Eine Sustainability Managerin packt aus: Ihr komplettes ESG-Playbook, um 80 Standorte einzubinden. #96
Shownotes
Wenn Franziska anfängt über ihre Sustainability-Strategie auszupacken, kann man sich gegen die ansteckende Motivation nicht mehr wehren. Dabei ist sie in kürzester Zeit in ihre Rolle gewachsen. Noch vor einem Jahr stand sie als frische Sustainability Managerin vor einer großen Herausforderung:
„Wie bringt man 80 autarke Standorte unter einen Hut, wenn es um Nachhaltigkeit und ESG-Reporting geht?“ Mitten im EU Omnibus-Hin und Her startete sie bei der Academia Holding. Ihr Job: zahlreiche große sowie kleine Spezial-Labore und Arztpraxen auf die gemeinsamen Klimaziele einzuschwören. Für diese Folge lässt sie sich von Host Zackes Brustik in die Karten schauen: Ihre Erfolgsstories, Learnings und Pain Points direkt aus der Praxis. Mit ganz konkreten Details, Produkten und Software-Erfahrungen.
Nach dieser Episode weißt du: ✅ So gelingt dir der pragmatische Einstieg ins ESG-Reporting. ✅ Wie du komplexe Strukturen mit Excel als Ausgangs-Tool meisterst. ✅ Wie du die Herausforderungen von Standorten in Mietverhältnissen löst. ✅ Auf welche Anbieter Franziska für Software, Grünstrom oder Energieeffizienz setzt. ✅ Wie Du Stakeholder-Management mit Autonomieanspruch und knappen Ressourcen vereinst.
Franziska spricht offen über Herausforderungen wie das Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz und wie sich selbst kleine Low-Hanging-Fruits wie smarte Thermostate blitzschnell amortisieren. Der Podcast ist Pflicht für alle, die nachhaltige Strategien mit echter Wirkung aufbauen wollen – egal, ob Konzern oder Mittelstand.
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SHOWNOTES: Franziska Schönweitz ist Project Manager Operations, Strategy & ESG bei der Academia Gruppe, einer Plattform für medizinische Spezialdiagnostik. Zu den Partner-Standorten zählen sowohl Speziallabore als auch Arztpraxen unterschiedlichster Fachrichtungen. Im Fokus steht dabei die Diagnose von lebensverändernden und lebensbedrohlichen Erkrankungen. In den Partner-Standorten arbeiten zwischen acht bis hin zu mehreren hundert Mitarbeitenden.
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Franziska Schoenweitz: Ja, also der Pain is real Excel Tabellen, so habe ich angefangen und einer meiner ersten Momente, nachdem wir dann endlich das Reporting für 24 fertig hatten, wir müssen da eine Kommunikation mit den Standorten machen. Davor war es nämlich so, wir wussten ungefähr, okay, an wen könnten wir vielleicht herantreten, aber wir hatten keine dezidierte Person an einem Standort oder verantwortlich an einem Standort. Und das war dann tatsächlich meine erste Mission zu Hey, ich gehe jetzt an alle Standorte und spreche mit den Leuten und schau, wer sich da am ehesten für eignen würde, wer sich auch bereit erklären würde Und habe eben auch versucht zu vermitteln, dass es leider nichts, das wir komplett freiwillig machen. Das ist etwas, das müssen wir machen und wir werden auch durch die CSRD perspektivisch dazu verpflichtet sein. Also lasst uns jetzt gemeinsam einen Prozess aufsetzen, der für euch so effizient wie möglich ist und euch vor allem auch mal näher führt oder näher bringt, warum wir das überhaupt machen und was da dahinter steht.
Zackes Brustik: Wie sorge ich dafür, dass 80 unterschiedlichste Standorte gemeinsam auf die Nachhaltigkeitsziele einzahlen? Und das, wenn ich selbst vielleicht sogar relativ frisch im Thema bin. In dieser Folge gibt es nicht eines dieser großen Metathemen, sondern wir gehen ganz konkret rein in die Praxis einer eurer Peers, eine frische Sustainability Managerin. Es wird wirklich konkret übertragbar, detailverliebt, all diese Themen, die nur ihr kennt, weil ihr das tagtäglich umsetzt. Was braucht es, um möglichst schnell in den Job reinzufinden? Wie holt man die unterschiedlichsten Standorte ab? Welche Themen fallen da alles an von Energie, Wärme, Ladeinfrastruktur, Kreislaufwirtschaft, Governance, soziale Themen und in diesem bunten Blumenstrauß. Wie setzt ihr da die Prioritäten richtig? Und zu guter Wie stellt ihr euch auch persönlich noch mal auf? Auf welche Software setzt ihr und was sind die besten Social Hacks, um all die Mitarbeitenden für zu gewinnen? Wir werden es gleich erfahren. Und zwar plaudern wir gleich munterlos mit einer Person, die wohltuend motiviert ist, frisch bei der Arbeit und uns dankbarerweise in ihre Karten schauen lässt. Franziska Schönweis, Project Manager Operations Strategy und ESG bei der Academia Holding. Und nein, wir gehen nicht in den Unikontext, sondern Academia ist eine Plattform für medizinische Spezialdiagnostik. Was heißt das? Die haben einfach ganz viele Partnerstandorte, zum Beispiel Speziallabore oder auch Arztpraxen. Da arbeiten mal acht, da arbeiten mal hunderte Mitarbeitende. Aber all die sollen gemeinsam jetzt auf die Nachhaltigkeitsstrategie einzahlen. Und by the way, die Strategie durfte Franziska erstmal entwickeln. Also wie das läuft, was dabei herausfordernd ist und sie vielleicht an die Grenzen bringt, was überraschend gut flutscht und was sie jetzt schon alles gelernt habt und euch für eure Arbeit mit auf den Weg geben kann. Ich werde es gleich herausfinden. Und damit herzlich willkommen bei Gewinne Zukunft, dem Nachhaltigkeitspodcast der Pioniere und Professionals. Mein Name ist Zakes, ich freue mich enorm, dass ihr mit an Bord seid und wie immer die abonniert den Podcast, klickt auf die Glocke, das hilft mir enorm dabei, wirklich so regelmäßig guten Content zu produzieren und abonniert natürlich auch den Newsletter www.zackes.com/newsletter, denn da kann ich einmal im Monat wirklich noch ein paar Eindrücke, Trends zusammensammeln und all das, was ich hinter den Kulissen mitnehme. Aber jetzt geht's erstmal los. Moin Franzi, schön dich mit an Bord zu haben.
Franziska Schoenweitz: Hallo zusammen. Hallo Zakes. Sehr schön hier zu sein. Danke für die Einladung.
Zackes Brustik: Wie das zustande kam, fand ich richtig cool. Wir waren ja Ende November auf dem Impact Festival in Frankfurt. Ich gebe es zu, die Stimmung jetzt das ganze Jahr über war nicht die prickelndste und mittendrin warst du fröhlich, motiviert, frisch bei der Arbeit und ich Mensch, es gibt diese Menschen noch. Da muss sie in meinen Podcasten erzählen, warum sie so gute Laune hat als das de Ability Managerin. Ich freue mich enorm drauf. Bevor wir alles von Anfang an aufdröseln, ganz konkret, wenn du jetzt auf deinen Schreibtisch guckst, welches Thema treibt dich jetzt diese Woche, die nächsten Wochen gerade wirklich am meisten um? Kostet dich vielleicht Nerven? Was hättest du gerne am meisten gelöst?
Franziska Schoenweitz: Oh wow, das ist eine super einfache Frage und ich glaube, mein ganzes Team fühlt da mental mit mir, weil wie du ja schon gesagt hast, ich gehöre zum Team Operations. Also da ist unser ESG momentan mit quasi verankert und Wir haben unser ESG Reporting, unser jährliches. Das hat jetzt schon angefangen am 19. Januar und es geht noch bis Ende Februar. Also das ist jetzt unsere sehr, ich sag mal, toughe Timeline, die natürlich auch alle unsere Standorte beansprucht, wo alle irgendwie an einem Strang ziehen müssen. Ich aber auch sehr viel positives Feedback tatsächlich schon zurückbekommen habe.
Zackes Brustik: Also es wird, das ist ja schon das erste Take away. Das heißt, die sind nicht alle genervt und sagen was wollt ihr von uns? Wir müssen unsere Jahresprojekte aufsetzen, wie du die dahin bekommen hast, Weil das da 80 Standorte freiwillig mitmachen, ist ja nicht selbstredend. Da tauchen wir jetzt ein von Anfang an. Ich habe auf LinkedIn geguckt, es ist exakt auf den Jahrestag quasi ein Jahr her, dass du eingestellt wurdest bei Academia. Wie kam es dazu und was hast du vorgefunden? Weil ich sage mir jetzt Anfang 2025, da war ja der Omnibus schon am Laufen und man wusste eigentlich Nachhaltigkeit, wenn man will, kann man das bestimmt jetzt auch mal so noch mal so ein, zwei Jahre aussetzen. Also das heißt löblich, dass die genau in diesem Zeitpunkt eine Stelle ausgeschrieben haben. Warum?
Franziska Schoenweitz: Ja, das stimmt auf jeden Fall. Also das würde ich der Academia tatsächlich auch ganz groß auf die Fahne schreiben, dass wir versuchen sehr viel proaktives Engagement zu machen, auch wenn es vielleicht an der einen oder anderen Stelle noch gar nicht so aus politischer Sicht vorgegeben ist. Also wir möchten da schon gerne Vorreiter sein. Wie kam ich zu der Stelle? Tatsächlich eine schöne Wendung. Ich war davor an der Uni und habe da als wissenschaftliche Mitarbeiterin gearbeitet. Ich habe sehr viel interdisziplinäre Arbeit gemacht zwischen Betriebswirtschaft und ethischen Themen und war dann irgendwann auch im Bereich Medizinethik unterwegs und da dann eben auch im Bereich Corporate Social Responsibility zum Beispiel. Und dann hat die Akademia diese Stelle ausgeschrieben und es war eigentlich schon immer mein Traum nach der Wissenschaft wieder zurück in die Industrie zu gehen und zu Was könnte ich Cooles machen? Was ist vielleicht auch an der Schnittstelle zur Ethik? Und da ist das ESG Management tatsächlich nicht weit von.
Zackes Brustik: War das direkt so ausgeschrieben? Also wie du jetzt deine aktuelle Beschreibung hast, eben auf Strategie, Operations, ESG Themen, Hast du nicht gedacht, okay, jetzt muss ich in meinem Lebenslauf mal ein bisschen fett auftragen oder hast du direkt Egal, traue ich mir zu, 80 Standorte, gebt mir mehr.
Franziska Schoenweitz: Es ging tatsächlich, weil ich eben diese Fächer, also alles rund um das Nachhaltigkeit, das habe ich schon während der Uni gemacht. Ich hatte da an der TU München die Möglichkeit sehr flexibel in meinen Fächern zu sein und zu wählen. Das fand ich sehr cool und deswegen hat das dann auch vom Profil sehr gut gepasst. Was man aber dazu sagen muss und ich glaube, Shout out an alle Peers da draußen, es ist oft so, dass die ESG Stelle nicht eine hundertprozentige ESG Stelle ist, so auch bei mir. Also wir versuchen da momentan, ich sag mal, ein thematisches Paket zu schnüren, weil wir sind ja auch noch sehr jung. Aus operativer Sicht ist die Academia sehr jung und da möchten wir uns jetzt ein bisschen strukturierter aufstellen. Das bedeutet aber auch, dass ich ESG quasi versucht habe, weil es mein Herzensprojekt ist, immer wieder on top zu machen an vielen Stellen, neben allen anderen operativen Themen, die bei uns anfallen, sei es jetzt, dass neue Standorte dazukommen und dass da Closing Themen sind. Wir sind ja ein M A Unternehmen oder dass es irgendwelche anderen operativen Themen wie Versicherungen zum Beispiel gibt. Das ist ein Schwerpunkt, den ich auch mit betreue bei uns. All sowas Webseiten, das ist endlos und auch sehr breit.
Zackes Brustik: Oh wow, OK. Also sie haben wirklich so diese die eierlegende Wollmilchsau gesucht. Ich finde das so spannend, Ich kenne das jetzt auch, ESG Stammtisch in Hamburg, immer mal wieder Leute mit dabei, die haben auch berichtet, wenn ich eine Stelle suche, eigentlich müssten all diese Menschen, die die Stellen ausschreiben, erst mal eine Schulung bekommen, weil die haben so wenig Ahnung davon, dass sie eigentlich was ausschreiben, was fünf Jobs sind, weil die denken so, das haken die Leute mal nebenher ab und verstehen gar nicht, dass es da jeweils Spezialisten für brauch. Das heißt, da scheint sehr viel schiefzulaufen im Sinne von Stellenausschreibung und das, was man dann tatsächlich de facto leisten kann, war das Teil des Gesprächs.
Franziska Schoenweitz: Ich würde gar nicht mal sagen, dass da viel schief läuft. Ich glaube nur einfach, und das sehe ich auch bei uns, Das ist ein junges Thema. Das ist ein junges Thema, bei dem man jetzt noch nicht zu 100 Prozent umreißen kann, was es alles bedeuten wird und was es alles bedeutet. Ich habe eine Longlist an Themen, die ich gerne bei der Akademie umsetzen wollen würde und auch diese Longlist hat sich im Laufe des letzten Jahres und durch meine praktische Erfahrung entwickelt, dass man halt auch sagt, okay, man muss einen Schritt nach dem nächsten gehen und schauen wo kommen wir da am Ende raus.
Zackes Brustik: Aber war das auch schon Teil im Bewerbungsgespräch, wenn du das erzählen darfst? Also wo ihr gemerkt habt, man muss gar nicht gucken, ob du jetzt zur Stelle passt und auch gemeinsam verhandeln, was eigentlich gerade angesagt ist, was leistbar ist oder was man priorisieren kann. Habt ihr das schon so früh besprochen?
Franziska Schoenweitz: Also das Spannende war ja jetzt auch mit Omnibus und Stop the Clock. Das kam sage und schreibe kurz nachdem ich angefangen habe. Also lass es irgendwie drei Wochen, vier Wochen gewesen sein, nachdem ich angefangen habe, dass es auf einmal hieß, ja, jetzt ist die CSRD erst mal on hold und ich bin eigentlich eingestellt worden, weil wir wussten, dass die CSRD auf uns zukommt. Und Spoiler Alert an der Stelle, die CSRD wird auch auf uns zukommen als Unternehmen. Also wir sind da nicht außen vor, ganz im Gegenteil. Und das ist jetzt auch Teil meines Jobs, uns darauf vorzubereiten, ordentlich mal ganz.
Zackes Brustik: Kurz wirklich so Elevator Pitch, nur damit die Leute auch verstehen, über was wir reden, weil ich glaube, euer Geschäftsmodell ist nicht so greifbar, wie wenn ich jetzt einen Werksleiter von ZF zu Gast habe oder so. Also wie ist das Geschäftsmodell? Wie viele Mitarbeitende habt ihr und aus welcher Sicht treibt euch das Thema sehr gern?
Franziska Schoenweitz: Ich versuche den Elevator Pitch manchmal leichter, manchmal schwerer. Wir sind momentan in der, ich sage mal, verwaltenden Einheit um die 30 Leute. Kannst du dir vorstellen, eine Person hat bei uns sehr viel Hüte auf. Gleichzeitig sind wir seit 2021 stark gewachsen. Wir haben, wie du schon vorhin im intro gesagt hast, 80 Standorte mit insgesamt 2500 Mitarbeitenden und unsere Standorte, die laufen sehr autark, die machen weiter ihr Tagesgeschäft. Wir als Academia versuchen uns da so wenig wie möglich irgendwie einzumischen, weil wir der Überzeugung sind, dass die Standorte, die zu uns gehören, schon eine tolle Performance abliefern. Das ist alles richtig, richtig cool, was da passiert. Und was uns antreibt, ist eigentlich mehr der Wunsch, noch weiter positive Synergien zu schaffen zwischen den Standorten zu gucken, wo könnten wir denn zum Beispiel über Rahmenverträge, wo könnten wir positive Kosteneinsparungen schaffen, weil unsere Standorte alle in ähnlichen Themen unterwegs sind, Aber als Einzelkämpfer halt nicht so stark in der Verhandlungsposition.
Zackes Brustik: In meinen leihen Worten, korrigiere mich. Aber Das heißt also du hast da draußen Arztpraxen, Labore, die funktionieren schon betriebswirtschaftlich eigentlich recht gut und dann kommt ihr und ihr gliedert die bei euch in den Verbund ein und dadurch streamlinen sich dann viele Prozesse im Hintergrund sozusagen im besten Falle.
Franziska Schoenweitz: Genau, genau. Oder wir schaffen tolle Kooperationen zwischen unseren Standorten. Wir versuchen möglichst wenig präsent zu sein. Wir möchten möglichst viel Autonomie an den Standorten lassen.
Zackes Brustik: Aber Autonomie und Nachhaltigkeit. Jetzt wird es ja spannend. Genau.
Franziska Schoenweitz: Genau. Und das ist eben an vielen Stellen dann die Grätsche, die wir machen müssen, denn ihr könnt es euch wahrscheinlich alle denken, Liebe Zuhörer, mit 2500 Mitarbeitenden und über 80 Standorten sind wir natürlich auch konzernabschlusspflichtig. Damit gehen auch wieder Pflichten einher, sowohl für die CSRD als auch für unser Nachhaltigkeitsreporting, das tatsächlich auch gar nicht, also in Teilen freiwillig, aber in Teilen auch nicht freiwillig ist, weil wir eben dieses ESG Reporting, und da gab es ja auch schon tolle Podcast Folgen bei dir von zum Beispiel Kreditgebern vorgesetzt wird. Also wir müssen bestimmten Anforderungen entsprechen, wir müssen bestimmte Zielmassgaben erreichen und auch dafür ist dieses ESG Reporting. Und dann ist natürlich die große Herausforderung, auf der einen Seite zu Hey, ihr seid autonom und ihr macht das toll und auf der anderen Seite zu sagen aber wir sind alle gemeinsam Akademia, wir sitzen alle zusammen im gleichen Boot und es gibt ein paar Dinge, die müssen wir gemeinsam angehen, Gerade im Gesundheitswesen, wenn ich das vielleicht noch anfügen darf, wo sowieso schon sehr wenig Zeit ist, wir.
Zackes Brustik: Machen das jetzt folgende, damit die Leute einfach schon mal so ein kleines Häppchen bekommen als Teaser. Sag mal ein Stichwort, wo du sagst, da brennt es echt im Gesundheitsbereich, das müssen wir lösen bei euch auch in dem Kontext.
Franziska Schoenweitz: Ich würde sagen, heterogenes Ressourcenmanagement, total von vorne bis hinten.
Zackes Brustik: Das heißt auch wieder mein Laienwissen. Ich hatte mit einer Ärztin gesprochen, ich glaube, ich kann weiter nehmen, aber die meinte so im Krankenhaus, da fallen bis zu Artikel im Sourcing an, alles mögliche, Plastik, Papier, Kanülen, alles ganz spezial, alles. Also völliger Recycling Albtraum meinst du so.
Franziska Schoenweitz: In die Richtung oder einerseits das und das ist zum Beispiel, da können wir gern später auch noch kurz drüber reden, dass es eben von Lieferantenseite auch noch keinen Product Carbon Footprint gibt. Ich habe mich da letztes Jahr auch viel zu ausgetauscht auf verschiedenen Veranstaltungen und da wurde tatsächlich deutlich, gerade im Gesundheitswesen, da gibt es nichts. Also für die Berechnung des Scope 3 sind wir da noch ziemlich am Anfang und das stellt uns vor große Herausforderungen, weil wenn wir das nur Spend Based berechnen, dann verfälscht das komplett das Ziel.
Zackes Brustik: Wir lassen dieses Tab offen und werden uns beide in ein paar Minuten dran erinnern. Aber ganz am Anfang, du hast gesagt, okay, du wolltest loslegen, dann ist die CSRD erst mal so halbweg weggebrochen. Also welchen Prozess hast du dir dann aufgesetzt, um zu sagen, ich mache mir jetzt eine Strategie und wie holst du die an Bord? Hast du gesagt, du setzt auf die ESRS. Der VSME war da noch extrem vage vor einem Jahr oder hast du gesagt, okay, wir wissen nicht, wo es hingeht, aber das, was in der ESRS stand und mit den iros und so und der DWA eigentlich ganz cool, das nehme ich jetzt. Also was war dein Gedankengang und was ist daraus geworden?
Franziska Schoenweitz: Wo habe ich angefangen? Ich glaube, ich saß auch erst mal. Da habe erst mal gesehen, okay, wie rudimentär im Verhältnis machen wir momentan unser ESG Reporting. Man muss aber auch dazu sagen, die Jahre davor waren wir im Verhältnis noch nicht so viele Standorte. Wir haben versucht, all diese Daten zum Beispiel ganz platt mit einer Excel Tabelle zu erheben. Und als ich dann angefangen habe und.
Zackes Brustik: Nur kurz, wenn du sagst, all diese Daten, ich würde jetzt mal unterstellen, da war noch nicht der Carbon Footprint von der Kanüle mit drin, sondern, ach krass, ich hätte jetzt gedacht, vielleicht, keine Ahnung, Stromrechnung oder sowas.
Franziska Schoenweitz: Wir versuchten es ja, aber Spend Base.
Zackes Brustik: Echt, das hattet ihr schon.
Franziska Schoenweitz: Wir haben es versucht, wir haben es versucht, so gut es ging, tatsächlich auch schon Scope 3 zu erheben. Da hatten wir dann aus Finance Sicht ein paar Vorteile, aber konnten es wie gesagt machen und nicht Activity Based.
Zackes Brustik: Ah, OK. Also Excel Tabellen, da warst du stehen geblieben.
Franziska Schoenweitz: Ja, also der Pain is real. Excel Tabellen, so habe ich angefangen und einer meiner ersten Momente, nachdem wir dann endlich das Reporting für 24 fertig hatten, war, wir müssen da eine Kommunikation mit den Standorten machen. Davor war es nämlich so, wir wussten ungefähr, okay, an wen könnten wir vielleicht herantreten, Aber wir hatten keine dezidierte Person an einem Standort oder verantwortlich an einem Standort. Und das war dann tatsächlich meine erste Mission zu Hey, ich gehe jetzt an alle Standorte und spreche mit den Leuten und schau, wer sich da am ehesten für eignen würde, wer sich auch bereit erklären würde und habe eben auch versucht zu vermitteln. Das ist leider nichts, das wir komplett freiwillig machen. Das ist etwas, das müssen wir machen und wir werden auch durch die CSRD perspektivisch dazu verpflichtet sein. Also lasst uns jetzt gemeinsam einen Prozess aufsetzen, der für euch so effizient wie möglich ist und euch vor allem auch mal näher führt oder näher bringt, warum wir das überhaupt machen und was da dahinter steht.
Zackes Brustik: Throwback, Ich glaube, es ist zwei Jahre her, da war Lutz Fricke hier zu Gast bei einer großen Spedition, lustigerweise auch genau 80 Standorte in Deutschland. Er ist damals auf Deutschland Tournee gegangen. Also er ist wirklich physisch hingefahren, um dort zu gucken, wer ist denn motiviert im Team, wer hat Bock, diese Ansprechpartnerrolle auszufüllen Und ist mit denen dann auch wortwörtlich in den Keller gegangen, hat geguckt, was steht auf dem Zähler, wenn es um Wasserkosten ging oder sowas. Genau das Das war so eine Mischung zwischen noch nicht mal Excel Tabellen, sondern Mist, Wo haben wir das denn abgeheftet im Ordner. Das heißt, bist du wirklich auch physisch hin?
Franziska Schoenweitz: Nicht alle Standorte, aber einige, je nachdem, weil wir eben auch immer mal wieder unsere einzelnen Partner besuchen. Und dann habe ich immer versucht, das auch damit zu verbinden und da so ein bisschen ein Gefühl dafür zu schaffen, was es bedeutet.
Zackes Brustik: Das ist cool. Du hast jetzt wahrscheinlich all diese. Das hatte ich mal eine Zeit lang, diese ganzen vielen freien Drinks an der Ice Bar, wenn man so oft Bahn fährt schön wer. Genau. Okay, aber das heißt also du hast auch wie Lutz, also finde ich eine spannende Parallele angefangen wirklich zu gucken, wer hat Bock wahrscheinlich, oder?
Franziska Schoenweitz: Genau.
Zackes Brustik: Und hast mit dem Termin gesagt und gesagt, Hey, in zwei Wochen bin ich da und dann schauen wir mal, was Lage bei euch ist.
Franziska Schoenweitz: Genau. Oder wir haben das zum Beispiel über Teams gemacht und ich habe dann einmal so erzählt, warum überhaupt Nachhaltigkeit? Also man muss die Leute tatsächlich noch mal an einer ganz anderen Stelle abholen.
Zackes Brustik: Inwiefern? Also hast du ein paar O Töne?
Franziska Schoenweitz: Klar, wir reden vom Gesundheitswesen. Wir reden von Personen, die jetzt bei uns das machen, die zum Beispiel, also es ist relativ, ich will nicht sagen divers von der eigentlichen Position. Wir haben entweder den einen oder anderen leitenden Arzt, je nachdem wie groß der Standort ist. Wir haben Praxismanager, wir haben Leute, die bei uns eigentlich im Sekretariat arbeiten, wir haben Leute, die eigentlich in der Buchhaltung arbeiten. Und je nachdem, wo die jeweilige Person arbeitet, muss man sie auch anders abholen und man muss sie auch anders abholen, wie sehr sich die Person schon überhaupt mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandergesetzt hat.
Zackes Brustik: Kannst du mal, also wirklich anonym sozusagen Töne, was ist dir begegnet oder wie haben die auf dich reagiert?
Franziska Schoenweitz: Positiv überwiegend, aber ich habe auch immer versucht, so ein Lächeln mit an den Start zu bringen, aber ansonsten war das ein, also manchmal, nicht immer, Frau Schönmetz, wann sollen wir das jetzt noch machen und was hat das jetzt mit uns zu tun? Und wir sind ein kleiner Standort mit 20 Mitarbeitenden. Wir haben andere Prioritäten, Wir machen hier Gesundheitswesen, wir machen zum Beispiel Krebsdiagnostik und.
Zackes Brustik: Wahrscheinlich so, wir haben das Problem, unsere, ich weiß nicht, korrigiere mich wieder, aber unsere Azubi hat gerade gekündigt zum Beispiel, wir kommen kaum hinterher, keine Ahnung, wahrscheinlich der Laborleiter muss gerade einen Job machen, den normalerweise Auszubildende machen oder sowas in die Richtung, oder?
Franziska Schoenweitz: Ja, das auch. Und es ist natürlich auch, wir sind im Gesundheitswesen, unsere oberste Devise ist, der Patient geht vor. Alles an Diagnostik geht vor. Und deswegen versuche ich auch immer so ein bisschen den Spagat zu schaffen zwischen, kann ich den Leuten das Reporting ein Stück weit abnehmen und was kann ich ihnen nicht abnehmen, weil sie eben auf der anderen Seite autonom sind, weil Stromrechnungen bei ihnen liegen, Nebenkostenabrechnungen bei ihnen liegen und nicht bei mir. Das ist eben so ein bisschen, das.
Zackes Brustik: Thema ist schon wirklich viele Jahre her. Ich habe mal eine Mediationsausbildung gemacht und dann als Übung sozusagen als Meisterstück der Ausbildung einen Mediationsprozess in einem Altenpflegeheim in der Schweiz. Und du hast halt diese Menschen, die extrem hoch motiviert sind, mit vollem Herzblut an der Arbeit und dann halt von dem System richtig ausgequetscht werden, dass die irgendwie noch zwei Minuten zum Duschen der Patienten haben. Das geht sich natürlich hinten und vorne nicht auf. Und wenn du jetzt da so einen Moment zwischen Tür und Angel erwischt und sagst übrigens, ich hätte gerne Punkt A aus der Excel Tabelle, kann ich mir vorstellen.
Franziska Schoenweitz: Ganz genau. Und gleichzeitig muss man aber auch immer im Kopf behalten, das Gesundheitswesen hat keinen unwesentlichen Co Fußabdruck und da muss man was machen. Und einer der Hauptgründe, warum wir diese ganzen Zahlen erfragen, ist, damit wir Projekte schaffen können, um Net Zero zu werden. Da können wir uns gerne später noch kurz zu unterhalten, wie weit das möglich ist, wie weit ich momentan da auch Optionen drin sehe. Aber das ist ja auch so ein bisschen der übergeordnete Gedanke. Und dann muss man den Spagat machen. Man muss verstehen, dass unsere Standorte ein besonderes Metier sind und dass man da viel unterstützen muss. Und gleichzeitig muss man auch das große Ganze versuchen zu sehen. Es geht ja Kliniken nicht anders.
Zackes Brustik: Und du hast gerade gesagt, nicht unwesentlich. Ich glaube, da sind so plus minus fünf bis sechs Prozent des deutschen Fußabdrucks, die auf das Gesundheitswesen zurückgehen. Und das weiß man auch noch gar nicht so lange. Also ich glaube, das Gesundheitswesen ist im Vergleich zu anderen Sektoren echt hinten dran und hat noch viel Aufholarbeit zu leisten, wie du ja schon geteasert hast, gerade das COP und so. Ja, da müssen wir ran. Das heißt also fast forward. Du hast einmal die Deutschland Tour gemacht, physisch und per Teams, hast Daten gesammelt, Leute gewonnen und die sind dann bei dir in eine noch größere Excel Tabelle geflossen oder hattest du da schon eine Softwareentscheidung getroffen?
Franziska Schoenweitz: Genau, das war tatsächlich so. Also die sind erst mal in eine riesige Excel Tabelle geflossen. Wir hatten eigentlich damals die Hoffnung, dass wir eine ganz gute Softwarelösung gefunden haben. Es hat sich dann aber, weil das also auch kein Vorwurf an der Stelle, das Thema ist jung. Alles, was da an Softwarelösungen entwickelt wird, ist jung, ist in der Betaphase. Und so war es auch mit unserem ersten Anlauf, sage ich mal, als ich gestartet habe. Also das habe ich damals tatsächlich auch gar nicht so mit ausgewählt.
Zackes Brustik: Ja, das ist auch ein Learning, was ich bisher hatte. Softwareanbieter. Es gibt nicht das Silver Bullet. Das Wichtigste ist, dass man einen Anbieter erwischt, der mit einem dann die Lösung erarbeitet, die du in deinem Kontext brauchst. Das heißt, du brauchst einfach einen Anbieter, der die Kapazitäten hat, das dann mit dir gemeinsam passend zu machen, ein offenes Ohr und erreichbar ist im Support auch kurz Teaser. Ich finde Name Dropping immer voll in Ordnung, weil es ist ausgeglichen bei Gewinne Zukunft. Also hast du einen Anbieter jetzt, welcher ist es?
Franziska Schoenweitz: Ich habe einen und wir sind aber, muss ich auch ehrlich sagen, gerade noch in der Testphase. Also ich kann aber sagen, dass ich bisher ganz positive Erfahrungen gemacht habe und das Schöne ist auch, also ich glaube, ich kann es auch an der Stelle sagen, ich bin natürlich gespannt, wie jetzt unser Reporting läuft. Also ihr erwischt mich jetzt gerade eiskalt alle genau in dem Moment, in dem ich das ausprobiere. Es ist Atlas Metrics und wir versuchen das jetzt. Was ich bisher als sehr positiv empfinde, ist, dass sie sehr erreichbar sind, dass wir sehr viele Individuallösungen machen können, auch gerade für unser Konstrukt. Und was auch richtig cool ist, es ist einfach in der Handhabe. Also ich persönlich muss nicht mehr alle Daten per Excel einsammeln. Unsere Standortverantwortlichen haben Logins für diese Softwarelösung und können selber die Aufgaben, die Datenpunkte, die ich ihnen zuweise, eintragen und ich versuche dann den Rest einzutragen und überall wo irgendwie Fragen sind Probleme, können sie sich dann auch über die Softwarelösung melden.
Zackes Brustik: Wie gesagt, das ist jetzt keine abgesprochene Werbung. Ich frage einfach immer meine Gäste. Ich weiß, vor drei, vier Folgen hat ein anderer Gast über cutenoss berichtet. Also falls ihr im Auswahlprozess seid und ganz Spezielles zu Atlasmetrix Fragen habt, auch natürlich wie immer Franzis LinkedIn Link in den Shownotes. Ich glaube, sie hat da kein Problem mit euch drüber zu reden. Wenn ihr da Erfahrungsberichte wollt, meldet euch. Ich finde dieser Austausch ist einfach unglaublich wertvoll unter Peers, weil das ein riesen Problem ist für alle die Softwareauswahl und die Erfahrungsberichte. So, weiter geht's. Also Daten fließen zusammen. Jetzt hast du all das und was kam dann als Prozess? Also hast du dann geguckt, Mensch, welche Risiken haben wir überhaupt oder welche Chancen kamen dann die EOS? Was kam sozusagen, was hast du aus diesen Daten gemacht?
Franziska Schoenweitz: Genau, also wir haben die Daten dann erstmal weiterverarbeitet zu den Kennzahlen, die wir am Ende auch berichten müssen, Darunter eben auch unser Corporate Carbon Footprint und viele andere Ratchets, die wir zum Beispiel haben.
Zackes Brustik: Entschuldigung, was war das Wort Ratchets?
Franziska Schoenweitz: Also Hürden.
Zackes Brustik: Ich lerne was Neues, sag noch mal.
Franziska Schoenweitz: Ja bitte heißt es Ratchet und long story short, das sind zum Beispiel, darunter fallen Maßgaben von Kreditgebern und Ratchet wie.
Zackes Brustik: Im Sinne von Star, also man kommt nicht aussenrum oder wie Hürde, also diese.
Franziska Schoenweitz: Müsst ihr reißen, das müsst ihr mindestens erreichen jedes Jahr, damit zum Beispiel diese und jene Zinserleichterung möglich ist. Das finde ich persönlich ist auch gar nicht so schlecht. Also an der Stelle auch super wichtig, weil solche, ich sage mal, Motivationen führen eben auch dazu, dass ich sagen kann, hey, wir müssen das verpflichtend machen und das macht Sinn für uns.
Zackes Brustik: Habt ihr das ganz konkret, weil ich frage immer mal wieder, es gibt noch wenige, die sagen, dass es wirklich zinsauswirkend ist. Also hast du ein Beispiel von der Hürde?
Franziska Schoenweitz: Ja, kann ich machen. Wir haben zum Beispiel das Thema bei den Ratchets, dass wir auf unseren Co Fußabdruck schauen müssen und wir haben bestimmte Vorgaben, die dann auch oder diesen Fußabdruck dann auch zu senken.
Zackes Brustik: Ich erinnere mich gerade auch, ich glaube es war Christian Hinzel, ein Werksleiter, der berichtet hat, bei denen waren es die sozialen Kennzeichen in Bezug auf Arbeitsschutz und wenn sie da bestimmte Ziele erreichen, dann wurde bei denen der Kredit ein bisschen günstiger.
Franziska Schoenweitz: Gut, bei uns wäre das zum Beispiel so was wie Mitarbeiterumfragen, wie viel Prozent machen das jedes Jahr mit und wie viel davon ist auch verschriftlicht. Jetzt einfach mal um das so in den Raum zu werfen.
Zackes Brustik: OK, jetzt Butter bei die Fische, die ganz harten Themen, was kam zutage, also wo sind die großen Hebel, die du umlegen kannst, wo sind die großen Risiken, was kamen welche Erkenntnisse aus all diesen Daten gezogen und mit welcher Art von Vorgehensweise?
Franziska Schoenweitz: Genau, wir waren fertig mit dem Reporting, wir waren fertig mit dem Co Fußabdruck und ich habe mir das angeschaut und dachte mir, boah, also gerade in Scope 3, weil wir eben medizinischer Dienstleister sind, könnt ihr euch alle vorstellen, 3.1, alles an Waren und Dienstleistungen ist wahnsinnig hoch und da habe ich ja vorhin schon kurz angerissen. Wir haben auf der anderen Seite das Thema mit dem Product Carbon Footprint, der ist, ich würde mal sagen, eher nicht so existent und bei vielen Lieferanten oder auch den Großteil der Lieferanten, die ja bei uns auch sehr nischig sein können, gerade für den Bereich Spezialdiagnostik gibt es auch noch kein Bewusstsein für. Was wir jetzt gerade versuchen, ist erstmal ein einheitliches Warenwirtschaftssystem zu etablieren, weil wir uns eben davon auch andere positive Synerg versprechen und gleichzeitig eben zu gucken, können wir mit diesem Warenwirtschaftssystem zum Beispiel solche Product Carbon Footprints umsetzen. Es gibt nämlich schon erste Lösungen, mir ist leider der Name des Unternehmens entfallen, aber es gibt erste Lösungen, die zumindest versuchen, KI gestützt anhand der Artikelbezeichnung, anhand der Inhaltsstoffe der Artikel, so einen ungefähren Co Fußabdruck wiederzugeben. Und das finde ich ist eigentlich eine ganz spannende Geschichte.
Zackes Brustik: Dann wäre es nicht spend based, sondern ich sag mal inhaltlich stoff based oder wie sozusagen.
Franziska Schoenweitz: Ja, so genau. Es ist halt leider auch noch nicht so richtig activity based, weil es natürlich sehr schwer, den einen Nitrilhandschuh mit dem anderen zu vergleichen, wenn der eine in der EU hergestellt wird, der andere, weiß ich nicht, in China hergestellt wird. Es kommt eben auch drauf an, man weiß ja auch nicht genau, was es dann bedeutet am Ende des Tages, der eine kann besser sein als der andere oder eben auch nicht. Und solange Unternehmen diesen Product Carbon Footprint nicht selbstständig öffentlich machen für ihre Produkte, sind wir immer darauf angewiesen, in irgendeiner Form eine Schätzung zu nehmen.
Zackes Brustik: Und das heißt aber jetzt bei euch wirklich, damit wir die Bilder vor Augen haben, es geht um Handschuhe, es geht um bestimmte Gefäße für Proben, es geht um irgendwelche Flüssigkeiten, es geht jetzt nicht um irgendwelche, keine Ahnung, großen Maschinen, die in die Praxis gestellt werden, um doch, doch. Oh OK.
Franziska Schoenweitz: Also ich würde mal sagen, große, große Maschinen, die jetzt in der industriellen Fertigung haben wir natürlich nicht, aber wir haben trotzdem große Maschinen, weil wir natürlich an der einen oder anderen Stelle auch Standorte haben, die haben einen halbautomatisierten Laborprozess und dann ist das eine Laborstrasse und da sind dann zum Beispiel, das fand ich auch ganz spannend, ich war mit einer Kollegin letztes Jahr bei einem Vortrag von einem der Hersteller und da gab es die Möglichkeit, also der Hersteller hat erzählt, ja wir haben jetzt hier großes Gerät A und großes Gerät B, Großes Gerät B, das ist der Standard, der läuft nachts durch und am nächsten Morgen hat man quasi die Proben zur Weiterverarbeitung, Großes Gerät A könnte das jetzt auch schon kontinuierlich für sie machen über den Tag. Und dann bin ich zu ihm hingegangen und habe gefragt, ja und wie ist es So mit der Co Effizienz ist es so, mit der Verbrauchseffizienz, wie viel Kilowattstunden gehen da drauf für uns? Was muss ich mir darunter vorstellen? Und da gab es keine Antwort drauf.
Zackes Brustik: Ach krass, jetzt die wichtige War das dann aus Lieferantensicht für ihn ein Ko Kriterium? Also durfte Franzi da reingrätschen oder hat dann einfach der Laborleiter Du ist mir egal, weil je schneller wir produzieren, umso mehr Geld.
Franziska Schoenweitz: Franzi durfte nicht reingrätschen. Aber das hat einen anderen Grund. Diese Geräte, die für die Spezialdiagnostik entwickelt werden, sind speziell deswegen Spezialdiagnostik. Es gibt nur eine Handvoll Anbieter und egal welchen Anbieter wir uns angucken, die wenigsten können das momentan schon für sich ausweisen. Was auch verständlich ist, wenn man sich auf der anderen Seite anschaut, dass das Hauptaugenmerk darin liegt, die Präzision von dieser Diagnostik voranzutreiben und eben auch da die Effizienz in der Diagnostik voranzutreiben.
Zackes Brustik: Und da sind wir wieder bei dem Thema, das du ganz anfangs gesagt hast, Über allem thront sozusagen das Wohlergehen des Patienten richtig. Immer als maßgebliche Richtschnur oder als Nordstern. Okay, das sind also Waren, die gehen durch die Praxen durch. Die Praxen müssen ja trotzdem noch beheizt werden. Die Mitarbeitenden müssen zur Praxis und von der Praxis wegkommen. Wie relevant sind die Themen oder wie viel Einfluss hast du? Weil du hast ja gesagt, ihr habt immer das Problem, ihr wollt was beeinflussen, aber dann haben die auch ihre eigenen Entscheidungen, die vielleicht schon festgeschrieben sind oder so.
Franziska Schoenweitz: Genau, Also bei dem Probentransport zum Beispiel können wir an der einen oder anderen Stelle auch schon ein bisschen, ich will nicht sagen intervenieren, sondern unterstützen. Wir versuchen schrittweise die Fahrzeuge, die bei uns in der Gruppe sind und uns gehören oder die wir geleast haben, auf E oder mindestens Hybrid umzustellen. Wir versuchen uns an Kurierdiensten zum Beispiel zu orientieren, die verstärkt eben mit Elektroautos zum Beispiel durch die Gegend fahren oder auch eine ganz süße Entwicklung. Es gibt auch Fahrrad Kurierdienste für den Probentransport, solche Themen.
Zackes Brustik: Cool. Da hast du wirklich auch schon Entscheidungen getroffen, die Dinge verändern.
Franziska Schoenweitz: Wir arbeiten dran. Ich könnte aber von einer Entscheidung erzählen, neben diesem ganzen Product Carbon Footprint Thema, die tatsächlich jetzt schon Veränderungen gebracht hat. Und zwar neben dem Product Carbon Footprint, neben ich sag mal, Kurierdiensten und Großgeräten, die wir haben, haben wir natürlich noch einen anderen Hebel, einen ganz essentiellen, das ist der Strom. Und beim Strom an der Stelle denke ich, darf ich machen. Shoutout.
Zackes Brustik: Ich ahne, in welche Richtung das geht. Ja, aber hau es raus.
Franziska Schoenweitz: Ja, auf jeden Fall. Aber auch ein gerechtfertigtes Shoutout an Polarstern. Ich habe Polarstern kennengelernt. Polarstern war eines der wenigen Unternehmen, die sich sofort bei mir gemeldet haben und gesagt haben, hey, das kriegen wir hin mit dem nachhaltigen Strom für die Academia, Das kriegen wir hin, dass wir mit euch Termingeschäfte machen. Also dass es eben auch aus finanzieller Sicht für uns eine Win Win Situation ist, weil eben all unsere kleinen Standorte vorher hauptsächlich in der Grundversorgung waren. Und wenn wir jetzt zu Polarstern wechseln, wo wir gerade dabei sind, schaffen wir einerseits unseren 100 Prozent Ökostrom, unterstützen auch gleichzeitig den Ausbau der Ökokraftwerke in Deutschland und schaffen eine Kostenvergünstigung, also eine unserer gewünschten Synergien für unsere Standorte. Also würde ich sagen, das war auf jeden Fall ein Grad Roundhouse Kick, den wir da gemacht haben.
Zackes Brustik: Sehr geil. Und an der Stelle full Disclosure, die Leute, die zuhören, die kennen Polarstern den Namen schon, denn das war mein Werbepartner in der Folge vor Weihnachten, nach Weihnachten und über Weihnachten. Aber genau dadurch kam die Story nämlich zustande, weil ich war beim Impact Festival, um mit Anna Zipse von Polarstern über die Kooperation zu sprechen und genau neben ihr stand Franzi. Das heißt, dadurch habe ich sie kennengelernt und sie hat mir mega begeistert davon erzählt, dass sie gerade den neuen Rahmenvertrag abgeschlossen hat. Also das heißt, das hat sich parallel entwickelt. Es gab die Werbekooperation mit Pulas, denn die ist abgeschlossen. Die Einladung von Franzi ist unabhängig davon erfolgt, einfach weil die Story mega geil ist. Full Disclosure an der Stelle, Franzi, erzähl weiter. Genau, also das heißt, da könnt ihr wirklich was machen und jetzt droppen wir noch weitere Namen, damit wir hier wirklich auch den Werbefokus ein bisschen verwässern sozusagen, oder dass der jetzt gar nicht entsteht, weil du hast erzählt, gut, Polarstimme, der eine Hebel, aber ihr habt auch wirklich so in das matte Steuern der ganzen Heizkörper und so eingegriffen.
Franziska Schoenweitz: Genau das haben wir auch gemacht und auch hier einen Rahmenvertrag geschlossen. Der Kick off für das Projekt ist dann, ich sag mal, Q dieses Jahr nach erfolgreichem ESG Reporting. Man muss Dinge priorisieren und das ist Tado smarte Thermostate. Wir haben die große Hoffnung, dass gerade die kleineren Standorte bei uns oder die mittelgroßen davon profitieren werden, dass wir Tado als smarte Thermostate für alle möglichen Belange und Heizungen integrieren können und damit laut der Fraunhofer Studie, die sie vor ein paar Jahren gemacht haben, wenn mich nicht alles täuscht, bis zu 22 Prozent reduzieren können an Wärmeverbrauch.
Zackes Brustik: Wie schnell hat sich das amortisiert? Weil Tado macht das jetzt auch nicht for free.
Franziska Schoenweitz: Ich sag mal so, ich habe das für eine Pathologie grob gegengerechnet, da waren wir bei einem dreiviertel Jahr und das finde ich eigentlich, das ist mega schnell.
Zackes Brustik: Und auch an der Stelle wieder. Also deswegen finde ich das so cool, das so konkret und wirklich mit den realen Lösungen zu besprechen. Es erzählen mir so viele Energieeffizienzberater, sobald du Retrofitting machst, ihr müsst ja nicht die Heizkörper austauschen, ihr müsst nur diesen Thermostat smart machen. Und das ist genau das Gleiche in großen Chemieanlagen mit den Wasserpumpen, eine Kaltwasserpumpensteuerung, dann läuft halt die Pumpe nicht 0 oder 100, sondern 20 30 40 Prozent. Man spart so schnell so viel CO ein. Das CO ist bares Geld, weil in der Regel Energie, Luftdruck, sonst was dahinter steht, was alles super teuer ist. Und das amortisiert sich in acht Monaten, macht es einfach, nimmt es in die Hand und macht es einfach, weil all die Menschen, die das anbieten, ich breche für sie eine Lanze, kriegen so selten einen Fuß in die Türe, weil das einfach so klein in all diesen Prios, die Franzis ja gerade aufgezählt hat, das scheint viel zu klein, als dass man sofort angehen müsste. Aber es ist eine dieser lowest, lowest hanging fruits. Wer sowas noch nicht angegangen ist, LEDs tauschen, Thermostate smart machen, Steuerung einbauen. Es ist wirklich das 101, also zack.
Franziska Schoenweitz: Es sieht mich ja auch gerade die ganze Zeit nicken. Das waren so die ersten low hanging fruits, die ich mir auch aufgeschrieben habe.
Zackes Brustik: Nach dem Reporting, weil sorry, ich muss ja noch mal betriebswirtschaftlich Das hat sich amortisiert nach acht Monaten. Was heißt das? Danach sparst du bares Geld.
Franziska Schoenweitz: Ja, ganz genau. Normalfall spart man danach bares Geld.
Zackes Brustik: Wer will das nicht machen? Und bei der Stelle aber noch das ist das eine, du kannst jetzt das Thermostat da reinschrauben und sagen, das macht ihr jetzt einfach. Die Standorte. Wenn du sagst 8 Mitarbeitende, dann stelle ich mir eher eine Praxis vor einem Gebäude hier, keine Ahnung, bei mir in Harvest Trude, die sind ja meistens in Mietverhältnissen, oder? Du kannst ja super viele Dinge verändern, aber welche kannst du nicht verändern, wenn der Vermieter nicht mitmacht?
Franziska Schoenweitz: Genau. Was kann ich nicht verändern? Ich bin oder wir sind darauf angewiesen, wie zum Beispiel momentan wärmebezogen wird. Das ist für uns natürlich super tricky, weil wir würden da an der Stelle gerne reduzieren. Wir würden ja gerne mehr auf erneuerbare Energien gehen, sind aber vom Ermessen und von der Einstellung des Vermieters ganz stark abhängig, ob wir das machen können oder nicht.
Zackes Brustik: Heißt für mich jetzt ganz praktisch, in meiner Wohnung hier in Hamburg ist eine Gasetagenheizung. Das heißt, ihr habt vielleicht auch eine Gasetaschenheizung in der Praxis und wollen wir aber gegen Wärmepumpe tauschen, idealerweise, wenn uns das gehören würde, würde sich das Investment lohnen, aber machen wir jetzt nicht, oder könnt ihr einfach den Gasanbieter wechseln, oder?
Franziska Schoenweitz: Genau, und beides geht eben nicht bzw. Nur in Absprache mit dem Vermieter. Und das stellt uns natürlich auch wieder vor Herausforderungen, weil wir eben mit allen Vermietern sprechen müssen. Und das bringt mich auch tatsächlich zu einem der schwierigeren Punkte, wenn es um den Bereich Nachhaltigkeitsreporting geht. Wir sind ja ganz stark, gerade weil wir in den Mieteinheiten sind, davon abhängig, dass wir, ich sage mal, qualitativ hochwertige Nebenkostenabrechnungen bekommen, in denen im besten Fall auch das Kohlendioxid Kostenaufteilungsgesetz, das ja seit dem 01.01.2023 besteht, berücksichtigt wird.
Zackes Brustik: Schon wieder was Neues gelernt, Franzi? Das ist ein Fest. Heute ist eine Schulung für mich. Was ist das Kohlendioxid Aufteilungsgesetz?
Franziska Schoenweitz: Genau. Im Großen und Ganzen haben wir zum Beispiel kein Wissen darüber, welcher Emissionsfaktor bei dem jeweiligen Wärmeverbrauch anfällt. Und das müssen wir erfragen. Wir müssen auch den tatsächlichen Kilowattstundenverbrauch wissen für den Bereich Wärme. Und das sind Punkte, die sind in der realen Welt einfach manchmal noch nicht da oder da ist noch nicht das Verständnis bei Mieteinheiten gegeben, die sich mit, ich sage mal, den Größen unserer Partner normalerweise beschäftigen. Und das stellt uns vor große Herausforderungen, weil wir dann eben auch ganz viel in Austausch mit den Vermietern gehen müssen. Auch meine Standortverantwortlichen oder unsere ESG Standortverantwortlichen haben das dieses Jahr zu spüren bekommen und haben versucht eben selber so gut sie konnten auch schon mit den Vermietern zu sprechen und sich diese Zahlen geben zu lassen. Klassiker ist auch, wenn wir versuchen wollen würden in scope 3 abfall oder so zu erheben, wie viel Tonnen Abfall von welcher Art. Wahnsinnig schwer, weil wir dann eben auch auf die Vermieter angewiesen sind. Was wir machen können, ist, wir können sie auf das Kohlendioxid Kostenaufteilungsgesetz hinweisen, wir können um Belegeinsicht bitten und wir können sie darum bitten, dass sie uns zum Beispiel sagen, okay, wie ist unser Anteilsschlüssel, wie ist unser Mietschlüssel, aber in der Praxis halt unglaublich schwer, weil so so viele PDFs dann auf uns zukommen.
Zackes Brustik: Ich werde selber googeln, aber ich glaube, jetzt habe ich es richtig verstanden. Kohlendioxid Kostenaufteilungsgesetz und das betrifft euch oder die Vermieter, die es aber noch nicht umgesetzt haben oder einfach auch nur kurz.
Franziska Schoenweitz: In zwei Sätzen die Vermieter, die es noch nicht umgesetzt haben.
Zackes Brustik: Okay, genau, die müssen das umsetzen. Ihr braucht eigentlich die Daten, aber die sind nicht hinterher. Machen wir hinter all diese Themen. Ich glaube, wir hatten jetzt auch angesprochen, was wir vorhin versprochen hatten mit dem offenen Tab. Ich glaube, das haben wir abgefrühstückt. Wir haben noch die S G Themen vor uns, aber vorher noch ganz kurz, einfach, weil das auch immer wieder jetzt natürlich das Risikothema ist so ein ganz großes Thema die letzten Monate, um Aufmerksamkeit zu bekommen von den C Suite Ansprechpartnern über einem. In der Regel ist das bei euch ein Thema, dass ihr sagt, manche von unseren Standorten sind an riskanten Standorten extremwettertechnisch müssen wir reingucken.
Franziska Schoenweitz: Ja, total. Und dieses Thema haben wir tatsächlich auch schon bei unserer Geschäftsführung platziert. Das ist auf sehr positive Rückmeldungen gestoßen, eben auch, weil uns klar ist, wir haben da auch kritische Infrastruktur. Wir haben zum Beispiel im Gesundheitswesen die Pflicht belege und Befunde mindestens zehn Jahre aufzubewahren. Wenn jetzt Standort A seine Belege und Befunde im Keller lagert und direkt an den Neckar gebaut ist oder an einen anderen Fluss, der potenziell überlaufen könnte und das betrifft dann diese Kellereinheit, haben wir ein Problem.
Zackes Brustik: Und das ist dann nicht höhere Gewalt, sondern das ist dann ein Versäumnis eurerseits.
Franziska Schoenweitz: Nein, das wäre erst mal, also es kommt dann immer so ein bisschen auf den Versicherungsumfang an. Der ist natürlich bei uns gegeben, aber wir möchten das auf jeden Fall vermeiden. Oder ein anderes gutes Beispiel ist was, wenn wir in Wassernähe größere Geräte zum Beispiel gelagert haben. Da gibt es Möglichkeiten, diese Geräte zu schützen, um dann eben auch nicht, weil das nicht versichert wäre, dieses Gerät, sondern in so einem Fall hätten wir dann tatsächlich auch das Problem, dass wir einen Betriebsausfall haben, wenn diese Geräte beschädigt sind. Und in der Krebsdiagnostik ist ein Betriebsausfall nicht toll und dessen sind wir uns alle bewusst, weil jeden Tag kommen sehr, sehr viele Proben bei uns an, die müssen bearbeitet werden, Da hängt die Gesundheit gegebenenfalls auch das Leben von Menschen dran. Und deswegen müssen wir die Geräte und die Laborstrassen schützen. Und auch dafür ist so eine Klimarisikoanalyse essentiell.
Zackes Brustik: Kriege ich fest Gänsehaut, wenn ich das höre, wie relevant das Thema bei euch ist. Ich glaube, das sind die Beispiele, die einem wirklich gefehlt haben, warum Standortanalysen so wichtig sind. Weil ich erinnere mich auch ungefähr drei Folgen her, da war Tina Werner von Belfort zu Gast, eben einer der größten Schadensanierer, die genauso Pläne mit Unternehmen machen. Was machst du, damit das A im besten Fall erst gar nicht unter Wasser steht oder abbrennt? Und wenn das dann doch passiert, wen brauchst du, damit der Betriebsausfall sich maximal verkürzt und die Pläne haben weniger.
Franziska Schoenweitz: Genau. Und deswegen an der Stelle auch, ich sage mal, ein kleiner Shoutout an mein Head, weil er so weise ist das Thema Versicherung und ESG direkt bei mir Platz. Da läuft das nämlich dann tatsächlich auch ganz positiv zusammen, wenn es um die Klimarisikoanalyse geht und einerseits eben um die Planung der Vulnerabilität und der Anpassungskapazität unserer Standorte für diesen Bereich.
Zackes Brustik: Okay, ich glaube, ich habe es verstanden, aber übersetze es trotzdem noch mal auf Deutsch.
Franziska Schoenweitz: Wir gucken uns das Klimarisiko von einem Standort an und wir schauen uns okay, was ist jetzt der Status quo? Dann schauen wir uns Was ist denn die Anpassungskapazität, die wir haben, Wenn wir zum Beispiel sagen, okay, wir machen eine Umstrukturierung bei dem Standort, wir packen die Befunde woanders hin oder wir bauen Türshots ein.
Zackes Brustik: Darf ich kurz Anpassungskapazität heißt eher, was ist das physische Potenzial oder was ist auch unsere finanzielle Kapazität? Wie viel können wir investieren?
Franziska Schoenweitz: Beides. Genau, das kommt da beides zusammen. Und dann guckt man sich an, okay, wenn wir all diese Maßnahmen ergriffen haben, die wir zum Beispiel hands on tun können, was können wir zum Beispiel nicht verändern an dem Standort? Und das müssen wir dann versichern und.
Zackes Brustik: Da macht die Versicherung noch mit.
Franziska Schoenweitz: Das ist natürlich dann immer so ein bisschen das Thema und da werde ich wahrscheinlich dieses und nächstes Jahr auch noch in vielen Gesprächen sein, was wir machen können.
Zackes Brustik: Das heißt also, was ich für mich jetzt verstanden habe, ist, ihr könnt viel machen, das kommt euch ja wahrscheinlich auch zugute dann bei Versicherungstarif und dann gibt es immer noch vielleicht ein paar Risiken. In anderen Ländern ist das echt schon kritisch. Wir denken an Florida, wir denken an Kalifornien, soweit ist es in Deutschland noch nicht, Aber es könnte theoretisch dann auch Bereiche geben, wo die Versicherung Da sind wir raus, weil es noch mal im Ahrtal versichern nicht mit uns so platt gesagt.
Franziska Schoenweitz: Also es könnte natürlich dann auch ein Hebel sein zu hey, wir haben mit unseren Standorten Klimarisikoanalysen gemacht, wir wissen das und wir können euch das so transparent vorlegen bei der Versicherung. Was seht ihr, was noch möglich ist zu versichern und was seht ihr nicht?
Zackes Brustik: Was ich mega spannend fand, ist, wie krass, und das ist das wirklich zum ersten Mal, dass ich das so höre, dass es auf so ein großes Ohr MC Level stößt und dann tatsächlich auch Maßnahmen daraus abfolgen und ergriffen werden. Weil bisher habe ich oft gehört, wir haben das gemacht und wir haben das irgendwo in der Schublade liegen, mal gucken. Oder wir haben gerade nicht die Zeit und die Geld dann tatsächlich das Werk aufzurüsten oder ganz viele sagen auch, der Umzug wäre viel zu teuer. Also wir wissen, wir sind in der Küstenregion, das wird die nächsten 20 Jahre nicht mehr gut gehen, aber wir gucken lieber, was machen wir, wenn die Überschwemmung da ist. Punkt. Also es gibt ganz unterschiedliche Ableitungen aus diesen Risikoanalysen, aber richtig, richtig cool zu hören, dass ihr tatsächlich dann auch sagt, die Mitarbeitenden vor Ort müssen ganz bestimmte.
Franziska Schoenweitz: Dinge physisch verändern oder wir mit ihnen gemeinsam. Es ist ja häufig eher ein, dass wir dann an den Standort fahren, dass wir dann zum Beispiel gemeinsam diese Planungen machen, wenn es um Umstrukturierungen geht. An der Stelle auch ein großer Shoutout an meine ganzen Kollegen. Wir haben auch Außendienststellen jetzt die ersten, die sich damit drum kümmern. Und das ist ein sehr herausfordernder Job, aber auch ein sehr cooler Job. Genau. Und all diese Synergien, die wir eben schaffen und ich sage auch mal, diese coolen Teams, die wir jetzt bei uns auch in der Verwaltung haben und das offene Ohr unserer Geschäftsführung, die bilden dann eben ein positives Fundament für das Thema.
Zackes Brustik: ESG, weil wir kommen jetzt gleich zu den s. G. Themen. Ist ja schon so Nachhaltigkeit, gerade politisch extrem aufgeladenes Thema. Jedes Unternehmen ist ein Abbild der Gesellschaft. Also wie schaffst du es, dieses Thema so zu diskutieren, dass das nicht auf einer Parteipolitik Ebene landet und man sich sofort spinnefeind ist, sondern dass es ganz pragmatisch, businessorientiert. Ich glaube, es ist schon ein Thema, wo Leute einfach Angst haben, es anzusprechen oder ihre Meinung zu sagen, weil es so aufgeheizt ist.
Franziska Schoenweitz: Ich würde sagen, man kommt am weitesten mit liebenswürdigem Pragmatismus.
Zackes Brustik: Den traue ich dir sehr gut zu. Also soziale Themen oder Governance Themen, das geht so ehrlich muss ich sein, in meinem Podcast regelmäßig unter, wie wahrscheinlich überhaupt in der Welt an sich auch. Aber was habt ihr da wollte ich.
Franziska Schoenweitz: Auch gerade sagen, so ist es nun mal einfach auch, weil das, ich sage mal, das soziale Thema, es wird ja auch viel behandelt durch die HR. Also ich würde mich da auch komplett rausnehmen tatsächlich. Unser Team leistet da super Arbeit und ich versuche dann immer so ein bisschen vielleicht den einen oder anderen Vorschlag noch zu geben, was ich gehört habe, was man vielleicht im Bereich da tun könnte oder was wir eben auch fürs Reporting brauchen. Aber viele dieser Initiativen passieren dort bei.
Zackes Brustik: Uns auch als Laie. Darf ich da kurz rein grätschen. Aber gibt es so Sachen, wo ihr sagt, wir gucken uns mal an, was ist die Gender Pay Gap, wie hoch ist die Burnout Rate oder was auch immer und wie verteilt sich das über verschiedene Standorte? Kann der eine von dem anderen lernen.
Franziska Schoenweitz: Oder den Gender Pay Gap gucken wir uns auf jeden Fall an. Und ansonsten ist es so, wir haben im Gesundheitswesen und ich glaube, alle, die jetzt gerade den Podcast hören und auch irgendwie da in dem Bereich drin sind, wissen das immer das Thema, dass man chronischen Personalmangel hat. Also es gibt einfach zu wenig Fachpersonal, seien es jetzt Ärzte oder medizinisch technische Assistenz oder MFAs, die gerade irgendwie verfügbar sind und eben auch Zeit und Lust haben, in einem Unternehmen zu arbeiten. Und das führt natürlich auch, wenn man sich dann überlegt, wie hoch die Auslastung im Gesundheitswesen ist, zu einer sehr hohen Arbeitsbelastung. Und da muss man dann halt auch immer ein bisschen gucken. Deswegen sage ich, wir versuchen so viele Maßnahmen dann auch wie möglich zu ergreifen, was unser Team auf jeden Fall schon macht. Und wir haben natürlich noch ganz viele andere Projekte in der Pipeline. Aber was wir eben versuchen, ist den Standorten zum Beispiel das Hiring ein Stück weit abzunehmen, Also zu gucken, okay, wir haben einen Markt, da sind ohnehin schon wenig Leute. Wie können wir unsere Standorte attraktiv gestalten? Wie können wir ein tolles Arbeitsumfeld für sie schaffen, ein Arbeitgeber sein, zu dem sie gerne gehen? Und ich glaube, dass gerade für die kleineren Standorte das natürlich dann auch eine größere Entlastung ist, wenn sie eine HR haben, die ihnen dann noch unter die Arme greift. Und deswegen an der Stelle auch Shout out an unser HR Team, wo du.
Zackes Brustik: Sagst Streamline und den kleinen Praxen unter die Arme helfen. Das waren ja bisher immer eigenständige Betriebe, die schalten wollten, wie sie konnten und jetzt gehören sie plötzlich zu euch. Jetzt kommst du auch mit dem G und Governance Thema um die Ecke. Ist ja vielleicht die Freude gar nicht mehr so groß. Also wie ist das zu streamlinen?
Franziska Schoenweitz: Also ich glaube ja, im ersten Moment ist die Freude nicht so groß, gerade wenn es auch um bestimmte Legal Themen geht. Das ist immer nicht ganz einfach. Aber mittelfristig sehen dann viele Standorte doch den Mehrwert, weil wir eben dafür sorgen, dass überall die Standards gleich sind, dass wir zusehen, dass alle gleich geschützt sind und auch zum Beispiel auf der rechtlichen Ebene auf dem gleichen Niveau arbeiten oder in der Akkreditierung, dass man da Synergien untereinander findet. Das ist eben auch so ein ganz großes Thema in der Spezialdiagnostik, sage ich jetzt mal. Ein Governance Vorteil ist zum Beispiel auch, wir versuchen verstärkt eben diese Qualitätszirkel, also Qualitätsmanagement Zirkel bei uns zu etablieren, was ohnehin schon passiert in der Pathologie oder eben jetzt auch in anderen Spezialdiagnostiken. Und wir schaffen da einfach noch ein bisschen mehr Synergien und sehen eben zu, dass sich alle austauschen, sich kennenlernen und eben dann auch darüber sprechen können, was sind denn so Best Practice ist in dem Bereich Und vielleicht daneben auch, da sind wir jetzt gerade dabei, das umzusetzen, dass wir uns Gedanken machen, stellvertretend für unsere Gruppe, weil eben da auch nicht so viel Zeit ist und Energie und Ressourcen fehlen. Wie könnte denn zum Beispiel eine vernünftige Car Mobility Policy aussehen? Also welche Maßgaben sollten wir geben oder können wir geben, unseren ganzen Fuhrpark, unsere ganze Flotte zu elektrifizieren zum Beispiel? Oder ein Thema, das zum Beispiel auch mit dem EU Whitepaper aufgekommen ist, wie gehen wir mit dem Thema KI im Gesundheitswesen um? Das sind alles Punkte, die können gar nicht im operativen Alltag von all unseren Partnern behandelt werden oder bedacht werden. Und wir versuchen uns da Gedanken zu machen und dann entweder Best Practices oder Leitfäden auszugeben, wie man das am besten machen kann und dann eben zum Beispiel auch Vorschläge zu okay, das vielleicht auch ein ganz cooler Punkt. Was haben wir denn für coole Softwarelösungen, die zum Beispiel auch datenschutzkonform sind, Dass wir uns eben da auf der Governance Ebene Gedanken machen.
Zackes Brustik: Puh Mensch, wir haben schon einen richtig richtig schnellen und extrem detailverliebten Ritt gemacht durch all diese Themen, die du bearbeitest. Krass, ist das nicht richtig viel für einen Jahr? Also hättest du gedacht, dass du so.
Franziska Schoenweitz: Weit kommst, als ich angefangen habe, hätte ich nicht gedacht, dass es das alles gibt. Ich sag dir.
Zackes Brustik: Du wusstest noch nicht, was du nicht weißt, was ein sehr seliger Zustand ist.
Franziska Schoenweitz: Ja, Sokrates, ich weiß, was ich nicht weiß, aber ja, also ich wusste es natürlich nicht, aber das ist bei uns, glaube ich, auch Daily Business. Wir wissen es nicht und dann wissen wir es, weil wir die ersten Expertisen dazu sammeln, gerade im Bereich ESG natürlich.
Zackes Brustik: Mensch, was für ein flotter Einblick. Richtig, richtig cool zu erleben, wie extrem motiviert und frisch du bist in deiner Arbeit Weil ich weiß, es ist eine Situation, wo ganz viele im Kopf hängen lassen. Es ist richtig cool zu sehen, was geht, wenn man will und auch wenn die Führung mitmacht und dass man da tatsächlich auf ein offenes Ohr stoßen kann. Genau, davon brauchen wir mehr. Danke dir vielmals.
Franziska Schoenweitz: Sehr, sehr gerne.
Zackes Brustik: Wie schon erwähnt, Link, Profil, Den Link gibt es in den Shownotes. Vernetzt euch mit Franzi zu all den Themen, die wir angesprochen haben. Und ansonsten abonniert den Podcast, abonniert den Newsletter, Zakes Com, Newsletter Z A C A. Dann seid ihr einmal im Monat mit dabei, was ich alles so hinter den Kulissen aufschnappe, mitnehme, was sich an Trends tut und verpasst auch keine Podcast Folge mehr. Bis zur nächsten Folge.
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