Idee, eine Ideologie oder was auch immer was übergestülpt, kommt ja häufig daher, dass die Mitarbeitenden nicht durch dieselbe Transformationsreise gegangen sind wie du und auch nicht die Möglichkeit hatten, das zu machen. Und ich habe ganz häufig das Gefühl, dass dieser Punkt von Mitarbeitendentwicklung, Kompetenzentwicklung bei den Mitarbeitern absolut unterschätzt wird wird dabei, weil die sind ja am Ende diejenigen, die genau auf die Strategie einzahlen. Und nur weil es jetzt eine neue Strategie hat, heißt es ja nicht, dass sie auf einmal die Ressourcenkombination haben, die die benötigen, um das umsetzen zu können.
Zackes Brustik: Ganz spannender Punkt. Also ich glaube, das wissen auch alle, die zuhören, 80 Prozent der Change Prozesse scheitern irgendwie. Und wahrscheinlich genau in den Punkten, die Monika gerade aufgezählt hat, ist, wir haben eine neue Vision, dann stürzen wir uns gleich in die technische Umsetzung und vergessen, dass die Mitarbeiter wirklich auch dran glauben müssen, das Gefühl haben, sie können darauf einwirken und es hilft ihnen bei ihren eigenen Zielen.
Monika Kolb: Und es ist einfach nur naiv anzunehmen, dass man eine andere Art des Unternehmens werden kann, was ein Unternehmen ist, was anderes erreicht, was sie vorher noch nie gemacht hat, ohne entsprechend die Mitarbeiter weiterzuentwickeln.
Zackes Brustik: Und das ist ein sehr wichtiger Punkt, weil ihr seid ein kleiner Mittelständler, Alrun korrigiere mich, aber ihr habt jetzt wahrscheinlich nicht die Ressourcen, dass ihr sagt, so mega, wir holen jetzt zwei neue Fachkräfte rein, die das ganze Thema für uns angehen. Wahrscheinlich musstet ihr die Kompeten intern aufbauen oder welche Themen und welche Kompetenzen standen als erstes auf der Liste?
Alrun Ohrmann: Wir haben tatsächlich sehr viele KMU Programme genutzt, um Wissen ins Haus zu holen. Also von Öko Profit hatte ich schon geredet, aber in den letzten vier Jahren haben wir auch noch an weiteren Projekten mitgemacht. Es gab auch noch vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert Co Plan, wo KMU befähigt werden, ihre ersten Co Bilanzierungen zu machen, nicht Scope 1 und 2, weil das relativ einfach, da braucht man nicht so viel drin, Aber sage ich mal, erste Ausschnitte vom Scope 3 zu erfassen, was bei uns in der Sondereinzelfertigung mega schwierig ist, weil wir bauen ja manche Produkte genau einmal, also aufwand ist gigantisch, weil wir mal ja kein T Shirt, wo Stoff und Faden dran ist und noch ein Etikett, sondern wir haben ja Maschinen, die kosten mehrere Millionen Euro, die bauen wir einmal und da sind viele zigtausend Stücklisteneinträge. Das heißt, das stellt uns vor wahnsinnige Herausforderungen. So viel dann auch noch mal zum Thema Bürokratie. Also ich kann das nicht vom Tisch nehmen. Das war ein gefördertes Projekt. Wir haben gerade letztes Jahr noch zwei Durchgänge gemacht mit der EVA NRW, auch vom Land gefördert mit zwei Durchgängen im Zirkuprojekt, wo es darum geht, überhaupt erstmal Denkweisen in Kreislaufwirtschaft reinzubringen, weil das ist ja so anders. Also man muss so anders denken in Zirkularität als in Linearität. Irgendwo muss man mal anfangen und wir benutzen, nutzen das wirklich immer so als kleine Kick Offs, schmeißen da Leute rein, die Bock haben. Also wir wer will da mitmachen? Gar nicht. Wir sagen früher haben wir immer gesagt, ah ja, das ist ein Projekt, der und der und der und wir haben ganz stark immer darauf gesetzt, wer hat darauf Lust? Gar nicht, weil wissen tat es bei uns ja eh keiner. Also es gab jetzt nicht in prädestinierten, Es war vielleicht ein großer Vorteil und mit denen zu arbeiten, die Bock drauf haben, ist ein unschlagbarer Wettbewerbsvorteil, weil ich habe eigentlich ne, ich habe nie gehört, ja wann sollen wir das denn noch machen? Die wollten das ja, also haben die das auch möglich gemacht. Das war, kann ich vielleicht so als anderen die die Frage stellen, wie gehe ich das an? Einfach mit auf den Weg geben. Ich fand das super. Wir haben das danach noch zigmal wiederholt.
Zackes Brustik: Das heißt immer ein Thema ausgesucht, was vielleicht auch quasi mit einer Förderung oder mit einem Angebot von außen verbunden war und dann geguckt Hier, guck mal, wir kriegen die Förderung, wir bewerben uns, ihr kriegt in der Förderung Kompetenzen. Wer hat Bock drauf, dieses Thema ins Unternehmen einzubringen? Und wenn ich bei euch auf die Webseite guck Co Plan, Öko Profit, Staat, Klima sicher, Zirko Klima sicher. Also sind wirklich richtig, richtig viele. Ich verlinke auch die Webseite, guckt da mal drauf, falls ihr Mittelständler seid in der Region, da gibt es vielleicht viel Anregung. Monika, wie gehe ich das an, ohne mich zu verzetteln, weil Stichpunkte, damit sind wir eingestiegen. Es muss sich wirtschaftlich tragen, Die Organisation darf sich nicht verzetteln, Ressourcen sind nicht im Übermaß da, Herausforderungen jedoch schon. Wie setze ich da den Fokus? Richtig?
Monika Kolb: Ich würde es ableiten genau aus dieser Frage, was für eine Art von Unternehmen möchten wir eigentlich sein? Wenn ich zu der Erkenntnis komme, wir möchten die und die Art des Unternehmens sein, muss ich mir überlegen, okay, was von dem, was wir aktuell machen, müssen wir besser können? Was von dem, was wir aktuell machen, sollten wir über Bord schmeißen? Welche Ressourcen sollten wir über Bord schmeißen? Was sollten wir anders machen und was sollten wir neu dazulernen? Und davon abgeleitet stelle ich dann bestimmte Kompetenzbedarfe fest, weil im Grunde genommen geht sich ja immer, kann man sagen, dass ein Unternehmen ein Bündel von Ressourcen und Kompetenzen ist. Und wenn wir uns verändern möchten, müssen wir vielleicht die Art und Weise, wie wir mit unserem Vertrieb auf Kunden zugehen, verändern. So, und ich sage, Vertrieb ist was, was unglaublich wichtig für uns ist. Das heißt, ich investiere in diesen Bereich, Wenn ich feststelle, die Kosten, die wir für Emissionen haben, sind zu groß, dann gehe ich da rein. Das hat total, das ist eigentlich ein strategischer Ressourcenaufbau, den ich ja betreiben möchte mit dem Thema Nachhaltigkeit und Transformation zur Nachhaltigkeit. Das heißt, es ist eine strategische Frage, die man gar nicht so über alle Unternehmen hinweg beantworten kann. Und das ist, glaube ich, der große Wechsel. Und das ist auch das, was der René Schmidpeter in deinem Podcast ja gesagt hat. Wir müssen unsere Denkrichtung verändern, nicht von jetzt in die Zukunft, sondern von der Zukunft ins Jetzt. Also diese Art von Unternehmen möchten wir in der Zukunft sein. Was bedeutet das für uns heute und wie müssen wir uns entsprechend entwickeln, um genau dahin zu kommen? Und das ist natürlich eine riesengroße Herausforderung. Aber das Wort Herausforderung hat es ja schon in sich. Wir müssen raus heraus und werden gefordert. Das heißt, wir müssen raus aus unseren Standard Denk und Handlungsweisen, um in ein ganz neues Setting zu kommen, wie von der linearen zur Kreislaufwirtschaft.
Zackes Brustik: Ja, auch das, also ich meine, da würde jetzt wahrscheinlich jeder nicken und sagen, ja genau, aber die Unternehmen, die vielleicht jetzt zuhören und sich auf den Weg machen, anders als Alrun, ich hatte es ja vorhin schon gesagt, ich sage mal, da hattest du noch Fridays for Future rücken. KI war noch am Horizont. Die Geopolitik war noch am Horizont. Was vielleicht ganz viele Maschinenbauer mittlerweile auch hart spüren, ist, wie gut China kopiert nicht mehr, sondern die stellen Maschinen hin, die sind mindestens genauso gut und greifen ganz vielen Maschinenbauern Marktteile weg. Also ich weiß zum Beispiel im Textilmaschinenbau, da war Deutschland das Powerhouse global und China beliefert mittlerweile komplett Südostasien, Vietnam, Thailand und dergleichen und die Maschinen sind genauso gut. Punkt. Deutschland kann vielleicht mit Energieeffizienzpunkten. Problem ist, in China bauen halt das auch nicht die Fachkräfte günstig, sondern mittlerweile zur Hälfte die Roboter. Also das heißt, sie haben auch automatisiert. Das sind ja echte Herausforderungen, da mitzuhalten. Woher weißt du dann überhaupt quasi, in welcher Zukunft du dir aussuchen kannst, ein Unternehmen zu sein oder nicht zu sein?
Alrun Ohrmann: Wenn wir uns wirklich vor Augen halten, dass Nachhaltigkeit drei Facetten ökologisch, ökonomisch und sozial, kann ich mir in jeder Situation die Frage stellen, was muss ich tun, um das im Gleichgewicht zu halten? Also welcher Bereich hinkt gerade hinterher, wo muss ich tätig werden? Und jetzt hatten wir möglicherweise vor vier Jahren den Vorteil, dass manche Themen einfach noch nicht so virulent waren und noch nicht so ganz so mächtig hatten, aber sehr festgestellt, dass wir auf dem ökologischen Teil irgendwie Nachholbedarf hatten. Also haben wir natürlich unsere Energie darauf gelenkt, dort sozusagen das aufholen zu lassen gegenüber den anderen beiden Säulen, wo wir das Gefühl hatten, da sind wir eigentlich eher weiter vorne. Wenn man sich die Frage zuerst stellt, wo hinke ich gerade hinterher, damit sich das alles gegeneinander stabilisiert, ökonomisch, ökologisch und sozial, dann finde ich halt meinen schwachen Punkt. Und dann habe ich, glaube ich schon meine erste Grundsatzentscheidung getroffen und ich kann das ja jetzt nur fortführen. Wir sind halt bei dem ökologischen Punkt vor vier Jahren gestartet. Ich weiß nicht, wenn wir nichts gemacht hätten, ich weiß nicht, wo wir heute Wahrscheinlich müssten wir uns ums Wirtschaftliche kümmern, müssen wir jetzt gerade so oder so, Aber dann, dann hat man schon mal die Richtungsentscheidung getroffen und vielleicht sind aber die Phasen, die wir durchlaufen haben, möglicherweise lassen sie sich auch auf woanders hin übertragen. Also ich habe mal gesagt, am Anfang war es bei uns bodenbereiten. Also da ging es auch noch viel von was wollen wir hier von der Geschäftsführung. Wir waren selber Schirmherrn für diese ersten Gehversuche bei uns im betrieblichen Umweltschutz, aber selber dafür den Boden bereiten, Energie reingeben und erste Erfolge kreieren. Und dann kam ein Jahr später so eine Phase der OK Prozessualisierung, so Verstetigung. Also am Anfang war es ein Projekt und dann ging es darum, wie kriegen wir das jetzt dauerhaft in der Organisation verankert, damit das nicht übermorgen einfach, wenn sich unser Fokus woanders hin verlagert in der Geschäftsführung, damit die Organisation das Thema wieder ausschwitzt. Das war uns ein wichtiges Thema, dass das verankert wird.
Zackes Brustik: Das heißt jetzt genau, wo ihr sagt, okay, jetzt müssen wir vielleicht wirklich auf die Wirtschaftlichkeit gucken oder gucken, was die Konkurrenz in China macht. Aber das heißt eben, anders als man es medial wahrnimmt, müsst ihr jetzt nicht Nachhaltigkeit über Bord werfen, sondern es ist einfach schon tief genug bei euch in Orman integriert, dass das von alleine weiterläuft, während du sagen kannst, ich nehme den Fokus weg und schaue jetzt, okay, warum, keine Ahnung, schaffen die das? Habe ich, ich weiß nicht, ob das bei euch zutrifft, aber sag das gerne mal bei einem anderen Mittelständler aus Deutschland habe ich gehört, die haben einfach so eine krasse Time to Market, da kommen wir nie hinterher, die ballern so schnell neue Produkte auf den Markt, die dann auch noch digitaler sind. Das ist so ein Thema, wo die Geschäftsführung richtig tief reingucken muss und dann vielleicht keine Zeit mehr für Nachhaltigkeit hat. Das könntest du jetzt leisten sozusagen.
Alrun Ohrmann: Genau, also wir können gerade aus, sag ich mal, anderen Gründen gerade auch nicht so den Fokus auf Nachhaltigkeit halten, aber wir haben halt nach diesem ersten Projekt, das haben wir mit echt vielen Menschen angeschoben und ich weiß nicht, ob du dich erinnerst, Monika, ich habe immer gesagt, dieses Zertifikat Öko Profit zu halten, es ist bekommen, das ist für mich eigentlich nur das Nebenziel. Das Hauptziel ist, das Thema in die Organisation zu bringen. Wir haben dann eineinhalb Jahre später tatsächlich auch einen Umweltbeauftragten eingestellt, Das heißt, wir haben auch dann jemanden von außen geholt, der schon Erfahrung woanders hatte, der das Thema übernommen hat und der hat dann wiederum binnen eines Jahres mit der Organisation die Zertifizierung da hingelegt. Das ging für uns als Geschäftsführung völlig geräuschlos. Das heißt, das war für mich so ein Erfolg, Erfolgsmerkmal das nach dem anfänglichen Projekt, wo die Geschäftsführung wirklich mit Energie dahinter war, Stand Ups gemacht hat, wochenweise Erfolge vorgestellt hat, dass es zu dieser Verstetigung gekommen ist, sodass wir jetzt wissen, das läuft weiter. Zwar möglicherweise im Moment nicht ganz mit der Geschwindigkeit, aber es läuft.
Zackes Brustik: Und nur kurz für alle, ich glaube, die meisten wissen, dass 14001 ist die ISO Norm für Umweltmanagement, die global sehr relevant. Wir reden gerade vor allem auch so über die strategischen Fragen, aber einfach nur damit man merkt, was auch praktisch tatsächlich ganz pragmatisch dabei rausgekommen ist. Was habt ihr denn jetzt in den letzten drei, vier Jahren alles erreicht und umgesetzt?
Alrun Ohrmann: Ich kann mal kurz die wichtigsten Stationen ausgehend von diesem Öko Profit Projekt benennen. Da haben wir mit ersten kleinen Datenerhebungen in diesem Zusammenhang begonnen und 2024 sind wir weitergegangen zu CO Plan, dieses KMU Projekt, wo wir jetzt unsere eigenen CO Bilanzen erst unter Anleitung erstellt haben und jetzt in der Lage sind, auch eigene Co Bilanzen dann für die Zukunft zu erstellen mit Ausschnitten aus dem Scope 3. Wir haben dann das Umweltmanagement ins Qualitätsmanagement integriert und haben letztes Jahr wirklich für die Geschäftsführung total geräuschlos diese Umweltmanagement Zertifizierung bekommen. Was sage ich mal so kurze Zeit nach dieser, ja, nachdem wir mit dem Thema begonnen haben, also unser Umweltmanagementbeauftragter ist total stolz und super happy, dass wir das gemacht haben. Wir haben 2024 auch im Zuge einer Neueinstellung unser Finance and Controlling neu mit einem neuen Fokus ausgestattet und gesagt, das ganze Thema Datenerhebung und berichtspflichtig sein darüber sich auch vorzubereiten darauf, dass so was testierfähig ist, wird einfach ein neuer Fokus auch in unserer Finanzabteilung, in unserer FIBO Abteilung und haben frühzeitig angefangen dort vorzubereiten. Und die beiden machen das jetzt gerade zusammen, uns auf den ersten Nachhaltigkeitsbericht vorzubereiten. Das heißt, unser Umweltmanagementbeauftragter und unsere Finanzerin machen das im Duo. Und ich finde, das zeigt auch noch mal, welche Bedeutung wir dem beimessen, dass wir da auch überprüfbar berichtsfähig werden. Wir haben aber auch ganz praktisch sind wir immer noch dran in diesen Themenfeldern, die sich aus aus diesem betrieblichen Umweltschutz ergeben haben. Drucklufterzeugung bleibt weiterhin Thema. Wir haben das erste volle elektrische Auto im Fuhrpark und wir sind gerade dran. Okay, an welchen Stellen können wir unseren Fuhrpark weiter elektrifizieren? Das ganze Thema Abfallmanagement hat immer noch eine riesengroße Bedeutung.
Zackes Brustik: Das sind ganz viele Themen und ich glaube, wahrscheinlich sind ja sogar ein paar hinten runtergefallen, dann kriegst du nach 1 einen Deckel, wenn deine Mitarbeitenden zuhören. Aber Monika, ordne ganz schnell zwei Statements von dir, ordne mal ein, ob das normal ist in der kurzen Zeit und was es braucht, um so viel Themen tatsächlich praktisch umzusetzen mit so einer, ich sage mal jetzt wirklich, ich hoffe, du nimmst es mir nicht übel, ich sage mal in einer kleinen Organisation mit begrenzten Ressourcen.
Monika Kolb: Ich fange mal mit dem Punkt 2 an. Was braucht es? Es braucht Leute, die es machen und die Bock haben, die Sachen zu machen und die den Raum haben, die Sachen in die Hand zu nehmen und nicht zugeballert werden mit irgendwelchen anderen Themen. Das ist das, was es braucht und natürlich die Kompetenz, das Ganze schnell umsetzen zu können. Und dann zu der Frage 1 ist es normal in der Geschwindigkeit, in dem Umfang, in der Unternehmensgröße denke ich nicht, Dann ist es schon was Besonderes, was ihr da auf die Beine gestellt habt, was glaube ich auch sehr stark eure Unternehmenskultur ausmacht. Und das klassische Anpackertum von wir denken jetzt nicht groß drüber nach und das geht nicht noch durch 13 Arbeitskreise und muss nicht noch von allen möglichen Gremien hier unterzeichnet werden, sondern das ist die Roadmap, die wir uns gesetzt haben. Und genau das setzen wir auch um. Und das ist natürlich dann auch wieder die absolute Zuversicht, dass ihr das auch machen werdet und dass es auch einen Sinn ergibt, warum ihr das macht. Mir ist auch noch ein Punkt total wichtig, Wir reden immer über diese riesengroßen Herausforderungen von veränderte geopolitische Lage, vom in Anführungszeichen neuen Wettbewerber China, der ja schon die ganze Zeit da ist, von erhöhten Energiepreisen und Zölle und was auch immer, was alles. Am Ende ist es ja die Frage, wird der einzelne deutsche Mittelständler darauf politischen Einfluss haben können? Muss man sagen, wahrscheinlich eher nicht so. Das heißt, die zweite Frage ist eine Frage, wie gehe ich damit um? Stecke ich einen Kopf in Sand, meckere ich hier rum oder überlege mir, okay, was kann ich da jetzt Positives für mich rausziehen? Und die Unternehmen, die den Kopf in den Sand stecken und Unternehmen, die anfangen rumzumeckern, da finde ich, haben wir relativ viele von. Und wir haben aber auch zur selben Zeit unglaublich viele Unternehmer, die sagen, Mensch, wie kann ich jetzt trotz alledem mein Unternehmen in eine Richtung weiterentwickeln, die mir hilft, meine Mitarbeiter halten zu können, weiter Azubis ausbilden zu können, weiterhin richtig coole Produkte an den Markt zu bringen. Und ich glaube, dass in dem globalen Wettbewerb, wir werden kein Preisführer sein, wir werden vielleicht in vielen Fällen auch nicht mehr der Innovationsführer sein, aber vielleicht schaffen wir es in den Bereichen Nachhaltigkeitsführer zu sein. Und das ist so ein bisschen mein Wunsch. Und ich glaube am Endeffekt, was uns allen gut tun würde, ist wieder eine große Portion Mut und Zuversicht. Die Zuversicht, dass das, was wir tun, die Energie, die wir in unsere Unternehmen stecken, die wir in unsere Mitarbeiter, in unsere Projekte stecken, dass die dafür sorgen, dass wir eine bessere Welt, eine bessere Wirtschaft für unsere Kinder und Enkelkinder hinterlassen. Und wenn diese Zuversicht verloren geht, und wenn man jetzt heutzutage die Zeitung aufschlägt, dann kann sie schnell verloren gehen, wenn man sich an das hält, was da steht, dann haben wir ein riesengroßes Problem.
Zackes Brustik: Das wäre jetzt eigentlich schon so ein gutes Mic Drop Statement für den Ende des Podcasts und der Full Circle Back, so wie wir angefangen haben und meinen Bildschlagzeilen, aber ich hatte es in der Anmoderation versprochen, deswegen würde ich das gerne noch einbauen. Monika, in deine Richtung auch. Wo fange ich jetzt an? Du hast ja vorhin gesagt, so ein pauschales, eine One Size Fits all Lösung gibt es nicht. Aber klar, ganz viele Fragen mache ich jetzt den VSME. Wir haben gerade gehört, Alrun hat jetzt die ISO 14001, dann gibt es noch zwei andere ISO Normen, die ich mir angucken kann. Ich glaube, Qualitätsmanagement ist manchmal noch spannend und dann gibt es noch eine im HR Bereich. Also das heißt, wo fange ich an? Ist der VSME ein Thema, wo du sagst, das müsst ihr so oder so, das ist jetzt der aktuelle Aufhänger, Oder.
Monika Kolb: Ich würde tatsächlich wo ganz anders anfangen? Ich würde da anfangen, wo die Mitarbeiter Bock drauf haben. Also wenn ich jetzt sage, ich habe ein Unternehmen und wir zeichnen uns durch das Thema Produktentwicklung aus, dann hole ich mir jemanden, vielleicht einen externen ran oder vielleicht auch jemanden internen ran, der Wissen hat, zum Beispiel zum Thema Ökodesign, der dann anfängt, dieses Thema in die Organisation zu bringen, darüber zu sprechen und Wissen und Ideen, neues Wissen und neue Ideen in die Organisation zu bringen und am besten da die Themen zu nehmen, wo die Leute Bock drauf haben. Ich bin ehrlich, mich hauen Berichte, Berichtspflichten nie vom Hocker und ich stehe da nicht auf und sagt, ja sofort, bin ich total mit dabei, mache ich mit, sondern es sind eher neue Ideen. Und ich meine, das war der dritte Gelingensfaktor, der in der Bertelsmann Studie rausgekommen ist, zu sagen, eine gewisse Art von Offenheit braucht die Transformation, Offenheit für Neues, Innovationsfähigkeit. Und da gilt es dann vor allen Dingen, und das ist ja fast so, es kostet ja fast nichts zu sagen, wir öffnen den Raum für neue Gedanken, für neue Ideen und eine gewisse Art von Rumexperimentieren und voneinander und miteinander lernen, was wir alles Wunderbares mit dem Thema Nachhaltigkeit erreichen können. Das heißt, ich werde keine Berichtsnorm hier.
Zackes Brustik: Nennen können, es tut mir leid, ist kein Problem. Und du hast dich jetzt auf die vorangehende Folge bezogen, in der der Studienautor Florian Lüdig Freund die Bertelsmann Stiftung erklärt hat, es gab vier Gelingensfaktoren. Ich glaube, das, was du gesagt hast, ist eine Überschneidung von zwei. Das eine ist, dass Unternehmen tatsächlich Regulation, sich verändernde Rahmenbedingungen als Innovationstreiber verstehen und nicht als Zwangsübung. Und der andere war, nicht nur Risiken zu sehen, sondern wirklich Chancen in der Veränderung zu sehen und zu gucken, welche Chancen ergeben sich für mein Businessmodell und dieses offene Mindset ganz entscheidend dafür ist, wettbewerbsfähig und resilient zu werden. Und das konnten die mit Daten untermauern. Hört da am besten rein. Super, super wichtige Folge. Alrun, dein Tipp sozusagen so als Abschiedsgeschenk für alle, die zuhören, sei es aus der Position eines Nachhaltigkeits Nachhaltigkeitsverantwortlichen, einer NachhaltigkeitsVerantwortlichen heraus oder im besten Fall sogar aus der Geschäftsführung heraus. Was würdest du sagen?
Alrun Ohrmann: Also wir berichten freiwillig, wir bereiten uns gerade auf den ersten Nachhaltigkeitsbericht vor, den wir auf freiwilliger Basis machen und orientieren uns am DNK, weil er für uns am pragmatischsten ist und schon etabliert ist und er richtet sich integriert ja gerade auf die VSME und das ist das, womit wir ja jetzt unseren ersten Gehversuch machen, in 26 für 25 zu berichten, aber nicht um des Berichtens willen, sondern um zu sagen, wir wollen auch selber sprechfähig werden darüber intern. Also das, also es ist für mich auch noch so eine Stretching Übung, wie wir das Unternehmen sozusagen selber auskunftsfähig darüber kriegen. Worüber wird hier geredet?
Zackes Brustik: Gerade was du angesprochen hast. Unglaublich wertvoll. Ich glaube, der DNK hat richtig, richtig schnell und effektiv daran gearbeitet, VSME ready zu werden und ich glaube, eine sehr gute Plattform aufgebaut. Auch was ein Thema, da freue ich mich schon drauf, das wird mein nächsten Newsletter kommen, weil ich die bei der Moderation von zuversichtlichen Publikum treffen werde. Kate aus Süddeutschland, ein Verein, ich glaube, die haben auch eine sehr, sehr coole Fortbildung, die sogar noch ein bisschen tiefer geht als beim DNK. Und was du gesagt hast, Alrun und das ist ja auch der Punkt von der Bertelsmann Stiftung, es geht nicht darum, sich auf den Reportingstandard zu berichten, sondern es geht darum, Organisationen aufzubauen, die bestehen in der VUCA-Welt mit vielen Unsicherheiten. Und die das Thema auch in den Abteilungen dezentral vorantreiben, selbst wenn die Geschäftsführung gerade kurzfristig auf andere Themen blicken muss. Und ich glaube, das ist das Wichtigste, die große Kluft, die aufgeht. Es gibt die Unternehmen, die haben das schon vor dem Green Deal gemacht oder die haben es aus anderer Motivation heraus angefangen, eben nicht reporting getrieben, sondern wirklich wertegetrieben, ganz individuell, wie du es gerade auch erzählt hast, Alrun Und dann stehen die Organisationen ganz anders da als Unternehmen, die sagen, wir hätten es nur der Compliance wegen gemacht und jetzt werfen wir auch noch mal zwei Jahre die Hände hoch. Da wird ein riesiger Gap aufgehen, der nicht mehr aufholbar ist.
Monika Kolb: Und das ist auch was, da müssen wir auch mit in Ordnung sein. Wir befinden uns, ich sage das meinen Freunden immer, wir haben das Privileg, in unglaublich spannenden Zeiten leben zu dürfen. Wir leben in so einer Zeit des absoluten Umbruches, wo wir einfach erfahren, dass die Welt, in der wir aufgewachsen sind, nicht mehr die Welt sein wird, in der wir alt oder älter werden. Also die Zukunft, ich sag das immer, die Zukunft ist keine Fortführung der Vergangenheit und wir sollten uns damit abfinden, dass Sachen, ob das jetzt Unternehmen sind, Produkte oder gewisse Ideen, wie die Welt zu funktionieren hat, den Bach runtergehen werden, also sterben werden und neue Sachen in die Welt kommen oder den Bach hochgehen oder also das Alte stirbt in vielen Bereichen gerade und das Neue wird gerade geboren oder wird hoffentlich bald mal geboren. Und in dieser Umbruchszeit ist es eine Frage auch der inneren Stabilität, damit zurechtzukommen. Das ist, glaube ich, ein ganz wichtiger Punkt. Persönlichkeitsentwicklung, Führung spielt eine ganz, ganz große Rolle und natürlich auch Kompetenzentwicklung in der Breite. Das ist mir immer so ein persönliches Anliegen. Lernen muss einfach Spaß machen, damit wir in der die Rat der Veränderung in unserer Umwelt, die müssen wir einholen mit der Rate des Lernens. Das heißt, wir müssen schneller lernen, als die Welt sich verändert, sonst hängen wir halt immer hinten her. Und deshalb ist es auch so bezeichnend und auch traurig, dass viele große Unternehmen gerade ihre Weiterbildungsbudgets eingeschränkt haben, weil sie sagen, die Welt ändert sich so sehr, aber gerade deshalb müssen sie ja ihre Belegschaft weiterbilden, damit die Schritt halten kann in dieser Veränderung.
Alrun Ohrmann: Gerade beim Thema Lernen, da denke ich ja noch mal wieder an die Ausbildung, die ich bei dir gemacht habe, Monika. Und ich muss jetzt einfach wirklich zugeben, dass ich da rein kam und erschreckt war von mir selber. Ich habe im Jahr 2002 Abitur gemacht, danach habe ich studiert und 2022 kam ich in diese Ausbildung. Ich habe das Wort Anthropozän, ist mir fast peinlich heute das zu sagen, dort zum ersten Mal gehört das Konzept der planetaren Grenzen. Jetzt habe ich noch mal nachgeguckt, wann kam das denn eigentlich in die Welt? Ja, das kam in den ERN in die Welt. Das war in keinen Lehrplänen drin. Ich habe an der TU Berlin Wirtschaftsingenieurwesen studiert. Ich habe ein Jahr lang in Frankreich an einer Grande Ecole ein Erasmus Jahr gemacht. Das kam dort nicht vor. Also ich war dort halt in BWL und VWL und da wurde mir Ja, so ist das. Es gibt einen Homo oeconomicus und es gibt ja BWL und VWL sind so berechenbare Systeme, da kannst du Maximum berechnen an volkswirtschaftlichem Maximum und so weiter. Und ich habe da angenommen, ich habe gesagt, ja, da haben ja Professoren drüber geforscht. Es ist dann so das eine Thema kam nicht vor und es bildete die Komplexität überhaupt nicht ab. Ja, ich bin, wie alt bin ich? 43 Jahre alt und diese Generation mit mir zusammen, die ist in Verantwortung, geht in Verantwortung und wir haben das in unseren Lehrplänen nie gelernt. Das heißt auch für mich, auch für uns hört dieses Lernen nie auf. Deswegen war für mich auch diese Ausbildung so wertvoll zu merken, hey, da draußen gibt es noch ganz schön viel mehr. Und auch das, was wir da gelernt haben, es muss gar nicht so sein. Also wer heute mal so eine Online Vorlesung von Silja Graupe hört, die an der gleichen Uni studiert hat wie ich und die dann auseinander diesen Homo oeconomicus, die gibt es eigentlich gar nicht. Dann denke ich mir, wie, fragt mich nicht, warum ich das damals geglaubt habe. Aber gerade unsere Generation muss sich da halt fundamental mit auseinandersetzen. Und es ist auch gerade, also meine Generation ist gerade in Managementverantwortung. Also es sind ja nicht nur den Mitarbeitenden müssen wir uns selber anfangen mit dem Lernen. Und da kriege ich immer noch so innere, also gerade wenn ich das auch jetzt bespreche, ich merke das in mir, ich bin immer noch entsetzt davon und denke, okay, das Lernen fängt bei mir selber an.
Zackes Brustik: Ich glaube, das lassen wir genauso stehen. Ein sehr, sehr schönes Schlussstatement. Wir müssen wirklich komplett neu denken. Es gibt aber ganz, ganz viel, was einem dabei hilft. Du hast auch gerade Silja Kraupe schon angesprochen, die tatsächlich, finde ich, viel zu unbekannt ist für mich. Genau quasi in der gleichen Liga wie Maja Göpel, hat auch die Hochschule für Gesellschaftsgestaltung gegründet, war bei mir zu Gast in Folge 76. Hört da unbedingt rein. Eine wirklich, finde ich, der coolsten Stimmen in Deutschland zu dem Thema mit ganz konkreten Umsetzungsanleitungen, die funktionieren. Wir haben es gerade gehört, diese Gedanken fließen dann über verschiedenste Wege dann auch zu Geschäftsführerinnen wie Alrun und werden in der Praxis umgesetzt. Und Alrun hat sich die Zeit heute genommen. Es gibt Orman, Orman ist immer noch Weltmarktführer und das, obwohl sie Nachhaltigkeit machen, absolut unerhört. Nicht obwohl, sondern weil, weil genau, das war ja gerade nur plakativ gemeint, aber weil sie Nachhaltigkeit machen. Also all das ist nicht Theorie und Utopie und nice to have, sondern es ist Best Practice, die dafür sorgt, dass ihr Resilienter werdet, dass ihr zukunftsfähiger werdet, dass ihr Organisationen habt, die das tragen, auch wenn euer Fokus gerade mal kurzfristig woanders hin wandelt. Es gibt ganz viele Angebote, die euch dabei helfen. Monikas haben wir gerade schon über den grünen Klee gelobt, das findet ihr natürlich auch in den Shownotes, das ist die Transform Academy, ich verlinke es, schaut auch bei Orman auf die Webseite oder meldet euch Bei Alrun auf LinkedIn, da findet ihr super viel Anregungen, was die alles angepackt haben. Ich bin mir sicher, falls ihr auch Geschäftsführer Geschäftsfühmerin seid, dass sich Alrun sehr, sehr gerne austauscht. LinkedIn, da schaut natürlich auch bei Monika rein, freut sich genauso drüber. Unglaublich wertvoller Input dazu, wie ihr eure Organisation transformieren könnt. Der Link auch in den Shownotes. Vielen, vielen Dank an euch beide, Vielen Dank Monika, sehr gerne, hat viel Freude gemacht, danke dir und vielen Dank Alrun.
Alrun Ohrmann: Danke euch beiden, es hat mir einen riesigen Spaß gemacht.
Zackes Brustik: Also abonniert den Podcast, damit ihr keine Folge verpasst. Geht stöbern, wie gesagt, ganz viele Menschen, die zu Wort kamen, auch wirklich Vordenker wie René Schmidpeter Folge 3, Silja Kraupe, Folge 76 Es werden noch viele, viele spannende Folgen kommen gerade ich hoffe die Folge klappt, spreche ich zum Beispiel mit den Völkel Brüdern, also von dem Safthersteller, die sich auch richtig, richtig cool positionieren im Markt. Da wird es wirklich auch ein paar knackige Themen geben und alles andere erfahrt ihr unter dem Newsletter Zackes Com Newsletter, Zakis Com Newsletter. Bis zur nächsten Folge.
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